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Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) – woher kommen wir und wohin wollen wir? Ein historischer Abriss

  • Open Access
  • 07.04.2026
  • Originalveröffentlichung

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Zusammenfassung

Der Fachbeitrag führt Sie durch die faszinierende Entstehungsgeschichte der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) – von den ersten quantitativen Analysen im 17. Jahrhundert bis zum modernen, international standardisierten System. Im Fokus stehen die drei prägenden Entwicklungsphasen: die frühen Ansätze der politischen Arithmetik bei William Petty, die physiokratischen Kreislaufmodelle von François Quesnay und die theoretischen Grundlagen durch Adam Smith, Jean-Baptiste Say und Karl Marx. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der historischen Entwicklung in Deutschland, beginnend mit den unvollständigen Schätzungen des 19. Jahrhunderts über die planwirtschaftlichen Ansätze während des Ersten Weltkriegs bis hin zur Gründung des Instituts für Konjunkturforschung und der späteren Etablierung amtlicher Statistiken in der Weimarer Republik. Der Artikel analysiert zudem die theoretischen Weichenstellungen durch John Maynard Keynes und die Institutionalisierung der VGR nach dem Zweiten Weltkrieg. Abschließend werden die konzeptionellen Herausforderungen der modernen VGR diskutiert, darunter die Grenzen des Bruttoinlandsprodukts als Wohlstandsindikator und die Notwendigkeit, ökonomische Leistung umfassender abzubilden. So erhalten Sie nicht nur einen historischen Überblick, sondern auch wertvolle Einblicke in die methodischen und politischen Implikationen der VGR für die Gegenwart.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) haben das Ziel, die gesamtwirtschaftliche Leistung eines Landes in konsistenter Form zu erfassen und in einem einheitlichen Wertesystem abzubilden. Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland bilden sie die zentrale statistische Grundlage wirtschaftspolitischer Entscheidungsfindung. In ihrer heutigen Systematik sind die VGR – mit gewissen Einschränkungen – ab dem Jahr 1950 darstellbar; seitdem veröffentlicht die amtliche Statistik offizielle Daten für die Bundesrepublik. Darüber hinaus werden ihre Reihen auch für die DDR sowie für das Deutsche Reich bis weit ins 19. Jahrhundert hinein historisch rekonstruiert. Die Entstehungsgeschichte der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen lässt sich in drei große Entwicklungsphasen gliedern.
Zwischen 1660 und 1930 finden sich zunächst vereinzelte Schätzungen, die vor allem politischen Zwecken dienten. Bereits William Petty und Gregory King in England sowie Boisguillebert und Vauban in Frankreich legten den Grundstein für quantitative politische Analysen. Im Vordergrund standen dabei Fragen der Tragfähigkeit staatlicher Finanzen – insbesondere, ob Kriege finanzierbar seien – sowie Überlegungen zu einer gerechten und effizienten Besteuerung, etwa in Form der Einkommensteuer.
Die Jahre 1930 bis 1950 markieren sodann zwei revolutionäre Jahrzehnte für die Entwicklung der VGR. In mehreren Ländern wurden nun erstmals regelmäßige Volkseinkommensstatistiken erstellt. Neue theoretische und praktische Anwendungsfelder eröffneten sich, inspiriert durch die Arbeiten von John Maynard Keynes, Wassily Leontief, Simon Kuznets und Colin Clark.1 Parallel dazu entstanden die ersten kohärenten Systeme der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, maßgeblich geprägt von Richard Stone und Jan van Cleeff. Die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen – Weltwirtschaftskrise, Krieg und Wiederaufbau – erwiesen sich als Katalysatoren für die Etablierung der VGR als Instrument moderner Wirtschaftspolitik.
Seit 1950 schließlich prägt die Ära internationaler Richtlinien die VGR. Durch die Standardisierung der Konzepte und Methoden wurde nicht nur die internationale Vergleichbarkeit gewährleistet, sondern auch eine Vielzahl administrativer Verwendungen ermöglicht. Damit entwickelten sich die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zu einem globalen Referenzsystem, das bis heute die Grundlage für wirtschaftspolitische Steuerung und internationale Koordination bildet.
In den kommenden Kapiteln dieser Abhandlung sollen wesentliche theoretische Grundpfeiler aufgezeigt und die historischen Meilensteine der VGR in Deutschland dargestellt werde. Zu beachten sei, dass sie keineswegs den Anspruch auf eine vollständige historische Aufarbeitung der Geschichte der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen erhebt.

