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Über dieses Buch

Die deutschen Ballungsräume wachsen, der Wohnraum wird knapp, die Mietpreise steigen stark. So kehrt die Wohnungsfrage zurück auf die politische Agenda – und wird angesichts eines weitgehenden Rückzugs von Bund und Ländern aus der Wohnungspolitik vor allem zur Aufgabe für die Kommunen. Deren finanzielle Situation und begrenzte Verwaltungskapazitäten lassen jedoch kaum eigene, städtische Akzente zu. Dabei ist die Wohnungsfrage eine der zentralen sozialpolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Den damit verbundenen Aufgaben für die Städte sowie den vielfältigen Lösungsansätzen lokaler Politik ist dieses Buch gewidmet. Das Buch beschreibt die spezifischen Probleme des Politikfelds, unternimmt eine aktuelle Bestandsaufnahme der Wohnraumversorgung in den Städten und stellt mögliche kommunale Antworten dar.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Die Rückkehr der Wohnungsfrage

Zusammenfassung
Der Beitrag führt in den Sammelband ein, indem er zunächst die Aktualität der Wohnungsfrage historisch rahmt und dann die einzelnen Beiträge des Bandes kurz vorstellt. Er fragt dabei auch nach der Rolle der lokalen Politikforschung für die Wohnungspolitik und geht auf bereits bestehende Forschungsstränge ein. Der Beitrag mündet in die Thematisierung von sechs Punkten, die aus Sicht der Herausgeber zukünftig Bedeutung bei der Betrachtung lokaler Wohnungspolitik haben werden.
Björn Egner, Stephan Grohs, Tobias Robischon

Kapitel 2. Stadtentwicklung und Wohnungspolitik – vom Nutzen einer Einbettung und Weitung wohnungspolitischer Ziele

Zusammenfassung
Im Beitrag wird untersucht, wie wohnungspolitische Ziele durch stadtentwicklungspolitische Anstrengungen ergänzt werden und welchen Beitrag sie zur Bewältigung wohnungspolitischer Herausforderungen leisten können. Basierend auf der Idee, dass sich Stadtentwicklung und Wohnungspolitik in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis befinden, zeigen sie auf, wie zu „entspannten“ Zeiten auf den Wohnungsmärkten die beiden Politikfelder entkoppelt wurden, was sich heute als Nachteil herausstellt, die Politik bei wieder steigender Nachfrage nicht in der Lage ist, konsequent zu reagieren. Mit Rückgriff auf verschiedene Städte (u. a. Berlin) wird deutlich gemacht, wie Stadtentwicklung und Wohnen als integriertes Feld behandelt werden kann und welche Perspektiven für langfristige Politik sich daraus ergeben.
Uwe Altrock, Gerhard Kienast

Kapitel 3. Wohnungspolitik als Sozialpolitik? Zum Wechselspiel von Haushaltslage, Sozialausgaben und kommunalen Investitionen in Wohnraum

Zusammenfassung
Der Beitrag betrachtet den Zusammenhang zwischen kommunaler Wohnungspolitik und kommunaler Sozialpolitik. Angesichts vielerorts identifizierbarer kommunaler Haushaltsprobleme geraten Sozial- und Wohnungspolitik in ein Wechselspiel: Auf der einen Seite wird unter den gegebenen Bedingungen teilweise krisenhafter Haushalte von einer Verdrängung von (freiwilligen) kommunalen Investitionen durch die mit Rechtsansprüchen bewehrten sozialen Leistungen ausgegangen. Einige Städte reagierten seit den 1990er Jahren auf ihre Verschuldungssituation gar mit dem Verkauf eigener Wohnungsinfrastruktur und nahmen sich damit wichtige Steuerungsmöglichkeiten. Auf der anderen Seite spielen die lokalen Wohnungsmärkte auch eine wichtige Rolle dafür, wie problemlösungsfähig kommunale Sozialpolitik sein kann und auch dafür, wie hoch die kommunalen Belastungen durch Sozialleistungen letztendlich ausfallen. Am offensichtlichsten bei den „Kosten für Unterkunft und Heizung“ nach SGB II, aber auch bei andere Leistungsarten. Der Beitrag versucht in diesem Wechselspiel Muster zwischen Sozialausgaben, lokalen Mieten und kommunalem Investitionsverhalten quantitativ aufzudecken und daraus Möglichkeiten einer integrierten Sichtweise abzuleiten.
Stephan Grohs, Steffen Zabler

