Zum Inhalt

Digitale Freihandelszonen: Staatlich unterstützte Plattformisierung und ihre Auswirkungen auf den E-Commerce und Logistiksektor in Malaysia

  • Open Access
  • 29.10.2024
  • Angewandte Geographie
Erschienen in:

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …

Zusammenfassung

Der Beitrag untersucht die Struktur und Auswirkungen der Digitalen Freihandelszone (DFTZ) in Malaysia, insbesondere die Rolle von Alibaba und staatlicher Unterstützung im E-Commerce und Logistiksektor. Es wird analysiert, wie digitale Plattformen die Logistikinfrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen. Die DFTZ, eine Kooperation zwischen Alibaba und der malaysischen Regierung, zielt darauf ab, den grenzüberschreitenden E-Commerce zu fördern und KMUs an die eWTP anzubinden. Durch die Analyse von Interviews mit Akteuren aus Logistik, E-Commerce und staatlichen Institutionen wird ein vertieftes Verständnis der Rolle digitaler Plattformunternehmen und deren Auswirkungen auf Logistikinfrastrukturen gewonnen. Der Beitrag beleuchtet auch die Herausforderungen und politischen Dynamiken, die die Umsetzung und Wirkung der DFTZ beeinflussen.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Einleitung

Der Einfluss digitaler Plattformen auf den Einzelhandel (Hardaker 2022; Jia und Kenney 2021), sowie auf dessen Logistik (Coe 2020; Helwing et al. 2023) nimmt stetig zu. Insbesondere für digitale Plattformen, die im E‑Commerce-Sektor tätig sind und Fulfillment-Lösungen anbieten, ist die Nutzung physischer Infrastrukturen wie Logistikzentren und Hubs entscheidend (Foster 2023). Während in den USA und Europa Amazon einer der wichtigsten E‑Commerce Anbieter ist, auf den in Deutschland mehr als jeder zweite Euro im Onlinehandel entfällt (HDE 2024), dominieren im asiatischen Raum vor allem chinesische E‑Commerce-Giganten wie Alibaba, JD.com und Pinduoduo. Diese spielen zunehmend im Rahmen der Silk Road E‑Commerce Initiative eine zentrale Rolle (Nouwens 2022). Diese Initiative, Teil von Chinas Digital Silk Road und der Belt and Road Initiative (Koepp 2022), zielt darauf ab, den grenzüberschreitenden digitalen Handel zu fördern. Besonders in Ländern des Globalen Südens wird die digitale Wirtschaft, einschließlich des E‑Commerce, als Chance gesehen, Wohlstand zu steigern und die wirtschaftliche Position zu verbessern. Viele Regierungen bemühen sich daher, die Digitalisierung des Einzelhandels voranzutreiben und mit etablierten Technologieunternehmen zusammenzuarbeiten.
Bis Mitte 2024 hat die Volksrepublik China E‑Commerce-Kooperationsmemoranden mit 22 Ländern unterzeichnet und bilaterale E‑Commerce-Kooperationsmechanismen etabliert (MOFCOM 2022, S. 4). Ein zentraler Bestandteil dieser Kooperationen ist die electronic World Trade Platform (eWTP), eine von Alibaba geführte Initiative, die den globalen Handel, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), durch digitale Marktplätze und umfassende Unterstützungsdienste erleichtern soll. Diese Unterstützung umfasst den Zugang zu E‑Fulfillment-Zentren, vereinfachte Zollabwicklungen sowie Schulungen, um die digitalen Fähigkeiten der KMUs zu verbessern und ihre Geschäftsstrategien an die Anforderungen des internationalen Handels anzupassen. Diese Maßnahmen sollen den Zugang zu globalen Märkten erleichtern und Logistikprozesse optimieren. Dabei repräsentiert die eWTP den Versuch, durch öffentlich-private Partnerschaften ein globales digitales Handelssystem unter chinesischer Führung der Privatwirtschaft zu etablieren.
Im November 2017 wurde in Malaysia die erste Digitale Freihandelszone (DFTZ) in Kooperation mit Alibaba und der malaysischen Regierung eröffnet, gefolgt von einer weiteren DFTZ in Thailand im Dezember 2022. Diese Zonen, die als neue Form der Sonderwirtschaftszonen diskutiert werden (Aggarwal 2022), veranschaulichen die Integration digitaler und physischer Infrastrukturen, um den grenzüberschreitenden E‑Commerce zu fördern und KMUs an die eWTP anzubinden (Chin et al. 2023; Yean 2018; Yean und Yi 2020a). Song Juntao, Generalsekretär der eWTP, erklärte, dass diese Zonen die erfolgreiche Replikation des chinesischen E‑Commerce-Modells darstellen, das in den letzten zehn Jahren in China an Beliebtheit gewonnen hat (Koty 2023).
Bisher gibt es nur wenige Studien zur Infrastruktur der DFTZ und deren Auswirkungen. Erste Untersuchungen konzentrieren sich auf potenzielle wirtschaftliche Ergebnisse sowie Herausforderungen (Choy 2017; Midoun und Ismail 2018). Die Ausgestaltung der Kooperationen und der Zonen sowie die Auswirkungen der Zonen auf die lokale Wirtschaft und die regionale Entwicklung bleiben jedoch unklar.
Der vorliegende Beitrag untersucht die Strukturen der DFTZ in Malaysia, um ein besseres Verständnis für die Rolle digitaler Plattformunternehmen und deren Auswirkungen auf Logistikinfrastrukturen zu gewinnen, sowie die Rolle staatlicher Institutionen zu erörtern. Konkret möchte der Beitrag folgende Fragen beantworten: Wie beeinflussen digitale Plattformunternehmen wie Alibaba die Logistikinfrastruktur und die wirtschaftliche Entwicklung durch die DFTZ Malaysias? Inwiefern trägt die DFTZ zur Integration von physischen und digitalen Infrastrukturen bei und welche Rolle spielen staatliche Institutionen in diesem Prozess?
Dafür wurden zwischen Mai und Juni 2024 sechs explorative Expert*inneninterviews mit Akteuren aus den Bereichen Logistik, E‑Commerce, Wissenschaft und staatlichen Institutionen in Malaysia durchgeführt. Unter den Befragten waren ausschließlich Personen in Führungspositionen, darunter auch die Leiterin der DFTZ-Abteilung in der Malaysia Digital Economy Corporation (MDEC), einer Agentur unter dem Ministerium für Digitales. Mit Ausnahme eines Interviews, das via Zoom stattfand, wurden alle Gespräche vor Ort in Kuala Lumpur geführt. In den Interviews wurden erste Erfahrungen, Erwartungen und Kritikpunkte erhoben und diskutiert. Durch die Analyse der DFTZ in Malaysia liefert dieser Beitrag vertiefte Einblicke in die komplexen Wechselwirkungen zwischen staatlicher Politik und digitaler Wirtschaftsentwicklung. Er trägt damit zu einem tieferen Verständnis der Auswirkungen digitaler Plattformunternehmen auf die Gestaltung zukünftiger Handels- und Logistiklandschaften bei.
Der Beitrag ist wie folgt gegliedert: Nach einer kurzen Einführung in den malaysischen E‑Commerce-Sektor und die Rolle chinesischer Plattformen wie Alibaba und dessen eWTP-Initiative, erörtert der dritte Abschnitt die physische und digitale Infrastruktur der Digitalen Freihandelszone. Im vierten Kapitel werden die Gründe für die Einrichtung der Zone sowie ihre Auswirkungen auf die Handels- und Logistiklandschaft diskutiert. Kapitel fünf schließt mit einem Fazit.