1 Erste Ansätze der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen

1.1 William Petty – Vorreiter der modernen empirischen Ökonomie

Die ersten Ansätze der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen findet man schon in der Frühen Neuzeit bei den Vorläufern der klassischen Nationalökonomie, allen voran in den Werken William Pettys (1623–1687). Der englische Mediziner, Philosoph und Ökonom war Vorreiter für die Volkswirtschaftslehre und die Statistik in vielerlei Hinsicht.2 Er nahm eine Schnittstellenposition zwischen empirischer Beobachtung, politischer Praxis und ökonomischer Theorie ein, indem er methodische Ansätze entwickelte, die einerseits als Wegbereiter der modernen Statistik und der empirischen Ökonomie gelten, andererseits den späteren Klassikern als Fundament dienten (Schefold 1992, S. 10–11).
Wie viele Intellektuelle seiner Zeit war er maßgeblich beeinflusst von Francis Bacon3, dem Architekten der philosophischen Fundamente der Naturwissenschaften und des Empirismus. Geprägt durch dessen methodische Prinzipien der Induktion, Empirie und des experimentellen Vorgehens suchte Petty politische und ökonomische Fragen auf eine neue, quantifizierende Grundlage zu stellen und Kausalitäten zu bestimmen (Kurz 2008, S. 35). Er brach damit, wie viele Naturwissenschaftler seiner Zeit, mit der aristotelischen Tradition ausgehend von Prämissen mit Logik Erkenntnisse zu generieren und fokussierte sich statt dessen auf den Wissensgewinn durch Erfahrung, erfasst in messbaren Größen (Petty 1690, S. 21). Für ihn bedeutete wissenschaftliche Erkenntnis nicht die bloße Sammlung von Beobachtungen, sondern die systematische Verdichtung des Einzelnen zum Allgemeinen, das aus den Daten der Wirklichkeit hervorgezogen und in methodisch gesicherter Weise überprüft werden musste (Kurz 2008, S. 32–33). Hinter diesem Vorgehen stand das von Bacon geprägte Postulat scientia potentia est („Wissen ist Macht“), dass Wissen nicht Selbstzweck, sondern Werkzeug sei – ein Instrument zur Gestaltung der politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Realität (vgl. Feuerbach 1976, S. 65). Petty vertrat die Überzeugung, dass eine präzise Kenntnis sozialer und ökonomischer Daten eine notwendige Voraussetzung für eine „gute, sichere und leichte Regierungstätigkeit“ darstellt (Hull 1899, S. 397; Kurz 2008, S. 42).4
Diesem Anspruch folgend unterstützte er John Graunt bei der Veröffentlichung der Natural and Political Observations made upon the Bills of Mortality (1662), die mit ihren systematischen Auswertungen der Sterberegister die erste Publikation der Statistik darstellt (Lepenies 2013, S. 26; Murphy 2009, S. 31). Petty erkannte früh die Bedeutung jener statistischen Auswertung, durch die Graunt erstmals demographische Gesetzmäßigkeiten sichtbar machte. In der Kombination von medizinischer Beobachtung, mathematischer Ordnung und politischer Fragestellung sah Petty nicht allein ein intellektuelles Experiment, sondern ein Instrument von hohem praktischen Nutzen, das den Herrschenden einen bisher unbekannten Zugang zur Beurteilung der Bevölkerung im Hinblick auf ihre Wehrfähigkeit und Wirtschaftskraft eröffnete (Lepenies 2013, S. 27).
Im selben Jahr macht Petty bereits erste Überlegungen zum Nettoprodukt, dem Vorläufer des Volkseinkommens. Er gehört zu den ersten Ökonomen, die den Produktionsprozess einer gesamten Volkswirtschaft als zirkulären Vorgang begreifen. Damit nimmt er in seinen Überlegungen bereits die von François Quesnay im Tableau Économique illustrierte Kreislaufdarstellung der gesamtwirtschaftlichen Produktion vorweg (Kurz 2008, S. 36). Die Zirkularität der Produktion zeigt sich für Petty in der Landwirtschaft in besonders anschaulicher Weise, etwa wenn Getreide durch die Verwendung von Getreide als Saatgut erzeugt wird5; doch er beschränkt diese Einsicht nicht auf die Agrarwirtschaft, sondern erkennt den zirkulären Charakter auch im verarbeitenden Gewerbe. Seine Überlegungen gemahnen damit bereits an das moderne Konzept eines vertikal integrierten Produktionsprozesses (Schefold 1992, S. 25–26).
Von der analytisch konstruierten Produktionseinheit wird jeweils nur ein Überschussprodukt, d. h. ein Nettoertrag, erfasst. Und eben diese Sichtweise stellt die Basis für die moderne Idee der Bruttowertschöpfung dar. Wenn von der jährlichen Bruttoproduktion alle für die Herstellung eingesetzten notwendigen Gütermengen abgezogen werden, resultiert daraus das gesellschaftliche Überschussprodukt, der sogenannte Surplus (Hull 1899, S. lxxiii). Der wesentliche Unterschied zur modernen Sichtweise besteht jedoch darin, dass Petty – wie später auch die meisten Klassiker und einige frühe Marginalisten – die zur Reproduktion der produktiven Arbeitskräfte notwendigen Lohngüter nicht dem Nettoprodukt zurechnet, sondern sie als Produktionsvorschüsse und damit als Kapital auffasst (Kurz 2008, S. 36).
Mit seiner kurzen, für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen jedoch sehr bedeutsamen Schrift Verbum Sapienti („Ein Wort [ist] dem Weisen [genug]“) – vermutlich 1664 entstanden, jedoch erst 1691 veröffentlicht6 – unternahm Petty den Versuch, das Vermögen, das Einkommen und die Ausgaben Englands zu quantifizieren sowie eine „gerechte“7 Methode der Steuererhebung zu bestimmen. Dabei war sein primäres Ziel aufzuzeigen, dass das Einkommen aus Landbesitz lediglich einen Teil des gesamten Volkseinkommens darstellte. Der Ausgangspunkt seiner Überlegung besteht darin, die Vermögenswerte und die daraus generierten Einkommen (Vermögenseinkommen) zu schätzen8 und aus den gesamtwirtschaftlichen Konsumausgaben („expence of the nation“) die fehlenden Arbeitseinkommen abzuleiten. Von herausragender Bedeutung ist hierbei, dass Petty die erste systematische Berechnung des Volkseinkommens („annual proceeds“) vorlegte. Charakteristisch für seinen Ansatz war die Orientierung an der Verwendungsseite und nicht die bereits in seinen anderen Schriften angedeutete Entstehungsperspektive.
Petty berechnet die Gesamtausgabe des Landes indem er Graunts Bevölkerungsschätzung von 6 Mio. Einwohnern mit seiner Schätzung der Pro-Kopf-Ausgaben multipliziert, und erhält so einen Konsum von 40 Mio. Pfund. Er hatte keinerlei Daten vorgelegt, um seine Schätzung der Pro-Kopf-Ausgaben zu untermauern. Jedoch besteht sein wesentlicher Beitrag nicht in den verwendeten Daten, sondern in der angewandten Methode. Im Rahmen seiner Schätzung der nationalen Ausgaben entwickelte er zentrale Grundlagen einer makroökonomischen Betrachtungsweise: Die Unterscheidung von Strom- und Bestandsgrößen (Einkommen und Vermögen), die Identität von nationalen Ausgaben und Nationaleinkommen sowie eine Analyse der unterschiedlichen Einkommensquellen. Petty leitete das Arbeitseinkommen indirekt ab (vgl. Abb. 1), indem er den Konsum schätzte, den Wert des „nicht-menschlichen Vermögens“9 bestimmte und das daraus resultierende Einkommen von den Gesamtausgaben abzog. Dahinter steht die Vorstellung, dass die Ausgaben der Bevölkerung zugleich ein Hinweis auf die Höhe ihrer Einkünfte sind: Wer diesen Betrag zur Deckung des Lebensunterhalts ausgeben könne, verfüge demnach über Einkünfte in vergleichbarer Höhe. Auf diese Weise bezifferte er das Arbeitseinkommen auf 25 Mio. Pfund (Petty 1691b, S. 7; Murphy 2009, S. 34 ff.; Lepenies 2013, S. 28–29). In den später verfassten Aufsätzen der Political Arithmetick erweitert er dann diese Überlegungen (Petty 1690). Petty verfolgte mit seinen Analysen das Ziel, nachzuweisen, dass England auch in Zeiten wirtschaftlicher Krisen konkurrenzfähig blieb (Hull 1899, S. xxx).
Abb. 1
Herleitung des Einkommens aus menschlichem Vermögen (Arbeit, „Humankapital“)
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Damit begründete er nicht nur die Idee des Volkseinkommens, sondern legte gleichzeitig den Grundstein für mehrere Kernprinzipien der ökonomischen Klassik (Kurz 2008, S. 43). Im Zentrum von Pettys Überlegungen zur Ökonomie stand die Einsicht, dass die Produktivität letztlich auf der Arbeit beruht. Nicht Boden, Kapital oder Handel betrachtete er als die eigentlichen Quellen des Reichtums, sondern die Tätigkeit des Menschen, die Naturkräfte nutzbar macht, Rohstoffe verwandelt und Güter hervorbringt. Arbeit war für ihn jene universale Kategorie, durch die die verschiedenen Formen der Produktion in ein gemeinsames Maß gebracht werden konnten. Indem er die Wertschöpfung auf Arbeit zurückführte, legte er nicht nur eine Grundlage für den Überschussgedanken, sondern auch für die späteren Arbeitswerttheorien, die von Smith bis Marx zum festen Bestand ökonomischen Denkens gehören sollten (Schefold 1992, S. 18–19; Kurz 2008, S. 42).
Es ist daher nicht verwunderlich, dass Marx ihn als „den genialsten und originellsten ökonomischen Forscher“ (Marx 1910, S. 1), „Vater der politischen Ökonomie“ und als „Erfinder der Statistik“ bezeichnete (Marx 1890, S. 288). Er beeindruckt durch die Kühnheit seiner wirtschaftspolitischen Überlegungen, die auch heute noch selten übertroffen werden, und durch ihre anschauliche Darstellung, die sie zu einem äußerst lehrreichen Vorbild macht (Schefold 1992, S. 36).
Mehr Wertschätzung verdienen seine Beiträge im Bereich der empirischen Methoden. Über die bloße Erhebung von Zahlen hinaus zeichnete sich Pettys methodisches Vorgehen durch mehrere Innovationen aus, die seiner Zeit weit voraus waren. Er bediente sich früh der Idee von Stichprobenverfahren, um aus begrenztem Material Rückschlüsse auf größere Zusammenhänge zu ziehen (Petty 1690, S. 106).10 Für unbeobachtbare Größen zog er Indikatoren heran, die als verdichtete Maßzahl komplexe Sachverhalte messbar machten (Petty 1691a, S. 8).11 Sein Interesse richtete sich dabei nicht allein auf das Sammeln von Daten, sondern ebenso auf deren Kombination, Aufbereitung und methodische Interpretation. Mehr noch: Er versuchte, aus den beobachteten Regelmäßigkeiten Prognosen zu gewinnen, um politische und ökonomische Prozesse nicht nur zu beschreiben, sondern auch in ihrer zukünftigen Dynamik verstehbar und steuerbar zu machen (Lepenies 2013, S. 36). Damit legte er die Grundlagen einer empirischen Wissenschaft, die Statistik nicht als reinen Spiegel der Vergangenheit verstand, sondern als Werkzeug rationaler Voraussicht. Der von ihm geprägte und über ein Jahrhundert lang genutzte Begriff der „politische Arithmetik“ verkörpert eine fortschrittlichere Vorstellung der Disziplin, als die Ursprungsidee des im Jahr 1794 erstmal aufgekommenen Begriffs „Statistik“ (Lepenies 2013, S. 35).12
Trotz aller methodischen Brillanz blieben Pettys Arbeiten nicht frei von Kritik. Seine Forschung diente nicht der bloßen Aufzählung nüchterner Zahlen, sondern der Legitimation fiskalischer Maßnahmen, wie etwa der Steuerpolitik oder Infrastrukturinvestitionen (Lepenies 2013, S. 31 ff.). Sein leitendes Motiv war stets, die Ergebnisse „zum Vorteil der Menschheit“ (Petty 1690, Vorwort) zu verwenden und politische Entscheidungen auf eine fundierte, empirische Basis zu stellen. Dabei wird aber deutlich, dass er mit Zahlen teilweise nachlässig verfährt und Daten nicht exakt wiedergibt (Schefold 1992, S. 63). Gleichzeitig zielt er auch darauf ab, die wirtschaftliche Rolle seiner eigenen Klasse zu relativieren, während er behauptet, nur das Wohl der Krone und des Landes zu verfolgen (Murphy 2009, S. 28). Die Idee von ergebnisoffener Forschung ist ihm fremd.13
Pettys Ansatz war pragmatisch, aber alles andere als vollständig oder theoretisch abgeschlossen. Bereits seine Zeitgenossen hielten seine Zahlenangaben für fragwürdig (Lepenies 2013, S. 36). Gleichwohl waren seine Analysen nicht nur wegweisend für die Entwicklung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, sondern bewahrten über Jahrhunderte hinweg einen unübertroffen Umfang (Studenski 1958, S. 40).

