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Über dieses Buch

Dieser Sammelband diskutiert die gesellschaftliche Bedeutung von Polizei im digitalen Raum. Die Beiträge beleuchten das Gebiet digitale Polizeiarbeit in vier Themenbereichen: Kommunikation und Interaktion mit Bürgern, Kriminalitätsbekämpfung und -prävention, rechtliche Aspekte sowie organisationale Voraussetzungen und Hürden. Dabei werden vielfältige Fragestellungen adressiert: Braucht es virtuelle Polizeistreifen? Welche Rolle kann die Polizei im Kontext von Cybersecurity einnehmen? Was darf die Polizei im Internet? Die Beiträge betrachten diese Fragen aus intradisziplinärer Sicht und befassen sich mit den aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen, denen die Polizeiarbeit in einem grenzenlosen digitalen Raum gegenübersteht.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Digitale Polizeiarbeit: Von Herausforderungen zu Chancen

Die Sicherheitsbehörden in Deutschland stehen in einem ihrer bisher vermutlich umfangreichsten und tiefgehendsten Reform- und Wandelungsprozesse: der Neuverortung in einem grenzenlosen, altersübergreifenden, digitalen Raum ohne einheitliches Werte- und Normenkonstrukt, in dem Menschen jeglichen Alters und kultureller Herkunft statistisch gesehen mehr Zeit verbringen als im öffentlichen Straßenverkehr (ARD/ZDF 2016). Das Internet und sich ständig weiter entwickelnde Technologien von Big Data und dem Internet of Things zu Gamification und sozialen Medien beeinflussen nicht nur wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge, sondern auch die Umgebung, in denen Polizeien agieren und ihren Aufgaben gerecht werden müssen.
Thomas-Gabriel Rüdiger, P. Saskia Bayerl

Kommunikation und Interaktion mit Bürgern

Frontmatter

Chapter 2. Bürgerdialog 2.0 – Eine empirische Analyse zum Einsatz von Facebook als Kommunikationsmedium deutscher Polizeien

Das Jahr 2016 kann als jenes gesehen werden, in dem die digitale Kommunikation über soziale Medien zu einem Standard-Werkzeug der Polizei in Deutschland wurde. Facebook und Twitter wurden u.a. für die Verbreitung von Fahndungsaufrufen und Echtzeit-Information in Krisenfällen, wie zum Beispiel während des Amoklaufs in München am 22. Juli 2016, genutzt. Auch gezielte Online-Kampagnen wie #8geben oder #wiesnwache gehörten zum polizeilichen Kommunikationsangebot.
Michael Johann, Michael Oswald

Chapter 3. Die Interaktion zwischen Mensch und Computer – Chancen und Nutzen für Bürgerinnen und Bürger, für Polizeibehörden und das Polizeiverwaltungsverfahren

Im gesamten Verwaltungsapparat der Polizeibehörden findet zwischen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowohl des Verwaltungs- als auch des Vollzugsdienstes die Interaktion zwischen Mensch und Computer ebenso statt wie die Kommunikation von Bürgerinnen und Bürgern mit den Polizeibehörden. Dadurch beeinflusst das Interagieren einerseits das Verhältnis von Polizeiverwaltung und Bürgerschaft, regelt andererseits aber auch die Wechselbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeiverwaltung untereinander. Letztere pflegen mehr oder weniger freiwillig den Umgang mit dem Computer, der ihnen zusammen mit aufgespielter Software regelmäßig vom Dienstherrn ins Büro gestellt wird.
Martin H. W. Möllers

Kriminalitätsbekämpfung: Radikalisierung und Cybercrime

Frontmatter

Chapter 4. Soziale Medien und (De-)Radikalisierung

Soziale Medien spielen in der heutigen Gesellschaft eine zunehmend große Rolle, da Menschen sich nicht mehr nur über die vorher gängigen Medien informieren. Jeder kann die Rolle eines Kommentators übernehmen und Ereignisse aus seiner Sicht beschreiben. Dies spielte beim Brexit eine Rolle und auch bei der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten (Polonski 2016).
Holger Nitsch

Chapter 5. Investigate Social Networks – Die Übertragung salafistischer Strukturen in sozialen Netzwerken auf örtliche Gegebenheiten und der Nutzen für die Sicherheitsbehörden

Salafistische Netzwerke sind heterogene Gefüge mit komplexen Strukturen. Gerade diese Komplexität erschwert die Ermittlungsarbeit der Sicherheitsbehörden ungemein. Aufgrund dessen werden Zusammenhänge und Verbindungen zwischen einzelnen Personen und Gruppen nicht erkannt.
Dorothee Dienstbühl, Sigrid Hermann-Marschall

Chapter 6. Cyber Security Intelligence – Kollaborative Ansätze gegen Cyber- und Computerkriminalität

Hans und Mark laufen durch den Wald. Hans ist Mark leicht voraus. Plötzlich ruft Mark: „Wir werden von einem Bären verfolgt! Wir müssen schneller laufen, um ihm zu entkommen!“ „Nein“, erwidert Hans darauf, „ich bin derjenige, der jetzt schneller laufen muss.“ Und sprintet seinem Laufpartner davon (Ross 2014: 4). Was hat diese Geschichte mit Cybersicherheit zu tun? Nun, Hans hat realisiert, dass er Ziel einer Attacke wurde und eine Gegenmaßnahme (Countermeasure) eingeleitet, um der Gefahr zu entgehen. Sein Laufpartner Mark bleibt bei diesem Plan buchstäblich auf der Strecke.
Aleksandra Sowa, Fred-Mario Silberbach

