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2024 | Buch

Digitale Plattformen und Ökosysteme im B2B-Bereich

Fallstudien, Ansätze, Technologien und Tools

herausgegeben von: Daniel R. A. Schallmo, Dennis Kundisch, Klaus Lang, Daniel Hasler

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

Buchreihe : Schwerpunkt Business Model Innovation

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Über dieses Buch


Das Herausgeberwerk präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse und praktische Erkenntnisse aus dem Bereich von digitalen Plattformen und Ökosystemen im Business-to-Business-Kontext. Dabei liegt der Schwerpunkt auf empirischen und konzeptionellen Beiträgen. Neben Grundlagen, Enablern und Fallstudien werden ebenso mögliche Vorgehensweisen zur Entwicklung von Plattformen behandelt.
Praktikerinnen und Praktiker aus den Bereichen Management, Strategische Planung und Business Development erhalten Impulse, um Digitale Plattformen und Ökosysteme erfolgreich voranzutreiben und so Potenziale innerhalb ihres Unternehmens zu realisieren.
Forschende, Lehrende und Studierende aus den Bereichen Digitale Plattformen und Ökosysteme aus dem Business-to-Business-Kontext dienen die Beiträge als Anregung für intensive Diskussionen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Der Einfluss und das Management von Komplexität in Plattform-basierten B2B-Geschäftsnetzwerken
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag untersucht die Rolle von Komplexität im Kontext Plattform-basierter B2B Geschäftsnetzwerke. Bisherige Studien weisen zwar auf die wichtige Rolle von Komplexität hin, untersuchen jedoch ihren Einfluss nicht systematisch und geben keine Hinweise zum Umgang damit. Aufgrund der Unterschiede verschiedener Plattformtypen, selbst im B2B-Bereich, widmen wir uns speziell sog. B2B-Innovationsplattformen. Wir fassen zunächst Erkenntnisse aus agentenbasierten Simulationsstudien zur Rolle von Komplexität zusammen. Diese zeigen einen kritischen Einfluss von Komplexität auf zentrale Performanceparameter wie die Anzahl generierter Lösungen und abgeschöpfte Profite. Aus diesen Erkenntnissen werden Gestaltungshypothesen zum Umgang mit Komplexität für B2B-Plattformbetreiber abgeleitet. Zur Kontextualisierung und Validierung der Gestaltungshypothesen motivieren wir zukünftige empirische Untersuchungen.
Marius Schmid, Robert Winter
Kapitel 2. Imperative zur Abgrenzung der strategischen Implementierung digitaler Plattformgeschäftsmodelle im B2B-Bereich
Zusammenfassung
Ist das empirisch weitgehend validierte theoretische Fundament aus wissenschaftlichen Untersuchungen im Bereich von X2C-Plattformen auf plattformbasierte B2B-Geschäftsmodelle übertragbar? Wenngleich die Beantwortung dieser Frage von zentraler Bedeutung für Unternehmen zur Abschätzung für das Design von B2B-Plattformen ist, besteht hier trotz einer wachsenden Anzahl entsprechender Untersuchungen eine Forschungslücke, die dieses Kapitel adressiert. Basierend auf den Ergebnissen unserer Analyse identifizieren wir drei Imperative, die B2B-spezifische Gegebenheiten beschreiben und mit denen plattformbetreibende Unternehmen während der Implementierung ihrer Geschäftsmodelle in unterschiedlicher Ausprägung konfrontiert sind. Diese Imperative fordern Plattformen (I) einen hohen Spezialisierungsgrad, (II) Anpassungsfähigkeit an vorhandene technische und regulatorische Strukturen sowie (III) besondere Fähigkeiten im Umgang mit bestehenden Beziehungen zwischen und dem Beziehungsaufbau mit Plattformnutzern ab. Hierauf aufbauend leiten wir je Imperativ zwei Propositionen darüber her, welche Vorgehensmuster für B2B-Plattformen während der strategischen Implementierung zu beachten sind.
