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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Nahezu in jedem privatwirtschaftlichen Unternehmen wird ein mehr oder minder großer Teil des Kapitalbedarfs durch Kredite finanziert. Wie bei allen Formen der Kapitalbedarfsdeckung stellen auch bei der Kreditfinanzierung Kapitalgeber gegenwärtiges Vermögen zur Verfügung und erhalten im Gegenzug bestimmte Bündel von Rechten und Pflichten vertraglich zugesprochen, die als Finanzierungstitel bezeichnet werdenl. Zur Unterscheidung von anderen Formen der Vertragsgestaltung im Rahmen der Finanzierung lassen sich drei zentrale, gemeinsame Charakteristika der in der Realität zu beobachtenden Kreditfinanzierungsformen identifizieren Kreditgeber, d.h. die Inhaber von Kreditfinanzierungstiteln, haben einen Anspruch auf eine fixe, zumindest jedoch von der wirtschaftlichen Lage des Kreditnehmers unabhängige Zahlung. Falls der Kreditnehmer die Zahlungsansprüche der Kreditgeber nicht erfüllen kann (oder will), leben zusätzliche Rechte der Kreditgeber auf2. Die Ausübung dieser Rechte läuft stets darauf hinaus, daß der Kreditnehmer die Verfügungsgewalt zumindest über einen Teil seines Vermögens an die Kreditgeber verliert. Kommt es zu einer solchen Übernahme der Verfügungsgewalt durch die Kreditgeber, dürfen diese sich aus dem Vermögen des Kreditnehmers befriedigen.
Peter Nippel

2. Grundlegende Vorbemerkungen

Zusammenfassung
Ein Charakteristikum der Finanzierung ist der intertemporale Tausch von gegenwärtigem Vermögen gegen Anwartschaften auf zukünftige Zahlungen. Kapitalgeber verzichten auf gegenwärtige Konsummöglichkeiten, indem sie Teile ihres Vermögens, meist in Form von liquiden Mitteln, einem Kapitalnehmer überlassen. Zu einer solchen Überlassung können sie nur bewegt werden, wenn ihnen im Gegenzug Anwartschaften auf zukünftige Zahlungen eingeräumt werden.
Peter Nippel

3. Symmetrische Informationsverteilung

Zusammenfassung
Eine symmetrische Informationsverteilung ist gegeben, wenn der Unternehmer weder zum Zeitpunkt des Abschlusses eines Finanzierungsvertrags noch zu irgendeinem späteren Zeitpunkt einen Informationsvorsprung gegenüber einem (potentiellen) Kapitalgeber hat. (Damit ist im übrigen auch eine symmetrische Informationsverteilung innerhalb der Gruppe der (potentiellen) Kapitalgeber unterstellt. Diese Annahme wird in der gesamten Arbeit aufrecht erhalten.)
Peter Nippel

4. Informationsasymmetrie bezüglich der realisierten Einzahlung

Zusammenfassung
Die erste Form von Informationsasymmetrie zwischen Unternehmer und (potentiellen) Kapitalgebern, die hier eingeführt werden soll, betrifft die Realisation der Einzahlung aus dem zu finanzierenden Investitionsprojekt. Konkret soll angenommen werden, der Unternehmer könne ex post kostenlos beobachten, welche Einzahlung angefallen ist, nicht jedoch die externen Kapitalgeber. Die Höhe der realisierten Einzahlung sei also private Information des Unternehmers. Der Unternehmer hat diese Information, da er derjenige ist, der alle Zahlungen im Zusammenhang mit der Durchführung der Investitionstätigkeit kontrolliert. Für die externen Kapitalgeber gilt das nicht. Sie “stehen außerhalb” des Unternehmens. Daher erscheint es plausibel, daß sie die Einzahlung zumindest nicht kostenlos beobachten können.
Peter Nippel

