Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Paul-Hermann Gruner untersucht drei prominente, erfolgreiche Frauenzeitschriften (Brigitte, Für Sie, Freundin) auf die in ihnen vermittelten Konzepte von Weiblichkeit vor dem Hintergrund von fünf Jahrzehnten erfolgreicher Existenzgeschichte der „Neuen Frauenbewegung“. Die interdisziplinär angelegte Studie analysiert im Wirkfeld Sprache und Massenkommunikation, Mentalität, Mythenproduktion und Doing Gender. Es offenbart sich eine große inhaltliche wie visuelle Homogenität in der weltanschaulichen Konstruktion von Geschlecht: Die Diskursnarrative zur „Weiblichkeit“ – festgemacht an Themenkomplexen wie Schönheit, Kosmetik, Wohnen, Dekoration, Lifestyle, Kochen und Diät – konfigurieren dabei eine geschlechtsspezifische Konventionalität ohne Konservativismus. Das Apolitische markiert ein Politikum: Die vorgeführten Suggestionen eines weiblichen Lebenszusammenhangs stehen für einen selbstbewussten weiblichen Hedonismus, der vom feministischen Konzept abstrahiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung: Problemstellung und Hypothese

Zusammenfassung
Die „Neue Frauenbewegung“ seit den späten 1960er Jahren hat in der Bundesrepublik Deutschland inzwischen eine rund fünf Jahrzehnte lange Existenz- und Erfolgsgeschichte hinter sich. Sie hat Konsequenzen für annähernd jeden Bereich der lebensweltlichen Prägungen gezeitigt, die direkt oder indirekt mit Partnerschaft, Ehe und Sexualität, mit Familie, Kindererziehung und Bildung, mit Berufswahl, Erwerbsbiographie und Reproduktion zu tun haben. Die Kraft der Imperative der Gleichberechtigung- und Gleichstellungsbewegung seit 1968 hat zudem sowohl den verfassungsrechtlichen Überbau reformiert als auch die einzelnen juristischen Kodizes etwa im Ehe-, Familien-, Kindschafts-, Sorge-, Arbeits- oder Erbrecht in der Bundesrepublik Deutschland.
Paul-Hermann Gruner

Chapter 2. Der Kontext: Rahmengebender Blick in die Historie

Zusammenfassung
Ansätze einer tatsächlichen Frauenbewegung, jenseits der Forderungen nach Frauenrechten durch Einzelne, offeriert der Blick auf Olympe de Gouges. Olympe de Gouges, eigentlich Marie Gou (1748–1793), war Revolutionärin, Frauenrechtlerin und Autorin und gilt als Verfasserin der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791. Diese waren zuvor in der ersten Phase der Französischen Revolution und mit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (vom 26. August 1789) nicht explizit erwähnt worden. Grund genug etwa für Margarethe Mitscherlich, die Frauenbewegung mit Olympe de Gouges beginnen zu lassen.
Paul-Hermann Gruner

Chapter 3. Die Studie: Zum Untersuchungsgegenstand

Zusammenfassung
„Alle lieben sie heiß und innig, die Zeitschriften für die Frau: die Leserinnen und erst recht die Anzeigenkunden. Denn die Titel leben von einer Sparte der Konsumgüterindustrie, die zwar konjunkturelle Schwankungen kennt, jedoch keine jähen Abstürze.“ So drückt es Deutschlands führendes Fachmagazin für Marketing, Werbung und Medien „Werben und Verkaufen“ (W&V) aus.
Paul-Hermann Gruner

Chapter 4. Zu Methodologie und Methodik

Zusammenfassung
Diese Studie versteht Sprachkritik und -analyse immer auch als Ideologiekritik. Sieht man menschliche Gesellschaft als eine Großstruktur des Zusammenlebens, die alles betrifft, was zwischen Menschen geschieht, zwischen ihnen verhandelt, betrieben und ausgetauscht wird, dann wird die sprachliche Kommunikation zwischen den Subjekten und Kollektiven zum zentral wichtigen Aspekt: Gesellschaft setzt das Vorhandensein von Sprache voraus. Und „das, was die Mitglieder der Gesellschaft als Zeugnis ihres Verstehens zum Diskurs beitragen“ – der nachweisbare und damit überprüfbare Teil – sind vor allem die schriftlichen Äußerungen, „Texte also, und sie machen den Diskurs einer Gesellschaft aus.
Paul-Hermann Gruner

Chapter 5. Analyse I: Dokumentation und thematische Auswertung

Zusammenfassung
Dieses Kapitel präsentiert die Resultate einer thematischen Auswertung: Über die Beschreibung und Ordnung der Heftinhalte wird das Korpus für die beiden folgenden Analyse-Kapitel 6. und 7. vor- und aufbereitet.
Paul-Hermann Gruner

Chapter 6. Analyse II: Lexik und Rhetorik

Zusammenfassung
Im Folgenden werden nun die dokumentierten Inhalte der Frauenzeitschriften in Bezug auf einige quellentypisch wichtige Aspekte der Lexik und Rhetorik hin untersucht. Die Konzentration auf manche der angewandten lexikalischen und rhetorischen Mittel innerhalb des journalistischen Mediums „Magazin“ versprechen Aufschluss über das redaktionelle Wie einer suggestiven Konfiguration von ‚Weiblichkeit‘.
Paul-Hermann Gruner

Chapter 7. Die Analyse III: Diskurshermeneutische Bewertung, Einordnung, Kritik

Zusammenfassung
Der Kommunikations-, Massenkommunikations- und Medienbegriff für diese Studie wurde eingehend unter 4.4 vorgestellt. Wenn im Folgenden von Wirkkräften der Kommunikation die Rede ist, dann umfasst dies sämtliche Sendeinhalte und -techniken, die in den untersuchten Periodika als Organen der Massenkommunikation auszudifferenzieren sind. Kommunikation definiert diese Studie als Kern-, Scharnier- und Gelenkstück für den breiten sozialen Prozess, immer eingedenk der Luhmann’schen Frage: „Wie konstruieren Massenmedien Realität?“
Paul-Hermann Gruner

Chapter 8. Zusammenfassung, Diskussion und Resümee

Zusammenfassung
Zur diskurshermeneutischen, soziokulturellen und mediensoziologischen Bewertung des Untersuchungskorpus‘ darf noch einmal an die Ausgangsfrage- und Problemstellung erinnert werden.
Paul-Hermann Gruner

Backmatter

Weitere Informationen