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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Die Theorie sozialer Schließung. Das analytische Potenzial einer Theorie mittlerer Reichweite

Die Theorie sozialer Schließung. Das analytische Potenzial einer Theorie mittlerer Reichweite

Zusammenfassung
Kaum ein theoretischer Ansatz dürfte es in der Soziologie so schwer gehabt haben, Anerkennung zu finden, wie die Theorie sozialer Schließung. Max Weber hatte das Konzept „offener“ und „geschlossener“ Beziehungen — die Grundlage der Theorie sozialer Schließung — zwar an prominenter Stelle in den Grundbegriffen von „Wirtschaft und Gesellschaft“ ([1922] 1985) eingeführt, es aber nicht weiter theoretisch ausgearbeitet.1 Es mag an diesem Missverhältnis liegen, dass die Idee sozialer Schließung über Jahrzehnte in Vergessenheit geriet, und so war nach fast einem halben Jahrhundert Neuwirths (1969) Analyse der Gemeinschaft in einem amerikanischen Ghetto die erste empirische Untersuchung, die sich auf den Schließungsansatz bezog.2 Doch erst mit den Arbeiten von Frank Parkin (1972; 1974; 1979)3, Randall Collins (1971; 1975; 1987)4 und Raymond Murphy (1984; 1986; 1988)5 wurde Webers Konzept zu einem theoretischen Ansatz erweitert (siehe deren Beiträge in Teil I dieses Bandes). Dieser Schritt erfolgte im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung mit der marxistischen Klassenanalyse der 1970er Jahre. Parkin war der Überzeugung, dass eine Analyse der Schichtungsordnung moderner Gesellschaften erforderlich sei, die die unbefriedigende Verengung der Klassenanalyse auf die Interklassenbeziehung zwischen Kapital und Arbeit sowohl durch Intraklassenbeziehungen als auch durch die Analyse jener Schichtungen ergänzt, „die in Zusammenhang mit der Zugehörigkeit zu rassischen, ethnischen, religiösen und sprachlichen Gruppen (communities) stehen“ (Parkin 1983, 122). Ein erweiterter schließungstheoretischer Ansatz schien ihm dazu das geeignete Mittel zu sein.
Jürgen Mackert

Der schließungstheoretische Ansatz

Frontmatter

Strategien sozialer Schließung und Klassenbildung

Zusammenfassung
Soziale Beziehungen können sich sowohl innerhalb als auch zwischen Klassen oder Schichten abspielen. Obwohl es möglich wäre, sie als Bestandteile eines einheitlichen Schichtungsschemas zu begreifen, werden sie gewöhnlich als völlig verschiedenartige Phänomene aufgefasst: Beziehungen zwischen Klassen werden meistens als Ausdruck bestimmter grundlegender Eigenschaften des sozialen Systems verstanden, die sich aus der Eigentumsordnung, den Herrschaftsverhältnissen oder auch der Arbeitsteilung ergeben. Die Klassen werden dabei typischerweise als Paare sich logisch ausschließender Kategorien dargestellt, als besitzende und besitzlose, über- und untergeordnete oder manuelle und nicht-manuelle Klassen oder Schichten. Die Aufgabe dieser Dichotomien ist es, die grundlegende Trennungslinie bzw. den strukturellen „Fehler“ im Schichtungsgefüge aufzuzeigen.
Frank Parkin