1.2 François Quesnay – Das Kreislaufmodell

Die ersten systematisch theoretische Ansätze zur Beschreibung volkswirtschaftlicher Kreisläufe finden wir bei den französischen Physiokraten, der ersten ökonomischen Schule mit Theoriebildung. Den Mittelpunkt dieser bildete François Quesnay (1694–1774), Leibarzt der Madame de Pompadour am Hof Ludwigs XIV., dessen Hauptwerk Tableau Économique (1758) als erstes Kreislaufmodell der ökonomischen Produktion gilt.
Darin wird der Fluss von Gütern und Einkommen in der Wirtschaft analytisch dargestellt, wobei das Konzept des „produit net“ eingeführt wird: Das Nettoprodukt, das den tatsächlich zusätzlichen, über die zur Subsistenz der Arbeitskräfte notwendiger Güter hinausgehenden Wert ausweist (Müller 2001, S. 13 ff.; Pribram 1983, S. 104ff). Im Frankreich der Aufklärung wird damit der vorherrschenden merkantilistischen Doktrin, wo Handel und Geldverkehr den Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik darstellten, eine neue Denkweise entgegengestellt. Die Physiokraten rückten die Natur als alleinige Quelle von Reichtum und ökonomischem Wert in den Vordergrund der ökonomischer Betrachtung, wodurch die Landwirtschaft als einzige Quelle ökonomischen Wertes hervorgehoben wurde (Blaug 1985, S. 24).
Quesnay beschreibt – wenn man seine Theorie modern interpretiert – den volkswirtschaftlichen Prozess als Kreislauf von Produktion, Verteilung und Konsum. Eine häufige Interpretation Quesnays besagt, dass er sich vom Blutkreislaufs inspirieren ließ, wodurch der Volkswirtschaft eine organische Einheit zugesprochen wird (Schmidt 2002, S. 52).14 Zentral ist dabei die Einteilung der Gesellschaft in drei Klassen. Die „classe productive“ umfasst die Landwirtschaft, deren Aufgabe in der Hervorbringung neuer Produktionswerte liegt – ermöglicht durch die Natur selbst. Die zweite Gruppe bildet die „classe distributive“ (oder „classe propreitaire“), bestehend aus Fürsten, Adel und Klerus, den Landbesitzern. Als Eigentümer des Bodens eignen sie sich den von der Landwirtschaft geschaffenen Mehrwert an, verteilen diesen jedoch zugleich über ihren Konsum wieder innerhalb des Wirtschaftskreislaufs. Hinzu kommt schließlich die „classe stérile“, die Handwerk, Gewerbe und Handel umfasst. Ihre Aufgabe besteht in der Umformung der von der Landwirtschaft bereitgestellten Naturprodukte. Sie vermag keinen eigenen Mehrwert zu schaffen, sondern deckt lediglich ihre Produktionskosten. Da die Landwirtschaft als einziger Sektor einen Überschuss über die eingesetzten Produktionsmittel hinaus erzeugt, gilt sie als die eigentliche Quelle ökonomischen Reichtums. Dieser Mehrwert wird im physiokratischen Denken als „don de la nature“ (Geschenk der Natur) verstanden. Indem Quesnay die Natur und insbesondere die Landwirtschaft zum Primat aller ökonomischen Prozesse erhob, forderte er die gezielte Förderung des agrarischen Sektors anstelle des Gewerbes (Roncaglia 1987, S. 40 ff.; Nissen 2002, S. 327 ff.).15
Abb. 2 illustriert den von Quesnay beschriebenen Kreislauf anhand eines Beispiels (Schmidt 2002, S. 54 ff.):
1.
Die Regierung setzt ihr Einkommen ein, um von der sterilen Klasse Handwerksgüter und von der produktiven Klasse Agrarprodukte zu erwerben – eine Nachfrage, die den Kreislauf in Gang setzt.
 
2.
Das Handwerk nutzt die von der verteilenden Klasse erhaltenen Mittel, um ihrerseits Agrarprodukte von der produktiven Klasse zu kaufen. Zusätzlich beschafft es sich mit bereits in der Vorperiode von der produktiven Klasse erhaltenen Geldern die notwendigen Rohstoffe und wandelt diese in Luxus- und Kapitalgüter um.
 
3.
Die Landwirtschaft produziert eine bestimmte Anzahl an Einheiten. Sie verwendet die Einnahmen aus dem Absatz an die verteilende Klasse, um Handwerksgüter bei der sterilen Klasse zu erwerben, die im Produktionsprozess verbraucht wurden.
 
4.
Das Handwerk erneuert sein Betriebskapital. Ein Teil des von der Landwirtschaft erzielten Überschusses wird für Saatgut zurückbehalten und in die nächste Periode übertragen. Der Rest wird an die besitzende Klasse als Rente ausgezahlt.
 
Abb. 2
Der Kreislauf des Tableau Économique – ein Beispiel.(Diese Darstellung basiert auf Blaug (1985, S. 26, Fig. 1-1) sowie dessen Interpretation durch Prof. Dr. Dres. h.c. Betram Schefold im Rahmen der Vorlesung zur „Theoriegeschichte“ an der Goethe-Universität Frankfurt.)
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Die Bedeutung von Quesnays Tableau Économique lässt sich in mehrfacher Hinsicht hervorheben. Es handelt sich um die erste makroökonomische Darstellung eines geschlossenen Wirtschaftskreislaufs überhaupt, auf die spätere Theorien direkt oder mittelbar Bezug genommen haben. Mit diesem Modell wurde erstmals sichtbar, dass Einkommensbildung und -verwendung nicht als voneinander isolierte Vorgänge zu begreifen sind, sondern in einem Geflecht wechselseitiger Interdependenzen stehen. Quesnay beschränkte sich jedoch nicht auf eine rein schematische Darstellung, sondern versuchte darüber hinaus, eine numerische Durchdringung des Kreislaufs vorzunehmen. Im Kontrast zur merkantilistischen Tradition, die den „Reichtum der Nation“ vornehmlich im Handel verortete, erhob er den Anspruch, ähnlich wie William Petty, diesen aus der Produktion herzuleiten (Nissen 2002, S. 331).16
Die Frage, was als eigentliches Ergebnis des volkswirtschaftlichen Produktionsprozesses anzusehen sei, lässt sich basierend auf dem Beispiel von Quesnay auf unterschiedliche Weise beantworten. In einer ursprünglichen Perspektive der Physiokraten besteht das „produit net“ aus den zwei Einheiten, die nach Abzug der notwendigen Produktionsmittel verbleiben.17
In einer modernen Darstellung (siehe Abb. 3)18 erinnert das Tableau Économique an Input-Output-Tabellen und lässt sich auch ohne weiteres so interpretieren: Alle für die Produktion eines Gutes benötigten Faktoren werden in festen Proportionen eingesetzt, und der Wert der Produktion eines Sektors wird vollständig durch die Zahlungen an andere Sektoren aufgebraucht (Blaug 1985, S. 27). Der Bruttoproduktionswert von neun Einheiten lässt sich betrachten, wie er in der modernen Input-Output-Analyse erfasst wird: sämtliche Güter, die in einem gegebenen Zeitraum erzeugt werden, ohne Rücksicht auf die im Produktionsprozess verbrauchten Vorleistungen, werden erfasst. Schließlich eröffnet die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung eine dritte Sichtweise, die mit der Summe aus den Größen Konsum (Luxuskonsum des Adels) und Bruttoinvestitionen (Ersatz der eingesetzten Kapitalgüter) auf ein Volkseinkommen von 4 Einheiten käme. Jede dieser Auffassungen reflektiert eine unterschiedliche Konzeption des ökonomischen Kreislaufs und verweist zugleich auf die Entwicklung der ökonomischen Theorie von der Physiokratie bis zur modernen Makroökonomie.
Abb. 3
Moderne Darstellung des Tableau Économique
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1.3 Ideengeschichtliche Wurzeln der VGR in Klassischer Theorie

