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Über dieses Buch

Ruth Hasberg untersucht, wie Menschen in Deutschland und den USA Einkommensungleichheit perzipieren. Da nicht jeder Mensch die gleiche Meinung zu Ungleichheit und Verteilungsgerechtigkeit, Gesellschaftsstruktur und Umverteilung besitzt, geht die Autorin der Frage nach, von welchen Faktoren diese Wahrnehmung beeinflusst wird. Spielt es eine Rolle, wie vermögend, gebildet oder alt die Menschen sind? Welchen Einfluss hat das Land, in dem die Menschen leben, auf die Wahrnehmung von Einkommen und deren Ungleichheit? Es wird gezeigt, dass soziodemographische Merkmale nicht so sehr die Wahrnehmung und Bewertung von Einkommensungleichheit beeinflussen, wie der nationalstaatliche Hintergrund und dass diese Wahrnehmung eng geknüpft ist an das empfundene Glück der Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung: Die Wahrnehmung von Einkommensungleich-heit als Forschungsgegenstand

Einkommensungleichheit ist in den vergangenen Jahren in Deutschland als auch den USA deutlich angestiegen. Damit einher geht eine vernehmliche, öffentliche Diskussion – sowohl in der deutschen, als auch amerikanischen Gesellschaft – mit besonderer Vielschichtigkeit, die oft auch in Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit geführt wird: Schrumpfende Mittelschichten, steigende Armut, soziale Exklusion am unteren aber auch am oberen Ende der Gesellschaft. Häufung von Reichtum sowie Gedanken zur Umverteilung, Versorgung und Teilhabe sind ebenfalls Gegenstand der Debatte sowohl in der Öffentlichkeit, den Medien bzw. der Politik, als auch im Privatraum – auch oder besonders in so reichen Ländern wie Deutschland und den USA.

Ruth Hasberg

Chapter 2. Dimensionen sozialer Ungleichheit

Die Untersuchung der Wahrnehmung und Beurteilung von Einkommensungleichheit berührt zentrale Fragen der sozialen Ungleichheitsforschung und der Sozialstrukturanalyse, da es zum einen um eine Form von sozialer Ungleichheit und zum anderen um die Beurteilung von Sozialstruktur geht. Einkommen führen zu sozialen Positionen und können damit ungleiche Bedingungen für Mitglieder einer Gesellschaft schaffen. Zwar ist der Begriff der sozialen Ungleichheit nicht eindeutig definiert; in der Soziologie findet man jedoch etliche kritische Diskurse darüber, welche Dimensionen hierzu zählen.

Ruth Hasberg

Chapter 3. Zum Begriff der Wahrnehmung

„Alles was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt.“ Der auf den ersten Blick einfach klingende Satz bezeichnet den Kompromiss des Konstruktivismus, dass eine objektive Wahrnehmung subjektiv nicht möglich ist, eine äußere und eine innere Welt gleichermaßen existiert und nicht voneinander trennbar sind. Man geht davon aus, dass ein erkannter Gegenstand vom Betrachter selbst durch den Vorgang des Erkennens konstruiert wird.

Ruth Hasberg

Chapter 4. Soziale Ungleichheit als Forschungsgegenstand im Wandel der Zeit

Die Diskussion um soziale Ungleichheiten befindet sich im steten Wandel. Sie wird vor allem immer umfangreicher und vielschichtiger. Hradil schreibt, dass wir uns heute von einem System entfernt haben, in welchem man definitiv einer sozialen Schicht zugeteilt werden könne und sich dieser dann auch zugehörig fühle.

Ruth Hasberg

Chapter 5. Forschungsdesign und Methode

Die Frage nach der Wahrnehmung von Einkommensungleichheit in Deutschland und in den USA soll in der hier vorliegenden Arbeit empirisch beantwortet werden und orientiert sich hauptsächlich an subjektiv wahrgenommenen und bewerteten Aspekten gesellschaftlicher Zusammenhänge. Es soll evaluiert werden, ob und wie die Menschen Einkommensungleichheiten innerhalb ihrer jeweiligen Gesellschaft wahrnehmen und wovon die Wahrnehmung letztendlich abhängt. Die Beantwortung dieser Fragen ist ausschließlich über den Weg der empirischen Sozialforschung möglich: „Subjektive Indikatoren unterscheiden sich von objektiven darin, daß sie nur auf dem Wege der Befragung ermittelt werden können und daß der Befragte dabei nicht nur Informant, sondern auch als eine Instanz angesprochen wird, die persönliche Bewertungen abgibt oder Präferenzen äußert.“

Ruth Hasberg

Chapter 6. Wie wird Einkommensungleichheit in Deutschland und den USA wahrgenommen?