Duale Schließung

Zusammenfassung
Die konzeptionellen Kategorien Exklusion und Usurpation sind nicht gleichbedeutend mit der vertrauteren Unterscheidung zwischen Kapital und Arbeit. Obgleich ihr Gebrauch sich stark überschneidet (und in Anbetracht der tatsächlichen, von ihnen berührten Probleme wäre es eigenartig, wenn dem nicht so wäre), richtet das weberianische Schema das Augenmerk auf Problemfelder, die mit marxistischen Kategorien kaum erfasst werden können. Von besonderer Bedeutung ist hier die Tatsache, dass exkludierende soziale Schließung sowohl einen Aspekt von Konflikten und Spaltungen innerhalb sozialer Klassen als auch zwischen ihnen darstellt. Das bedeutet, dass die von Weber als „Monopolisierung von Chancen“ beschriebenen Exklusionsstrategien häufig von einem Teil der untergeordneten Klasse gegen einen anderen verfolgt werden, und dies gewöhnlich auf der Grundlage rassischer, geschlechtsspezifischer, ethnischer oder anderer kollektivistischer Kriterien. Ausbeutung ist also einerseits eine Erfahrung der untergeordneten Klasse, es gibt sie andererseits aber auch innerhalb dieser Klasse, denn durch die Anwendung von Macht im kollektiven Handeln entsteht eine Schicht Untergeordneter, die sozial ausgeschlossen ist. Die Vorstellung, dass Industriearbeiter sich gegenseitig ausbeuten, kann mit orthodoxen marxistischen Kategorien, die Ausbeutung ausschließlich als Aneignung des Mehrwerts durch die Kapitalisten fassen, freilich kaum in Einklang gebracht werden. Betrachtet man Eigentum jedoch lediglich als eine Form von Exklusionsverhältnissen unter anderen und daher als nur eine mögliche Form von Ausbeutung, so muss die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass auch andere, von Eigentumsverhältnissen unabhängige, monopolistische Regeln und Praktiken ebenfalls unter dieser moralischen Kategorie gefasst werden können.
Frank Parkin

Schließungsprozesse und die Konflikttheorie der Professionen

Zusammenfassung
Wie ist es möglich, Professionalisierung sowohl als Teil eines umfassenden Bereichs sozialer Phänomene als auch als einen Prozess zu verstehen, der in verschiedenen Perioden unterschiedlich verläuft? Ich möchte diese Frage aus der Sicht der Konflikttheorie behandeln, die aus einer Interpretation Max Webers entwickelt wurde. Die Betonung liegt auf dem Phänomen der Marktschließung, welches sich auch unmittelbar in Hinblick auf die Professionen anwenden lässt. Aber Marktschließung ist ein wesentlich breiteres Phänomen als es die Professionen sind: seine fundamentale Form ist die Monopolisierung im kapitalistischen Wirtschaftsleben. Daher ist es im Folgenden notwendig, Märkte und Kapitalismus allgemeiner zu untersuchen. Erst jetzt beginnt sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass es eine Reihe unterschiedlicher Marktökonomien gibt, die viel weiter zurückreichen, als unsere konventionelle Vorstellung von modernem Kapitalismus — des Kapitalismus der letzten paar Jahrhunderte — annimmt. Aus dieser Perspektive ist die Schließung durch Professionen auf dem Markt Teil eines umfassenderen strukturellen Musters. Zuletzt möchte ich ausführen, dass die idealtypischen Professionen nicht nur monopolisieren, sondern ihre Arbeit auch in Standesehre transformieren. Um dies zu verstehen, ist es nützlich, Webers Theorie zu erweitern, indem man eine Neufassung der Theorie Durkheims über soziale Rituale und die Produktion von „heiligen“ Symbolen einbringt. Deshalb möchte ich vorschlagen, Professionen als Spezialisten für Rituale anzusehen. Die Bedeutung der Ausbildung bei der Ausformung der Professionen spiegelt die Tatsache wider, dass Ausbildung eine spezifisch moderne und säkularisierte Form des Rituals ist. Unser gegenwärtiges Unbehagen hinsichtlich der Professionen ist ein Resultat dessen, was in unserer modernen Gesellschaft mit der Produktion von „heiligen“ Symbolen geschehen ist.
Randall Collins

Die Struktur sozialer Schließung: Zur Kritik und Weiterentwicklung der Theorien von Weber, Collins und Parkin