Der Beitrag von Adam Smith (1723–1790) zur Entwicklung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ist mehr analytischer als empirischen Natur. Im Gegensatz zu Petty und Quesnay unterlegt er seine Argumentation an dieser Stelle nicht mit tatsächlichen Berechnungen (Lepenies 2013, S. 37). Jedoch kann sein Beitrag durchaus als wichtiges Puzzleteil in der Geschichte der VGR bezeichnet werden. Smith kritisierte den Produktionsbegriff der Physiokraten, übernahm jedoch deren Kreislaufgedanken und das Konzept eines Überschusses („surplus“). Er identifizierte die Arbeitskraft als entscheidenden Produktionsfaktor. Dabei unterschied er zwischen „produktiver“ und „unproduktiver“ Arbeit: Produktive Arbeit, die materielle Güter erzeugt, bildet durch Akkumulation das Kapital, während Dienstleistungen nicht zur Kapitalbildung beitragen (Marx 1910, S. 253).
Smith griff zudem auf Pettys Begriff der „annual proceeds“ („annual produce“) zurück, setzt ihn jedoch mit dem jährliches Einkommen („annual revenue“) gleich, sodass sowohl die Entstehung als auch die Verteilung des Reichtums erfasst wird (Lepenies 2013, S. 40). Somit erkannte er den Wert der doppelten Buchführung, aber anders als Petty, der den Konsum als Ausgangspunkt nahm, fokussierte er sich auf die Produktion selbst. Aus der Verbindung vom Kreislaufgedanken, der Idee des natürlichen Preises und der Arbeitswerttheorie entsteht folgende Schlussfolgerung: Der natürliche Preis basiert auf den Produktionskosten. Da diese zu einem großen Teil auf dem Produktionsfaktor Arbeit beruhen, müssen auch entsprechende Löhne ausgezahlt werden. Damit müssen die jährlichen Einkommen einer Nation dem Tauschwert seiner Produktion entsprechen (Smith 1776, S. 32; Schefold und Carstensen 2002, S. 72 ff.).
Jean-Baptiste Say (1767–1832) geht noch einen Schritt weiter und formuliert ein breiter gefasstes, modernes Produktionskonzept. Für Say umfasst Produktion nicht nur die Schaffung materieller Güter, sondern auch die Erzeugung von Nutzen, einschließlich jenes aus Dienstleistungen. Als objektives Maß für diesen Nutzen schlägt er den „Tauschwert“ bzw. „Preis“ vor, wodurch der Produktionsbegriff auf alle am Markt gehandelten produzierten Güter ausgeweitet wird (Hofmann 1986, S. 86 ff.).
Die erste formale grundlegende Differenzierung der Verwendungsseite der VGR unternimmt Karl Marx (1818–1883). Er greift das zwischenzeitlich fast vergessene Tableau Économique wieder auf und würdigt dieses als „die unbestreitbar glänzendste Idee, die in der politischen Ökonomie bisher zu finden ist“ (Marx 1885, S. 333 ff.; Nissen 2002, S. 333). Auf dieser Grundlage entwickelt er eine Theorie der Kapitalbildung (Schmidt 2002, S. 61). Für Marx wird produktive Arbeit von den Kapitalisten in Form materieller Güter angeeignet und akkumuliert – der sogenannte Mehrwert (m). Dabei unterscheidet er zwischen zwei Klassen: den Arbeitern, die ihre Arbeitskraft verkaufen, und den Kapitalisten, die den Mehrwert für sich beanspruchen und als Kapital akkumulieren (Hofmann 1986, S. 128). Zentral an dieser Stelle ist die Entwicklung des Reproduktionsschemas: Marx Überlegung zur Aufteilung der Produktion in zwei Abteilungen. Abteilung I umfasst die Produktionsmittelindustrie, während Abteilung II die Konsumgüterindustrie abbildet (Marx 1885, S. 346 ff.). Geldströme werden von ihm nicht isoliert betrachtet, sondern stets in ihrer realen Form analysiert: Geld wird in Waren investiert, diese Waren erzeugen neuen Wert, und am Ende kehrt Geld in Form von Mehrwert zum Kapitalisten zurück – das bekannte Schema: Geld ⇒ Ware ⇒ Geld’ (Hofmann 1986, S. 132). Der Mehrwert ergibt sich als Residuum aus der Differenz zwischen dem Gesamtwert der Produktion (q) und den laufenden Kosten für Materialeinsatz (c, konstantes Kapital) sowie Lohnkosten (v, variables Kapital): m=qcv (Marx 1885, S. 367 ff.; Nissen 2002, S. 334 ff.).
In den Reproduktionsschemata des zweiten Bandes des Kapitals entwickelt Marx ein Kreislaufschema, das die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge von Produktion, Einkommen und Nachfrage systematisch abbildet. Abb. 4 stellt das Kreislaufmodell auf erweiterter Stufenleiter dar. Anders als bei Quesnay oder Smith steht hier nicht der Warenfluss im Vordergrund, sondern die Ströme von Einnahmen und Ausgaben. Im Modell der einfachen Reproduktion stellt Marx drei fundamentale Gleichgewichtsbedingungen auf: Erstens muss die Investitionsgüterproduktion der Abteilung I genau dem produktionsbedingten Verschleiß in beiden Abteilungen entsprechen (d. h. der Kapitalstock bleibt konstant). Zweitens fällt das gesamte Einkommen der Arbeiter und Kapitalisten (v+m) mit dem Konsumgüteroutput der Abteilung II zusammen. Drittens gleicht die Wertschöpfung der Abteilung I dem Werteverzehr der Abteilung II. Damit wird die Bedingung einer stabilen, in sich geschlossenen Kreislaufwirtschaft ohne Wachstum formalisiert. Mit dem Konzept der erweiterten Reproduktion führt Marx schließlich die Kapitalakkumulation ein: Kapitalisten konsumieren ihren Mehrwert nicht vollständig, sondern wandeln einen Teil davon in Nettoinvestitionen um. Dieser Mechanismus ermöglicht die Ausweitung des Produktionsapparates und legt zugleich den Grundstein für die Analyse von Wachstumsdynamiken und Krisentendenzen im Kapitalismus (Marx 1885, S. 369 ff.; Nissen 2002, S. 336 ff.).
Abb. 4
Marxsches Kreislaufschema („Reproduktionsschemata“, Das Kapital, Band 2) Diese Illustration basiert auf einer überarbeiteten Darstellung von Nissen (2002, S. 341, Schaubild 17-2)
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Für die VGR liefert Marx damit nicht nur die Unterscheidung zwischen Konsum und Investitionen, sondern gleichzeitig auch den wesentlichen Zusammenhang zwischen zwei ganz speziellen Strom- und Bestandsgrößen: Investitionen und Kapitalstock. Im „erweiterten“ Marxschen Kreislaufschema wird ein Teil der Produktion nicht konsumiert, sondern als Kapital akkumuliert (\(K_{t}=K_{t-1}+\omega m_{t}\)).