E-Commerce und Alibaba in Malaysia

Malaysia ist eine der am schnellsten wachsenden E‑Commerce-Regionen der Welt, nur übertroffen von Indonesien, dem größten E‑Commerce-Markt Südostasiens (Yin et al. 2021; siehe Abb. 1).
Abb. 1
Entwicklung des E‑Commerce Umsatzes in Malaysia zwischen 2017 und 2029. (Eigene Darstellung nach Statista 2024)
Bild vergrößern
Entsprechend groß ist das Interesse chinesischer Plattformbetreiber, im malaysischen Markt zu agieren. Malaysia befindet sich strategisch günstig gelegen an der Straße von Malakka und dem Südchinesischen Meer. Das Land gehört bislang zu den aktiven Teilnehmern der Belt and Road Initiative (BRI; Gomez et al. 2020) und nutzt intensiv chinesische digitale Technologien, insbesondere die von Alibaba (Carney 2023; siehe Tab. 1).
Im November 2016 ernannte die damalige Regierung unter Premierminister Najib Razak Jack Ma, den Gründer von Alibaba, zum Berater. Durch die Partnerschaft mit Alibaba beabsichtigt die Regierung, den E‑Commerce durch Aufbau von Infrastruktur, Kompetenzen und Wissenstransfer zu fördern (Neilson 2022). Damit soll u. a. die globale Wettbewerbsfähigkeit malaysischer Unternehmen gestärkt werden (Cheh 2017). Dieser Schritt führte zur offiziellen Einweihung der DFTZ im Jahr 2017 (Neilson 2022). Bei dieser Gelegenheit betonte Jack Ma die Bedeutung einer modernen Seidenstraße im digitalen Zeitalter, inspiriert von der antiken Seidenstraße. Dies markierte auch den Beginn der electronic World Trade Platform (eWTP), einer von Jack Ma initiierten digitalen E‑Commerce- und Logistikinitiative, die sich für harmonisierte Standards und reduzierte Handelshemmnisse im globalen E‑Commerce einsetzt (eWTP 2024).
Bislang wurden 29 Absichtserklärungen, unter anderem mit den Regierungen der Philippinen, Thailands und Singapurs, unterzeichnet. Foster (2023) spricht von „Alibaba-Diplomatie“, wenn Jack Ma und die jeweiligen Regierungschefs diese Kooperationen im Rahmen hochkarätiger politischer Veranstaltungen präsentieren. Diese Strategie ermöglicht es den Staatsoberhäuptern, ihre Digitalisierungsbestrebungen öffentlichkeitswirksam hervorzuheben und so ihr Ansehen zu steigern. Die eWTP wurde bisher in Ländern wie Mexiko, Belgien, Äthiopien und Malaysia eingeführt (Hamersma 2021; Johnston 2021; Lefèvre und Wiart 2020; Vila Seoane 2020b; siehe Abb. 2), ein weiterer Standort ist in Kambodscha geplant (eWTP 2023).
Abb. 2
eWTP-Standorte und Mitgliedsstaaten. (Eigene Darstellung auf Basis von verschiedenen Quellen, u. a. Johnston 2021, Bangkok Post 2019; eWTP 2023, 2024; Liege Airport 2018; SCMP 2022; YiwuNews 2019)
Bild vergrößern

