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Über dieses Buch

In diesem Sammelband geben namhafte Expertinnen und Experten der Coaching-Szene einen Überblick über Einsatzmöglichkeiten, Chancen und Risiken moderner Medien im Coaching-Prozess: Welche digitalen Coaching-Tools gibt es, und in welchen Anwendungsfeldern lohnt sich der Einsatz? Wie lassen sich „reales“ und „virtuelles“ Coaching kombinieren? Zahlreiche Praxisberichte sowie kritische Anmerkungen beleuchten digitales Coaching aus unterschiedlichen Perspektiven und geben neue Impulse zum Einsatz digitaler Techniken im Coaching.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Digitalisierung im Coaching

Zusammenfassung
Digitalisierung hat viele Bereiche unseres alltäglichen Lebens durchdrungen und zum Teil bisher Bekanntes abgelöst. Digitalisierte Autos, digitale Hilfe im Haushalt oder Bots sind Beispiele für Digitalisierung, die sich bereits in unserem Alltag etabliert hat. Aber wird das auch irgendwann im Coaching gelten? Digitale Medien verändern sowohl Rahmenbedingungen als auch Inhalte von Coaching: Coaching kann einerseits durch digitale Medien unterstützt werden, andererseits schafft der Umgang mit digitalen Medien ganz neue Herausforderungen, auf die Coachees reagieren müssen. Kurzum: Um gewisse Formen der Digitalisierung kommt kein/-e Coach mehr herum. Dennoch zeigt eine Befragung aktiver Coaches, dass Coaching unter Einbeziehung digitaler Medien in der Realität noch kaum praktiziert wird. Doch der interne und externe Anspruch an Coaches, die Digitalisierung ihrer Branche weiterzutreiben, wächst – eine spannende Situation, in der beide, Coaches wie KlientInnen, in Zukunft wohl immer mehr ihre Komfortzone verlassen müssen.
Jutta Heller, Axel Koch

Coaching mit modernen Medien

Frontmatter

2. Alles wird digital, alles wird anders

Zusammenfassung
In diesem Beitrag geht es um Digitalisierung und ihre möglichen Auswirkungen auf den Bereich Coaching. Es wird hierfür ein Bogen über die Digitalisierung unterschiedlicher Branchen wie der Buchbranche, der Musikbranche und der Medizin geschlagen. Aus den Entwicklungen, die sich hier beobachten lassen, wird aufgrund des „Diskontinuums der Digitalisierung“ eine Analogie zur Coaching-Branche gezogen. Am Ende des Essays stehen Thesen bzgl. der weiteren Auswirkungen der Digitalisierung auf die Coaching-Branche.
Claas Triebel

3. E-Coaching – State of the art 2016

Zusammenfassung
Die modernen Medien, die ansonsten unser Berufs- und Privatleben ständig, überall und tiefgreifend bestimmen, werden im Coaching bisher kaum genutzt, obwohl es vielfältige und höchst unterschiedlich profilierte Angebote gibt. Der wichtigste Grund hierfür ist, dass Coaching mit modernen Medien sich von traditionellem Coaching unterscheidet und deshalb die traditionellen Coaching-Kompetenzen teilweise entwertet und neue Qualifikationen notwendig macht. Um zu verstehen, was das im Einzelnen bedeutet, wird im vorliegenden Beitrag ein Überblick über den aktuellen medientechnischen und -didaktischen Entwicklungsstand der Möglichkeiten gegeben, die sich anbieten, wenn man moderne Medien für Coaching nutzen will. Sie beziehen sich auf zwei Bereiche, nämlich zum einen auf die Möglichkeiten, moderne Medien zu nutzen, um die Kommunikation zwischen Coach und Klient orts- und zeitunabhängig zu machen, und zum anderen, um diese Kommunikation durch spezifische Problemlösungs-Tools anzureichern.
Harald Geißler

Beispiele für Coaching-Online-Plattformen

Frontmatter

4. „Skype“ und „Google Docs“ als Freestyle-Coaching-Plattform

Zusammenfassung
In diesem Beitrag geht es um die Erfahrungen des Autors als Coach, Mentor, Business Angel und Facilitator aus mehreren hundert Online-Treffen im Umfeld von Innovation, Start-ups, Entrepreneurship, Team-, Organisations-, Geschäfts- und Kulturentwicklung. Er beschreibt sein Konzept von Freestyle-Coaching als offene und undogmatische Zusammenstellung von überlappenden Kernkompetenzen, um den Klienten in seiner Kraft zu unterstützen. Dabei wird besonders das Verschwimmen von Grenzen zwischen Coaching, Mentoring, Beratung, Training und anderen dialogischen Entwicklungsaktivitäten thematisiert. Es werden Bezüge zur personzentrierten Beratung, zu hypnosystemischen Ansätzen und agilen Konzepten hergestellt, viele konkrete Erfahrungen beschrieben und praktische Tipps gegeben.
Klaus Haasis