2 Die Entwicklung der VGR in Deutschland

2.1 Gründung des Kaiserlichen Statistischen Amtes

Vor dem Hintergrund des Wirkens der Historischen Schule erscheint es aus rein theoretischer Sicht erwartbar, dass das Interesse an der empirischen Analyse im Deutschland des 19. Jahrhunderts groß war. So sah doch Gustav Schmoller (1838–1917) die Aufgabe der Historischen Schule darin, die Nationalökonomie in die „empirische Wirklichkeit“ zurückzubringen (Pribram 1983, S. 211).
Tatsächlich fallen aber die Bemühungen, insbesondere vor der Reichseinigung 1871, eher mager aus: Obwohl im 19. Jahrhundert auf Basis von Einkommensdaten aus der Steuerstatistik für zahlreiche deutsche Kleinstaaten Volkseinkommensberechnungen vorgenommen wurden, erfolgten diese meist unregelmäßig und inoffiziell. Das vorhandene Datenmaterial wurde als lückenhaft und unzureichend und die Hochrechnung als rudimentär angesehen, sodass Zweifel an seiner Aussagekraft bestanden (Studenski 1958, S. 144). Hinzu kam, dass die deutschen Theoretiker trotz ihres hohen Interesses an den Zahlen des Volkseinkommens die Nützlichkeit für wissenschaftliche Analysen grundsätzlich hinterfragten, was die systematische Etablierung von Volkseinkommensstatistiken erschwerte (Lepenies 2013, S. 123; Studenski 1958, S. 134).19,20
Mit der Gründung des Kaiserlichen Statistischen Amtes im Jahr 1872 setzte im Deutschen Reich erstmals eine zentralisierte Erfassung statistischer Daten ein. Dieses Projekt stand jedoch von Beginn an vor erheblichen strukturellen und politischen Herausforderungen. Die föderale Ordnung erschwerte die Datenerhebung, da die einzelnen Länder ihre eigenen Statistiken führten, die in Umfang, Methodik und Qualität stark voneinander abwichen. Ein Hauptfaktor war, dass Unternehmen nicht verpflichtet waren, relevante Daten offenzulegen (Tooze 2001, S. 59). Und selbst wenn die Daten bereitgestellt wurden, blieben sie häufig unter Verschluss. Statistische Informationen wurden, zumeist aus politischen Gründen, von den Gliedstaaten wie ein Staatsgeheimnis gehütet, sodass eine koordinierte Auswertung nur schwer möglich war (Lepenies 2013, S. 125). Eine Trennung von Wirtschafts- und Sozialstatistik existierte vor dem Ersten Weltkrieg noch nicht, was die analytische Durchdringung wirtschaftlicher Fragestellungen zusätzlich behinderte. Somit fanden offizielle Wirtschaftsdaten in der politischen Entscheidungsfindung kaum Verwendung und blieben aufgrund mangelnder Priorisierung und chronischer Unterfinanzierung weitgehend unentwickelt (Tooze 2001, S. 40 ff.).

2.2 Impulse aus der Privatwirtschaft

Anfang des 20. Jahrhunderts lässt sich dann ein signifikanter Fortschritt in der deutschen Statistik beobachten: Die staatlichen Schätzungen verbesserten sich schnell, und ihre Ergebnisse fanden breite Anwendung in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftsliteratur. Die älteren Ökonomen, wie etwa Adolph Wagner (1835–1917), die den Schätzungen des Volkseinkommens zunächst skeptisch gegenüberstanden, änderten entweder ihre Haltung oder wurden mit der Zeit durch jüngere Ökonomen ersetzt, die das Potenzial dieser Art statistischer Untersuchungen besser zu würdigen wussten (Studenski 1958, S. 144).21 Als R. E. May im Jahr 1899 erstmals eine gesamtwirtschaftliche Schätzung für das ganze Deutsche Reich vorlegte, blieb diese methodisch noch unzureichend. Sie beruhte im Wesentlichen auf der Hochrechnung der Einkommensschätzungen einiger weniger Staaten zu einer nationalen Gesamtgröße (Studenski 1958, S. 135). Den maßgeblichen Fortschritt brachte eine private Initiative des Ökonomen, Bankiers und Politikers Karl Helfferich (1872–1924).22 Im Jahr 1913 präsentierte er die erste umfassende Schätzung des deutschen Volkseinkommens. Auf der Grundlage von Einkommensteueraufzeichnungen ausgewählter Staaten für den Zeitraum 1896 bis 1912, die drei Fünftel des Reichsbevölkerung repräsentierten, verfolgte Helfferich eine Tradition, die sich bis auf William Petty zurückführen lässt: Den internationalen Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung. Seine Ergebnisse sollten aufzeigen, dass Deutschland Frankreich bereits wirtschaftlich überholt hatte, gegenüber England jedoch weiterhin zurücklag. Die methodische Reichweite dieser Schätzung blieb gleichwohl begrenzt, da die Privatwirtschaft sich zu diesem Zeitpunkt weiterhin gegen staatliche Eingriffe in ihre Informationshoheit zur Wehr setzte. Entsprechend gering blieb die Rolle der amtlichen Statistik in der Wirtschaftspolitik jener Zeit, bis der Erste Weltkrieg die Notwendigkeit statistischer Planungsinstrumente mit neuer Dringlichkeit offenbarte.
Im Ersten Weltkrieg entstanden planwirtschaftliche Strukturen der Kriegswirtschaft zunächst aus der Privatwirtschaft heraus und nicht durch staatliche Initiative. Vor allem die Großindustrie erkannte früh die Notwendigkeit einer systematischen Erfassung und vorausschauenden Planung des Rohstoffbedarfs. Walther Rathenau (1867–1922), Direktor der AEG, hielt die offiziellen statistischen Daten für unbrauchbar und entwickelte daher ein eigenes System zur Erhebung und Kontrolle der benötigten Materialien. Auf seine Initiative hin entstand die Kriegsrohstoffabteilung (KRA), die zur zentralen Schaltstelle der Rüstungsindustrie avancierte. Sie übernahm die Aufgabe, die Erfassung und Verteilung kriegswichtiger Rohstoffe zu organisieren – unabhängig vom Kaiserlichen Statistischen Amt (Tooze 2001, S. 63 ff.).
Trotz der wachsenden Bedeutung dieser Institution blieben die Unternehmen weiterhin skeptisch gegenüber staatlicher Einsichtnahme in ihre Geschäftsbücher. Erst 1917 wurde eine Auskunftspflicht eingeführt, um die Kriegsplanung effizienter zu gestalten. Gleichwohl hielt der Widerstand der Industrie an, verbunden mit der Hoffnung, nach Kriegsende zu marktwirtschaftlichen Verhältnissen zurückzukehren und einer weitergehenden statistischen Erfassung zu entgehen (Tooze 2001, S. 66 ff.; Lepenies 2013, S. 126). Im Rückblick deutet die systematische Analyse der Bestände und der wirtschaftlichen Verflechtungen sowie die darauf basierende planerische Tätigkeit zur Bestimmung des Rohstoffbedarfs bereits Leontiefs moderne Idee des Input-Output-Modells an (vgl. Leontief 1936).

2.3 Erste Ansätze faktenbasierter Wirtschaftspolitik

Der Erste Weltkrieg führte zu der Einsicht, dass die damalige Wirtschaft einer aktiveren Lenkung bedurfte. Mit dem Übergang in die Nachkriegszeit gewann daher eine faktenbasierte Wirtschaftspolitik an Bedeutung. Reichspräsident Friedrich Ebert ließ sich regelmäßig, in monatlichen Abständen, durch das Statistische Reichsamt über den Zustand der deutschen Wirtschaft unterrichten (Tooze 2001, S. 79). Diese Daten dienten als zentrale Grundlage, die drängenden Probleme der Demobilisierung zu bewältigen, die dringend erforderliche Wiederbelebung der Produktion anzustoßen, die Reintegration der deutschen Wirtschaft in den internationalen Handel voranzutreiben, die akute Hungerkrise abzumildern und schließlich auch den absehbaren Reparationsforderungen der Alliierten begegnen zu können (Lepenies 2013, S. 127).
Zu Beginn der Weimarer Republik bestand ein nahezu vollständiges Defizit statistischen Wissens (Tooze 2001, S. 84). Weder lagen verlässliche Indikatoren zu Inflation, Handel, Beschäftigung oder Produktion vor, noch existierten aussagekräftige Preis- und Einkommensstatistiken, die für die Analyse von Lebenshaltungskosten und Armutsverhältnissen zentral gewesen wären (Lepenies 2013, S. 127).
Dieses Wissensvakuum war einerseits auf die institutionelle Vernachlässigung durch die wilhelminische Verwaltung zurückzuführen, andererseits auf den beharrlichen Widerstand der Industrie, die detaillierte Lohn- und Einkommensdaten aus Sorge vor politischer Instrumentalisierung durch die Sozialdemokraten und Gewerkschaften verweigerte (Tooze 2001, S. 90). Die Schließung dieser Lücken erforderte die Entwicklung neuer, methodisch aufwändiger Verfahren der Datenerhebung. Gerade die Ermittlung von Löhnen und Gehälter erwies sich als schwierig und die Sorge der Industrie als durchaus berechtigt: Die Zahlen, die dennoch erhoben wurden, zeigten eine große Lücke zwischen den verhandelten und tatsächlich gezahlten Löhnen. Den deutschen Konzernen, die durch einen wachsende Konzentration der Wirtschaft immer größere Vermögen generierten und wachsende Einkommen hatten, war nicht daran gelegen, dies transparent zu machen (Lepenies 2013, S. 128–129). Die Wirtschaftsverbände wetterten gegen die mangelnde Glaubwürdigkeit der Zahlen, die sie selbst zu verantworten hatten (Tooze 2001, S. 94).

