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03.08.2017 | Dieselmotor | Kommentar | Onlineartikel

Der Dieselmotor zwischen Optimierung und Verteufelung

Autor:
Patrick Schäfer

Verbesserungen geplant, Verbote nicht abgewendet. Auf drei Themenfeldern – Politik, Recht und Technik – wurde diese Woche über den Diesel gestritten. Nach dem sogenannten Diesel-Gipfel bleiben immer noch Fragen offen. 

Um etwas gegen die zu hohen NOx-Werte in deutschen Städten zu unternehmen, haben sich die Autohersteller auf dem "Nationalen Forum Diesel" bereit erklärt, kostenlos Software-Updates aufzuspielen. Volkswagen, Porsche, Audi, Mercedes, BMW, Opel und Ford rüsten insgesamt über fünf Millionen Fahrzeuge der Schadstoff-Klassen Euro 5 und Euro 6 um. 

Von einer möglichen Stickoxid-Reduzierung zwischen 25 und 30 Prozent ist die Rede. Zusätzlich sollen Kaufanreize für Besitzer älterer Dieselautos der Klassen Euro 1 bis Euro 4 geschaffen werden und insgesamt 500 Millionen Euro in einen Mobilitätsfond fließen. Damit hat die Automobilindustrie die Vertreter der Politik vorerst beschwichtigen können – aber reicht das aus, um die NOx-Werte effektiv zu reduzieren und drohende Fahrverbote zu verhindern? 

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01.06.2017 | Im Fokus | Ausgabe 6/2017

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Nachdem motorseitig in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen zur Verbrauchseinsparung unternommen worden sind, geraten jetzt die Kraftstoffe stärker ins Blickfeld.

Diskussion über drohende Fahrverbote 

Nicht nur das Landgericht Stuttgart hat sich in seinem Urteil gegen eine reine Software-Lösung ausgesprochen – auch die Deutsche Umwelthilfe, die geklagt hatte, wird dieses Ergebnis wohl nicht einfach so hinnehmen. Hilfestellung für den Diesel und gegen Fahrverbote kam pünktlich zum Gipfel von juristischer Seite: In einer Analyse im Auftrag des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall kommt Verfassungsrechtler Christofer Lenz zu dem Schluss, dass Landesbehörden ohne gesetzlichen Rahmen auf Bundesebene Fahrverbote gar nicht anordnen dürfen. 

Denn laut geltendem Recht dürfen derzeit nur Fahrzeugen mit gelber oder roter Plakette die Einfahrt in bestehende Umweltzonen verwehrt werden. Das gilt nicht für Fahrzeuge mit grüner Plakette, auch wenn es sich um Dieselautos handelt. Südwestmetall-Chef Stefan Wolf gibt der Landesregierung Baden-Württemberg Tipps zum weiteren rechtlichen Vorgehen. Sie solle gegen das Urteil in der nächsten Instanz in Berufung gehen, anstatt eine sogenannte Sprungrevision direkt zum Bundesverwaltungsgericht einzulegen, damit bisher nicht berücksichtigte Sachverhalte geprüft werden könnten. Ob und wann Fahrverbote für Dieselfahrzeuge wirklich kommen, scheint also noch lange nicht geklärt.

Ausweg aus dem CO2-Dilemma

Auch wenn der Dieselmotor aktuell in die Diskussion geraten ist, sind die Zukunftsperspektiven des effizienten Selbstzünders nicht schlecht. Auf technischer Seite bietet der Dieselmotor noch weiteres Potenzial für Optimierungen. So werden Katalysatorheizen und der Einsatz eines 48-V-Systems im Artikel Systembetrachtung für effiziente und saubere Dieselmotoren aus der MTZ 7/8 2017 genannt, um zukünftige RDE-Zielwerte zu unterbieten. Technische Optimierung sind dringend nötig, denn Deutschland wird das Ziel, bis 2050 seine CO2-Emissionen zu 95 Prozent zu reduzieren, höchstwahrscheinlich verfehlen. 

Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet der Betrieb von Verbrennungsmotoren mit alternativen Energieträgern aus regenerativen Quellen, die gänzlich CO2-neutral sein könnten und den Kraftstoffsektor revolutionieren sollen" so Richard Backhaus im Artikel Alternative Kraftstoffe CO2-neutral in die Zukunft aus der MTZ 6/2017.

Continental konnte kurz vor dem Diesel-Gipfel den erfolgreichen Einsatz von Oxymethylenether (OME) in Dieselautos vermelden. In Tests wurde der CO2-Ausstoß bei nahezu rußfreier Verbrennung weiter reduziert. 

Die Erforschung zur klimaneutrale Erzeugung synthetischer Kraftstoffe läuft auf vollen Touren. Schaffen es die Automobilhersteller, den Dieselmotor weiter zu optimieren, kann er bis zur endgültigen Umstellung auf Elektromobilität als umweltfreundliche Brückentechnologie fungieren. 

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.07.2017 | Entwicklung | Ausgabe 7-8/2017

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Germany

Quelle:
The Dieselgate

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