Die Realität der Reform
Über Wahrnehmung und Wirklichkeit der Veränderung von Organisationen
- 2022
- Buch
- Verfasst von
- Marcel Schütz
- Buchreihe
- Organisationsstudien
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Veränderungsprogramme zählen längst zum klassischen Projektrepertoire vieler Unternehmen, Banken, Verbände und Verwaltungen. Ihr Nutzen wird darin gesehen, betriebliche Komplexität auf ein handhabbares Maß zu reduzieren und organisatorische Zwecke im Hinblick auf umweltliche Erwartungen in neuartiger Weise zu begründen und auszurichten. Eine diesbezüglich rein zweckrational-instrumentelle Sicht vermag es jedoch nicht in Gänze, den tatsächlichen Erlebnis-, Entscheidungs- und Aktionshorizont entsprechender Veränderungsprojekte zu erfassen. Mit einer empirischen Forschung in einem größeren Finanzinstitut wird nachvollzogen, wie sich neben einer technisch-methodischen Seite des Projektmanagements ergänzend eine eigene ,Reformrealität‘ des Entscheidens ausbilden kann, deren Beitrag darin besteht, in der Organisation plausibilisierte Umwelterwartungen in anschlussfähiger Art und Weise zu konstruieren.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Kapitel 1. Reformprojekte als Entscheidungsprogramme: Die Wirklichkeit der Veränderung und die Veränderung der Wirklichkeit
Marcel SchützDer Beitrag befasst sich mit der Analyse organisatorischer Reformen als Entscheidungsprogramme. Es wird untersucht, wie Reformen mit einem realitäts- und entscheidungstheoretischen Zugang beschrieben und verstanden werden können, jenseits einer rein technisch-instrumentellen Sicht. Die Arbeit entwickelt eine analytische Modellierung, die mit dem gegenwärtigen Stand der hierzu einschlägigen Organisationsforschung abgestimmt ist. Ein zentrales Thema ist die Untersuchung der Realitätsbildung während organisatorischer Reformen und die Rolle der Wahrnehmung der Umwelt durch die Organisation. Die Arbeit basiert auf einer Fallstudie in einem großen deutschsprachigen Finanzinstitut, das sich in einer umfassenden Reorganisation befand. Durch Interviews und Hospitationen in verschiedenen Gremien wird die Dynamik der Veränderung und die Rolle der Kommunikation in der Organisation untersucht. Besonders interessant ist die Betrachtung der Projektstruktur und der Entscheidungsprämissen, die die Grundlage für die Reform darstellen. Die Arbeit leistet einen Beitrag zum Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen Umweltwahrnehmung, Kommunikation und Entscheidungsprozessen in organisatorischen Reformen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Realität der Reform – Der Titel der Arbeit deutet eine kleine Hintersinnigkeit an. Einerseits darf erwartet werden, dass die Veränderung von Organisationen sich wirklich vollzieht und, mit welchen Mitteln und unter welchen Vorannahmen auch immer, wirklich beobachtet werden kann. Andererseits dürften schnell einige Zweifel aufkommen, ob und wie sich diese Beobachtung auf allgemein anerkannte Begriffe und Deutungen bringen lässt. -
Kapitel 2. Struktur der Organisation und des Projekts: Entscheidung und Entscheidungsprämissen im Veränderungsprozess
Marcel SchützDas Kapitel 'Struktur der Organisation und des Projekts: Entscheidung und Entscheidungsprämissen im Veränderungsprozess' beleuchtet die soziologisch-systemtheoretische Grundlage von Organisationen. Es wird die Voraussetzung geschaffen, um die Berichte von Reformprojekten nach drei grundlegenden Strukturen – programmatische Ordnung, kommunikative Verfahren und Personalien – auszuwerten. Die Ausarbeitung basiert auf der systemtheoretischen Forschung und den empirischen Beobachtungen der letzten Jahre. Die Entscheidungsstruktur in Organisationen wird durch drei Hauptkategorien definiert: Programme, Kommunikation und Personal. Diese Kategorien bilden die organisatorische Entscheidungsstruktur und manifestieren sich in einer Organisation typischerweise als strikte Prämissen. Die Entscheidungsprämissen sind elementare Formen der Kommunikation und beeinflussen die Entscheidungsprozesse in Organisationen. Die Personalgestaltung in Arbeitsorganisationen wird ebenfalls detailliert untersucht, wobei die Mitgliedschafts- und Hierarchiebedingungen eine zentrale Rolle spielen. Die Entscheidungsprozesse werden durch Hierarchien, Mitwirkungsrechte und Projektstrukturen gelenkt, wobei informale Ordnungen und Kultur ebenfalls eine Rolle spielen. