Skip to main content
main-content

15.06.2016 | Dieselmotor | Nachricht | Onlineartikel

Der Dieselmotor lebt

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Der Dieselmotor steht seit der Abgasaffäre in der Kritik. Sind die Tage für den Selbstzünder also gezählt? Nein, denn er bietet nach wie vor ein großes Potenzial zur Verbrauchs- und Emissionssenkung.

Immer striktere Emissionsgrenzwerte, veränderte Testbedingungen - wie durch die bevorstehenden Real Driving Emissions (RDE) - und die zunehmend kritische Wahrnehmung des Dieselmotors in der Öffentlichkeit stellen die Entwickler von Dieselmotoren vor große Herausforderungen. Dabei hat der Dieselmotor noch viel Potenzial, das in Zukunft genutzt werden kann. Das ist der Tenor auf der 2. internationalen FEV-Konferenz "Diesel Powertrains 3.0", die noch heute, 15. Juni 2016, in Leipzig stattfindet.

Dieselmotor mit Potenzial

Die Diesel-Technologie wird zumindest in Europa eine wichtige Rolle spielen, um die hohen CO2-Flottenemissionen bis 2020 und darüber hinaus zu erreichen. Davon ist Heinrich Dismon, Chief Technology Officer bei KSPG, überzeugt. Insbesondere im Bereich der On-Road Trucks gäbe es keine realistische Alternative zum Dieselmotor. Generell werde die Zukunft aber von einer Vielfalt an Antriebskonzepten geprägt sein, wobei der Verbrennungsmotor, der die kommenden Jahrzehnte noch eine wichtige Rolle spielen wird, durch die alternativen Antriebskonzepte immer stärker unter Druck gerät.

Autohersteller werden das Potenzial des Verbrennungsmotors zunächst voll ausschöpfen, bevor sie eine größere Verlagerung zugunsten der elektrischen Fahrzeuge einleiten, glaubt Timothy Johnson, Director Emerging Technologies and Regulations bei Corning. Doch wird der Ottomotor den Diesel überholen? Für Johnson steht zumindest fest: Der Dieselmotor kann weiterhin verbessert werden. Die Herausforderungen bezüglich der NOx-Emissionen ließen sich in den Griff bekommen.

Zwei Lösungen: kombinierter Diesel-CNG-Motor und holzbasierter Dieselkraftstoff

Wie ein Konzept zur Reduzierung von Betriebskosten und CO2-Emissionen bei Dieselmotoren in Nutzfahrzeugen aussehen kann, hat Heiko Beil von Daimler präsentiert. Konkret geht es um einen Mercedes-Benz Sprinter mit Vierzylinder-Dieselmotor (OM 651) und BlueTec-Clean-Diesel-Technologie, erweitert um ein CNG-System. Die Idee dahinter: Eine kombinierte CNG- und Diesel-Verbrennung mit einer größtmöglichen Substitution von Diesel, ohne Einschränkungen beim reinen Dieselbetriebsmodus. Das soll in erster Linie Vorteile bei der Total Cost of Ownership (TCO) bringen - auf der Strecke Stuttgart-Leipzig ließe sich so ein Preisvorteil von rund 14 Prozent erzielen.

Welchen Anteil Kraftstoffe bei der Minderung der CO2-Emissionen in modernen Pkw-Dieselmotoren haben können, war Thema des Vortrags von Ville Vauhkonen des finnischen Forst- und Papierkonzerns UPM. Genauer geht es um den Dieselkraftstoff "UPM BioVerno", dessen Rohmaterial Tallöl ist, einer der Rückstände aus der Zellstoffproduktion. Dieser holzbasierte und erneuerbare Dieselkraftstoff sei praktisch frei von Aromaten und weise eine höhere Cetanzahl auf als konventioneller EN590 Dieselkraftstoff, wie Vauhkonen erläutert. Rund 80 Prozent geringere Treibhausgasemissionen verglichen mit herkömmlichen Diesel seien mit BioVerno Diesel möglich.

FEV-Konferenz "Diesel Powertrains 3.0"

Die 2. internationale FEV-Konferenz "Diesel Powertrains 3.0" findet am 14. und 15. Juni 2016 in Leipzig statt. Fast 90 Branchenexperten diskutieren aktuelle und zukünftige Anforderungen und Entwicklungen rund um moderne Dieselmotortechnologien. Besonderes Augenmerk liegt neben klassischen Optimierungen und neuen Technologien am Grundmotor insbesondere auf den Trends "CO2-Reduktion und Luftreinhaltung" inklusive unterstützenden Elektrifizierungsansätzen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

24.02.2016 | Emissionen | Nachricht | Onlineartikel

Helmut Tschöke: "Dieselmotor nicht verteufeln"

02.11.2015 | Motorentechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Dieselmotoren am Scheideweg

Premium Partner

    Bildnachweise