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Über dieses Buch

Demografische Erkenntnisse, vorgetragen von einigen der namhaftesten Vertreter aus der Bevölkerungswissenschaft, fundieren die Grundkenntnisse von Sozial- und Wirtschaftswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft. Das Buch ist ein Plädoyer für eine noch stärkere Beachtung der Demografie in der Politik. Es reflektiert dabei sechs Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft für Demografie zwischen den Jahren 2010 und 2016.Der demografische Wandel ist sicherlich nicht unser Schicksal, aber er erfasst uns alle. Weder kann man sich dem Umbruch der ganzen Gesellschaft noch den Veränderungen im Mikroprozess der Familie entziehen. Die elementaren Veränderungsprozesse haben gesellschaftliche wie politische Folgewirkungen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Wandel gestalten. Forschungsimpulse aus dem Feld der Bevölkerungswissenschaft

Eine Einleitung

Der Titel „die transformative Macht der Demografie“ bringt die tiefgreifenden gesamtgesellschaftlich wirkenden Umwälzungsprozesse begrifflich auf den Punkt, die wir aktuell in der Folge des demografischen Wandels – so, wie er sich parallel auf globaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene vollzieht – erleben. Der demografische Wandel ist in aller Munde. Die Breite und Tiefe der Veränderungsprozesse, die im demografischen Wandel entstehen und sich im sozialen und kulturellen Wandel auswirken, stellt zum einen die Wissenschaft und hier eine Bandbreite von Disziplinen vor große Herausforderungen. Zum anderen wird dringend eine praktische Politik benötigt, die die Zeichen der Zeit erkennt und den Mut hat, mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte heute beherzt einzugreifen. Der demografische Wandel ist kein schicksalhafter Prozess; er birgt viele Chancen, die ergriffen werden, indem der Prozess aufgegriffen und aktiv gestaltet wird.

Tilman Mayer

„Demografische Trägheit“ – warum wir die Bevölkerungswissenschaft als Disziplin brauchen, um Revolutionen auf leisen Sohlen wahrzunehmen

Frontmatter

Der gesellschaftliche Auftrag der Demografie, demografischer Metabolismus und Bildung als dritte demografische Dimension

Ein Interview mit Wolfgang Lutz

Wolfgang Lutz umreißt den Wert probabilistischer Prognosen und Szenarien in der Bevölkerungsforschung und betont den gesellschaftlichen Auftrag der Demografie als Interventionswissenschaft. In Deutschland wie auch in Österreich herrsche ein evidentes Missverhältnis zwischen der Wichtigkeit demografischer Fragstellungen und dem Maß demografischer Forschung, die diese Fragen systematisch analysiert. Um ein Vielfaches größer sei das Defizit an Expertise überdies bei internationalen Bevölkerungsfragen, die die eigentlichen Herausforderungen der Zukunft bereit hielten. Lutz portraitiert das sich aktuell in der Gründung befindende Centre of Expertise on Demography and Migration in seiner Aufgabe, die langfristigen Auswirkungen unterschiedlicher Migrationsszenarien auf die europäische Bevölkerung in einem multidimensionalen Kontext zu analysieren. Er plädiert für die Integration von Bildung in demografische Modelle als drittgrößte Quelle für Heterogenität und tritt für eine Neudefinition des Alters ein.

Wolfgang Lutz

Demografie und Geopolitik

Der Beitrag will den Weg vorstellen, den eine auf Amtliche Bevölkerungsstatistik festgelegte Demografie zu ihrer thematischen Ausweitung genommen hat und noch wird nehmen müssen. Es stellte sich bald ein Zwang zur sozialwissenschaftlichen Interpretation ein und zwar in Verbindung mit Ökonomie, Soziologie und Politikwissenschaft. Das 21. Jahrhundert hat eine globale Konfliktlage heraufb eschworen, die nach Demografie verlangt und zu ihrem Gegenstand werden muss. Dazu ist eine zeitgemäße Analyse von Macht nötig und besonders der Machtfaktoren, worunter Bevölkerungsgrößen, Bevölkerungsdynamik und qualifiziertes Humankapital (Soft power) zählen. Geopolitik ist das rivalisierende Zusammentreffen, ein Wettkampf um Territorien, Einflusszonen und um öffentliche Güter. Demografische Transformation verursacht und verstärkt – nach Auffassung des Autors – aktuelle und zu erwartende Konfliktlagen,, die zu vermessen und zu beurteilen, eine danach ausgerichtete Demografie aufgerufen ist.

