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19.07.2017 | Dieselgate | Nachricht | Onlineartikel

Daimler ruft drei Millionen Dieselfahrzeuge zurück

Autor:
Patrick Schäfer

Wegen zu hoher Stickstoffoxid-Emissionen will Daimler drei Millionen Diesel-Motoren in Europa umrüsten. Die Maßnahme ist Teil eines "Zukunftsplans für Dieselantriebe". Betroffene Fahrzeuge erhalten eine neue Software.

Bereits im vergangenen Jahr wurden 270.000 Diesel-Pkw von Mercedes-Benz in die Werkstätten gebeten, um den Stickoxid-Ausstoß zu verringern. Der nun geplante Rückruf umfasst laut Daimler "nahezu alle Euro-5- und Euro-6-Fahrzeuge von Mercedes-Benz". Konkret handelt es sich um die Motoren mit der internen Bezeichnung OM 642 und OM 651. Die mit dem Kraftfahrt-Bundesamt koordinierte Aktion soll rund 220 Millionen Euro kosten und in den kommenden Wochen beginnen.

Laut verschiedenen Medienberichten soll Daimler bei den betroffenen Fahrzeugen die Abgaswerte manipuliert haben. Den aktuellen Rückruf will das Unternehmen aber als freiwillige und serviceorientierte Maßnahme sehen: "Die öffentliche Debatte um den Diesel sorgt für Verunsicherung – allen voran bei den Kundinnen und Kunden. Wir haben uns deshalb für weitere Maßnahmen entschieden, um den Dieselfahrern wieder Sicherheit zu geben und um das Vertrauen in die Antriebstechnologie zu stärken", sagte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender bei Daimler und Leiter Mercedes-Benz Cars. Die Änderungen an der Software sollen für die Fahrzeughalter kostenlos sein und etwa eine Stunde dauern.

Neue Motorengeneration nicht betroffen

Der zweite Teil des "Zukunftsplans" sieht die schnelle Einführung der neuen Motorengeneration vor, die nicht vom Rückruf betroffen ist. Der Vierzylinder-Diesel OM 654, der in der neuen Mercedes-Benz E-Klasse debütierte, soll bald in allen Baureihen verfügbar sein. Dieser Motor zeigt laut Hersteller, dass der Dieselantrieb die künftig geltenden, strengen Emissionsvorschriften der EU erfüllen kann.

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