5. „Schreiben befreit“ – Asynchrones textbasiertes Online-Coaching

Zusammenfassung
Ob es beim Schreiben zum Innehalten oder zu hochemotionalen Botschaften kommt, hat auch mit den verwendeten Aufschreibesystemen und Technologien zu tun, von klösterlichen Schreibstuben bis zu Facebook. Am Beispiel der Briefseelsorge wird gezeigt, dass asynchrone textbasierte Verfahren geeignet sind, auch Coaching-Anlässen und -themen gerecht zu werden und regt an, als Online-Berater mit Text als Medium sozialwissenschaftlich reflektiert umzugehen. Hierzu werden drei qualitative Methoden einer „mittleren Größe“ vorgestellt. Vorgestellt werden zudem Konzept und Gestaltung von geschützten, vertraulichen Beratungsräumen auf einer nichtkommerziellen Plattform, die als „Online-Tagungs- und Beratungshaus“ Coaches und Supervisoren Räume zur asynchronen, textbasierten Kommunikation bietet. Dadurch erfolgt auch eine Entlastung vom technologischen Aufwand, der in Zeiten von Überwachung aller Netzkommunikation und Vorratsdatenspeicherung zum Schutz von Klient wie Berater unabdingbar ist.
Stephan Daniel Richter, Wolfgang Schindler

6. E-coaching platforms survey: “CoachAccountable“

Zusammenfassung
„CoachAccountable“ is a web-based software platform. It allows coaches to structure and manage their coaching relationships with greater ease and organization, and serves to support coachees in making progress in between sessions with their coach. This overview covers in greater detail the kind of coaching scenarios best served by „CoachAccountable“ and the tools it offers in support of coaching relationships. Consideration is also given to how the platform supports group coaching, delivery of more uniform programs to multiple coachees (courses), and coordinating efforts among teams of coaches. The overview concludes with three case studies, covering usage in one on one coaching, group coaching, and a community coaching program.
John Larson

7. The “Laws of Motion” – When high touch coaching isn’t enough

Zusammenfassung
An in-depth discussion of the drivers that compelled the South African creators to develop and establish an innovative e-coaching platform, called the „Laws of Motion“, hosting a suite of e-coaching modules, which integrates in-person coaching interventions with blended e-coaching, mentoring and organisational development programmes. Deteriorating economic conditions in South Africa, individuals and organisations demanded development solutions that shorten contact time, are cost effective and scalable; independent of geography, and which can be easily updated and integrated with in-person or group interventions. Theoretical models are discussed, which formed the building blocks of an e-learning process and design of the „Laws of Motion“ platform. Furthermore, the elements of a typical e-coaching module are also illustrated, as well as how blended, multi-module programmes are implemented to incorporate interactions with a coach, groups or on-line collaboration. In conclusion, it suggests that technology is a disrupter, challenging traditional time-consuming and expensive coaching and mentoring solutions.
Gerda Venter

8. Online software platform “CoachingCloud”

Zusammenfassung
“CoachingCloud” is an online software platform that helps coaches and mentors deliver greater results for their clients whilst keeping everything in one secure space. The platform scales to any size, starting from the individual coach with a solo practice, up to a large coaching and mentoring team in a global enterprise.
It can be fully branded creating a seamless experience for clients to sign in via the coach’s website and works on all devices including tablets and phones, making it extremely accessible.
The “MindLab” gives coaches the ability to use their time more effectively through the creation of online training/e-learning modules for clients to access between coaching sessions. By creating several programmes the coach can tailor the journey and experience for different client groups.
“CoachingCloud” is used by business coaches, life coaches, career coaches, health and wellness coaches as well as for mentoring in organisations of all shapes and sizes.
Lucinda Arnett