Josef Schmid

Das Postulat einer „intelligence démographique“: Die Bevölkerungswissenschaft in Frankreich

Die Entstehung und das Selbstverständnis der französischen Bevölkerungswissenschaft sind unmittelbar verbunden mit der außergewöhnlichen demografischen Vergangenheit des Landes sowie mit der hohen politischen Relevanz, die demografische Themen dort seit dem Ende des 19. Jahrhunderts besitzen Die Entwicklung der französischen démographie zu einer autonomen und durch das Institut national d’études démographiques erstmals auch institutionalisierten Wissenschaftsdisziplin zeigt deutlich, in welch hohem Maße in ihr von Beginn an die wissenschaftlich-theoretische Zielsetzung mit dem Zweck einer politikpraktischen Anwendung einherging. Ihren Ausdruck findet diese besondere Ausrichtung der französischen démographie in dem Postulat, in der französischen Politik und Gesellschafteine intelligence démographique zu schaffen.

Martina Lizarazo

Die demografische Trägheit und ihre Politikresistenz

Demografische Trägheit bedeutet eigendynamische Bevölkerungsschrumpfung infolge der gegebenen Altersstruktur und damit der ca. 100-jährigen Bevölkerungsgeschichte. Insbesondere der säkulare Geburtenrückgang hat die Altersstruktur allmählich in Richtung einer Bevölkerungsalterung verändert. Ein zusätzlicher Faktor ist die steigende Lebenserwartung. Eine geburtenfördernde Familienpolitik hätte in den 1970er Jahren begonnen werden müssen, als das Geburtenniveau noch nicht lange unter das Bestandserhaltungsniveau gefallen war Eine solche Politik war aber damals nicht erwünscht. Mittlerweile ist die Zahl der potentiellen Eltern geschrumpft, was zu weiter sinkenden Geburtenzahlen führt. Ein Geburtenanstieg auf das Bestandserhaltungsniveau erscheint unwahrscheinlich. Die weitere Bevölkerungsalterung ist auch durch Zuwanderung nicht zu stoppen, wie Modellrechnungen der Vereinten Nationen belegen.

Charlotte Höhn

Fertilität, Alterung, Migration, statistische Bevölkerungsveränderungen – die Herausforderungen der Bevölkerungsentwicklung

Frontmatter

Die demografischen Transformationen und das ungelöste Genderproblem

Der Beitrag thematisiert den Wandel der Institution Ehe und Familie im ersten und zweiten demografischen Übergang und deren Einfluss auf das generative Verhalten. Wesentlich für den zweiten demografischen Übergang ist, dass sich die Verhaltensnormierung durch soziale Institutionen abgeschwächt hat. Dadurch werden vielfältige Wege der Familienentwicklung und das Entstehen unterschiedlicher Lebensformen möglich. In diesem Prozess haben sich die Geschlechterrollen von der Festlegung der Frau auf die Rolle der Hausfrau zur erwerbstätigen Mutter gewandelt. Dieser Wandel erfolgte asymmetrisch nur auf der Seite der Frauen. Sind dann in einer Partnerschaft die Rollenvorstellungen inkongruent, geht davon ein begrenzender Effekt auf die Kinderzahl bzw. einer erhöhten Wahrscheinlichkeit zur Kinderlosigkeit aus und erzeugt einen familienpolitischen Anpassungsbedarf.

Jürgen Dorbritz

Facetten und Perspektiven der Geburtenentwicklung in Deutschland

Die Geborenenzahl wird voraussichtlich schon in den 2020er Jahren aufgrund der aktuellen Altersstruktur sinken. Eine höhere Geburtenrate könnte diese neue demografische Welle abmildern. Noch bleibt allerdings die Fertilität in Deutschland trotz des Anstiegs der zusammengefassten Geburtenziffer in den Jahren 2012 bis 2014 auf einem niedrigen Niveau und das Geburtenverhalten der Frauenkohorten weist zum Teil verfestigte Muster auf. Für die künftige Fertilitätsentwicklung wird ausschlaggebend sein, ob sich diese Muster auflösen und die langfristigen Trends ändern werden. Für einen dauerhaften Anstieg der Fertilität wäre kurz- bis mittelfristig erforderlich, dass sich die Geburtenhäufigkeit im Alter unter 30 Jahren stabilisiert, die durchschnittliche Kinderzahl je Mutter nicht unter 2,0 fällt und sich der steigende Kinderlosigkeitstrend umkehrt.

Olga Pötzsch

Familiengründung und Migration: Aussiedlerinnen und türkischstämmige Migrantinnen im Vergleich

Dieser Beitrag untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Geburtenverhalten von Aussiedlerinnen und türkischstämmigen Migrantinnen. Die Analysen, die auf Basis des Mikrozensus erstellt wurden, zeigen, dass das Fertilitätsprofil von Aussiedlerinnen kaum durch die Migration beeinflusst wird. Hingegen bekommen türkischstämmige Migrantinnen häufig unmittelbar nach Zuzug ihr erstes Kind. Der starke Zusammenhang von Migrations- und Fertilitätsentscheidung erklärt sich vor allem durch die Regelungen, die seit dem Anwerbestopp im Jahr 1973 den Zuzug von Migranten aus „Drittstaaten“ bestimmen. Seitdem ist ein Zuzug für türkischstämmige Personen in die Bundesrepublik Deutschland vor allem im Rahmen der Familienzusammenführung möglich. Das generative Verhalten der unterschiedlichen Migrationsgruppen steht damit im engen Zusammenhang mit den migrationspolitischen Bedingungen der Wanderung. Dieser Befund wirft weitergehende sozialpolitische Fragen zur Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und zur Abstimmung von Migrations- und Familienpolitik auf.