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der informalen Entscheidungsstruktur, die als ‚geduldete Überziehung‘ von Regelungslücken fungiert und die formale Ordnung ergänzt. Der Text bietet einen umfassenden Einblick in die Komplexität und Dynamik von Entscheidungsprozessen in Organisationen und zeigt auf, wie formale und informale Strukturen zusammenwirken, um effektive Entscheidungen zu treffen.KI-Generiert
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ZusammenfassungMit diesem Kapitel werden einige elementare Klärungen über Organisationen als soziale Systeme und im Besonderen über ihre Entscheidungsstruktur vorgenommen. Der Ausgangspunkt dafür ist soziologisch-systemtheoretischer Art. In dieser Linie soll die Voraussetzung geschaffen werden, den Bericht des Reformprojekts nach drei grundlegenden Strukturen einer Organisation auszuwerten: erstens im Blick auf programmatische Ordnung, zweitens auf kommunikative Verfahren und drittens bezüglich der Personalien. Alle drei bilden die organisatorische Entscheidungsstruktur. -
Kapitel 3. Plausibilisierte Veränderung: Über Umweltwahrnehmung und Realitätskonstruktion in Organisationen
Marcel SchützDas Kapitel beleuchtet die Plausibilisierung von Veränderungen in Organisationen und die Bedeutung der Umweltwahrnehmung für Entscheidungsstrukturen. Es wird erläutert, wie Organisationen ihre Umwelt rekonstruieren und wie dies durch theoretische Ansätze wie Sensemaking und Enactment beschrieben wird. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle von Entscheidungsprämissen und der Autopoiesis von Organisationen geschenkt. Das Kapitel argumentiert, dass Organisationen ihre Umwelt nicht einfach übernehmen, sondern sie durch ihre eigenen Strukturen und Prämissen rekonstruieren. Dieser Prozess wird durch das Konzept des Forming weiter präzisiert, das die Stabilität der Entscheidungsprämissen betont. Schließlich wird die Bedeutung von kollektiven Entscheidungsprozessen und der Verhandlung von Realität in Organisationen untersucht. Der Text bietet tiefgehende Einblicke in die Komplexität organisatorischer Veränderungen und die Herausforderungen der Anpassung an eine dynamische Umwelt.KI-Generiert
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ZusammenfassungMit dem vorangehenden Kapitel haben wir in die Entscheidungsstruktur und ihre Änderung im Wege verschiedener Prämissen als „organisationsspezifische Muster“ (Hasenzagl & Müller, 2013, S. 16) des Entscheidens eingeführt – und damit eine Perspektive auf das Organisationssystem skizziert. Für eine Untersuchung organisatorischer Veränderung bleibt diese Perspektive strukturell ergänzungsbedürftig. Sie ist durch eine indirekt antizipierte Außenperspektive, den Blick auf die Umwelt des Systems, zu weiten, da die ausgeführten Entscheidungsprämissen nicht unabhängig von ihrer Umwelt Bestand haben können, sondern mittels der für eine Organisation relevanten, äußerlich adressierten Belange (Absatzwege, Investitionen, Verträge, Regulierungen etc.) gebildet und fortgeschrieben werden. -
Kapitel 4. Organisatorische Veränderung als Entscheidungsprozess
Marcel SchützDas Kapitel behandelt die organisatorische Veränderung als Entscheidungsprozess und rekonstruiert ein Veränderungsprojekt eines Finanzinstituts über eineinhalb Jahre. Es wird die theoretische Rahmenstruktur und die empirische Wegleitung der Analyse betrachtet, die auf der Prämissen- und Entscheidungsstruktur basiert. Das Kapitel untersucht die Konzeption und Umsetzung des Reformprogramms, die Rolle des Entscheidungsgremiums und die Herausforderungen der Veränderung in einem größeren Organisationskontext. Es wird die Bedeutung der Programmierung und Kommunikation in Veränderungsprozessen hervorgehoben und die spezifischen Herausforderungen und Lösungsansätze im Kontext der Finanzbranche beleuchtet. Das Kapitel bietet praktische Einblicke in die Umsetzung von Veränderungsstrategien und die Rolle von Projektmanagement und Gremienarbeit in solchen Prozessen.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer nachfolgende empirische Teil rekonstruiert das Veränderungsprojekt eines über den Zeitraum von eineinhalb Jahren hospitierten größeren Finanzinstituts. Den theoretischen Rahmen und die empirische Wegleitung der Analyse bildet die vorangehend diskutierte Prämissen- und Entscheidungsstruktur, mit der wir uns die benötigte ,Beinfreiheit‘ für die Forschungsarbeit geschaffen haben. -
