Skip to main content
main-content

Über dieses Buch


Das Buch zeigt innovative Technologien und Gestaltungsansätze für die Pflege auf. Entscheidend für den gelungenen Transfer in den Pflegealltag ist der Informations- und Kommunikationsaustausch zwischen den Beteiligten, auch über Fachdisziplinen hinaus. Für eine lückenlose Leistungserfassung und die Abrechnung von Leistungen in der Pflege ist eine professionelle und auf Standards basierende Pflegedokumentation unerlässlich. Sie unterstützt die Prozessoptimierung, steigert die Qualität der Pflege und sorgt für einen wirtschaftlichen Überblick über erbrachte Leistungen. Ziel ist die Steigerung der Leistungsfähigkeit durch kooperative und vernetzte Strukturen. Die Autoren erläutern Lösungsmöglichkeiten für praktische Fragestellungen aus verschiedenen Perspektiven. Von besonderem Interesse ist der Sammelband daher sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Aus der Praxis für die Praxis: Potenziale und Herausforderungen auf dem Weg zur Digitalisierung interprofessioneller stationärer Gesundheitsdienstleitungen

Seit einigen Jahren ist eine zunehmende Digitalisierung der Dokumentation und Kommunikation von medizinischen Informationen in stationären Gesundheitseinrichtungen zu beobachten. Vielerorts werden auf spezielle medizinische Fachbereiche oder konkrete Anwendungsbereiche spezialisierte Softwaresysteme implementiert, die aufgrund ihres hohen Spezialisierungsgrades nur eine eingeschränkte interprofessionelle und interdisziplinäre Nutzung ermöglichen und daher weiterhin eine papiergebundene Dokumentation und Kommunikation medizinischer Informationen erfordern. Mit dem Ziel die interprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit der Gesundheitsdienstleister zu verbessern wird in dem folgenden Beitrag – aus der Praxis für die Praxis – das methodische Vorgehen, die Herausforderungen sowie die Lessons Learned im Zusammenhang mit der Einführung einer Digitalen Akte am Beispiel eines Universitätsklinikums aufgezeigt.
Martin Holderried, Friederike Holderried, Bettina Gugler

2. Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung des Medikamentenmanagements in stationären Pflegeeinrichtungen

In stationären Pflegeeinrichtungen spielt die zunehmende Polymedikation der Bewohner und das damit verbundene Risiko von unerwünschten Arzneimittelereignissen eine immer wichtiger werdende Rolle. Häufig entstehen solche Ereignisse aus vermeidbaren Fehlern im Medikationsprozess. Sie gefährden die Patientensicherheit und verursachen hohe Kosten für das Gesundheitssystem. Digitale Instrumente zur Strukturierung und Unterstützung des Medikationsprozesses stellen eine vielversprechende Möglichkeit dar, um Risikofaktoren zu minimieren. Sie wecken Hoffnungen im Hinblick auf die Vermeidung von Fehlern im Medikationsprozess, die Steigerung der Patientensicherheit sowie die Schonung zeitlicher und finanzieller Ressourcen. Sie sollen sich damit letztlich positiv auf die Versorgungsqualität auswirken, Pflegekräfte entlasten und Kosten senken. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine nachhaltige Implementierung des Instruments bei allen beteiligten Akteuren. Fußend auf der Evaluation eines Medikamentenmanagementsystems in der Region Odenwaldkreis durch das Institut für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IZGS) werden nachfolgend Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Unterstützung der Medikamentengabe für Bewohner in stationären Pflegeeinrichtungen diskutiert. Dabei lassen sich einige der in der Literatur unterstellten Effekte durchaus nachweisen. Allerdings ergibt sich aus ihrer Anwendung auch eine Reihe von ethischen und betriebswirtschaftlichen Fragen. Letztere resultieren nicht zuletzt aus der erforderlichen Prozessreorganisation unter Beteiligung verschiedener Anspruchsgruppen.
Matthias Heuberger, Michael Vilain

3. Wissenstransfer in der Kranken- und Altenpflege: Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung von Wissen

Wissenstransfer ist in der Kranken- und Altenpflege unabdingbar. Doch die Hoffnungen auf eine digitale Lösung der vielfachen Herausforderungen in der Pflege trügen. Die Spezifika des Pflegeberufs sowie das in diesen Professionen notwendige Wissen und Können entziehen sich einer Substitution durch Computer beziehungsweise digitale Systeme. Dies heißt selbstverständlich nicht, dass die Digitalisierung vor diesem Bereich halt machen würde. Die Verantwortlichen müssen sich jedoch darüber im Klaren sein, dass das Digitalisierungspotenzial beschränkt ist und in einem Berufsfeld, das bereits heute in hohem Maße von Fachkräftemangel und Arbeitsverdichtung gekennzeichnet ist, in erster Linie zur Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nicht zur Erlangung von Effizienzgewinnen dienen sollte. Für den Wissenstransfer sind elektronische Systeme nur in einer Unterstützungsfunktion tauglich. Deshalb sollten durch Digitalisierung zu erzielende Zeitersparnisse in prozessorientierten Wissenstransfer investiert werden.
Wolfgang Orians, Ulrike Reisach

4. Mehrwert in der häuslichen Pflege durch vernetzte Ambient-Assisted-Living-Systeme

In der häuslichen Pflege wird bereits jetzt der überwiegende Anteil der formellen und informellen Pflegeleistungen erbracht. Die Bedeutung dieses Bereiches wird in Zukunft eher noch zunehmen. Die sich verändernden Familienkonstellationen und die mit dem demographischen Wandel einhergehenden Finanzierungsprobleme der Sozialversicherungen stellen die Pflege im häuslichen Umfeld aber zugleich vor zunehmende Probleme. Der Einsatz von Technik, speziell vernetzter Ambient-Assisted-Living-Systeme, kann hier einen Beitrag zur Lösung leisten. Im Artikel wird das A²LICE-Projekt vorgestellt, das in Kooperation von Hochschule, Wohnungsbaugenossenschaft und Mietern einen integrativen, quartiersbezogenen Ansatz zur bedarfs- und bedürfnisgerechten Umsetzung von Ambient-Assisted-Living-Modellen in die Fläche entwickelt hat.
Martin Grünendahl, Sven Leonhardt, Tobias Teich