Michaela Kreyenfeld, Sandra Krapf

Female Employment and Higher Fertility – Policy Goals in Perfect Harmony?

The debate on female employment and fertility has been shaped by the assumption that a stronger integration of women in the labor market would, under modernized circumstances such as extended day care services, promote higher fertility. Now, it is time to challenge the mentioned assumption, at least for the German case. In Germany, female employment now reaches a high level, comparable to Scandinavian countries. Advances in women´s employment are often relativized by referring to widespread part-time-employment. This viewpoint ignores the key role of part-time-work being crucial for work-family compatibility. The impact of full-time employment on women´s fertility remains clearly negative. Common assumptions on fertility, employment and gender equality have to be revisited, in due consideration to the role of part-time employment.

Stefan Fuchs

Gute Aussichten auch für ein alterndes Deutschland

Während viele den demografischen Wandel als eine Bedrohung für Deutschland einschätzen, finden wir diesen fundamentalen Pessimismus völlig fehlgeleitet. Auch ein alterndes Deutschland hat gute Aussichten, denn wir leben länger, bleiben länger gesund und sammeln im Laufe unseres Lebens wertvolle Erfahrungen. Diese Seite des demografischen Wandels ist der tiefere Grund für die transformative Kraft der Demografie, die uns nicht Ressourcen wegnimmt, sondern neue dazu addiert. Auch seine negativen ökonomischen Auswirkungen, oft im “Rentnerquotienten” kompaktifiziert, sind kein unabänderliches Schicksal, denn die bessere Gesundheit erlaubt eine erhöhte Erwerbsquote im Alter. Schließlich hilft eine bessere Aus- und Weiterbildung im ganzen Lebensverlauf, das Potenzial, das in unserer Gesellschaft steckt, besser auszunutzen. Wir müssen dies nur umsetzen.

Axel Börsch-Supan

Lebenserwartung 100 Jahre – ein (Alb-)Traum?

Bemerkungen zur aktuellen Lebenserwartung

Wie lange werden wir leben? Diese Frage kann nicht mit Periodensterbetafeln sondern nur mit zukunftsbezogenen Generationensterbetafeln beantwortet werden. Im Beitrag werden ausgehend vom 2016 erreichten Alter für die Geburtsjahrgänge 1946 bis 2016 geschlechts- und altersspezifisch die durchschnittliche fernere Lebenserwartung in der Generationenbetrachtung – auch im Vergleich zu den deutlich niedrigeren Werten nach den Periodensterbetafeln des Statistischen Bundesamtes – bestimmt und dargestellt sowie die Generationensterbetafeln für den Geburtsjahrgang 2016 analysiert. Dabei wird u. a. der Frage nachgegangen, wieviel Prozent der 2016 Geborenen voraussichtlich ein Alter von 100 Jahren erreichen werden. Zusätzlich wird eine Formel zur Abschätzung der Lebenserwartung 100-Jähriger angegeben.

Eckart Bomsdorf

Potenzial der zukünftigen Entwicklung der Lebenserwartung

In diesem Beitrag wird auf anschauliche Weise und anhand einfacher Modellrechnungen untersucht, ob ein Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung bei Geburt auf 100 Jahre bis zur Mitte dieses Jahrhunderts – wie in der „Oeppen-Vaupel-Hypothese“ postuliert – theoretisch möglich ist und wie eine zu diesem Wert führende Sterbetafel aussehen müsste. Vor dem Hintergrund der erfolgten Sterblichkeitsreduktionen zwischen 1950 und 2000 lässt sich eine derartige Entwicklung bis zum Jahr 2050 tatsächlich nicht ausschließen. Folglich sollte man diese Perspektive der Entwicklung der Lebenserwartung bei Bevölkerungsprognosen mit dem Ziel, die zukünftigen demografischen Veränderungen abzuschätzen, durchaus mitberücksichtigen.