Die Digitale Freihandelszone

Vor der Einführung der DFTZ hatten 28 % der malaysischen Unternehmen eine Onlinepräsenz, und lediglich 15 % exportierten ihre Produkte (Digital News Asia 2018). Das Ministerium für Investitionen, Handel und Industrie erwartet, dass die DFTZ einen bedeutenden Einfluss auf die malaysische Wirtschaft haben wird, indem sie bis zu 80 % der KMUs bei der Integration in E‑Commerce-Aktivitäten unterstützt (MITI 2018). Die DFTZ verfolgt drei Hauptziele: (1) die Vereinfachung des internationalen Einkaufs malaysischer Waren über globale E‑Commerce-Plattformen, (2) die Förderung der Exporte von KMUs und (3) die Stärkung Malaysias als zentraler Fulfillment-Hub in Südostasien, um globalen E‑Commerce-Unternehmen den Marktzugang zu erleichtern und regionale Verbraucher*innen besser zu bedienen (Abdulaziz 2022).
Die DFTZ wurde ursprünglich mit drei Hauptkomponenten konzipiert: einem eFulfillment-Hub, einem Satellitenservice-Hub und einer eServices-Plattform (Aggarwal 2022). Der eFulfillment-Hub am Kuala Lumpur International Airport (KLIA) Aeropolis wurde speziell entwickelt, um das Cluster als Luftfahrt‑, Luftfracht- und Logistikhub zu stärken (siehe Abb. 3). Einige physische Knotenpunkte bestehen bereits landesweit, z. B. am Port Klang, und weitere sind in Planung an anderen Flughäfen wie dem Penang International Airport und Grenzübergängen wie Bukit Kayum Hitam an der thailändischen Grenze, um den Transport per Schiff und Schiene zu verbessern (Aggarwal 2022, S. 24; Yean 2018, S. 3; siehe Abb. 3).
Abb. 3
Schematische Darstellung der digitalen Freihandelszone. (Eigene Darstellung auf Basis von verschiedenen Quellen, u. a.: Aggarwal 2022; Neilson 2022; MITI 2018; Chin et al. 2023; Yean 2018; Yean und Yi 2020; McSpadden 2017; Gomez et al. 2020; Cheh 2017; Kumar und Kaur 2018; Penang Institute 2023; Buletin Mutiara 2022; KLIA Aeropolis 2020; DW 2017; sowie den Expert*inneninterviews 2024)
Bild vergrößern
Die erste Phase der DFTZ entstand 2017 durch eine Zusammenarbeit des malaysischen Bodenlogistikdienstleister PosAviation und Lazada, einer südostasiatischen E‑Commerce-Plattform, an der Alibaba mittlerweile eine Mehrheitsbeteiligung hält (siehe Tab. 1). Dieser teilautomatisierte Hub ist auf Expresslogistik, Cross-Docking und Coolports spezialisiert (Neilson 2022: 125). Im Jahr 2020 wurde schließlich der ASEAN eServices Hub eröffnet, ein Joint Venture der Alibaba-Logistiktochter Cainiao (70 %) und Malaysia Airport Holdings Berhad (MAHB; 30 %), einem führenden malaysischen Unternehmen im Flughafenmanagement (Chin et al. 2023, S. 43). Dieser Hub zielt darauf ab, die regionalen Logistikaktivitäten in Südostasien zu unterstützen und umfasst ein eigenes Cargo-Terminal, Warenhäuser und Verteilzentren (Neilson 2022: 121). Zukünftig sollen im angrenzenden Logistikpark zudem Mehrwertdienstleistungen wie Labeling, Montage- und Verpackungsdienstleistungen angeboten werden (Yean und Yi 2020).
Tab. 1
Eine Auswahl von Alibabas Aktivitäten und Beteiligungen im malaysischen E‑Commerce-Markt. (Eigene Zusammenstellung, verschiedene Quellen, u.a. Gwee 2022)
Bereich
Beschreibung
Logistikzentrum
Ein Logistik Hub von Cainiao, Alibaba-Tochterunternehmen wurde 2017 auf dem Flughafengelände in Kuala Lumpur gebaut (siehe Abb. 4)
Digitale Freihandelszone
Zusammenarbeit mit der malaysischen Regierung zur Einrichtung einer DFTZ zur Förderung von E‑Commerce, KMUs und digitalem Handel
Lazada
Lazada, ein Alibaba-Tochterunternehmena, ist einer der führenden E‑Commerce-Player in Malaysia
Cloud Computing
Alibaba Cloud hat ein lokales Datenzentrum in Malaysia für Cloud-Computing-Dienste eingerichtet und ist einer der führenden Cloud-Anbieter
Mobile Zahlungen
Die Bezahlplatform AliPay wurde 2016 in Kooperation mit lokalen Banken eingeführt. Alibabas Tochter Ant Financial hat 2017 eine Genehmigung für ein Joint Venture mit Touch’n Go für mobile Zahlungen in Malaysia erhalten
aIm April 2016 kündigte die Alibaba Group an, dass sie beabsichtigt, eine Kontrollbeteiligung an Lazada zu erwerben. Alibaba zahlte 500 Mio. USD für neue Aktien und kaufte Aktien im Wert von 500 Mio. USD von bestehenden Investoren wie Tesco. Im Juni 2017 erhöhte die Alibaba Group ihre Beteiligung an Lazada von 51 % auf 83 %. Rocket Internet, einer der Gründungsinvestoren, verkaufte dabei seine letzten Anteile an Alibaba. Im März 2018 investierte Alibaba weitere 2 Mrd. USD in Lazada und erhöhte damit seine Beteiligung weiter, wobei die genaue Beteiligungsquote nicht offiziell bekannt ist
Abb. 4
Alibaba Logistik Hub neben dem Flughafen Kuala Lumpurs. (Foto: Hardaker, 2024)
Bild vergrößern
Entgegen der weit verbreiteten Annahme, die DFTZ sei ein klar abgegrenzter Raum, betont die Interviewpartnerin von MDEC, dass keine spezifisch definierte Zone existiert (Interview MDEC 2024). Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der digitalen Infrastruktur, insbesondere der Anbindung an Marktplatz-Plattformen und der Vereinfachung der Zollabfertigung durch digitale Schnittstellen zur Regierung. Die Hauptaufgabe der MDEC besteht darin, effiziente und günstige Rahmenbedingungen sowie ein förderliches Geschäftsumfeld zu schaffen, die Abfertigungszeiten zu verkürzen und Anreize für KMUs zu bieten, auf digitale Plattformen umzusteigen. Alibaba habe mit seinen Investitionen am Flughafen dafür gesorgt, „dass die Flugzeuge direkt vor dem Lager landen können, um den Prozess zu erleichtern“ (eigene Übersetzung nach Interview E‑Commerce Experte 2024).

