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Über dieses Buch

Der Vertrieb von Produkten im Wege des Multi-Level-Marketing-Systems ist nicht nur in den USA weit verbreitet, sondern hat auch in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend an Bedeutung gewonnen. So bietet das Multi-Level-Marketing-System den Unternehmen eine kostengünstige Werbung, indem die Werbung von Kunden durch den Kunden selbst erfolgt. Die im System tätigen Verkäufer erhalten durch das Multi-Level-Marketing-System die Möglichkeit, ihre Vertriebstätigkeit flexibel auszunutzen. Den Abnehmern wird eine individuelle Beratung geboten.
In der Rechtsprechung aber und auch in der Literatur wird das Vertriebssystem des Multi-Level-Marketing teilweise kritisiert und mit den gemäß § 16 Abs. 2 UWG strafbaren Systemen progressiver Kundenwerbung gleichgestellt. Hier setzt die vorliegende Arbeit an und untersucht, inwieweit das Multi-Level-Marketing-System in den Bereich der progressiven Kundenwerbung einzuordnen ist. Sowohl das Multi-Level-Marketing-System als auch Schneeball- und Pyramidensysteme als Haupterscheinungsformen progressiver Kundenwerbung werden im Rahmen dieser Untersuchung unter den Tatbestand des § 16 Abs. 2 UWG subsumiert und miteinander verglichen. Darüber hinaus geht die Verfasserin der Frage nach, aus welchem Grund die progressive Kundenwerbung unter Strafe gestellt ist. In einem weiteren Abschnitt wird geprüft, ob sich die Kriterien, die die Strafwürdigkeit progressiver Kundenwerbung begründen, auch auf das Multi-Level-Marketing-System übertragen lassen. Schließlich untersucht die Autorin, ob und inwieweit die Norm des § 16 Abs. 2 UWG einer Änderung bedarf.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

A. Einleitung und Gang der Untersuchung

Zusammenfassung
Werbung ist in unserem Leben allgegenwärtig. Jeden Tag werden wir in Printmedien, im Fernsehen, auf der Straße oder in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Werbung konfrontiert. Unternehmen werben um den Kauf von Waren oder Dienstleistungen, gemeinnützige Einrichtungen um Spenden und politische Parteien um die Stimmen der Bürger. In vielen Fällen setzen die Werbenden klassische Medien wie Zeitung, Fernsehen oder Radio für die Vermarktung ihres Produktes ein. Daneben wird aber auch Werbung durch den Kunden selbst betrieben. Dieser soll durch Empfehlung das Interesse weiterer Kunden am Kauf der beworbenen Produkte wecken. Diese Art der Werbung ist Grundlage diverser Vertriebssysteme.
Bianca Schöpper

B. Darstellung und Funktionsweise der untersuchten Vertriebssysteme

Zusammenfassung
In dieser Arbeit werden sowohl die Systeme progressiver Kundenwerbung als auch das Multi-Level-Marketing-System im Hinblick auf verschiedene Fragestellungen untersucht. Als Ausgangspunkt dieser Untersuchungen werden zunächst der Aufbau und die Funktionsweise der Systeme progressiver Kundenwerbung dargestellt und anhand von Entscheidungen aus der Rechtsprechung erläutert. Anschließend befasst sich dieser Abschnitt mit dem Multi-Level-Marketing-System. Anhand seiner grundlegenden Merkmale wird eine Definition dieses besonderen Vertriebssystems entwickelt
Bianca Schöpper

C. Rechtsgrundlagen

Zusammenfassung
Die zuvor dargestellten Vertriebssysteme werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit im Hinblick auf den Tatbestand des § 16 Abs. 2 UWG untersucht. Dabei wird in einem Teil dieser Arbeit geprüft, ob die Vertriebssysteme jeweils strafbar nach § 16 Abs. 2 UWG in seiner geltenden Fassung sind. In einem weiteren Teil wird dann der Frage nachgegangen, ob und inwiefern dieser Tatbestand in Bezug auf die untersuchten Vertriebssysteme geändert werden sollte. Da der Tatbestand des § 16 Abs. 2 UWG somit zentrales Kernstück dieser Arbeit ist, sind zunächst die Grundlagen dieser Norm, nämlich ihre historische Entwicklung, ihre Rechtsnatur sowie die durch sie geschützten Rechtsgüter zu erörtern.
Bianca Schöpper