Marc Luy

Lebensverlängerung und die Folgen für den Pflegebedarf bezogen auf das Lebensalter über 60

Die Aufteilung der Lebenserwartung in Jahre außerhalb von Pflege und in die Pflegdauer bedeutet für den Altersbereich über 60 Jahre in Deutschland im Jahr 2013 eine durchschnittliche Pflegdauer von 3,5 Jahren bei Frauen und 2,1 bei Männern. Die dazugehörige Zeitspanne von Lebenszeit ohne Pflege (Long-Term Care-Free Life-Expectancy (LTCF) beträgt bei Frauen 25,0 und bei Männern 21,4 Jahre. Die Zunahme der Lebenserwartung der letzten Jahrzehnte resultiert vor allem aus der pflegefreien Zeit. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden fast alle Personen, welche ein sehr hohes Alter erreichen, auch pflegebedürftig. Die persönlichen Erfahrungen verbunden mit hohem Alter sind oft nur über das Erleben der eigenen Großeltern gegeben. Dieses Bild von Alter ist unvollständig, weil das eigene erreichbare Alter zwei Generationen später etwa 15 Jahre höher sein wird. Pflege wird in Zukunft öfter auftreten und mehr Personen der Bevölkerung betreffen, weil viele Personen ein höheres Alter erreichen.

Rembrandt D Scholz

Arbeitsmarktbezogene Ungleichheiten und subjektive Belastung beim Übergang in den Ruhestand

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, ob arbeitsmarktbezogene Ungleichheiten unmittelbar vor dem Ruhestand mit subjektiven Belastungen beim Ruhestandsübergang einhergehen. Datengrundlage ist die Studie „Transitions and Old Age Potential“ mit einem Sample aus ca. 1.300 Personen, die eine Altersrente/-pension aus eigener Erwerbstätigkeit erhalten und diese als Haupteinkommensquelle angeben. Die Befunde deuten darauf hin, dass ein niedriger Integrationsgrad am Arbeitsmarkt mit höheren subjektiven Belastungen beim Übergang in den Ruhestand verknüpft ist. Vor dem Hintergrund einer demografiesensiblen Politik werden eine Synchronisation von Ruhestands- und Arbeitsmarktpolitik zur Verringerung prekärer Übergänge in den Ruhestand sowie individuelle Unterstützungsleistungen für die betroffenen Personen diskutiert.

Frank Micheel

Physische Mobilität und Gesundheit im Alter

Ansätze zur Reduktion von Pflegebedürftigkeit und Demenz in einer alternden Gesellschaft

Der demografische Wandel geht mit einer deutlichen Alterung der deutschen Bevölkerung einher. Pflegebedarf ist ein Phänomen hohen Alters, weshalb die Anzahl Pflegebedürftiger bis 2050 deutlich steigen wird und Möglichkeiten zur Senkung des Pflegebedarfs von großem Interesse sind. Mobilitätseinschränkungen sind ein verbreiteter Risikofaktor für Demenz und Pflegebedarf. Mittels Abrechnungsdaten der Krankenkasse AOK wird die Rolle eingeschränkter Mobilität als Risikofaktor für Demenz und Pflegebedarf empirisch analysiert. Zudem werden innovative Lösungsstrategien vorgestellt, die unter anderem in der Entwicklung neuer Technik bestehen können, um physische Mobilität zu erhalten und somit Demenzen und Pflegebedürftigkeit zu verringern.

Alexander Barth, Gabriele Doblhammer

Migration und Bevölkerung

Migration und Bevölkerung stehen in engem Zusammenhang. Zuwanderung lässt sich nur begrenzt steuern. Das liegt an der Dynamik der Kettenmigration, an nationalem und internationalem Recht, einflussreichen Akteuren und politischen Pfadabhängigkeiten. Aufgrund zunehmender Zuwanderung wurde das Kriterium des „Migrationshintergrundes“ eingeführt, dessen integrationspolitische Aussagekraft allerdings eingeschränkt ist. Gleiches gilt für die kulturelle Herkunft, der in Wissenschaft und Politik große Bedeutung beigemessen wird. Die Hervorhebung kultureller Heterogenität kann unintendierte Nebenwirkungen entfalten und sich abträglich auf das gesellschaftliche Klima auswirken. Grund für Steuerungsoptimismus sowohl hinsichtlich der Zuwanderung als auch der Zusammensetzung der Bevölkerung besteht nicht.

Stefan Luft

Migration und migrationsbedingte Veränderungen der Bevölkerungsstruktur in Deutschland

Befunde, Prognosen und Herausforderungen

Die Wanderungsentwicklung in Deutschland ist durch einen starken Zuzug und positiven Wanderungssaldo gekennzeichnet. Aufgrund der starken Schwankungen ist das Wanderungsgeschehen schwer vorhersehbar. Kettenmigrationsprozesse und Migrationsnetzwerke führen zu einer kumulativen Entwicklung der Wanderungen. Wanderungen haben starken Einfluss auf die Bevölkerungsstruktur, sowohl direkt durch die Zuziehenden wie indirekt durch die Fertilität der Zuziehenden. Unter dem Gesichtspunkt des Fachkräftemangels wird die aktuelle Zuwanderung als Beitrag zur Lösung demografiebedingter Herausforderungen diskutiert. Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen der Migration bestehen in der Bereitstellung von Wohnraum, der sprachlichen Integration, der Qualifikation und der Arbeitsmarktintegration.