Einkommensungleichheiten sind in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Die sogenannte Schere zwischen Arm und Reich hat sich sowohl in Deutschland, als auch in den USA vergrößert. Als eine wesentliche Determinante von sozialer Ungleichheit bzw. als ein „wertvolles Gut“, ist Einkommen nach wie vor eine der relevantesten Dimensionen zur Beeinflussung der sozialen Position eines Individuums innerhalb des Gesellschaftsgefüges.

Ruth Hasberg

Chapter 7. Ist Einkommensungleichheit legitim?

Soziale Gerechtigkeit ist Bestandteil der gesellschaftlichen Diskussion um Einkommensungleichheit und soziale Ungleichheit im Allgemeinen. Es wird von einer zu großen „Schere“ zwischen Arm und Reich, der notwendigen gerechten Verteilung von Gütern, Chancen und Möglichkeiten gesprochen. Oftmals wird mit Gerechtigkeit Gleichheit gemeint, nicht immer aber Ergebnisgleichheit, sondern auch Chancengleichheit, die in gewissem Maße in Deutschland bereits gesetzlich verankert wurde.

Ruth Hasberg

Chapter 8. In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Der Aufbau einer Gesellschaft wird häufig eng geknüpft an Ideen bezüglich einer möglichen Einkommensverteilung bzw. ökonomischer Verhältnisse und Bedingungen. Peter A. Berger und Volker H. Schmidt stellen fest, dass diese Art der ökonomischen Einteilung noch in der Nachkriegszeit gängige Praxis war, heute jedoch – zumindest in der Wissenschaft – so nicht mehr angewendet wird. Dennoch geht die Vorstellung von einem „besser“ oder „schlechter“ gestellt sein innerhalb einer Gesellschaft in der Bevölkerung auch heute häufig mit Vorstellungen über die Verteilung von Einkommen bzw. Geld als wesentliche Determinante einher.

Ruth Hasberg

Chapter 9. Konfliktrisiko als Ergebnis von Ungleichheit?

Aus Ungerechtigkeitsempfindungen bzw. der Wahrnehmung von Ungerechtigkeit, können Konflikte resultieren. Nur wenn soziale Normen eingehalten werden oder Veränderungen auf Basis einer breiten Legitimation bzw. Zustimmung erfolgen, ist ein gewisser sozialer Friede gesichert. So ist beispielsweise „Reichtum […] ein struktureller Tatbestand moderner Gesellschaften und bedarf der Akzeptanz durch die gesamte Bevölkerung, um die gesellschaftliche Kohäsion nicht zu gefährden.“

Ruth Hasberg

Chapter 10. Subjektives Wohlbefinden – oder: Wie glücklich sind die Deutschen und die US-AmerikanerInnen?

„Es kommt nicht nur auf die tatsächlichen Lebensumstände und die gesellschaftlich geprägten Chancen an, ein gutes Leben zu führen, sondern auch darauf, wie die Verhältnisse subjektiv empfunden werden und ob sich vermeintlich vorteilhafte Lebensumstände auch in einem positiven Lebensgefühl niederschlagen.“ Subjektives Wohlbefinden ist eine weitere Dimension der wahrgenommenen Lebensqualität als gesellschaftliche Zielvorstellung in der Moderne. Diese wird zusammen mit Lebensstandard, Gerechtigkeitsempfinden und Konfliktwahrnehmung dem Konzept des Wirtschaftswachstums gegenübergestellt, um anders Aussagen über die Entwicklung einer Gesellschaft treffen zu können, eben mit einer Verrückung des Fokus – weg von der ökonomischen Perspektive, hin zum Wohlbefinden der Menschen.

Ruth Hasberg

Chapter 11. Die Wahrnehmung von Einkommensungleichheit in Deutschland und den USA

In beiden Ländern – so ist deutlich geworden – ist die wachsende Einkommensungleichheit ein Fakt: nicht nur die objektiven Daten von internationalen Organisationen beweisen die wachsende Ungleichheit, sondern auch die gefühlte oder wahrgenommene Perspektive belegt dies. Zudem ist deutlich geworden, dass der Aspekt der Wahrnehmung zusammen mit den daraus resultierenden Konsequenzen bislang in der soziologischen Forschung vernachlässigt wurde. Die faktische, bzw. ökonomische Darstellung von Einkommensungleichheit sollte bislang reichen, wenn es um Ungleichheit ging.

Ruth Hasberg

Backmatter

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