9. Virtuelles Coaching (VC) und das in ihm enthaltene Professionswissen

Zusammenfassung
„Virtuelles Coaching (VC)“ ist ein E-Coaching-Tool, das sich von anderen nicht dadurch auszeichnet, dass in ihm umfangreiches Expertenwissen enthalten ist. Denn das trifft seit der Erfindung des Faustkeils im Prinzip für jedes Werkzeug zu. Seine Besonderheit besteht vielmehr darin, dass sein implizites Expertenwissen auf eine mediendidaktische Grundstruktur fokussiert, die den Coaching-Prozess differenziert vorstrukturiert. Im Mittelpunkt stehen Coaching-Fragen, die dem doppelten Ziel dienen, den Problemlösungsprozess des Klienten wirksam anzuleiten und dabei ein informelles Lernen zu fördern, das als implizites Mentaltraining auf die Verbesserung einer Problemlösungskompetenz zielt, die sich systematisch mit kritischer Selbstreflexion verbindet. Diese mediendidaktischen Merkmale werden abschließend in Auseinandersetzung mit empirischen Untersuchungsergebnissen diskutiert.
Harald Geißler

10. Professionalität im Online-Coaching mit der „CAI® World“

Zusammenfassung
Im Coaching läuft seit einigen Jahren eine intensive Professionalisierungsdebatte (s. z.B. Bergknapp 2014; Birgmeier 2011; Fietze 2011; Schmidt 2014), die in unterschiedlichen Disziplinen (z.B. Psychologie, Linguistik, Erziehungs-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften) von verschiedenen Akteuren (Trainern, Führungskräften, Wissenschaftlern, Ausbildenden) mit teilweise unterschiedlichen Zielsetzungen durchgeführt wird. Dies geht von Beliebigkeit und Freiheitsbestrebungen in Konzepten und Methoden über die Definition von Qualitätsstandards und Ethikrichtlinien durch Verbände, Profit- und Non-profit-Organisationen bis hin zu wissenschaftlicher Forschung und Akademisierung durch Studiengänge. Es existiert ein Spannungsfeld zwischen Professionalität als Commitment zu (unverbindlichen) Standards und Aneignung von Expertise bis hin zur Professionsbildung im Sinne der verbindlichen und anerkannten Etablierung von Normen, Qualifikationsstandards, Zugangs- und Aberkennungsrichtlinien auf dem Wege einer Berufsbildung. Diese Gesichtspunkte gelten gleichermaßen für Online-Coaching. Der Begriff wird hier synonym mit dem Begriff „Virtuelles Coaching“ gebraucht, so dass folgende Definition auch für Online-Coaching gilt: „Virtuelles Coaching ist ein Sammelbegriff für alle Coachingformen mit modernen Medien“ (Armutat et al. 2015). Damit ist noch nichts darüber ausgesagt, ob es sich um Coaching am Telefon, ein virtuelles Tool oder eine Plattform handelt.
Elke Berninger-Schäfer, Heidi Kupke, Ralf Wahl

11. Online-Aufstellungen und virtuelle Coaching-Landkarten

Coaching-Methoden in den digitalen Raum übersetzen – am Beispiel von „CoachingSpaces“
Zusammenfassung
Der Raum ist eine wichtige Kategorie im Coaching: Viele Ansätze – etwa der systemische – nutzen die Symbolkraft von Räumlichkeit. Aber was, wenn Coach und Klient nicht an einem physischen Ort zusammenkommen, sondern nur über hoffnungslos flache Bildschirme miteinander kommunizieren? Dieser Beitrag soll zeigen, dass auch die digitale Sphäre einen Ort für Coaching bieten kann. Mit dem Online-Tool „CoachingSpaces“ ist es möglich, in einem virtuellen dreidimensionalen Raum miteinander zu interagieren. Dieser digitale Raum funktioniert natürlich nicht eins zu eins wie die altbewährte Coaching-Praxis. Mit ein wenig Kreativität kann man dennoch viele Übungen ins Virtuelle übersetzen. Gewisse Vorteile mögen dabei verloren gehen – dafür kommen jedoch andere hinzu.
Susanne Krause

12. Coaching in a Virtual World – Your avatar will see you now

Zusammenfassung
In this article, we begin by defining key terms such „virtual reality“ and „avatars“, and describe the „ProReal“ system. We set out the rationale behind the design of „ProReal“ – a virtual world, avatar-based software designed for coaching. We describe how a coach would use „ProReal“, showing its potential to accelerate learning, insight, and profound change. We suggest that coaching in „ProReal“ requires practices that privilege the „client-in-charge“ and working in a „trialogue“. That is, in a three-way conversation between the client, the world the client sets out in „ProReal“, and the coach. The coach acts as a facilitator, enabling the client to use the softwrae render thoughts, feelings and relationships in a visual world, enriched by narrative and symbol; to find alternative ways of perceiving, thinking, and feeling - rehearsing new behaviours in the virtual world before taking action. We present the science that underpins „ProReal“, and emerging evidence about its effectiveness. Finally, we propose a brave new world of coaching, where the avatar is prominent, and which democratises and enriches work with clients in hitherto unimagined ways.
Tammy Tawadros, David Tinker, Andrew Jackson