Sonja Haug

Die Entstehung von Migrationspotenzial – neue Entwicklungen

Die weltweiten Wanderungsbewegungen haben eine neue geopolitische Dimension angenommen: sowohl die Zahl der Migranten wie die eingeschlagenen Wege haben sich vervielfacht. Dieser Entwicklung muss die Migrationssoziologie konzeptionell Rechnung tragen. Die statistische Beobachtung des Wanderungsgeschehens allein gibt jedoch wenig Anhaltspunkte für eine gestaltende Migrationspolitik und so muss Migrationssoziologie bis zu den Wanderungsursachen zurückgehen: zum Migrationspotenzial. Der Beitrag beginnt mit einer Begriffsklärung und Herleitung von Migrationspotenzial. Danach wird am Beispiel der Herkunftsregion Afrika und der Zielregion Europäische Union (EU) die Vorgehensweise bei der Einschätzung von Migrationspotenzial veranschaulicht. Ziel ist es, die Wanderungsmotivation und das Migrationspotenzial in einer Entwicklungsdifferenz zu lokalisieren und von da aus auf politischen Handlungsbedarf zu verweisen.

Susanne Schmid

Herausforderungen der globalen Bevölkerungsentwicklung

Der folgende Beitrag vertritt die Ansicht, dass wir uns inmitten einzigartiger, globaler Bevölkerungsentwicklungen befinden, die epochale Auswirkungen haben werden: Dabei handelt es sich, erstens, um das enorme Wachstum der Weltbevölkerung – besonders seit der Mitte des 20ten Jahrhunderts; zweitens, um geographische Verschiebungen in der Weltbevölkerung – vor allem das starke Anwachsen der Bevölkerungen in Afrika. Drittens, geht es um die rapide fortschreitende Urbanisierung der Welt und das Entstehen riesiger urbaner Korridore; und viertens, um die Alterung großer Bevölkerungen in Asien, Europa und Lateinamerika. Der Begriff „epochale Auswirkungen“ wird dabei nicht leichtfertig verwendet Wie die im Folgenden vorgelegten Daten und Schlussfolgerungen belegen sollen handelt es sich bei den vier oben genannten Entwicklungen tatsächlich um derart tiefgreifende demografische Umwälzungen, dass ihre wirtschaftlichen, politischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen die Menschheit insgesamt betreffen werden.

Gerhard K Heilig

Im Osten etwas Neues?

Entgegen einer oft mals suggerierten Trendumkehr laufen ausnahmslos alle demografischen Prozesse in Ostdeutschland auf den seit nunmehr 25 Jahren aufgezeigten Pfaden. Die größten Herausforderungen bei der Bewältigung des demografischen Wandels in Ostdeutschland, mit dem Kernpunkt der Gewährleistung der Daseinsvorsorge für einen großen Teil der Bewohner dieser Landesteile stehen somit noch bevor. Jahrzehntelang hat die Politik das Thema demografischer Wandel gemieden und sogar tabuisiert. Dies geht nach wie vor mit einer erschreckenden Unkenntnis grundlegender demografischer Zusammenhänge in weiten Teilen der Öffentlichkeit (Medien) einher. Dabei sind weder Deutschland noch Europa im Weltmaßstab mit dieser Problemlage einzigartig. In diesem Sinne werden die Erfahrungen, die vor allem ostdeutsche Regionen gegenwärtig bei der Bewältigung des demografischen Wandels Anpassungsstrategien sammeln zunehmend auch für das Ausland interessant.

Harald Michel

Bevölkerungsprojektionen ethnischer Gruppen in Großbritannien und Nordirland

Die räumliche Ausbreitung ethnischer Diversität

Viele Industrieländer haben in den letzten Jahrzehnten erhebliche Zuströme ausländischer Einwanderer erlebt. Viele dieser Einwanderer haben sich niedergelassen, haben Familienmitglieder nachgeholt oder Einheimische geheiratet und sich so in die Aufnahmegesellschaft integriert. Dies führte zur Entwicklung einer ethnisch diversen Gesellschaft Volkszählungen geben uns nur einen Rückblick auf diese Prozesse. Für eine Sicht nach vorn braucht man Bevölkerungsprojektionen, die auch die ethnische Zugehörigkeit der Bevölkerung berücksichtigen. In diesem Kapitel wird erläutert, wie solche Projektionen für das Vereinigte Königreich erstellt wurden. Die Projektionen zeigen, dass die Bevölkerung des Vereinigten Königreiches nicht nur deutlich wachsen wird und zwar von 59 Millionen in 2001 auf 81.5 Millionen in 2061, sondern dass ethnische Minderheitengruppen ihren Bevölkerungsanteil von 8 % auf 30 % in diesem Zeitraum erhöhen werden. Städte und Ballungsgebiete erfahren zwar die größte Vielfalt an ethnischen Gruppen, das größte Wachstum ethnische Minderheiten findet jedoch außerhalb dieser Zentren statt. Die Gesellschaft des Vereinigten Königreichs wird durch diese Entwicklung zwar herausgefordert, aber wir glauben, dass sie diesen Übergang gut verkraftet.