2.4 Auf dem Weg zur amtlichen Statistik

Der entscheidende Meilenstein für die deutsche Statistik und die Entwicklung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen war die Gründung des Instituts für Konjunkturforschung (IfK) im Jahr 1925 durch Ernst Wagemann (1884–1956), des heutigen Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Gleichzeitig war dies ein bahnbrechender Fortschritt für die deutsche Konjunkturforschung. Ziel des Instituts war es, Theorie und Empirie zu verbinden, um fundierte Analysen der wirtschaftlichen Lage zu ermöglichen (Lepenies 2013, S. 129).23 Inspiriert von Joseph Schumpeters Überlegungen zu Konjunkturzyklen betrachtete Wagemann wirtschaftliche Prozesse als ein Geflecht miteinander verbundener Waren- und Geldströme (Tooze 2001, S. 117). Bereits früh entwickelte Wagemann ein System algebraischer Beziehungen, das die statistische Erfassung dieser Ströme erleichterte und in seiner Methodik die späteren keynesianischen Grundlagen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen antizipierte (Tooze 1999, S. 531).
Zu den Aufgaben des IfK gehörten die Erhebung, Aufbereitung und Auswertung von Daten sowie die Erstellung belastbarer Prognosen. Wagemann ließ sich unter anderem vom National Bureau of Economic Research (NBER) inspirieren und verfolgte mit seiner Arbeit das Ziel, mit wirtschaftlicher Expertise politische Entscheidungen zu beeinflussen (Tooze 1999, S. 527). Das Institut veröffentlichte regelmäßig Konjunktur‑, Markt‑, Länder- und Sektorenanalysen, zunächst vierteljährlich, später sogar wöchentlich und entwickelte eigene Indizes nach dem Vorbild des Harvard-Barometers. Das IfK legte damit den Grundstein für eine systematische, empirisch gestützte Wirtschaftsanalyse in Deutschland (Lepenies 2013, S. 120). Dabei setzte es auf eine fortschrittliche grafische Aufbereitung von Daten, die beeindruckt und häufig von der Presse übernommen wurde (Krengel 1986, S. 12 ff.; siehe Abb. 5). Und gleichzeitig schafft es die Datenbasis für eine der ersten amtlichen Schätzungen des Volkseinkommens.
Abb. 5
Graphische Illustration der Prognosen des IfK (Wagemann 1928)
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So konnten im Jahr 1926 in Deutschland erstmals Schätzungen des Volkseinkommens ausgewiesen werden. Grundlage bildeten Steuerdaten, die durch die flächendeckende Einführung der Einkommensteuer nicht nur besser zugänglich, sondern auch deutlich verlässlicher geworden waren. Die daraus gewonnenen Angaben zur Einkommensverteilung gehörten im internationalen Vergleich zu den präzisesten ihrer Zeit. Gleichwohl basierten sie ausschließlich auf der Einkommensmethode und dienten eher der retrospektiven Analyse als der vorausschauenden Steuerung. Eine vollständige Erfassung der wirtschaftlichen Aktivität blieb mangels konsistenter Produktionsdaten weiterhin unmöglich (Lepenies 2013, S. 130 ff.).
Von besonderer Bedeutung war jedoch der Vertrauensgewinn, den Ernst Wagemann mit dem Institut für Konjunkturforschung erzielen konnte. Indem er die Einrichtung als unabhängige wissenschaftliche Instanz positionierte, gelang es ihm, das tief verwurzelte Misstrauen der Industrie gegenüber statistischen Erhebungen zu überwinden. Industrievertreter saßen im Kuratorium des Instituts und stellten zunehmend freiwillig Daten zur Verfügung, wodurch sich die empirische Basis spürbar erweiterte (Tooze 2001, S. 138ff). Diese Öffnung markierte nicht nur einen qualitativen Fortschritt in der Datenlage, sondern auch einen entscheidenden Schritt zur Verankerung statistischer Forschung in der deutschen Wirtschaftskultur.
Grundsätzlich lässt sich die Entwicklung der Volkseinkommensberechnung in den letzten dreihundert Jahren auf folgende Faktoren zurückführen: Dazu zählen insbesondere das Interesse und die Initiative einzelner Wissenschaftler sowie die fortschreitende Entwicklung der Wirtschaftstheorie. Darüber hinaus spielten historische Ereignisse wie Kriege, Revolutionen und schwere Wirtschaftskrisen eine bedeutende Rolle, ebenso wie die öffentlichen Forderungen nach Steuerreformen und die Einführung der Einkommensteuer. Rasche technologische Veränderungen, Konflikte zwischen Klassen- und Gruppeninteressen sowie internationale Handels- und politische Rivalitäten wirkten ebenfalls prägend auf die Methodik und den Umfang der Volkseinkommensberechnung. Weiterhin trugen auch die Verbesserung statistischer Daten und Methoden, die Entwicklung staatlicher Finanz- und Wirtschaftspolitik sowie der Einfluss internationaler Organisationen entscheidend dazu bei, dass die Erfassung und Analyse des Volkseinkommens im Laufe der Zeit systematischer und belastbarer wurde (Studenski 1958, S. 158). Das Besondere an der Zeit zwischen den Kriegsjahren ist, dass zu diesem Zeitpunkt all diese Faktoren gleichzeitig Einfluss auf die Entwicklung der VGR in Deutschland nahmen.

3 Berechnung des Bruttosozialprodukts in Deutschland

Anschließend passiert noch einiges auf dem Wege zum Bruttosozialprodukt, das mehr internationalen Charakter hat. Daher möchte ich es an dieser Stelle nur skizzieren.
Eine für die VGR grundlegende theoretische Weiterentwicklung erfuhr die Kreislaufanalyse durch die Arbeiten von John Maynard Keynes (1883–1946). Keynes Ideen lieferten die Grundlage für das heutige international verwendeten Systeme. Den Anstoß für seine Überlegungen bildete die massive Arbeitslosigkeit während der Weltwirtschaftskrise. Die Ereignisse dieser Zeit standen im krassen Kontrast zu den Lehren der Klassiker, wonach es aufgrund der Selbstheilungskräfte des Marktes zu keiner dauerhaften Arbeitslosigkeit kommen könne. Keynes Arbeiten erweitern die Kreislaufanalyse um mehrere Aspekte.
Zum einen führte Keynes neben dem güterwirtschaftlichen einen geldwirtschaftlichen Kreislauf ein. Damit wurde anerkannt, dass monetäre Ströme nicht nur als Spiegel von Gütertransaktionen zu verstehen sind, sondern auch die Funktionen der Wertaufbewahrung und Liquidität umfassen. Veränderungen im Geldkreislauf üben ihrerseits unmittelbaren Einfluss auf den Güterkreislauf aus und prägen die gesamtwirtschaftliche Dynamik. Zum anderen wird auch das Gleichgewicht von Sparen und Investieren neu interpretiert: Während er Investitionen als zinsabhängig betrachtet, werden Ersparnisse primär durch das Einkommen determiniert. Somit wird die Konsumfunktion als zentraler Baustein der makroökonomischen Analyse etabliert. Die Kreislaufanalyse zeigt, dass in einer geschlossenen Volkswirtschaft das gesamtwirtschaftliche Sparen und die Investitionen für eine abgeschlossene Periode stets übereinstimmen. Da jedoch beide Größen nach Keynes von unterschiedlichen Determinanten beeinflusst werden, rückt er die Analyse der Plangrößen (ex-ante-Größen) in den Vordergrund, um die tatsächlich beobachtbaren ex-post-Daten erklären zu können (Nissen 2002, S. 342 ff.). Dieser grundlegende theoretische Perspektivwechsel machte erst den Entwurf des „System of National Accounts“ möglich.24
Das Bruttosozialprodukt kam schlussendlich kam erst in den letzten Stunden des Zweiten Weltkriegs mit Kenneth Galbraith und seiner illustren Truppe (dem „Adelsregister der kommenden Ökonomen-Generation“) nach Deutschland.25 Nach dem Ende des Nationalsozialismus war Deutschland durch den Druck von außen gezwungen, die in der amtlichen Statistik entstandenen Rückstände aufzuholen. Der Wiederaufbau gestaltete sich zunächst mühselig, markierte jedoch einen entscheidenden Neubeginn. Mit der Gründung des Statistischen Amtes des Vereinigten Wirtschaftsgebietes der Bizone in Wiesbaden im Jahr 1948 wurde der institutionelle Rahmen geschaffen, auf dessen Grundlage eine moderne und zuverlässige statistische Infrastruktur entstehen konnte. Dieser Neuaufbau der deutschen Statistik wirkte weit über die nationalen Grenzen hinaus. Er stellte nicht nur einen wichtigen Anstoß für die Vereinheitlichung der europäischen Statistik dar, sondern förderte auch die internationale Systematisierung, an der unter anderem die in Cambridge ansässige National Accounts Research Unit beratend beteiligt war (Lepenies 2013, S. 140ff).
Die erste Veröffentlichung im Jahr 1949 stieß zunächst auf Desinteresse und die bekannte Skepsis der Ökonomen gegenüber statistischen Instrumenten. Doch schon bald erkannte man den vielfältigen praktischen Nutzen der neuen Datenbasis – etwa für Steuerschätzungen, die Haushaltsplanung und die allgemeine wirtschaftspolitische Steuerung. Damit wurde die amtliche Statistik zu einem unverzichtbaren Bestandteil der wirtschaftlichen Ordnungspolitik der Nachkriegszeit (Lepenies 2013, S. 149 ff.).