Zusammenfassung
Das zentrale Interesse der Schließungstheorien von Weber, Collins und Parkin ist auf Machtbeziehungen gerichtet, die in solche Exklusionscodes eingelassen sind, durch die Gesellschaften reguliert werden. In diesem viel versprechender Ansatz können Analysen von Herrschaftsstrategien, die auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln, auf Bildungszertifikaten oder Abstammung, auf der Differenzierung von Gemeinschaften in rassische, ethnische und religiöse Gruppen sowie Sprachgruppen, auf dem Geschlechterverhältnis oder der Herrschaft der Kommunistischen Partei beruhen, mit den je entsprechenden Formen kollektiver Gegenwehr verbunden werden. Die zentrale Schwäche dieser Theorien besteht jedoch darin, dass sie die strukturellen Beziehungen zwischen unterschiedlichen Sets von Schließungsregeln vernachlässigen. Es wird deshalb ein konzeptioneller und methodologischer Rahmen entwickelt, innerhalb dessen die Schließungstheorie ihr Potenzial erst voll entfalten kann. In den Mittelpunkt des Interesses rückt die Analyse solcher Beziehungen, die die Tiefenstruktur von Herrschaft repräsentieren.
Raymond Murphy

Die Rationalisierung von Exklusion und Monopolisierung

Zusammenfassung
Formale Rationalisierung ist ein dynamischer Prozess, der auf eine kontinuierliche Verbesserung der Herrschaftsmittel über Natur und Mensch zielt. Zwar war Weber der Überzeugung, diese einseitige Konzentration auf die Mittel habe dazu geführt, dass die Zwecke des Prozesses vernachlässigt worden seien, doch es gibt einen solchen impliziten Zweck formaler Rationalisierung: Die Kontrolle über Natur, ökonomische Konkurrenten, ideologische Widersacher, politische Gegner und militärische Feinde.2 Das Wesen formaler Rationalisierung und ihr impliziter, letzter Wert ist Kontrolle. Kontrolle über die Natur durch wissenschaftliche und technologische Rationalisierung (die Industrialisierung ist Teil eines umfassenderen Rationalisierungsprozesses) sowie Kontrolle über den Menschen durch rational-legale Herrschaft, die in drei Formen zum Ausdruck kommt: erstens in Bürokratien, die menschliches Handeln organisieren (in gegenwärtigen Gesellschaften sind dies vor allem die Aktivitäten des Staates); zweitens im formalen Rechtssystem; drittens auf dem kapitalistischen Markt. Eines der wichtigsten Mittel externer Kontrolle, gleich ob im Hinblick auf die Beherrschung der Natur oder anderer Nationen, anderer Unternehmen auf dem Markt oder anderer Gruppen, ist interne Kontrolle: die Kontrolle der eigenen Spezies, der eigenen Nation, des eigenen Unternehmens, der eigenen Gruppe und schließlich die Beherrschung seiner selbst.
Raymond Murphy

Schließungstheoretische Analysen und Perspektiven

Frontmatter

Politische Ethnizität. Das Beispiel der Vereinigten Staaten

Zusammenfassung
Am Beispiel der gegenwärtigen Dynamik interethnischer Konflikte in den Vereinigten Staaten von Amerika wird eine Theorie der politischen Konstruktion von Ethnizität vorgestellt. Im Unterschied zu kulturtheoretischen oder sozialstrukturellen Erklärungen der gegenwärtigen Re-Ethnisierung der USA wird gezeigt, dass ethnische Grenzziehungen weder durch primordiale kulturelle Unterschiede noch durch ökonomische Zwänge etabliert werden, sondern Ergebnisse politischer Aushandlungsprozesse sind. Im Mittelpunkt der Darstellung steht dabei die zunehmende Bedeutung selbst erzeugter Konstruktionen von Ethnizität in der amerikanischen Gesellschaft, wie sie am deutlichsten in den politisch wirkungsvoll gewordenen „panethnischen“ Zugehörigkeitskategorien zum Ausdruck kommen. Eine Analyse der inneren Konstruktionsprinzipien dieser panethnischen Kategorien ergibt, dass sie durch die politischen Erfordernisse einer Konkurrenz um gleiche Rechte und materielle Ressourcen veranlasst worden sind. „Politische Ethnizität“ ist daher Element eines politischen Prozesses wechselseitiger ethnischer Schließungen, was in der zeitgenössischen amerikanischen Debatte auch als „ethnischer Separatismus“ beschrieben wird.
Sighard Neckel