Philip Meier, Volker Stocker, Thomas Schildhauer
Kapitel 3. Digitale Plattformen in der Industrie und ihre Bedeutung für die zwischenbetriebliche Zusammenarbeit
Zusammenfassung
Die Studie untersucht den Einsatz digitaler Plattformen in der Industrie mithilfe von Experteninterviews und kombiniert diese mit einer strukturierten Literaturrecherche. Wir erfassen alle wesentlichen Charakteristika einer zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit in den untersuchten Plattformtypen und ergänzen sie um Beispiele aus der Industrie. Unsere Studie unterscheidet nach der Qualität der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit und führt eine systematische Einordnung auf Basis der Schlüsselaktivitäten eines Unternehmens anhand der Wertschöpfungskette nach Porter durch. Wir schlagen eine Differenzierung nach Kooperations- und Kollaborationsplattformen vor und können zeigen, dass digitale Plattformen im Industrieumfeld fast ausschließlich für zwischenbetriebliche Kooperationszwecke genutzt werden. Unsere Ergebnisse bieten eine Grundlage für Entscheidungsträger zur Einordnung der verfügbaren Plattformangebote hinsichtlich ihrer Anwendung in der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen. Sie ermöglichen eine fundierte Einschätzung der Bedeutung von digitalen Plattformen für die Arbeit in industriellen Ökosystemen.
Marc Brechtel, Stephan Altmann, Katharina Hölzle
Kapitel 4. Design-Design SOS
Gestaltung eines Methodensets zum Service-Ökosystem-Design
Zusammenfassung
Jede kreative oder auch technologisch motivierte Idee für eine neue Dienstleistung oder ein neues Produkt ist nichts wert, wenn nicht auch für die Markteinführung und den langfristigen Bestand der Innovation gesorgt ist. Dieser Beitrag zeigt auf, dass allein ein Denken in Geschäftsmodellen nicht reicht. Stattdessen wird in einem gestaltungsorientierten Forschungsprojekt, ausgehend von theoretischen Grundlagen in mehreren Workshops und gemeinsam mit Verbundprojekten aus einer Förderline des BmBF ein Methodenset zum Design von Service-Ökosystemen entwickelt und parallel qualitativ evaluiert.
Susanne Robra-Bissantz
Kapitel 5. Anwendung von System Dynamics zur Geschäftsmodellinnovation in einem B2B-Ökosystem
Zusammenfassung
Digitale Technologien führen zu neuen Möglichkeiten der Wertschöpfung in Ökosystemen und verändern bestehende Geschäftsmodelle. Jedoch sind Unternehmen bei der Suche nach einem erfolgreichen Geschäftsmodell in einem Ökosystem mit komplexen Herausforderungen konfrontiert. Beispielweise kann ein stabiles Ökosystem nur dann entstehen, wenn alle beteiligten Ökosystem-Akteure von der Zusammenarbeit profitieren, sodass bei Geschäftsmodellentscheidungen auch ihre Perspektiven zu berücksichtigen sind. In diesem Kapitel wird gezeigt, wie System-Dynamics-Simulation eingesetzt werden kann, um Geschäftsmodellinnovationen unter Berücksichtigung einer Ökosystem-Perspektive zu unterstützen und Erkenntnisse zu Geschäftsmodellentscheidungen beizutragen. Die Ergebnisse basieren auf einer langfristigen Zusammenarbeit mit einem B2B-Start-up und verdeutlichen, dass die Simulation eines B2B-Ökosystems generell möglich ist sowie signifikant den Entscheidungsprozess der Geschäftsmodellinnovation unterstützt. Das Kapitel hilft Praktikern dabei, ähnliche Innovationsherausforderungen mithilfe von System Dynamics anzugehen. Die Vorgehensweise basiert sowohl methodisch als auch konzeptionell auf etablierter Forschung und leistet dadurch einen Beitrag zu den Forschungszweigen der Geschäftsmodelle, Business-Ökosysteme sowie System Dynamics.