Kapitel 5. Von der Realität der Reform zur Realisierung des Wandels: Entscheidungsstruktur und Reforming im Lichte organisatorischer Veränderung
Marcel SchützDas Kapitel untersucht die empirische Ausformulierung organisatorischen Reformings und die Analyse organisatorischer Veränderung durch das Modell der Entscheidungsprämissen. Es beleuchtet die Struktur und Strukturierung projektförmiger Änderungen und zeigt, dass die Realisierung von Veränderungen nicht nur durch äußere Methoden und Steuerungsinstrumente bestimmt wird. Besonders interessant ist die Betrachtung der informalen Ordnungen und der Rolle des Reviewteams in der Reformkommunikation. Die Studie verdeutlicht, dass Organisationen ihre Entscheidungsstrukturen anpassen müssen, um Veränderungen erfolgreich umzusetzen. Die Analyse der Reformprogrammierung, -kommunikation und -personalisierung bietet wertvolle Einblicke in die Komplexität organisatorischer Veränderungsprozesse.KI-Generiert
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ZusammenfassungDas vorliegende Buch widmet sich der empirischen Ausformulierung organisatorischen Reformings, bei dem es sich um die Weiterentwicklung einer größeren Linie an Theorie- und Forschungsbeiträgen zu Wirklichkeit und Sinnbildung in Organisationen handelt. Verfolgt wurde hierzu eine empirische Fundierung dieses ursprünglich von Stefan Kühl fortgebildeten Konzepts. In organisationssoziologischer Hinsicht wurde eine empirisch gestützte Analyse organisatorischer Veränderung in der systematischen, einheitlichen Begriffsarchitektur des Modells der Entscheidungsprämissen vorgeschlagen (entscheidungstheoretischer ‚Realisierungsansatz‘) – soweit zu sehen, in diesem Kontext erstmalig. -
Kapitel 6. Zur Methodik und Arbeitsreflexion
Marcel SchützDas Kapitel zur Methodik und Arbeitsreflexion in der Organisationsforschung präsentiert einen systemtheoretischen Ansatz, der teilstrukturierte Interviews, teilnehmende Beobachtungen und Dokumentenanalysen kombiniert. Diese Methoden wurden gewählt, um ein sinnvolles und sich wechselseitig ergänzendes Forschungsdesign zu schaffen. Die Interviews ermöglichen es, die Regeln und Routinen der Organisation detailliert zu untersuchen, während die teilnehmende Beobachtung Einblicke in die tägliche Betriebsamkeit bietet. Die Dokumentenanalyse ergänzt diese Methoden durch die Auswertung schriftlicher und audiovisueller Materialien. Die Forschungsmethode zielt darauf ab, die Struktur und den Wandel von Organisationen zu verstehen und bietet eine umfassende Analyse der Projektarbeit und der Organisationsveränderung.KI-Generiert
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ZusammenfassungDie Organisationsforschung hat eine Fülle spannender und eindrucksvoller Erkenntnisse über die Struktur und die Änderung von Organisationen in formaler und informaler Gestalt hervorgebracht – nicht zuletzt hinsichtlich der Reflexion ihres Gegenstands: das „organisatorische Denken“ in Praxis und Theorie. Jede neue Untersuchung zum Wandel organisatorischer Struktur wird darauf aufbauen; sie muss sich aber auch eigenständig auf den weiteren empirischen Beitrag fokussieren. Dieser wurde hier mit einem systemtheoretischen Ansatz vorgeschlagen. -
Backmatter
- Titel
- Die Realität der Reform
- Verfasst von
-
Marcel Schütz
- Copyright-Jahr
- 2022
- Electronic ISBN
- 978-3-658-35734-4
- Print ISBN
- 978-3-658-35733-7
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-35734-4
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