Fortgeschrittene Marginalität. Anmerkungen zu Wesen und Bedeutung eines neuen Phänomens

Zusammenfassung
Die Ballung extremer Armut und Not, ethnischer und rassischer Spaltungen (deren Ursprünge oft in der jeweiligen kolonialen Vergangenheit liegen) und Gewalt im öffentlichen Raum in bestimmten verelendeten urbanen Gebieten legen nahe, dass die Metropole Ort und Quelle neuer Erscheinungsformen exkludierender sozialer Schließung in fortgeschrittenen Gesellschaften ist. Der vorliegende Aufsatz unternimmt den Versuch einer idealtypischen Charakterisierung dieses neu entstehenden Regimes urbaner Marginalität, indem er es mit ausgewählten Merkmalen urbaner Armut aus der fordistischen Wachstumsperiode der Nachkriegszeit vergleicht. Es lassen sich sechs entscheidende Kennzeichen fortgeschrittener Marginalität identifizieren: die wachsende interne Heterogenität und schwindende Vergesellschaftung der Arbeit; die funktionale Abkopplung städtischer Lebensverhältnisse von makroökonomischen Trends; räumliche Fixierung und Stigmatisierung; räumliche Entfremdung und die Auflösung des Raumes; der Verlust eines lebensfähigen Umlandes; und die symbolische Fragmentierung marginalisierter Bevölkerungsgruppen. Der Aufsatz diskutiert am Schluss die Bedeutung fortgeschrittener Marginalität für die Analyse des Sozialen und der Sozialpolitik. Dabei wird deutlich, dass es notwendig ist, aus dem Paradigma von Markt-und-Staat auszubrechen und den Zusammenhang von Arbeit und Lebensunterhalt durch die Institution eines Bürgergeldes aufzulösen.
Loïc J. D. Wacquant

Generationen und soziale Schließung. Die britische Nachkriegsgeneration

Zusammenfassung
Das Konzept „offener“ und „geschlossener“ sozialer Beziehungen hat Max Weber in Abgrenzung zu Karl Marx entwickelt und darauf hingewiesen, dass Schließung nicht nur auf Klasse sondern ebenso auf Kaste, Abstammung und Geschlecht sowie ethnischen und religiösen Charakteristika beruhen kann. Für Webers Vorstellung von Schließung ist sein Verständnis sozialer Statusgruppen entscheidend: Während Schichtung mit der Monopolisierung ideeller oder materieller Güter und Chancen zusammenhängt, bezieht sich soziale Schließung auf die Situation, in der eine dominierende soziale Gruppe ihre Position gegenüber anderen sozialen Gruppen produziert und reproduziert, indem sie mittels verschiedener Strategien ihr Monopol über ökonomische, politische und kulturelle Ressourcen sichert. Schließung stellt damit eine Methode dar, durch die es im Prozess des Wettstreits um knappe Güter einer sozialen Gruppe gelingt, gegenüber einer anderen einen Vorteil zu erringen und das Monopol über bedeutende Ressourcen zu erlangen.
June Edmunds, Bryan S. Turner

Schließung und Ausschließung. Eine Typologie der Schließungen und ihrer Folgen

Zusammenfassung
„Soziale Schließung“ wird öffentlich wie in der Soziologie als Manöver verstanden, um Personen draußen zu halten. Bei „Ausschließung“ ist das noch deutlicher: es wird niemand hereingelassen und wer schon da ist, wird vor die Tür gesetzt. Die Ausgeschlossenen stehen mehr oder weniger rat-und hilflos draußen herum und wollen herein. Zwei Bilder werden verwendet: Das eine ist das der Festung, die belagert und auf den Mauern und Wällen verteidigt wird. Das andere ist das vom Boot, das voll ist, in einem Meer voller Schiffbrüchiger. Beide Bilder, die sich überlagern, sind falsch.
Heinz Steinert