D. Untersuchung der Vertriebssysteme nach dem geltenden § 16 Abs. 2 UWG

Zusammenfassung
In diesem Abschnitt sollen Schneeball — und Pyramidensysteme sowie das Multi-Level-Marketing-System nach § 16 Abs. 2 UWG in seiner geltenden Fassung untersucht werden (Untersuchung de lege lata). Hierbei wird insbesondere erörtert, ob die genannten Vertriebssysteme dem § 16 Abs. 2 UWG in seiner derzeitigen Fassung unterfallen und inwieweit gegebenenfalls Probleme bei der Anwendung dieser Vorschrift bestehen könnten.
Bianca Schöpper

E. Untersuchung der Notwendigkeit einer Reform des § 16 Abs. 2 UWG

Zusammenfassung
Dieser Teil der Arbeit beschäftigt sich nicht mehr wie der vorangegangene mit § 16 Abs. 2 UWG in seiner derzeitigen Fassung, sondern mit der Frage, ob dieser Straftatbestand einer Änderung bedarf. Hierbei wird zunächst der Frage nachgegangen, ob für die Existenz dieser Norm überhaupt eine Berechtigung besteht oder ob die Vorschrift ersatzlos gestrichen werden kann. In diesem Rahmen wird zunächst anhand der Haupterscheinungsformen progressiver Kundenwerbung geprüft, ob das Anwerben von Teilnehmern im Rahmen dieser Systeme sowohl strafwürdig als auch strafbedürftig ist und ob nicht ausreichender Schutz durch andere Strafvorschriften gewährt wird. Anschließend ist zu erörtern, ob auch das Multi-Level-Marketing strafbar sein sollte. Darüber hinaus ist zu untersuchen, wie § 16 Abs. 2 UWG im Hinblick auf das zuvor problematisierte Tatbestandsmerkmal des Verbrauchers323 zu formulieren ist und ob bzw. inwiefern hinsichtlich der Strafbarkeit/Straflosigkeit von Multi-Level-Marketing eine Klarstellung im Wortlaut des § 16 Abs. 2 UWG erfolgen sollte.
Bianca Schöpper

F. Zusammenfassung und Endergebnis

Zusammenfassung
Diese Arbeit hat sich mit der Strafbarkeit verschiedener Vertriebssysteme — nämlich den Systemen progressiver Kundewerbung in Gestalt von Schneeball — und Pyramidensystemen einerseits sowie dem Multi-Level-Marketing-System andererseits — nach § 16 Abs. 2 UWG befasst. Nach einer Darstellung der untersuchten Systeme, der Entwicklung einer Definition für das Multi-Level-Marketing-System sowie einer Erörterung der Rechtsgrundlagen wurden die Strafbarkeit dieser Vertriebssysteme nach dem geltenden § 16 Abs. 2 UWG untersucht. In einem weiteren Teil wurde erörtert, ob eine Bestrafung des Anwerbens von Personen im Rahmen dieser Systeme aus kriminalpolitischer Sicht berechtigt ist bzw. wäre, ob ein solches Anwerben also strafwürdig, strafbedürftig und auch nicht von anderen bestehenden Strafvorschriften umfasst ist. Schließlich ist dem Gesetzgeber sowohl im Hinblick auf die Systeme progressiver Kundenwerbung als auch auf Multi-Level-Marketing-Systeme eine Änderung des § 16 Abs. 2 UWG vorgeschlagen worden. Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich zu den folgenden Thesen zusammenfassen:
Bianca Schöpper

Backmatter

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