4 Fazit

Die Auffassung darüber, was als volkswirtschaftliches Produkt gilt, hat sich im Laufe der Zeit entsprechend den theoretischen Leitbildern und politischen Zielsetzungen erheblich verändert.
In der Physiokratie stand das „produit net“ im Mittelpunkt – jener Überschuss, der den Erhalt des Staatsapparates der absoluten Monarchie sichern sollte. Karl Marx rückte den „Mehrwert“ ins Zentrum seiner Analyse, den er als immanentes Ziel kapitalistischer Produktion interpretierte. In seiner Systematik entsprach das Produkt der Summe aus verbrauchtem konstantem Kapital, variablem Kapital und Mehrwert. Diese Sichtweise fand später in der Sowjetunion Anwendung und führte zu einer systematischen Aufblähung des Kapitalbestands. John Maynard Keynes definierte das volkswirtschaftliche Produkt wiederum basierend auf den Ideen Marx, jedoch in monetären Größen und ohne die in der Periode erzeugten und verbrauchten Vorleistungen. Für eine geschlossene Volkswirtschaft ohne Staat umfasste es die Summe der Konsum- und Investitionsgüter. Neuere Ansätze erweitern den Produktbegriff schließlich über rein ökonomische Größen hinaus. Neben Bestandsänderungen an physischen Kapitalgütern werden zunehmend auch Umweltressourcen, Kulturgüter sowie Indikatoren des Bildungs- und Gesundheitsstandes berücksichtigt, um die ökonomische Leistungsfähigkeit und Wohlfahrt umfassender abzubilden.
Die Statistik erhebt den Anspruch, objektiv und unabhängig zu sein. Doch dieser Anspruch stößt immer wieder an Grenzen, da sich sowohl die Gesellschaft als auch der Bedarf an Daten kontinuierlich verändern. Daraus ergibt sich die zentrale Frage: Was sollen und wollen wir überhaupt messen? Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt seit Jahrzehnten als Maßstab wirtschaftlicher Leistung. Doch es ist längst nicht unumstritten.
Technologischer Fortschritt bringt zwar neue Methoden, aber auch neue methodologische und konzeptionelle Herausforderungen, denen sich die moderne VGR kontinuierlich stellen muss. Um ein paar Beispiele zu nennen:
  • Die VGR beruhen auf Schätzungen, insbesondere bei tieferer sektoraler und regionaler Aufschlüsselung; die Informationsdichte nimmt auf regionaler Ebene deutlich ab.
  • Aktualität vs. Genauigkeit: Frühe Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten (z. B. des BIPs) führt zu einer noch nicht vollständigen Datengrundlage; spätere Revisionen sind häufig notwendig.
  • Konzeptionelle Abgrenzungen: Unterschiede zwischen Inlands- und Inländerkonzept können zu Abweichungen und Interpretationsproblemen führen.
  • Datenlücken und methodische Revisionen: Historische Brüche, Datenlücken und methodische Änderungen (z. B. Revisionen nach Krisen) erschweren die Vergleichbarkeit über die Zeit.
  • Nicht erfasste Bereiche: Informelle, ehrenamtliche oder illegale Wirtschaftsaktivitäten werden nur unzureichend abgebildet, was die Aussagekraft einschränkt.
  • Qualität vs. Quantität: Insbesondere technologischer Fortschritt führt dazu, dass Produkte in Qualität steigen, aber Gleichzeitig die Herstellung günstiger wird.
Viele dieser Aspekte wurden bereits breit diskutiert und in praktikable Lösungsansätze umgewandelt. Auch das neue SNA 2025 verspricht an dieser Stelle Fortschritt. Dennoch bleibt es eine dauerhafte Aufgabe, die Grundannahmen und Abgrenzungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen kritisch zu hinterfragen.
Schon Robert Kennedy stellte 1968 fest: „Das Bruttoinlandsprodukt misst alles, außer dem, was das Leben lebenswert macht.“ Damit wird deutlich, dass sich Vorstellungen von Wohlstand wandeln und traditionelle Kennziffern nicht alle relevanten Aspekte des gesellschaftlichen Lebens erfassen. Tätigkeiten wie Hausarbeit oder gegenseitige Kinderbetreuung, die ökonomisch und gesellschaftlich wertvoll sind, tauchen in der amtlichen Statistik oft nicht auf. Eine regelmäßige Schärfung des Zielbildes ist daher notwendig, um die ökonomische Realität möglichst umfassend und zeitgemäß abzubilden.
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Hinweis des Verlags

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Titel
Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) – woher kommen wir und wohin wollen wir? Ein historischer Abriss
Verfasst von
Anastasia Biermann
Publikationsdatum
07.04.2026
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
AStA Wirtschafts- und Sozialstatistisches Archiv
Print ISSN: 1863-8155
Elektronische ISSN: 1863-8163
DOI
https://doi.org/10.1007/s11943-026-00369-9
1
Shackle beschreibt dies Zeit besonders prägnant mit seinem Buchtitel The years of high theory (Shackle 1983).
 
2
Zu Leben und politischer Tätigkeit siehe insbesondere Fitzmaurice (1895), zur biographisch-wissenschaftlichen Einordnung siehe Hull (1899), zu ökonomischem Denken und Wirken siehe Aspromourgos (1996), Aspromourgos (1998), Schefold (1992) und Kurz (2008).
 
3
Es lässt sich tatsächlich auch eine biographische Verbundenheit herstellen. Auch wenn sich Petty und Bacon nicht begegnen konnten, so war Petty während seiner Zeit in Paris Schüler und Sekretär von Thomas Hobbes. Und Hobbes wiederum war einmal Sekretär von Francis Bacon (Fitzmaurice 1895, S. 6). Interessanterweise wirkte sich auf Petty als Ökonom der Einfluss von Hobbes weit weniger stark aus als der von Bacon (Hull 1899, S. Ixiii), auch wenn Pettys methodologisches Vorgehen durchaus nahe legt, dass er Hobbes Theorie akzeptiert (Aspromourgos 1996, S. 67).
 
4
Wie unkonventionell Pettys Ideen zu seiner Zeit waren spiegelt sich darin, dass die meisten seiner zahlreichen Arbeiten erst posthum nach der „Glorious Revolution“ des Jahres 1688 veröffentlicht wurden, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft für Neues merklich offener wurde (Kurz 2008, S. 33). Petty selbst bezeichnet sie als „not yet very usual“ (Petty 1690, S. 21).
 