Alibaba und die DFTZ: Ein Modell für staatlich unterstützte Plattformisierung

Laut der malaysischen Regierung bietet die DFTZ „einen ganzheitlichen Ansatz, der für das Wachstum von KMUs entscheidend ist, indem sie diese mit eMarktplätzen, Regierungsbehörden, grenzüberschreitenden Logistikdienstleistern und Anbietern von Zahlungsdiensten verbindet“ (MITI 2018). Die Regierung verfolge die Vision, Malaysia zu einem E-Fulfillment-Hub auszubauen, an dem ausländische Unternehmen investieren und von dort aus Fulfillment-Dienstleistungen für die gesamte Region anbieten (Interview MDEC 2024).
Im Gegensatz zu den finanziellen Anreizen, die traditionelle Freihandelszonen bieten, konzentrieren sich die DFTZ-spezifischen Anreize auf die eServices-Plattform (Interview MDEC 2024). Diese Plattform nutzt Machine Learning und Big Data-Technologien, um Verbindungen zwischen E‑Commerce-Plattformen wie Lazada und staatlichen Diensten wie Zollabwicklung und Genehmigungen sowie privaten Dienstleistungen wie Logistik, Zahlungsabwicklung und Web-Hosting zu beschleunigen (Retail Asia 2018; Yean 2019).
Laut MDEC (2020) gewann Alibaba bis Ende 2017 knapp 2000 KMUs, bis Ende 2019 stieg diese Zahl weiter auf 13.000 an. Stand Mitte 2024 haben sich etwa 25.000 KMUs Alibaba angeschlossen. Im Vergleich dazu registrierten sich auf der singapurischen E‑Commerce-Plattform Shopee etwa 10.000 KMUs neu (Interview MDEC 2024). Obwohl KMUs grundsätzlich Zugang zu anderen Plattformen wie Amazon haben, bevorzugen viele die Nutzung des digitalen und logistischen Ökosystems von Alibaba. Seit 2014 bestand zunächst ein Kooperationsprogramm der Malaysia External Trade Development Corporation mit Alibaba, das 2017 auf alle Plattformen erweitert wurde, wobei zunächst nur die Registrierung auf Alibaba finanziell gefördert wurde (Yean 2018, S. 3). Die malaysische Regierung hat dafür etwa 100 Mio. Ringgit (knapp 20 Mio. €) bereitgestellt, um KMUs dabei zu unterstützen, sich auf digitalen Plattformen zu registrieren, damit sie weltweit agieren können (mehrere Interviews 2024). Das Onboarding wurde durch digitale Schulungs- und Bildungsangebote von Alibaba ergänzt (Interview MDEC und E‑Commerce-Expert*innen 2024).
Die DFTZ hat das Ziel, Zustellungen innerhalb Malaysias am nächsten Tag zu gewährleisten und durch Alibabas Logistiknetzwerke weltweite Lieferungen innerhalb von 72 Stunden zu ermöglichen (Penang Institute 2023, S. 26). Durch das Joint Venture von Lazada und PosAviation konnte die Zollabfertigungsdauer bereits von 6 h auf 45 min und der Aufwand für Cargo Terminal Operations von 4 auf 1½ h reduziert werden (MITI 2018; Interview I 2024). Am Hafen von Klang konnte die Verzollung von 64 auf 24 h verkürzt werden (Interview MDEC 2024).
Trotz dieser Effizienzsteigerungen bleiben Zölle bestehen, solange keine Freihandelsabkommen geschlossen werden. Lediglich der sogenannte De-minimis-Wert (ein Schwellenwert für Zölle und Steuern) bleibt zollfrei, in der DFTZ beträgt dieser etwa 203 USD, während er in China nur 8 USD beträgt. Dies könnte laut Yean (2018, S. 6) hauptsächlich zu Importen aus China führen. Die Interviewpartnerin von MDEC erklärt, dass dies Teil der Entwicklungsstrategie war, um die Funktionalität der DFTZ durch einfache Importe zu demonstrieren und den Importprozess zu verstehen, um so schließlich die Exportstrategie zu optimieren.
Interviews verdeutlichen, dass Alibaba aufgrund seines technischen Know-hows und Logistiknetzwerks von der malaysischen Regierung intensiv umworben wurde, um bei der Entwicklung der DFTZ zu helfen (Interviews mit MDEC und Wirtschaftsexperten 2024). Dies steht im Einklang mit der malaysischen E‑Commerce-Strategie. „Jack Ma stellte sich eine virtuelle Zone vor, in die jeder kommen und handeln kann“ (Interview mit MDEC 2024). Alibaba, das sich im Rahmen der „inclusive globalization“-Strategie der Unterstützung der digitalen Transformation von KMUs verschrieben hat, scheint ein optimaler Partner zu sein, da Malaysia von den Netzwerkeffekten, dem technischen Know-how, dem Logistiknetzwerk und den Trainingszentren des Unternehmens profitiert (Gomez et al. 2020, S. 79, 87): „Wir [die Regierung] waren begeistert, Alibaba dabei zu haben, weil sie diese eWTP-Plattform hatten“ (Interview mit MDEC 2024). Entsprechend bestätigen Interviews, dass digitale Plattformen als Lösung gesehen werden, um Interessengruppen zu verbinden und räumliche Barrieren zu überwinden, um Verkauf und Logistik effizienter zu gestalten (Repenning und Hardaker 2024). Ähnliche Trends sind auch in Deutschland zu beobachten, wo staatliche und offizielle Institutionen Partnerschaften mit digitalen Plattformen wie Amazon, Google und eBay eingehen, um Einzelhändlern bei der Digitalisierung und ihren Online-Verkaufsbemühungen zu unterstützen (Hardaker et al. 2023; Hardaker 2024). Die DFTZ ist somit ein weiteres Beispiel für staatlich unterstütze Plattformisierung, die sich auf die Effizienzsteigerung und Ausweitung der Logistikinfrastruktur konzentriert.
Erste Untersuchungen zeigen jedoch die Herausforderungen für KMUs auf, sich im Rahmen der eWTP-Initiative zu etablieren. In einer Befragung malaysischer KMUs zeigen Chin et al. (2023), dass viele beim Umstieg auf E‑Commerce-Plattformen zögern, da sie eine unvereinbare Kostenstruktur, mangelnde digitale Infrastruktur, fehlendes technisches Know-how und einen Mangel an digitalen Talenten beklagen. Zudem betonen alle Interviewpartner*innen den politischen Wandel, der seit der Eröffnung der DFTZ im Jahr 2017 stattgefunden hat. Die Rolle Alibabas und der DFTZ hat aufgrund von Regierungswechseln zuletzt an Bedeutung verloren. Während die umfassende Expertise und Infrastruktur von Alibaba einerseits anerkannt werden, sind sich alle Interviewpartnerinnen auch der allgegenwärtigen Präsenz von Alibaba in Malaysia und der damit einhergehenden möglichen negativen Auswirkungen auf lokale Akteure und den Wettbewerb bewusst (Harsono 2020; Yean 2018, 2019).