Pia Wohland, Phil Rees, Paul Norman, Nik Lomax, Stephen Clark

Paare und Kinder – Geltungsverlust oder Transformation der Lebensform Familie?

Frontmatter

Die Romantisierung des Kindes und der Wandel der Lebensphase Kindheit

Der Beitrag adressiert eine oftvernachlässigte Ursache der niedrigen Geburtenrate in Deutschland, die kulturellen Besonderheiten der sozialen Konstruktion von Kindheit und Elternschaft und der in Deutschland vielfach überhöhten Erwartungen an „gute“ Eltern. Vorgenommen wird hier eine Analyse des öffentlichen Diskurses über Kinder, Kindheit und Elternschaft mit dem Ziel, den historischen Wandel und die Vielschichtigkeit der Konstruktion der sozialen Figur Kind nachzuzeichnen. Zusammenfassend wird eine zunehmende Romantisierung von Kindern und ein tiefgreifender Wandel der Lebensphase Kindheit festgestellt. Die forcierte Fokussierung auf das Kindeswohl, so eine Schlussfolgerung, führt zu einem Rückgang der Zufriedenheit der Eltern und gefährdet dadurch den Erziehungserfolg.

Norbert F Schneider

Partnerlosigkeit in Deutschland und im internationalen Vergleich

Der Aufsatz gibt einen Überblick über den gegenwärtigen Forschungsstand im Themenfeld der Partnerlosigkeit und der Partnerbindung. Behandelt werden der sozialwissenschaftliche Diskurs um den Themenbereich der Partnerlosigkeit, die Verbreitung von Paarbeziehungen in Deutschland und um deren Entwicklung in den letzten Jahrzehnten, der hierfür ausschlaggebende Prozess der Verkürzung von Paarbeziehungen, zentrale Einfl ussfaktoren der Bindungschancen, die Beziehungschancen im höheren Lebensalter sowie die Verbreitung und Entwicklung der Partnerlosigkeit im internationalen Vergleich.

Jan Eckhard, Thomas Klein

Bedeutungsverlust, Polarisierung, wachsende Vielfalt?

Gedanken zu demografischen Mehrebenen-Effekten auf Lebensformen und Familie

Im Beitrag wird diskutiert, welche Bedeutung Mehrebenen-Effekte demografischen Wandels für den Wandel der Vielfalt, Verteilung und kulturellen Bedeutung von Lebensformen haben könnten. Das geschieht auf der Grundlage der Annahme, dass die Veränderung sozialer Strukturen in einer Gesellschaft das Ergebnis von in der Regel interdependenten Handlungen individueller Akteure ist. Es werden verschiedene Zukunft sszenarien, wonach man entweder mit einem generellen Bedeutungsverlust, einer Polarisierung oder einer wachsenden Vielfalt erstrebenswerter Lebensformen rechnen kann, auf ihre Plausibilität hin untersucht.

Johannes Huinink

The Road to Children is Paved with Good Intentions

Über die Determinanten von Kinderwunsch, Fertilitätsintention und deren Realisierung

Es stellt sich die Frage, wer sich heute Kinder wünscht, wer sie intendiert und wer sein Vorhaben tatsächlich realisiert. Ein Grossteil der Menschen wünscht sich ein Kind. Eine konkrete Absicht, Nachwuchs zu bekommen, hegen dagegen schon deutlich weniger. Die tatsächliche Realisierung kommt schlussendlich deutlich weniger oft vor. Es zeigt sich, dass sowohl beim Kinderwunsch, bei der Absicht ein Kind zu bekommen sowie bei der Familiengründung/-erweiterung Opportunitätskosten, die finanzielle Sicherheit der Familie sowie Normen und Werte eine zentrale Rolle spielen. Die auf der Basis des Schweizer Haushalt-Panels herausgearbeiteten Determinanten zeigen auf, welche Beweggründe hinsichtlich des Kinderkriegens bestehen, und weisen damit auf Steuerungspunkte für die (Familien-)Politik hin.

Isabel N. Häberling

Das „cultural lag“ in der Familienpolitik

Der Beitrag bemisst die zeitliche Lücke zwischen der zunehmenden Frauenund Müttererwerbstätigkeit, sinkenden Geburtenraten und der Reaktion der Familienpolitik. Bis das Elterngeld und der Ausbau der Kinderbetreuung die Vereinbarkeitssituation für erwerbstätige Mütter erleichterten, vergingen mehr als 30 Jahre Aufgrund der Zeitverzögerung wird im Aufsatz vom „cultural lag“ in Anlehnung an den Soziologen Ogburn gesprochen. Erst mit dem Ausbau der Kinderbetreuung wurden partnerschaftliche Modelle der Familienarbeit ermöglicht. Da die Geburtenrate schon während der 70er Jahre einbrach und dauerhaftniedrig blieb, wuchsen deutlich kleinere Kohorten in der Altersstruktur nach. Theoretisch ist in der Alterspyramide daher Platz für sieben Millionen Menschen.