Christoph Ksouri-Gerwien, Christian Vorbohle
Kapitel 6. Digitale B2B-Plattformökosysteme für Produzierende Unternehmen
Anwendungsbereiche und Beispiele entlang der Wertschöpfungskette
Zusammenfassung
Eine zentrale Frage für Entscheiderinnen und Entscheider in Business-to-Business (B2B)-Märkten ist, welche Anwendungsfelder für Plattform-Geschäftsmodelle existieren. Dieser Beitrag hat das Ziel, Anwendungsfelder von B2B-Plattformen entlang der Wertschöpfungskette aufzuzeigen. Hierfür wird eine explorative Fallstudienmethodik angewandt. Die identifizierten Fälle werden den einzelnen Schritten der Wertschöpfungskette zugeordnet, um so die Anwendungsfelder von B2B-Plattformen zu definieren. Zudem werden die Anwendungsfelder durch die Fallstudien angereichert, um die theoretischen Erkenntnisse durch praktische Beispiele zu ergänzen. In Forschung und Entwicklung können Plattformen dabei unterstützen, auf Ressourcen und Expertenwissen Dritter zurückzugreifen und Daten auszutauschen. In der Eingangslogistik erlauben Plattformen eine effiziente Suche von Lieferanten und bilden Transaktionen mit Logistikdienstleistern und Lieferanten ab. Die Sammlung und Auswertung von Daten in der Produktion erlaubt eine Optimierung von Produktions- und Wertschöpfungsprozessen. In der Ausgangslogistik können Logistikprozesse über Plattformen vereinfacht und aggregiert werden. In der Interaktion mit Kunden in Marketing und Vertrieb werden Transaktionen über Plattformen, beispielsweise Marktplätze, abgewickelt. Zuletzt ermöglichen Plattformen im Kundenservice den Austausch mit Geschäftspartnern sowie die vorausschauende Wartung auf Basis von Daten.
Michaela Lindenmayr, Jens Förderer
Kapitel 7. Subskriptions-Ökosysteme im industriellen Kontext: Wie können Partner bei der Bewältigung von Schlüsselherausforderungen in der Umsetzung von Abo-Modellen unterstützen?
Subskriptions-Ökosysteme im industriellen Kontext: Welche Player partizipieren am Trend der Abo-Modelle?
Zusammenfassung
Industrie 4.0 hat das Potenzial Geschäftsmodelle und Business-Ökosysteme grundlegend zu verändern. Als eine zentrale Folge der zunehmenden digitalen Vernetzung in der Industrie werden Pay-per-part- oder Pay-per-use-Konzepte für Maschinen und Anlagen gesehen. Erste Vorreiter haben diese Konzepte im Rahmen von Subskriptions-Modellen, z. B. für Industriedrucker oder Kompressoren bereits realisiert. Eine zunehmende Zahl an Industrieunternehmen prüft, diese Modelle in ihr Produktportfolio zu integrieren. Dabei stellen Themen, wie die digitale Vernetzung der Maschinen oder der Übergang von Mengen- und Qualitätsrisiken auf den Anbieter, Herausforderungen dar, die nicht alle potenziellen Anbieter allein stemmen können. Dieser Beitrag zeigt auf, wie Herausforderungen bei der Implementierung von Subskriptions-Modellen mithilfe eines Ökosystems bewältigt werden können. Die Ergebnisse basieren aus qualitativen Daten aus 6 Fallstudien und 5 zusätzlichen Experteninterviews sowie aus einer quantitativen Befragung von 79 Unternehmen aus verschiedenen Branchen, wie zB. Maschinenbau, Chemie oder Automotive. Wir stellen dar, welche Schlüsselherausforderungen Subskriptions-Anbieter erwarten, welche Player in einem Subskriptions-Ökosystem dabei helfen können, diese Herausforderungen zu meistern und anhand welcher Kriterien Anbieter geeignete Partner in einem Ökosystem einbinden. Damit unterstützt dieser Beitrag Unternehmen dabei, ein partnerschaftliches Ökosystem aufzubauen und Subskriptions-Modelle für industrielle Güter in die Praxis umzusetzen.