Fazit

Alibabas Engagement in der DFTZ Malaysias (sowie Thailands) spiegelt die breitere Strategie des Unternehmens wider, seine Präsenz in Südostasien auszubauen und den grenzüberschreitenden Handel in der Region zu fördern (Yean und Yi 2020; Jiao 2016), was in Einklang mit den Zielen der Digitalen Seidenstraße steht. Durch Partnerschaften mit Regierungen und Unternehmen in der Region sowie der Integration der eWTP positioniert sich Alibaba als Schlüsselfigur in der digitalen Wirtschaft Südostasiens. Während das Unternehmen Joint Ventures und Akquisitionen zur Plattformerweiterung und Datenakkumulation nutzt, verhilft es den jeweiligen Regierungen – mit konkreter Unterstützung – den Ausbau der digitalen Wirtschaft und den schnellen Einstieg für KMUs in grenzüberschreitenden Onlinehandel voranzubringen. Dadurch werden Alibabas digitale wie physische Infrastrukturen auch zum politischen Instrument für die lokale Wirtschaftsentwicklung (siehe Abb. 3).
Diese Entwicklungen sind auch für den europäischen Handels- und Logistiksektor relevant. Beispielsweise repräsentiert die Niederlassung von Alibaba in Lüttich (Belgien), wo das Unternehmen einen Logistikhub errichtet hat, die beteiligten Interessen: Öffentliche Behörden streben wirtschaftliche Entwicklung und internationale Anerkennung an, während Alibaba beabsichtigt, die Region in sein eigenes wirtschaftliches Ökosystem zu integrieren (Lefèvre und Wiart 2023).
Das Fallbeispiel der malaysischen digitalen Freihandelszone zeigt, dass chinesische E‑Commerce- und Logistik-Regime Staaten helfen sollen, wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen und inländischen Unternehmen Vorteile zu verschaffen. Gleichzeitig kann die Dominanz chinesischer Akteure in Schlüsselknotenpunkten der E‑Commerce-Logistik dazu führen, dass der E‑Commerce und Handel sich (weiter) zugunsten Chinas verändert. Vila Seoane (2020a) argumentiert, dass die eWTP ein globales digitales Handelssystem schafft, das sich um China zentriert, im Gegensatz zu dem von den USA dominierten System, und hebt die geopolitischen Implikationen der eWTP und damit der DFTZ hervor.

Danksagung

Wir möchten uns bei den beiden anonymen Reviewer*innen für ihre konstruktiven Kommentare und wertvollen Anregungen bedanken, die zur Verbesserung unseres Manuskripts beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt auch Julia Breunig für die professionelle Anfertigung der Abbildungen. Darüber hinaus danken wir unseren Interviewpartner*innen für ihre Zeit und ihre Bereitschaft, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit uns zu teilen.