Wiebke Rösler

Handlungsauftrag Demografie? Politische Gestaltungsmöglichkeiten; Demografiepolitik

Frontmatter

Herausforderungen der Familienpolitik für Land und Kommunen

Ein wissenschaftspragmatischer Diskurs

Die Leitfrage ist nicht, wie sich in Deutschland die Geburtenrate erhöhen lässt, sondern wie die Fähigkeiten der einmal Geborenen besser entwickelt werden können. Kinder brauchen für die gute Entwicklung von Psyche und Intelligenz gesunde Ernährung und Alltagsbedingungen, ausreichend Bewegung, aber auch Schutz, viel Anregung – und vor allem Zuwendung Effektive und effiziente Familienpolitik ist von den Entwicklungschancen der Kinder her praktisch zu konzipieren Das gilt vor allem für Familienpolitik auf Landes-und kommunaler Ebene. Kindliche Entwicklungschancen hängen in erheblichem Umfang von räumlichen Bedingungen des Aufwachsens auf: Von den Wohnverhältnissen, von den Bewegungsräumen und kulturellen Erfahrungsmöglichkeiten, von den herrschenden Praktiken und Mentalitäten in den Sozialräumen.

Franz-Xaver Kaufmann

Demografiepolitik zur gesellschaftlichen Transformation: Möglichkeiten und Grenzen

Der Beitrag beleuchtet Demografiepolitik in ihrer historischen Genese und betont den Aufb ruch nach der Jahrtausendwende: Die Zeiten demografischer Sorglosigkeit, Unachtsamkeit und Verdrängung waren damit vorbei In nahezu allen demografierelevanten Politikbereichen kam es durch Sachzwänge zu entsprechenden Impulsen. Es fand eine gesellschaft spolitische Umwälzung statt, die sich in sechs Handlungskomplexen vollzog: Langlebigkeit und Bildung, Alterung und Alterssicherung, Migration und Beschäftigung, Diversität und Gleichstellung, Fertilität und Familienpolitik, Heterogenität und Engagement. Vor diesem Hintergrund wird Demografiepolitik normativ begründet und systematisch mit der Volkssouveränität verbunden.

Michael Hüther

Gäbe es das Elterngeld ohne demografische Argumente?

Eine Analyse anhand des Policy-Cycle der Elterngeldreform

Der Beitrag geht der Frage nach, wie der familienpolitische Paradigmenwechsel der Elterngeldreform möglich war und welche Rolle demografische Ziele gespielt haben. Dazu wird der Reformprozess des 2006 verabschiedeten Bundeselterngeld-und Elternzeitgesetzes (BEEG) anhand des Policy Cycle analysiert. Im Ergebnis zeigt sich, dass das Agenda-Setting und dessen langfristige strategische Vorbereitung durch Gutachten und Bündnisse seit 2002 Hauptursachen für die Durchsetzung der Elterngeldreform waren. Es wurde die komplementäre Zielstruktur der Familienpolitik kommuniziert, so dass mehrere politische Akteure und Interessengruppen das Elterngeld aus unterschiedlichen Motiven unterstützt haben. Ergänzende Faktoren liegen im Parteienwettbewerb und in der politischen Führung. Ohne demografische Argumente – in allen Phasen des Reformprozesses – hätte es diese Elterngeldreform nicht gegeben. Allerdings hat ein großer Teil der Parlamentarier dem Elterngeld aus sozial- und gleichstellungspolitischen Motiven zugestimmt.

Martin Bujard

Der Mortalitätseffekt auf das deutsche Rentensystem und eine automatische Anpassung des Renteneintrittsalters

Der demografische Wandel wird ab 2020 einen erheblichen Einfluss auf die Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland haben. Die Alterung der Bevölkerung wird sowohl zu einer Erhöhung des Beitragssatzes zum Rentensystem als auch zu einer deutlichen Senkung des Rentenniveaus führen. Wir zeigen in diesem Beitrag, dass insbesondere die stetige Verringerung der Mortalität langfristig eine dominante Rolle bei dieser Entwicklung spielen wird. Um diesen Effekt steigender Lebenserwartung auf das Rentensystem zu neutralisieren, sollte eine gleichmäßigere Aufteilung der gewonnenen Lebenszeit auf die Arbeits- und die Ruhestandsphase erreicht werden. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie das Renteneintrittsalter regelgebunden erhöht werden sollte, damit der Beitragssatz trotz des Mortalitätseffektes stabilisiert werden kann.