5
In Pettys Überlegungen zeichnet sich bereits jene Abstraktion ab, die für die Physiokratie wie auch für das spätere ricardianische Denken von weitreichender Bedeutung werden sollte – die Idee, die im ricardianischen Kornmodell und Pierro Sraffas Standardware gipfelte. Das grundlegende Problem der Bewertung von Erträgen und Kosten wird dadurch methodisch vereinfacht, dass er es auf ein landwirtschaftliches Gut zurückführt, bei dem Produkt und Produktionsmittel homogen sind. Auf diese Weise lässt sich die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und Ergebnis in eine klare, rechnerisch fassbare Form bringen – ein Verfahren, das sowohl konzeptionell wegweisend als auch analytisch folgenreich war.
 
6
Die erste Veröffentlichung erfolgte als Anhang zu The Political Anatomy of Ireland (1691) (Lepenies 2013, S. 28).
 
7
Hier vertrat Petty, wie auch viele Ökonomen nach ihm, eine klare politische Agenda: Petty befürchtete im Kontext des Krieges gegen Holland eine übermäßige Besteuerung der Grundbesitzer, zu deren Gruppe er seit seiner erfolgreichen Kartierung Irlands gehörte (Schefold 1992, S. 9). Er wollte der Regierung aufzeigen, dass die Steuerlast auf eine breitere Basis verteilt werden könne, statt fast ausschließlich Landbesitzer zu belasten (Murphy 2009, S. 31).
 
8
Eine anschauliche tabellarische Illustration dieses ersten Schrittes findet sich bei Murphy (2009, S. 34). Eine seriöse Datengrundlage ist an dieser Stelle genauso wenig vorhanden, wie in den nachfolgenden Berechnungen.
 
9
In diesem Gegensatz zeigt sich bei ihm eine frühe Vorstellung dessen, was wir heute als „Humankapital“ bezeichnen: Kompetenzen, die durch Ausbildung und berufliche Erfahrung entwickelt werden und typischerweise mit höheren Vergütungen als einfache Tätigkeiten verbunden sind. Diese Idee findet sich ausführlicher in der Political Anatomy (Kurz 2008, S. 39).
 
10
Anhand von Städten wie Norwich leitete er z. B. generalisierende Aussagen über ganz England ab.
 
11
So griff er in Irland beispielsweise auf die Anzahl der Schornsteine zurück, um den Wohlstand zu bemessen.
 
12
Als Statistik verstand man sämtliche Kenntnisse, die für den Staat oder über ihn von Bedeutung waren (Lepenies 2013, S. 35). Eine umfangreichere Ausführung zur Begriffsgenese und dem Selbstverständnis der Wissenschaft findet sich bei Pearson (1978).
 
13
Dies gilt im Übrigen nicht nur für ihn, sondern für viele seiner Zeitgenossen und Nachfolger.
 
14
Damit knüpft er an ältere Vergleiche – etwa bei Francis Bacon – an, die bereits die Politik eines Landes mit dem Organismus eines Körpers in Analogie setzten. Interessanterweise hat dieses Bild bei Bacon auch William Petty besonders angesprochen, sodass auch er diese Vorstellung übernahm (vgl. Kurz 2008, S. 42). Rieter (1983) ist jedoch der Auffassung, dass Quesnays „Zickzack“-Schema, auch insbesondere aufgrund der (rollenden) Kugel, auf eine mechanische Analogie hindeutet.
 
15
Auch bei Quesnay zeigt sich das Bestreben nach einer Besserstellung der eigenen Klasse: Der landbesitzende Adel, der sich den Mehrwert aneignet, sucht eine Legitimation für eine geringere steuerliche Belastung – im Gegensatz zum Handel, der im Zeitalter des Merkantilismus privilegiert war (Schmidt 2002, S. 53).
 
16
Vor dem Hintergrund der feudalen Gesellschaftsstruktur seiner Zeit ist es nachvollziehbar, dass er dabei die Landwirtschaft als einzig wirklich produktiven Sektor auszeichnete.
 
17
Bei Quesnay existiert keine formale, explizite Definition des Nettoprodukts. Aus verstreuten Bemerkungen lässt sich jedoch ableiten, dass er dieses als die Differenz zwischen der von der produktiven Klasse (den Pächtern) eingesetzten Summe an Gebrauchswerten und der von ihr erzeugten Summe an Gebrauchswerten auffasste (Müller 2001, S. 13).
 
18
Diese Darstellung basiert ebenfalls auf Blaug (1985, S. 27, Table 1-1).
 
19
Adolph Wagner (Wagner 1876, S. 100) beschreibt die Situation wie folgt: „Alle solche Schätzungen des Volks- oder Nationaleinkommens und kaum weniger die noch häufigeren des Volksvermögens sind durchaus unsicher und grade in der Neuzeit trotz oder richtiger wegen der Fortschritte der exacten Statistik immer mehr als unbrauchbar erkannt worden. Aus diesem Grunde sind sogar Versuche solcher Schätzungen in der neuesten Zeit seltener geworden.“.
 
20
Ein weiterer Grund war sicherlich auch die politische Brisanz im Kontext des Deutsch-Französischen Krieges: Als Basis der Höhe der Reparationszahlungen wurden ebensolche Statistiken herangezogen (Clark 1940, S. 374).
 
21
Beispiele hierfür finden sich insbesondere in der Zeitschrift des Königlich Preussischen Statistischen Bureaus sowie der Zeitschrift des Sächsischen Statistischen Landesamtes: K. Nitschke, Einkommen und Vermögen in Preussen, 1902. Adolph Wagner, Weitere statistische Untersuchungen über die Verteilung des Volkseinkommens in Preussen auf Grund der neueren Einkommensteuer-Statistik (1892–1902) und Zur Methodik der Statistik des Volkseinkommens und Volksvermögens, 1904. E. Würzburger, Die sächsische Einkommensstatistik als Maßstab für die Beurteilung der Einkommensverhältnisse, 1904. K. Peris, Die Einkommen-Entwicklung in Preußen seit 1896, 1911. N. Tabacovici, Die Statistik der Einkommensverteilung mit besonderer Rücksicht auf das Königreich Sachsen, 1913. A. Friedman, Die Wohlstandsentwicklung in Preussen von 1891–1911, 1914. E. Fuhrmann, Das Volksvermögen und Volkseinkommen des Königreichs Sachsen, 1914.
 
22
Karl Helfferich war Geldtheoretiker und Schüler von Georg Friedrich Knapp. Er erhielt den Professorentitel, lehnte jedoch die beiden ihm angetragenen Lehrstühle ab. Er war Direktoriumsmitglied der Deutschen Bank und Mitglied des Zentralausschuss der Reichsbank. Später wurde er Staatssekretär des Reichsschatzamtes und des Reichsamtes des Innern sowie Vizekanzler (Born 1969).
 
23
Erstaunlicherweise zeigte sich die Ökonomenzunft der Weimarer Republik ablehnend gegenüber dieser quasi-amtlichen Wirtschaftsforschung. Wagemann und seine Mitarbeiter wurden als unkritische Datensammler diskreditiert. Diese Darstellung, die sich in der historischen Literatur gehalten hat, verzerrt die tatsächliche Bedeutung ihrer empirischen Arbeit (Tooze 1999, S. 530). So dominierten z. B. auf der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik 1926 in Wien kritische Stimmen, die an der Aussagekraft und Methodik solcher Berechnungen zweifelten und es ablehnten, die komplexen Wirtschaftsbeziehungen auf eine einzige Kennzahl zu reduzieren. Einige Statistiker sahen zwar einen möglichen Erkenntnisgewinn, doch die Mehrheit betrachtete die Volkseinkommensstatistik weiterhin eher als politische Stimmungsmache denn als wissenschaftlich fundiert Analyse (Lepenies 2013, S. 131).
 
24
Vergleiche zur Entwicklung der international Standards der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen Lepenies (2013, S. 98–122) sowie ein wenig theoretischer Nissen (2002, S. 345–348).
 
25
Diese ökonomische Kriminalgeschichte ist äußerst interessant und lesenswert. Vergleiche hierzu Galbraith (1981, S. 192–206).
 
Zurück zum Zitat Aspromourgos T (1996) On the origins of classical economics: distribution and value from William Petty to Adam Smith. Routledge, London, New York https://doi.org/10.4324/9780203434222CrossRef
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