Markus Burger, Nils Burgmann, Andreas Krüger, Julia Arlinghaus
Kapitel 8. Daten im B2B-Ökosystem teilen und nutzen: Wie KMU Voraussetzungen schaffen und Hürden überwinden
Zusammenfassung
«Big Data» haben ein großes Potenzial, um die Wertschöpfung effizienter zu gestalten oder um Innovationen hervorzubringen. Daten werden oft an der Schnittstelle zwischen mehreren Akteuren in Business-to-Business-Ökosystemen generiert und sie müssen zwischen den Akteuren geteilt werden. Unternehmen tun sich jedoch schwer damit, Daten in Werte zu transferieren und die Daten im Ökosystem zu teilen. Ursächlich sind weniger technische Gründe als organisationale Rahmenbedingungen. Der Beitrag identifiziert fünf Perspektiven, die Hürden und Voraussetzungen in diesem Prozess darstellen: (1) eine datengetriebene Organisationskultur, (2) Vertrauen zwischen den Akteuren, (3) die Konkretisierung des Wertes von Daten, (4) Datensicherheit und (5) rechtliche und Governance-Aspekte. Eine Fallstudie eines typischen Daten-Ökosystems um ein produzierendes KMU konkretisiert diese Voraussetzungen und Hürden. Es zeigt sich, dass sich Unternehmen, die Daten im Ökosystem teilen möchten, ganzheitlich verändern müssen.
Petra Kugler, Helen Vogt, Jürg Meierhofer, Martin Dobler, Marc Strittmatter, Manuel Treiterer, Sophia Schick
Kapitel 9. Was können wir von B2C-Plattformen lernen?
Eine Fallstudie über B2B-Plattformerfolg durch Low-Touch-Kundenakquise
Zusammenfassung
Bestehende Literatur zu digitalen Plattformen analysiert zum überwiegenden Teil B2C-Plattformen. Die Frage, ob das Wissen über B2C-Plattformen auch für B2B-Plattformen gilt, bleibt aber aufgrund wichtiger Unterschiede ungeklärt. Während sich digitale Plattformen im B2C-Bereich auf einzelne homogene Kundengruppen fokussieren, richten sich digitale Plattformökosysteme im B2B-Bereich an große, oft heterogene Unternehmen. Inwiefern B2B-Plattformen im gleichen Maße von Netzwerkeffekten profitieren können und was B2B-Plattformen von B2C-Plattformen lernen können, ist für Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen relevant. Der zur Begutachtung vorgelegte Artikel untersucht den Einsatz von sogenannten „Low-Touch“-Akquisemethoden und inwiefern diese im Geschäftsfeld der B2B-Plattformen die Eintrittsbarrieren senken können und dadurch zu stärkeren Netzwerkeffekten führen.
Lukas Volpers, Lukas Gerhardt, Andreas Hein, Maximilian Schreieck, Jörg Weking, Helmut Krcmar
Kapitel 10. Collaboration im Freigabemanagement von Bauteilen in einem OEM-Supplier-Ökosystem der Automobilindustrie
Implementierung und Betrieb einer Freigabe-Plattform am Beispiel von Material.One
Zusammenfassung
Der Beitrag befasst sich mit der Frage, wie in spezifischen Teilprozessen bei der Neuproduktentwicklung eine Lieferantenintegration mittels einer IT-Plattform stattfinden kann. Insbesondere geht es um die Freigabe von Teilen und deren Materialien, welche von Lieferanten in der Wertschöpfungskette stammen. Neu ist hierbei die Integration von Prüflaboren, welche unabhängige Untersuchungen durchführen. Der Fall wird anhand komplexer Produkte der Automobilindustrie erörtert.
Martin Stirzel
Metadaten
Titel
Digitale Plattformen und Ökosysteme im B2B-Bereich
herausgegeben von
Daniel R. A. Schallmo
Dennis Kundisch
Klaus Lang
Daniel Hasler
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-43130-3
Print ISBN
978-3-658-43129-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-43130-3