Robert Fenge

Langfristige Tragfähigkeit der Sozialfinanzen

Der demografische Wandel führt zu großen Herausforderungen für die Finanzierung des sozialen Sicherungssystems in Deutschland, die sich aus heutiger Sicht klar absehen lassen. Langfrist-Projektionen zur finanziellen Entwicklung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung und Berechnungen zur Höhe der daraus resultierenden „Tragfähigkeitslücke“ der gesamten öffentlichen Finanzen geben eine Orientierung über die Größenordnung der sich abzeichnenden Probleme. Vor diesem Hintergrund lassen sich Handlungsoptionen aufzeigen, um einen ökonomisch wie auch politisch gangbaren Weg durch die bevorstehende Phase der akuten demografischen Alterung zu finden. Erforderlich ist dafür in jedem Fall ein Maßnahmenbündel, nicht ein einzelner Reformschritt.

Martin Werding

Der demografische Wandel läuft und läuft

Ohne regionale Anpassungsstrategien geht es nicht

Der demografische Wandel vollzieht sich in den Regionen mit sehr unterschiedlicher Intensität und in starker Abhängigkeit von den ökonomischen, sozialen und siedlungsstrukturellen Potenzialen der Regionen Besonders betroffen sind dabei strukturschwache Regionen. in denen sich starke Schrumpfungsprozesse und eine geringe Einwohnerdichte paaren und/oder die einen hohen Internationalisierungsgrad ihrer Bevölkerung aufweisen. Diese Regionen sind meist überfordert, aktiv und gestaltend auf diese Herausforderungen zu reagieren, weil ihnen die finanziellen und personellen Potenziale dafür fehlen. Die Demografiestrategie der Bundesregierung, die sich den vielfältigen demografischen Herausforderungen aktiv stellt, sollte auch für diese besonders vom demografischen Wandel betroffenen Regionen geeignete Lösungsansätze bieten.

Steffen Maretzke

Gibt es eine sichere Rente?

Die Altersvorsorge steht vor großen Herausforderungen und bedarf einer neuen Ausrichtung. Die gesetzliche Rentenversicherung wird fundamental umgebaut werden, von einem Umlagesystem zu einem kombinierten System mit integrierter steuerfinanzierter Grundsicherung. Trotzdem kann die gesetzliche Rente aufgrund der alternden Gesellschaft nur begrenzt zur Altersvorsorge beitragen, betriebliche und private Vorsorge gewinnen an Bedeutung. Aufgrund weiter steigender Lebenserwartung und jahrzehntelanger Zeiten im Ruhestand sind diese drei Säulen zu ergänzen, insbesondere um längere Lebensarbeitszeit, altersgerechtes Wohnen sowie Lernen und Aktivitäten im Alter. Mit den Handlungsfeldern Altersgrundsicherung und Gesundheit/Pflege ergibt dies acht Säulen für eine moderne, nachhaltige Altersvorsorge.

Volker Deville

Die transformative Macht der Demografie

Demografische Entwicklungen sind beeinflussbar, gesellschaftliche auch. Und eines mit dem anderen Beides gibt es, seit es Menschen gibt, das ist banal. Auffällig sind in unserer Zeit Entwicklungen mit scheinbar-anscheinend ungebändigtem dichtem Potenzial. Der Klimawandel ist im Gange, eher mehr als weniger. Die gesamte Bevölkerung weltweit wächst rasch sehr stark. Die individuelle Lebenserwartung des einzelnen Menschen steigt – im Durchschnitt – zügig. Die Körpergröße steigt. Maschinen übertreffen Menschen an Leistungsfähigkeit, irgendwann oder schon heute an gestaltender Intelligenz, Supergehirne in rostfreien Maschinen. Die Mobilität ist total. Die Präsenz der Jetztzeit übertönt die Vergangenheit und ignoriert die Zukunft. Alles zusammen gute Gründe für Hoffnung auf eine Phase der Menschheitsgeschichte in Wohlstand in der Einen Welt? Oder doch – auch – für Besorgnisse finaler Art? Jedenfalls eine globale Herausforderung, bei der bisher die Antwort auf die entscheidende Vorfrage fehlt: Wie wollen wir leben, heute, morgen, übermorgen? Wen verstehen wir da als Wir? Was ist das Ziel, wo ist der zielführende Weg?

Franz Müntefering

Den demografischen Wandel ernst nehmen, Familienpolitik als Gesellschaftspolitik, Vereinbarkeit von Kindern und Beruf

Ein Interview mit Renate Schmidt

Renate Schmidt skizziert die Rolle der Familienpolitik als Gesellschaftspolitik und fordert ein geschlossenes Handeln seitens der Bundesregierung zur aktiven Gestaltung des demografischen Wandels und seiner Folgen. Eine nachhaltige Familienpolitik habe es Menschen mit Kinderwunsch zu ermöglichen, diesen auch zu realisieren. Die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern sei hierfür das Schlüsselelement. Schmidt plädiert für die Einrichtung eines Demografieministeriums und erläutert die Sinn- und Notwendigkeit einer strikten Trennung von Familienpolitik und Frauen- bzw. Gleichstellungspolitik.

Renate Schmidt

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