Beispiele für digitale Coaching-Formate

Frontmatter

13. Coaching in der digitalen Gesellschaft – Digitale Coaching-Formate für eine virtuelle und agile Führungskultur

Zusammenfassung
In diesem Beitrag wird das Führen und Arbeiten in einer digitalen Gesellschaft diskutiert. Dabei wird insbesondere auf die neuen Führungsansätze des agilen und virtuellen Führens eingegangen und die Relevanz von Coaching herausgestellt. Es werden die Forschungsergebnisse eines virtuellen Zielerreichungs-Coachings vorgestellt. Diese belegen die Wirksamkeit im Hinblick auf die Struktur des virtuellen Formats, die Prozessvariablen wie der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung und die Zufriedenheiten mit dem virtuellen Coaching-Tool. Weiterhin wird die Weiterentwicklung eines digitalen Coaching-Formats vorgestellt, dass internet-basiert als Coaching-Tool eingesetzt und zeitgleich mit Telefon- und Videokonferenzen ergänzt werden kann. Im Einzelnen wird beispielhaft ein Coaching-Format zum agilen Führungs-Coaching hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung und des Designs beschrieben. Abschließend erfolgt ein Ausblick zu Forschung und Praxis für das Coaching in einer digitalen Gesellschaft.
Melanie Hasenbein

14. „Semi-virtual Action Learning“ – ein Format für digitales Gruppen- und Organisations-Coaching

Zusammenfassung
„Virtual Action Learning“ ist ein in der Praxis erprobtes und bewährtes Vorgehen, welches als Format für digitales Gruppen- und Organisations-Coaching vorgeschlagen wird. Der Beitrag gibt einen Überblick über verschiedene Varianten und plädiert für „Semi-Virtual Action Learning“ bei dem Präsenztermine von Angesicht zu Angesicht mit digitalen Beratungsterminen verknüpft werden. Anhand eines Praxisbeispiels einer weltweit zusammengesetzten Gruppe von General Managers wird erläutert, welche Möglichkeiten „Semi-Virtual Action Learning“ als Gruppen- und Organisations-Coaching bietet, aber auch, welche Herausforderungen vom Organisations-Coach bzw. Facilitator dabei zu bewältigen sind.
Bernhard Hauser, Stefan Kanther

15. Coaching macht E-Learning lebendig: „Inverted-Classroom-Plus”

Zusammenfassung
Trainings für Mitarbeiter eines Unternehmens unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht – in einem Punkt ähneln sie sich aber meistens: Sie wirken nicht bzw. nur kurzfristig. Zumindest wenn sie dem üblichen, „normalen“ Aufbau folgen, in welchem die Teilnehmer an einem einzelnen Trainingstermin Inhalte vermittelt bekommen, die ggf. noch ein wenig übend vertieft werden, im Anschluss an diese Qualifizierungsmaßnahme aber keine weiteren gezielten Interaktionen stattfinden. Dabei ist es nicht sonderlich aufwändig, mit ein paar didaktischen und methodischen Veränderungen eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Dank der heutigen medialen Möglichkeiten ist es zudem wirtschaftlicher und effektiver, wenn Ansätze aus dem „Blended Learning“ und das Modell des „Inverted Classroom“ miteinander kombiniert werden. Findet dann noch eine ergänzende Begleitung durch Coaching statt, wird schließlich das Optimum aus einer Lehr-Lern-Situation gemacht, von der alle Beteiligten profitieren.
Simon Hahnzog

16. Chancen und Grenzen einer Online-Kompetenzberatung am Beispiel des „eProfilPASS“ – Ein Erfahrungsbericht

Zusammenfassung
Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung kam auch die Beratung zunehmend in den Fokus. Es erschien daher logisch, auf der Basis des „eProfilPASS“ eine virtuelle Beratung zu entwickeln. Wir wählten „Adobe Connect“ als synchrone Plattform, um mit den Klienten*innen in den direkten synchronen Austausch gehen zu können. Konzipiert wurden sowohl Einzel- als auch Gruppenberatung zur Kompetenzfeststellung. Die Ergebnisse sind differenziert und zeigen, dass dieses Medium neue Anforderungen in Methodik und Technik an Berater*innen und Klienten*innen stellt. Insgesamt stehen wir noch am Anfang, und die Chancen und Grenzen sind bei weitem noch nicht ausgelotet und sicher noch zu wenig untersucht und erprobt. In unserem Beitrag möchten wir zeigen, was wir konzipiert und ausprobiert haben und welche Schlüsse bzw. Konsequenzen daraus gezogen werden können.
Gabriela Westebbe, Peter Westebbe