Chapter 7. Die Polizei als Filter der Anzeige digitaler Straftaten – Am Beispiel Niedersachsen

Die gegenwärtig durch das LKA Niedersachsen durchgeführte Längsschnittbefragung von Bürgerinnen und Bürgern stellt in einem Teilgebiet Fragen zum Themenfeld Cybercrime. Unter anderem geht es um die Gründe der Nichtanzeige im Kontext digitaler Straftaten. Die wichtigsten Antwortalternativen werden in diesem Kapitel erläutert und interpretiert.
Daniel Triest

Chapter 8. Von der konventionellen zur intelligenten Videoüberwachung – Chancen und Risiken für Polizei und Gesellschaft

Intelligente Videoüberwachung ist längst keine Utopie mehr. Kameras sind inzwischen nicht nur digital, sie werden zunehmend „intelligent“: Ging es früher meist um das Beobachten an sich, laufen heutzutage immer öfter Systeme im Hintergrund mit, die live oder zeitnah Analysen durchführen, beispielsweise zu Fahndungszwecken im polizeilichen Bereich. Das Mautsystem Toll Collect dürfte sicherlich eines der bekanntesten nicht-polizeilichen Systeme sein.
Alex Elisabeth Eigenseer, Stephan G. Humer, Anna Lederer

Organisationale Voraussetzungen: Ausbildung und Ressourcen

Frontmatter

Chapter 9. Basiskompetenzen im Bereich Cybercrime und digitale Spuren

Das Kapitel beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob es im Rahmen polizeilicher Aufgabenwahrnehmung Basiskompetenzen gibt, die unabhängig von der Verwendung der Beamtinnen und Beamten erforderlich sind. Überprüft werden soll dies am Beispiel der Bekämpfung von Cybercrime-Delikten und der Bearbeitung digitaler Spuren.
Dirk Kunze

Chapter 10. Polizei und Social Media: Was beschäftigt angehende Polizist/inn/en?

Es ist wohlfeil, die geringe Beschäftigung der Polizeien der Länder (und des Bundes) sowie ihrer aufsichtführenden (Innen-)Ministerien mit den sozialen Medien festzustellen. Bereits die von der Innenministerkonferenz eingesetzte Arbeitsgruppe hat im Jahr 2013 diesen unter Fachleuten gut bekannten Umstand in einer Veröffentlichung quasi „offiziell“ benannt und bedauert (vgl. May/Arnd 2013), einige andere Publikationen haben ebenfalls darauf hingewiesen (vgl. exemplarisch Löbbecke 2013; Rogus/Rüdiger 2014; Bayerl/Löbbecke 2015), und in der alltäglichen Diskussion innerhalb der Polizei beginnt das Thema ebenfalls eine Rolle zu spielen.
Peter Löbbecke

Chapter 11. Bachelorarbeiten im Kontext des Wissens-managements der Polizei – Wissensvorlauf für Strafverfolger bei Cybercrime generieren und bereitstellen

Polizeiarbeit ist täglich mit bekannten und neuen Herausforderungen konfrontiert. Es dauert jedoch meist mehrere Jahre, bis ein neues Phänomen als Routineaufgabe bewältigt werden kann. Gut dokumentiert wurde das z.B. mit dem Strafprozess gegen die Studentin Angela Marquardt, die auf ihrer Website als Bundestagsabgeordnete einen Link zur Zeitschrift radikal unterhielt.
Eberhard Kühne

Chapter 12. Mythos Überwachungsstaat – Über die alltägliche digitale Polizeiarbeit in Sachsen

Nach nahezu jedem Terroranschlag oder einer anderen, größeren und aufsehenerregenden Straftat erfolgt automatisch eine Diskussion mit zwei sich entgegen stehenden Positionen. Auf der einen Seite stehen die Forderungen und Ankündigungen rascher Gesetzesänderungen und Ausweitungen polizeilicher Befugnisse, um mehr Daten zu speichern und mehr Telekommunikationsüberwachung-smaßnahmen vornehmen zu können
Florian Krahmer

Rechtliche Fragen

Frontmatter

Chapter 13. Das Internet in der polizeilichen Gefahrenabwehr

Die Polizei nutzt das Internet auf vielfältige Weise. Grob lässt sich die Nutzung dahingehend unterscheiden, dass Polizeibehörden zum einen selbst Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, zum anderen das Internet zur Informationsbeschaffung fruchtbar machen. Es stellt sich die Frage, ob im virtuellen Raum des „world wide web“, die gleichen Regeln für das Handeln der Polizei gelten, wie in der „realen“ Welt.
Heike Krischok

Chapter 14. Das Broken Web: Herausforderung für die Polizeipräsenz im digitalen Raum

Die sexuellen Übergriffe um die Silvesternacht 2015/2016 in Köln, der Amoklauf von München und der Terroranschlag von Berlin jeweils in 2016 waren drei Ereignisse, die nicht nur für Deutschland als solches einen herausragenden Charakter gehabt haben. Sie haben vor allem auch die deutschen Sicherheitsbehörden vor immense Herausforderungen gestellt. Dabei stach ein Aspekt in besonderer Weise heraus: Die Art und Weise wie die Polizei über soziale Medien mit den Bürgern kommuniziert und Informationen zur Verfügung gestellt hat oder auch nicht.
Thomas-Gabriel Rüdiger

Backmatter

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