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Über dieses Buch

Die Studie befasst sich damit, wie Mediennutzer den Wandel im Medienbereich erleben und wie sie mit ihm umgehen. Auf einer breiten theoretischen und empirischen Basis untersucht der Autor folgende Fragen: Wie erleben und bewerten Mediennutzer den Medienwandel? Welche Faktoren beeinflussen diese Beobachtungen und Bewertungen? Und vor allem: Welche Folgen haben Wahrnehmungen des Wandels für Einstellungen und Verhalten von Mediennutzern, z.B. für ihre Einstellung zur Medienerziehung, ihre Zahlungsbereitschaft für Medien oder ihr Stressempfinden? Der Band hilft der Medienforschung und der Medienpraxis, die Nutzer und ihre Reaktion auf neue Medien und andere Veränderungen im Medienbereich besser zu verstehen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Diese Arbeit befasst sich mit Wandel und mit dessen Wahrnehmung. Beide Phänomene beschäftigen die Menschheit schon lange. Bereits für die Vorsokratiker waren sie wichtige Themen. Dies verdeutlichen zwei weithin bekannte Aphorismen, die jeweils von Platon überliefert wurden. Das auf Heraklit zurückgeführte „panta rhei“ (wörtlich übersetzt: „alles fließt“) beschreibt den kontinuierlichen Wandel einer Welt, in der alles vom physikalischen Teilchen bis zur Gesellschaftsstruktur „im Fluss“ ist. Der „Homo-Mensura-Satz“ von Protagoras („Der Mensch ist das Maß aller Dinge: der Dinge, die sind, dass sie sind; der Dinge, die nicht sind, dass sie nicht sind.“) weist auf die Bedeutung der menschlichen Wahrnehmung hin. Platon interpretiert diesen Satz so, dass unterschiedliche Menschen die Dinge, die sie umgeben, auf unterschiedliche Weise wahrnehmen und dass diese Wahrnehmung entscheidend dafür ist, welche Bedeutung den Dingen für die einzelne Person zukommt.
Philipp Müller

2. Medienwandel als Gegenstand der Forschung

Zusammenfassung
In der jüngeren kommunikationswissenschaftlichen Literatur hat die Verwendung des Begriffs „Medienwandel“ Konjunktur (so z.B. bei Dührkoop, 1999; Faulstich, 2004a; Gonser, 2010; Harnischmacher, 2010; Jarren, 1994; Jarren et al., 2012; Krone, 2011b; Peiser, 2003; Rusch, 2007). Seine Verwendungskontexte reichen dabei von historischen Abhandlungen (Faulstich, 2004a) über Studien zur Journalistenausbildung (Harnischmacher, 2010), zur Mediennutzung (Peiser, 2003), zu medienstrukturellen Fragestellungen (Jarren et al., 2012) bis hin zu medienökonomischen Arbeiten (Dührkoop, 1999).
Philipp Müller

3. Die Wahrnehmung von Wandel

Zusammenfassung
Um die Mechanismen der Wahrnehmung des Medienwandels zu erschließen, erscheint es sinnvoll, zunächst die bereits vorliegenden Erkenntnisse zur Wahrnehmung von Wandel in verwandten Feldern zusammenzutragen. Zuvor sollte an dieser Stelle allerdings geklärt werden, was unter ‚Wahrnehmung‘ eigentlich zu verstehen ist. Nähert man sich dem Begriff in einem engeren psychologischen Verständnis, so ist Wahrnehmung stark mit Sinneseindrücken verbunden und beschreibt deren Aufnahme, Verarbeitung und Deutung (vgl. Anderson, 2007, S. 47–88; Gibson, 1979; Goldstein, 2002, S. 1–40).
Philipp Müller