Interessenkonflikt

S. Hardaker und P. Biersack geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen.
Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://​creativecommons.​org/​licenses/​by/​4.​0/​deed.​de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
download
DOWNLOAD
print
DRUCKEN
Titel
Digitale Freihandelszonen: Staatlich unterstützte Plattformisierung und ihre Auswirkungen auf den E-Commerce und Logistiksektor in Malaysia
Verfasst von
Sina Hardaker
Patrick Biersack
Publikationsdatum
29.10.2024
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Standort / Ausgabe 2/2025
Print ISSN: 0174-3635
Elektronische ISSN: 1432-220X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00548-024-00949-3
Zurück zum Zitat Abdulaziz A (2022) Special economic zones for the digital economy. Int J Soc Sci Interdiscip Res 11(7):90–93 (https://​www.​gejournal.​net/​index.​php/​IJSSIR/​article/​view/​753 (zuletzt aufgerufen am 14.06.2024))
Zurück zum Zitat Aggarwal A (2022) Special economic zones in the Indonesia, Malaysia, Thailand growth corridor. Asian Development Bank, Manila
Zurück zum Zitat Bangkok Post (2019) Alibaba, WHA make plans for e-commerce project. https://​www.​bangkokpost.​com/​business/​general/​1610654 8. Zugegriffen: 19. September 2023
Zurück zum Zitat Buletin Mutiara (2022) PDC and logistics firm ink deal to establish distribution park. https://​www.​buletinmutiara.​com/​pdc-and-logistics-firm-ink-deal-to-establish-distribution-park/​. Zugegriffen: 26. September 2024
Zurück zum Zitat Carney RW (2023) China’s chance to lead: acquiring global influence via infrastructure development and digitalization. Business and Public Policy Series. Cambridge University Press, CambridgeCrossRef
Zurück zum Zitat Cheh S (2017) Alibaba’s first digital trade hub outside China launches in Malaysia. Techwire Asia. https://​techwireasia.​com/​11/​2017/​alibabas-first-digital-trade-hub-outside-china-launches-malaysia/​. Zugegriffen: 14. Juni 2024
Zurück zum Zitat Chin MY, Foo LP, Falahat M (2023) Digital free trade zone in facilitating small medium enterprises for globalisation: a perspective from Malaysia small and medium enterprises. Bus Econ Res 13(2):40–52. https://​doi.​org/​10.​5296/​ber.​v13i2.​20835CrossRef
Zurück zum Zitat Choy, T (2017) The Digital Free Trade Zone – A Path to Inclusive Growth? Penang Institute Issues. George Town: Penang Institute. https://​penanginstitute.​org/​wp-content/​uploads/​jml/​files/​issues/​Issues_​20170628.​pdf
Zurück zum Zitat Coe NM (2020) Logistical geographies. Geogr Compass 14(10):1–16. https://​doi.​org/​10.​1111/​gec3.​12506CrossRef
Zurück zum Zitat Digital News A (2018) Malaysia on track to achieve 21 % e‑commerce growth by 2020. https://​www.​digitalnewsasia.​com/​digital-economy/​malaysia-track-achieve-21-e-commerce-growth-2020. Zugegriffen: 14. Juni 2024
Zurück zum Zitat DW (2017) Fusionex powers Digital Free Trade Zone. Digitalisation World. https://​digitalisationwo​rld.​com/​news/​52886/​fusionex-powers-digital-free-trade-zone. Zugegriffen: 26. September 2024
Zurück zum Zitat eWTP (2023) Cambodia and Alibaba launch eWTP Cooperation. https://​www.​ewtp.​org/​news_​content?​id=​166&​spm=​a2o7pe.​23811277. Zugegriffen: 20. Aug. 2024
Zurück zum Zitat Foster C (2023) Shaping a Digitalising Infrastructure: Logistics and the Dynamics of Chinese-Southeast Asian E‑Commerce. Digital Development Working Paper Series Paper No. 102. University of Manchester, Manchester
Zurück zum Zitat Gomez ET, Siew YT, Ran L, Cheok KC (2020) China in Malaysia: state-business relations and the new order of investment flows. Palgrave Macmillan, SingaporeCrossRef