Für und wider einen weiten Begriff von Schließung. Überlegungen zur Theorie sozialer Schließung am Beispiel von Geschlechterungleichheiten

Zusammenfassung
Frau P. hat es weit gebracht. Sie ist 45 Jahre alt, hat nach dem Abitur Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Werbung und Marketing studiert, hat promoviert und ist danach in die Privatwirtschaft eingestiegen. Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Tourismusbranche leitet sie nun seit etwa acht Jahren den Bereich Trendforschung in der Marketingabteilung eines großen Chemiekonzerns, mit eigenem Verantwortungsbereich, eigenen Kampagnen und einem geschätzten Jahreseinkommen von über 60.000 Euro. Seit kurzem trägt sie sich mit dem Gedanken, auszusteigen und sich ins Privatleben (sie ist kinderlos verheiratet) zurückzuziehen. Nicht, dass ihr ihre Arbeit nicht wichtig erschiene oder keinen Spaß machte, nicht, dass sie nicht das Gefühl hätte, etwas bewegen zu können. Aber weiter kommen wird sie auch nicht. Nach der Ablösung ihres bisherigen Vorgesetzten wurde als neuer Abteilungsleiter ein Kollege aus einer Tochtergesellschaft berufen, Aufstiegsmöglichkeiten in andere Abteilungen hinein sind ihrer Einschätzung nach nicht zu realisieren, und dass sie Mitglied der Geschäftsführung würde, ist ganz und gar undenkbar.
Sylvia M. Wilz

Gibt es eine Globalisierung positionalen Wettbewerbs?

Zusammenfassung
Positionaler Wettbewerb um Bildungszertifikate und Arbeitsplätze ist ein wichtiges Feld soziologischer Forschung. Allerdings ist der Einfluss ökonomischer Globalisierung auf den Wettstreit um die Sicherung des Lebensunterhaltes bisher nur unzureichend untersucht worden. Hierbei handelt es sich jedoch um eine wichtige Frage für die soziologische Analyse, da Mitte-Links Modernisierer wie New Labour in Großbritannien und die Demokratische Partei in den Vereinigten Staaten davon ausgehen, dass Globalisierung den Charakter des positionalen Klassenkonflikts verändert hat. Sie behaupten, dass mittlerweile das absolute Bildungsniveau entscheidend sei, und nicht mehr die relative Position, die über Bildungszertifikate Verfügende auf lokalen oder nationalen Arbeitsmärkten einnehmen. Auf der Grundlage neo-weberianischer Schließungstheorien geht dieser Aufsatz davon aus, dass ein großer Teil dessen, was sich die Modernisierer unter dem globalen Arbeitsmarkt und seinem Einfluss auf positionalen Klassenkonflikt vorstellen, falsch ist. Ferner wird behauptet, dass die existierenden Formen der Schließungstheorie unzureichend sind und zur positionalen Konflikttheorie, wie wir sie nennen, weiterentwickelt werden müssen.
Phillip Brown

Staatsbürgerschaft. Die sozialen Mechanismen interner Schließung

Zusammenfassung
Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist die nationale Staatsbürgerschaft das entscheidende Konstitutions- und Integrationsinstrument moderner Gesellschaften. Die Analyse der Sozial integration dieser Gesellschaften bleibt gerade angesichts massiver Migration in die OECD-Länder auf die Institution nationaler Staatsbürgerschaft gerichtet. Wer kann Bürger oder Bürgerin der Gesellschaft werden, in die er oder sie eingewandert ist, und welche Kriterien sind dafür entscheidend? Inklusion oder Exklusion? — das ist die Frage, die auf das zentrale Problem verweist: Interne Exklusion — die Verweigerung „voller Staatsbürgerschaft“ (Parsons) für Migranten, die bereits seit langem Teil der Zivilgesellschaften ihrer Aufnahmeländer sind, trotzdem aber von bedeutenden Staatsbürgerrechten ausgeschlossen bleiben.
Jürgen Mackert

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