Auswirkungen digitaler Medien auf den Coaching-Prozess

Frontmatter

17. IT statt Empathie

Zusammenfassung
Schon die Formulierung des Themas legt einen Widerspruch nahe: entweder – oder. Schwarz oder weiß. Das Eine ist die Nichtidentität des Anderen, beide schließen sich gegenseitig aus. Für manche ist das auch so: Mehr Technik bedeutet weniger soziale Qualität, und das geht bei Coaching gar nicht. Hier soll skizziert werden, dass Virtualität und Empathie keine Gegenteile sind (im Sinn der „laws of form“ von George Spencer Brown 1999), sondern vielmehr Gegenidentitäten (nach Gotthard Günther 1980), die in einem gestaltbaren Verhältnis zueinanderstehen, das Bunte zwischen schwarz und weiß. Unser Thema lautet also besser: IT und Empathie. Der Einsatz neuer (?) Medien im Coaching erzeugt Virtualität. Sozusagen ein „raumloser Raum“, in dem Coaching stattfindet. Gegenüber Präsenz-Coaching entsteht damit nach Rodrigo Jokisch (1996) eine neue Sinndimension. Das erzeugt im Vergleich zu herkömmlichem Coaching eine „neuartige Situation“, die zusätzliche Kompetenzen beim Coach erfordert, um genau dieses Wechselspiel aus Virtualität und notwendiger Empathie professionell zu meistern. Die Zusammenhänge werden im Folgenden nachgezeichnet.
Karl Kreuser

18. Präsenz-Coaching im Vergleich zu Coaching mit digitalen Medien – eine kritische Betrachtung aus der Praxis

Zusammenfassung
Digitale Medien als Coaching-Plattform zu verwenden, gehört für viele Coaches heute zur Selbstverständlichkeit. Das klassische Face-to-face-Coaching scheint überholt und angeblich nicht mehr „state of the art“ zu sein. Die neuen digitalen Medien seien ausreichend, schneller und zeitgemäßer. Aber ist das wirklich so? Im Beitrag werden anhand verschiedener Erfahrungen aus der Coaching-Praxis Aspekte der digitalen Medien im Coaching betrachtet und an den Anforderungen an ein professionelles Coaching gespiegelt. Als Basis dienen dabei die Anforderungen der „International Coach Federation“ hinsichtlich Kernkompetenzen und Ethikstandards an professionelle Coaches. Das Kapitel behandelt die Fragen, woran sich im Coaching-Prozess der Methodeneinsatz ausrichten sollte, welche besonderen Anforderungen an die Kompetenz des Coaches gestellt werden, was hinsichtlich Technikeinsatz und Vertraulichkeit beachtet werden sollte und wie virtuelle Coaching-Methoden im Vergleich zu Präsenz-Coaching zu sehen sind. Ein Blick in aktuelle Studien ergänzt die Ausführungen. Der Beitrag ist aus persönlicher Praxissicht geschrieben und stellt im Fazit ein klares Plädoyer für Präsenz-Coaching dar.
Jürgen Bache

19. Digitale Medien im Coaching und die Kalkulation von Coaching-Leistungen

Zusammenfassung
Auch wenn momentan – zumindest in Deutschland – noch von wachsenden Märkten im Coaching ausgegangen werden kann, müssen sich Coaches Gedanken um ihre unternehmerische Zukunft machen. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass die Wachstumsraten nicht ewig weitergehen werden. Außerdem wird die Digitalisierung fast aller Lebensbereiche vor dem Coaching nicht Halt machen. Coaches sind gefordert, ihre Angebote und Methoden zu überprüfen. Dazu liefert dieser Beitrag Entscheidungsgrundlagen hinsichtlich der Kalkulation von Coaching-Leistungen und der Positionierung von Coaches im Markt. Anhand von Typologien von Coaching-Prozessen mit unterschiedlicher Integration digitaler Medien wird aufgezeigt, dass die Kalkulation je nach Typus unterschiedliche Verfahren aufweist. Speziell wird auf transaktionsbasierte Verfahren und auf Outcome-orientierte Kalkulation eingegangen. Überlegungen zu Positionierungsmöglichkeiten für Coaches in den neu entstehenden Märkten beschließen den Beitrag.
Ulrich Lenz

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