Zurück zum Zitat Government of Malaysia, Ministry of International Trade and Industry (2018) Digital free trade zone fact sheet. https://​www.​miti.​gov.​my/​miti/​resources/​Media%20​Release/​Fact_​Sheet_​DFTZ_​at_​Malaysia_​Digital_​Economy_​2018_​SME_​Fact_​Sheet.​pdf. Zugegriffen: 14. Juni 2024
Zurück zum Zitat Gwee J (2022) The state of e‑commerce in Malaysia 2022. iPrice Group
Zurück zum Zitat Hamersma E (2021) Rwanda’s place on the Digital Silk Road: Discussing Rwanda Vision 2020 from the Perspective of Chinese Development Assistance. Doshisha University. https://​www.​semanticscholar.​org/​paper/​Rwanda%E2%80%99s-Place-on-the-Digital-Silk-Road%3A-Discussing-Hamersma/​ca123efe52330d38​caf8a949ef11e367​695f5a0e. Zugegriffen: 26. September 2024
Zurück zum Zitat Hardaker S (2022) More than infrastructure providers—digital platforms’ role and power in retail digitalization initiatives in Germany. Tijdschr Econ Soc Geogr 113(3):310–328. https://​doi.​org/​10.​1111/​tesg.​12511CrossRef
Zurück zum Zitat Hardaker S (2024) A critical perspective on the increasing power of digital platforms through the lens of conjunctural geographies. In: Vale M, Ferreira D, Rodrigues N (Hrsg) Geographies of the platform economy. Critical perspectives. Springer Economic Geography Series. Springer, Cham
Zurück zum Zitat Hardaker S, Appel A, Doll P, Ströbel K (2023) Digitale Einzelhandelsplattformen und städtische Akteur*innen – Kooperation als zukunftsfähiges Modell? Standort 47, S 262–268 https://​doi.​org/​10.​1007/​s00548-023-00845-2CrossRef
Zurück zum Zitat Harsono H (2020) The China-Malaysia Digital Free Trade Zone: National Security Considerations. The Diplomat. 25 July 2020. https://​thediplomat.​com/​2020/​07/​the-china-malaysia-digital-free-trade-zone-national-security-considerations/​. Zugegriffen: 25. August 2024
Zurück zum Zitat Helwing V, Verfürth P, Franz M (2023) Trucking (un)limited—the impact of digital platforms on labour in production networks of logistics. ZFW Adv Econ Geogr 67(4):177–188. https://​doi.​org/​10.​1515/​zfw-2021-0032CrossRef
Zurück zum Zitat Jia K, Kenney M (2021) The Chinese platform business group: an alternative to the Silicon Valley model? J Chin Gov 7(1):58–80CrossRef
Zurück zum Zitat Jiao Z (2016) Modes and development characteristics of China’s cross-border E‑commerce logistics. In: Liu B et al (Hrsg) Contemporary logistics in China: proliferation and internationalization. Current Chinese economic report series. Springer, Berlin Heidelberg, S 211–232CrossRef
Zurück zum Zitat Johnston LA (2021) World Trade, E‑Commerce, and COVID-19. China Rev 21(2):65–86 (https://​www.​jstor.​org/​stable/​27019010)
Zurück zum Zitat KLIA Aeropolis (2020) Cainiao Aeropolis eWTP Hub (eHub). Aeropolis. https://​www.​aeropolis.​com.​my/​clusters/​air-cargo-logistics/​ehub. Zugegriffen: 26. September 2024
Zurück zum Zitat Koepp R (2022) Locating the digital silk road in the belt and road initiative. In: Gordon D, Nouwens M (Hrsg) The digital silk road. The Adelphi series, S 37–50CrossRef
Zurück zum Zitat Koty AC (2023) Thailand opens first digital free trade hub. ASEAN briefing. 23. Januar. https://​www.​aseanbriefing.​com/​news/​thailand-opens-first-digital-free-trade-hub-partnership-alibaba/​. Zugegriffen: 18. Aug. 2024
Zurück zum Zitat Kumar PP, Kaur D (2018) DFTZ not dependent only on Alibaba. The Malaysian Reserve. https://​themalaysianrese​rve.​com/​2018/​07/​27/​dftz-not-dependent-only-on-alibaba/​. Zugegriffen: 26. September 2024
Zurück zum Zitat Lefèvre B, Wiart L (2020) Les hubs eWTP d’Alibaba : une stratégie globale d’articulation d’écosystèmes locaux. Les Enjeux de l’information et de la communication 21(1):71–89 https://​doi.​org/​10.​3917/​enic.​028.​0071