4. Die Wahrnehmung des Medienwandels

Zusammenfassung
Nachdem in Kapitel 3 eine Vielzahl von Erkenntnissen zur Wahrnehmung von Wandel im Allgemeinen zusammengetragen wurde, soll dieses Wissen nun in den folgenden beiden Abschnitten auf die Wahrnehmung des Medienwandels angewandt und dabei systematisch erweitert werden. Im Vordergrund stehen dabei die drei bereits in der Einleitung formulierten Hauptfragen dieser Arbeit: (1.) Welche Wahrnehmungen des Medienwandels existieren unter den Mediennutzern? (2.) Wie werden diese Wahrnehmungen ausgebildet, wovon hängen sie ab, wie entstehen sie? (3.) Welche Folgen haben die Wahrnehmungen des Medienwandels für die Wahrnehmenden selbst, für Medienorganisationen und für Medien als gesellschaftliche Institutionen? Auf diese Fragen baut auch die Untergliederung des folgenden Abschnitts der Arbeit auf.
Philipp Müller

5. Zusammenfassung des Erkenntnisinteresses

Zusammenfassung
Bis zu diesem Punkt wurden in der vorliegenden Arbeit auf der Basis der existierenden Literatur Erkenntnisse und darüber hinausgehende Vermutungen und Erwartungen zur Wahrnehmung des Medienwandels, ihren Entstehungsbedingungen und möglichen Folgen hergeleitet und zusammengetragen. Wie bereits zu Beginn von Kapitel 4 erwähnt wurde, verstehen sich diese Ausführungen als eine zunächst möglichst breite Basis, auf deren Grundlage empirische Studien zum Thema durchgeführt werden können. Da das Themenfeld noch nicht in dieser Form systematisch erschlossen war, wurde dabei bewusst breit vorgegangen. Gleichzeitig wurde jedoch in Kapitel 4 bereits eine Reihe von Forschungsfragen markiert, die im zweiten Teil der Arbeit einer empirischen Prüfung unterzogen werden sollen.
Philipp Müller

6. Untersuchungsanlage

Zusammenfassung
Das Ziel der empirischen Exploration der Wahrnehmung des Medienwandels ist es, das Phänomen in seiner gesamten durch die bisherigen Ausführungen deutlich gewordenen Breite abzubilden. Bisher liegen keine vergleichbaren systematischen Untersuchungen vor, die die Wahrnehmung des Medienwandels explizit zu ihrem Gegenstand machen. Die vorliegende Studie zielt daher darauf ab, das Forschungsfeld breit zu erschließen. Zwangsläufig müssen dabei einige der in Kapitel 4 angesprochenen Zusammenhangsvermutungen unüberprüft bleiben. Der empirisch breite Zugang geht also bisweilen zu Lasten der Tiefe in Bezug auf einzelne Teilfragen.
Philipp Müller

7. Ergebnisse

Zusammenfassung
Die Darstellung der Untersuchungsergebnisse ist im Folgenden entlang der Forschungsfragen strukturiert, die in Kapitel 5 zusammengefasst wurden. Die meisten dabei präsentierten Auswertungen wurden mit den Daten der Hauptstudie vorgenommen. Vereinzelt kommen auch Daten der Vorstudie zum Einsatz. Dies ist jeweils deutlich gekennzeichnet. Die Ergebnisdarstellung ist in drei Abschnitte untergliedert. Zunächst werden grundsätzliche Erkenntnisse zur Wahrnehmung des Medienwandels (Kapitel 7.1) und ihren Entstehungsbedingungen (Kapitel 7.2) zusammengetragen.
Philipp Müller

8. Fazit

Zusammenfassung
Die vorliegende Studie hat sich mit der Rolle der Mediennutzer in den Veränderungsprozessen im Medienbereich befasst. Zu diesem Zweck sollten die medienbezogenen Einstellungen und das medienbezogene Verhalten der Nutzer im Kontext des Medienwandels erklärt werden. Es wurde argumentiert, dass die individuelle Wahrnehmung des Medienwandels hierzu einen Schlüssel darstellt. Diese Argumentation beruht auf der Grundannahme, dass sämtliche umweltbezogenen Kognitionen und Verhaltensweisen von Menschen unter dem Eindruck der Wahrnehmung dieser Umwelt entstehen. Der Wahrnehmung von Wandel dürfte dabei eine besondere Bedeutung zukommen.
Philipp Müller

Backmatter

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