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Über dieses Buch

Dieses Buch gibt einen Überblick über die Chancen und Risiken der digitalen Kommunikation für Kultureinrichtungen. Im ersten Teil werden die Besonderheiten der digitalen Kommunikation gegenüber analoger Kommunikation erklärt. Der zweite Teil beschäftigt sich mit Strategien und Techniken der digitalen Kommunikation und diskutiert, welche der einschlägigen Konzepte in welcher Weise auch im Kulturbereich angewendet werden können. Der dritte Teil schließlich gibt einen Überblick über die aktuellen Anwendungsfelder und Tools der digitalen Kommunikation sowie deren Chancen und Risiken. Hierbei werden viele erfolgreiche Anwendungsbeispiele aus dem Kultursektor herangezogen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Im Mai 2020, während des ersten Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie, veranstaltete das geschlossene Wiener Burgtheater einen denkwürdigen Theaterabend mit dem Titel #vorstellungsänderung. Der Titel war auf verschiedenen Ebenen sehr treffend gewählt, denn die (Theater-)Vorstellung, die lockdownbedingt nicht stattfinden konnte, wurde kurzerhand in die Vorstellung(swelt) des Publikums verlegt und forderte somit die traditionellen Vorstellungen heraus, was Theater ist oder sein kann. Anstatt im Akademietheater versammelte sich das Publikum nun auf Twitter. Und anstatt zu sehen und zu hören, was auf der Bühne passierte, lenkte das Publikum selbst das Geschehen, indem es twitterte, was sich auf der imaginären Bühne, im imaginären Pausenfoyer, in der imaginären Schlange vor den Toiletten oder in der imaginären Straßenbahn zum Theater ereignen sollte. Das Burgtheater hatte per Abendzettel den Titel des Stücks und einen groben inhaltlichen Rahmen vorgegeben, fungierte ansonsten aber weniger als Produzent denn als Conférencier und Moderator des Abends. Durch vielfältige Interaktion, gegenseitige Inspiration und Bezugnahme entstand ein asynchroner, etwas chaotischer, aber zugleich vergnüglicher und unterhaltsamer Abend (siehe ausführlich zu diesem Fall Holst et al., 2021)
Christian Holst

Kapitel 2. Expedition ins Neuland

Zusammenfassung
Für den Ausspruch, dass das Internet „für uns alle Neuland“ sei (Kämper, 2013), hat Angela Merkel im Jahr 2013 viel Spott kassiert. Sie machte diese Bemerkung im Zusammenhang mit einer Frage nach der Balance von Freiheit und Sicherheit im Netz, bei der sie darauf hinweisen wollte, dass dieses Abwägungsproblem noch nicht lange existiere und politisch erst bearbeitet werden müsse. Zu der Zeit nutzten bereits drei Viertel aller Deutschen das Internet, fast die Hälfte der Bevölkerung besaß bereits ein Smartphone. Vor diesem Hintergrund bot die Aussage eine Steilvorlage für zahlreiche spöttische Memes in den digitalen Netzwerken. Tatsächlich ist das Internet bei Weitem nicht so neu, wie es einem erscheinen mag, wenn man seine massenmediale Nutzung als Maßstab zugrunde legt. Die technischen Grundlagen und Prototypen des World Wide Web wurden bereits Jahrzehnte vorher entwickelt. Die soziokulturellen Bedingungen, die den Bedarf an digitalen Medien und Kommunikationsmöglichkeiten begründen, entstanden sogar noch früher.
Christian Holst

Kapitel 3. Kartografie des Neulands

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund der Ausführungen des vorangegangenen Kapitels erscheint die Beschreibung des Internets als „Neuland“ mit Blick auf viele Kultureinrichtungen doch noch als brauchbar: Kommunikationskultur, -regeln und -prinzipien sind dynamisch und keinesfalls schon überall verinnerlicht. Oder anders und mit Dirk Baecker gesagt: Der „Überschusssinn“, den die digitalen Medien mit sich bringen, ist erst anfänglich erschlossen, was man alles mit ihnen anfangen kann, ist Gegenstand eines laufenden Erkundungsprozesses. Natürlich lässt sich dieses Neuland einfach aufs Geratewohl erforschen, mit der Gefahr, sich zu verirren, im Kreis zu laufen, nur die wenig attraktiven, wüsten Landstriche zu entdecken oder möglicherweise gar zu verdursten oder zu verhungern. Die Frage ist daher: Wie lässt sich dieses Neuland kartografieren, sodass man sich dort gemäß der eigenen Abenteuerlust, Kondition und persönlichen Präferenzen bewegen kann? Oder etwas weniger metaphorisch gefragt: Welche Strategien gibt es, um in diesem Neuland erfolgreich zu agieren?
Christian Holst

Kapitel 4. Die Ausrüstung fürs Neuland

Zusammenfassung
Um bei dem Bild vom Neuland zu bleiben: In den vorangegangenen Kapiteln ging es darum, die Topografie des Geländes zu erkunden und dieses Gelände zu kartografieren, um sich sicher und zielorientiert darin bewegen zu können. Thema des dritten Teiles ist die Ausrüstung, die für die Expedition ins Neuland notwendig ist. Diese ist zunächst ähnlich unübersichtlich und vielfältig wie das Neuland selbst. Unter den Suchbegriffen „Social Media Prisma“ findet man in den einschlägigen Suchmaschinen eine Abbildung, die die zahlreichen Anwendungsfelder (Bilder, Musik, Video, Podcasts, Monitoring und viele mehr) und die dafür jeweils zur Verfügung stehenden Internetdienste darstellt.
Christian Holst

Kapitel 5. Ausblick

Zusammenfassung
Die Digitalisierung stellt eine Medienrevolution dar, die in ihren Auswirkungen erst anfänglich abzuschätzen ist oder – um den Terminus von Dirk Baecker zu gebrauchen – bei der wir erst beginnen, den Überschusssinn zu erschließen. Ein besonderes Merkmal dieser Medienrevolution ist, dass sie die klassische Unterscheidung von Sender und Empfänger aufhebt, alle Mediennutzer also gleichermaßen Sender und Empfänger sind. Wichtige Voraussetzung dafür war, dass die Transaktionskosten der Medienproduktion und -distribution durch die Digitalisierung rapide gesunken sind. Heute können mit Smartphones für wenige hundert Euro multimediale Inhalte produziert und einem globalen Publikum zur Verfügung gestellt werden.
Christian Holst

Backmatter

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