Kapitel 4. Zielkonflikte und Steuerungsmöglichkeiten der Kommunen bei der Anerkennung von Unterkunftsbedarfen im Rahmen der Grundsicherung

Ohne Zusammenfassung
Max-Christopher Krapp, Christian von Malottki

Kapitel 5. Die ewig neue Wohnungsfrage! Auf den Spuren bundesdeutscher Debatten zur sozialen Wohnraumversorgung

Zusammenfassung
Der Beitrag geht zurück zu den Debatten einer kritischen Wohnungsforschung der 1970er und 80er Jahre, um daraus eine Agenda für eine gesellschaftheoretisch inspirierte Wohnungsforschung der Gegenwart zu entwickeln. Diese Auffrischung des fachlichen Gedächtnisses soll künftige Wohnungsforschung informieren, „die die Wohnungsfrage als wesentliche gesellschaftliche Frage ins Zentrum stellt“. Dabei stehen drei Debatten im Mittelpunkt: Erstens, die gesellschaftstheoretische (Selbst-)Verortung von Wohnungsforschung, zweitens die Diskussionen um die Rolle des sozialen Wohnungsbaus und drittens um Möglichkeiten des nicht-profitorientierten Wohnungsbaus durch staatliche sowie zivilgesellschaftliche Akteure. In allen drei miteinander verwobenen Feldern wird klar, dass viele der heutigen Fragen – wenn auch durch andere theoretische Perspektiven – vor bereits gut 40 Jahren lokale Politik- und Wohnungsforschung beschäftigt hatten. Die AutorInnen entwickeln daraus eine Agenda einer stärker zu institutionalisierenden Wohnungsforschung.
Sebastian Schipper, Barbara Schönig

Kapitel 6. Baulandbedingte Versorgungsengpässe am Wohnungsmarkt – Folge einer „Demografisierung“ der Baulandpolitik oder unvermeidbare Trägheit planungspolitischer Prozesse? Das Beispiel Frankfurt am Main

Zusammenfassung
Verstärkte Zuwanderungstätigkeit führt in Deutschland seit Ende der 2000er-Jahre wieder zu verstärkten Außenwanderungsgewinnen. Ziele sind vor allem die Stadtregionen, wo sie die bereits seit Anfang der 2000er-Jahre beobachtbaren Binnenwanderungsgewinne verstärken. Die Internationalisierung der Arbeitsmigration verstärkt damit die Kopplung städtischer Bevölkerungsdynamiken an krisenbehaftete, zyklische Entwicklungen im internationalen Kontext.
Martin Vaché

Kapitel 7. Lokale Wohnungspolitik im Kontext sozioökonomischer Herausforderung und diskursiver Problemdeutung: Ein Städtevergleich

Zusammenfassung
Noch vor 15 Jahren galt die verbreitete Annahme, die dringendsten Fragen der deutschen Wohnungspolitik seien gelöst. Eine dem Zeitgeist entsprechende Abkehr von der staatlichen wohnungspolitischen Steuerung hin zur ökonomischen Selbstregulierung des Wohnungsmarkes hatte sich durchgesetzt. Dieser politische Rückzug erweist sich angesichts rasant steigender Miet- und Immobilienpreise und den damit verbundenen Folgekosten wie soziale Segregation, Armutsgefährdung und eine erheblich eingeschränkte Vermögensbildung der sogenannten Mittelschicht als problematisch.
Heike Böhler, Max Kayser

Kapitel 8. Koordinierte Politik oder Policy‐Fragmentierung? Wohnungs‐ und Stadtentwicklungspolitik in Wien und Washington, DC

Zusammenfassung
Nach einigen Jahren der Suburbanisierung verzeichnen viele Städte derzeit wieder ein deutliches Bevölkerungswachstum. Dieses wird in der Regel als positives Zeichen dafür verstanden, dass diese Städte sich im Wettbewerb durchsetzen können und attraktiv für Neuzuwanderer sind. Gleichzeitig sorgt der Erfolg für Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt.
Danielle Gluns

Kapitel 9. Lösungsansätze zwischen inzentivierender und regulativer Wohnungs- und Bodenpolitik aus kommunaler Sicht

Zusammenfassung
„Wohnen ist heute mehr als eine reine Unterkunft. Wohnen ist Teil unserer Kultur und der Selbstverwirklichung des Menschen!“, so der frühere Kieler Oberbürgermeister und Präsident des Deutschen Städtetages, Günther Bantzer, im Jahre 1980. Diese Feststellung ist so simpel wie richtig.
Sebastian Klöppel, Hilmar von Lojewski
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