Zurück zum Zitat Lefèvre B, Wiart L (2023) Conflicting power relations for A territory: the location of Alibaba in liege. Quaderni 1(108):105–124. https://​doi.​org/​10.​4000/​quaderni.​2645CrossRef
Zurück zum Zitat McSpadden K (2017) Malaysia offically launches digital free trade zone, Catcha Group will be building the digital hub. Yahoo News. https://​sg.​news.​yahoo.​com/​malaysia-officially-launches-digital-free-trade-zone-catcha-111946777.​html. Zugegriffen: 26. September 2024
Zurück zum Zitat MDEC (2020) National E‑Commerce Strategic Roadmap. https://​mdec.​my/​static/​nesr/​e-book.​html. Zugegriffen: 14. Juni 2024
Zurück zum Zitat Midoun, S, Ismail, B (2018) Digital and free trade zones impact on Malaysia’s economy and its prospects (2000–2018). In: International Journal of Economics and Financial Issues 8(4):39–44
Zurück zum Zitat MOFCOM (2022) CAREC—E-commerce development—experience from the PRC. 22. September. https://​www.​carecprogram.​org/​uploads/​Session-1-2-Silk-Road-E-Commerce-Cooperation-Chen-Yiwei-EN.​pdf. Zugegriffen: 18. Aug. 2024
Zurück zum Zitat Neilson B (2022) Working the digital silk road: Alibaba’s digital free trade zone in Malaysia. In: Graham M, Ferrari F (Hrsg) Digital work in the planetary market. MIT Press Direct, Cambridge, S 117–136CrossRef
Zurück zum Zitat Nouwens M (2022) Identifying the digital silk road. In: Gordon D, Nouwens M (Hrsg) The digital silk road. The Adelphi series, S 51–64CrossRef
Zurück zum Zitat Penang Institute (2023) Penangs logistics industry: connecting the parts. Penang ecosystem studies series, S 26–27
Zurück zum Zitat Repenning A, Hardaker S (2024) The platform fix: analyzing mechanisms and contradictions of how digital platforms tackle pending urban-economic challenges. J Econ Geogr. https://​doi.​org/​10.​1093/​jeg/​lbae015CrossRef
Zurück zum Zitat Retail Asia (2018) Fusionex powers up Digital Free Trade Zone (DFTZ) platform. https://​retailasia.​com/​stores/​more-news/​fusionex-powers-digital-free-trade-zone-dftz-platform. Zugegriffen: 14. Juni 2024
Zurück zum Zitat Statista (2024) Comparable Estimates—Ecommerce (Malaysia). https://​www.​statista.​com/​outlook/​emo/​ecommerce/​malaysia#revenue. Zugegriffen: 14. Juni 2024
Zurück zum Zitat Vila Seoane MF (2020a) Alibaba’s discourse for the digital Silk Road: the electronic World Trade Platform and ‘inclusive globalization. Chin J Commun 13(5):1–16. https://​doi.​org/​10.​1080/​17544750.​2019.​1606838CrossRef
Zurück zum Zitat Vila Seoane MF (2020b) Alibaba’s discourse for the digital Silk Road: the electronic World Trade Platform and ‘inclusive globalization’. Chin J Commun 13(1):68–83
Zurück zum Zitat Yean TS (2018) The Digital Free Trade Zone (DFTZ): Putting Malaysia’s SMEs onto the Digital Silk Road. ISEAS Perspect 2018(17):1–9
Zurück zum Zitat Yean TS (2019) Development of E-commerce in Malaysia. In: Lee C, Lee E (Hrsg.) E-Commerce, Competition & ASEAN Economic Integration. ISEAS Publishing, Singapur
Zurück zum Zitat Yean TS, Yi AKJ (2020) Exploring the Trade Potential of the DFTZ for Malaysian SMEs, Trends in Southeast Asia. ISEAS Publ 3:1–23
Zurück zum Zitat Yin XL et al (2021) The factors and challenges affecting digital economy in Malaysia. In: Conference on Management, Business, Innovation, Education and Social Science (CoMBInES) 1(1). https://​www.​researchgate.​net/​publication/​352118174_​The_​Factors_​and_​Challenges_​affecting_​Digital_​Economy_​in_​Malaysia. Zugegriffen: 14. Juni 2024
Zurück zum Zitat Yiwu News (2019) eWTP Yiwu Global Innovation Center – Rwanda Digital Trade Hub Formally Launched. https://​www.​yw.​gov.​cn/​art/​2019/​11/​11/​art_​1229142424_​50687217.​html