5. Asymmetrische Informationsverteilung bezüglich der Projektwahl durch den Unternehmer

Zusammenfassung
In einer Finanzierungsbeziehung können verschiedene Formen von Informationsasymmetrien auftreten. Bisher wurde unterstellt, daß nur die Einzahlung aus der Investitionstätigkeit des Unternehmers für externe Kapitalgeber nicht (kostenlos) zu beobachten ist. In diesem Kapitel soll zusätzlich eine weitere Form von Informationsasymmetrie eingeführt werden (die ebenfalls erst nach Vertragsabschluß eintritt). Es sei angenommen, daß die Kapitalgeber nicht oder zumindest nicht vollständig beobachten können, welche Handlungen der Unternehmer nach Erhalt eines Kredites ergreift104. Vielleicht mag für die Kapitalgeber noch beobachtbar sein, in welche Aktiva der Unternehmer das aufgenommene Kapital investiert. Aber nicht allein das Vorhandensein bestimmter Aktiva determiniert die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Rückflüsse aus der Investitionstätigkeit. Auch die Art der Verwendung dieser Aktiva, die “Geschäftsführung”, hat einen Einfluß auf die unsicheren Rückflüsse. Außerdem kann der Unternehmer seine Investitionsentscheidung evtl. nachträglich revidieren, ohne daß den Kapitalgebern dieses bekannt wird.
Peter Nippel

6. Unwissenheit der potentiellen Kreditgeber bezüglich des unternehmerischen Aktionsraums

Zusammenfassung
Bisher wurde davon ausgegangen, daß externe Kapitalgeber in zweierlei Hinsicht einen Informationsnachteil gegenüber dem Unternehmer haben. Sie können die realisierte Einzahlung aus der Investitionstätigkeit nicht (kostenlos) beobachten, und sie können außerdem nicht beobachten, welches Projekt von dem Unternehmer gewählt wird. Unter diesen Annahmen konnte im vorherigen Kapitel gezeigt werden, daß es Situationen geben kann, in denen die Aufnahme einer als Transferregel bezeichneten Vereinbarung in den Kreditvertrag vorteilhaft ist. Wie zuvor in Kapitel 4 gezeigt wurde, ist bei einfacher Informationsasymmetrie eine solche “Verfeinerung” der Kreditvertragsstruktur niemals notwendig, um das Second-best zu erreichen. Es scheint also, daß die optimale Finanzierung mit zunehmender Vielfältigkeit der Informationsasymmetrie auch zunehmend komplexere Finanzierungsverträge erfordern kann.
Peter Nippel

7. Zusammenfassung und Würdigung der Ergebnisse

Zusammenfassung
Die Ausgestaltung des Finanzierungsvertrags ist für den Nutzen des Unternehmers nur irrelevant, wenn symmetrische Informationsverteilung zwischen ihm und den (potentiellen) Kapitalgebern besteht. Bei asymmetrischer Informationsverteilung stellt die Gestaltung des Finanzierungsvertrags dagegen ein nicht triviales Optimierungsproblem dar. Für den Fall, daß eine Informationsasymmetrie (nur) bezüglich der realisierten Einzahlung aus der Investitionstätigkeit herrscht, läßt sich die Struktur des optimalen Finanzierungsvertrags in einer einfachen Modellwelt noch recht einfach bestimmen. Als optimal erweist sich eine Vertragsgestaltung, die unschwer als typische Kreditfinanzierung interpretiert werden kann. Im Gegenzug zur Bereitstellung von Kapital ist den Kapitalgebern ein Anspruch auf eine fixe Zahlung in der Zukunft einzuräumen. In dieser Vereinbarung erkennt man die Verpflichtung des Unternehmers zur Zahlung eines Zins- und Tilgungsbetrags. Für den Fall, daß er seiner Verpflichtung nicht nachkommen kann (oder will), finden sich im optimalen Finanzierungsvertrag Regelungen, die ebenfalls (impliziter) Bestandteil der typischen Kreditfinanzierung sind.
Peter Nippel

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