5. Methoden der ethischen Evaluierung digitalisierter Dienstleistungen in der Pflege

Ambient-Assisted-Living- (AAL) bzw. altersgerechte Assistenzsysteme sollen in der Pflege alter und hochbetagter Menschen, aber auch anderer physisch oder psychisch gehandicapter Personen, eingesetzt werden. Damit dieser Einsatz nicht zu sozialen und normativen Konflikten führt, muss die Technik so gestaltet werden, dass die in der Gesellschaft verankerten normativen Prinzipien ebenso wie die subjektiven Erwartungen der prospektiven Anwender adressiert werden. Diese Aufgabe gehört in den Bereich der Technikbewertung und partizipativen Technikgestaltung. Dazu gehören Methoden der ethischen Evaluierung der zu entwickelnden Technik, um Konfliktfelder identifizieren und mögliche Lösungsvorschläge entwickeln zu können, die dann in die Gestaltung der Technik einfließen sollten. Nachdem kurz auf die Herkunft altersgerechter Systeme und auf allgemeine normative Fragen des Einsatzes solcher Systeme eingegangen wurde, werden im Folgenden vier Verfahren zur Technikbewertung und partizipativen Technikgestaltung präsentiert, Bezüge zur Akzeptanzforschung hergestellt sowie kurz die Reichweite und die Grenzen ethischer Evaluierung behandelt.
Karsten Weber, Alena Wackerbarth

6. Automatisierte Erfassung von Vitalparametern im Zusammenhang mit elektronischen Fieberkurven zur Effizienzsteigerung von Pflege- und Behandlungsprozessen

Aus ökonomischer und ethischer Sicht ist im Gesundheitswesen die Effizienzsteigerung ein wesentlicher Aspekt zur Sicherung eines funktionierenden Gesundheitssystems. Im Zusammenhang mit Pflege- und Betreuungsprozessen bietet es sich an, die Datenerfassung zu automatisieren und in elektronischen Fieberkurven als Informationsplattformen weiter zu verwenden. Als wesentliche Innovationstreiber werden standardisierte elektronische Gesundheitsakten, standardisierte Klassifikationssysteme und immer leistungsfähigere Wearables identifiziert. Damit verbunden kann sich eine gesteigerte Datenbasis entwickeln, auf die allenfalls auch Methoden der künstlichen Intelligenz (decision support systems u. ä.) in Hinblick auf Qualitätsmanagement, Forschung und Lehre zur Anwendung kommen können.
Robert Mischak, Renate Ranegger

7. Mobile Health: Smarte Gadgets in der betrieblichen Gesundheitsförderung

Die betriebliche Gesundheitsförderung verwendet bisher nur in geringem Umfang moderne Technologien im Schnittfeld von IT und Medizintechnik. Neben die verbreiteten konventionellen Medien wie Broschüren, Schulungen und Gesundheitstage sind bisher allenfalls Webauftritte und soziale Medien wie WhatsApp, Blogs, Facebook und Twitter hinzugetreten. Das sich abzeichnende Potential von Mobile Health wurde bisher erst ansatzweise ausgeschöpft. In den folgenden Ausführungen werden einige jener spezifischen Anforderungen herausgearbeitet, die an entsprechend geeignete Gadget-Lösungen zu stellen sind. Ferner werden Perspektiven aufgezeigt, um den Transfer von bereits für den Freizeit- bzw. AAL-Sektor (ambient assisted living) entwickelten Lösungen durch entsprechende Anpassungen in die betriebliche Gesundheitsförderung sicherzustellen.
Harald Mehlich

8. Digitalisierung in der Pflege – Assistenzsysteme für Gesundheit und Generationen

Die Zahl der Pflegebedürftigen in unserer Gesellschaft wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark steigen – Prognosen zufolge wird der Mehrbedarf an Pflegepersonal nur schwer zu decken sein. Doch ist es schon heute möglich, viele der Tätigkeiten in Assistenz und Pflege durch digitale Techniken und Systeme zu unterstützen und dem Personal so Zeit für andere pflegerische Aufgaben zu verschaffen. Denkbar ist auch, dass ältere Menschen künftig verstärkt intelligente Assistenzsysteme nutzen, um autonom zu bleiben und pflegerische Hilfe erst sehr spät zu benötigen. In jedem Fall ist es notwendig, die Entwicklung solcher Systeme durch zusätzliche förderpolitische Maßnahmen zu unterstützen. Der Beitrag skizziert einige intelligente Assistenzsysteme, die entweder schon technische Einsatzreife erlangt haben oder diese mit einem überschaubaren Entwicklungsaufwand erreichen könnten.
Bernhard Wolf, Christian Scholze, Petra Friedrich

9. Subsidiäre Assistenzsysteme für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Pflegekräfte

An einer Demenzerkrankung leiden in Deutschland derzeit etwa 1,5 Millionen Menschen, von denen viele in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden müssen. Der vorliegende Beitrag beschreibt das Konzept eines IT-basierten Aktivitätsmangement-Assistenten zur Betreuung dieser Menschen. Hierbei wird die aktuelle Situation objektiv mittels einer Smart-Watch und ihrer Sensoren erfasst. Basierend darauf können falls notwendig unterstützende Interventionsmaßnahmen ausgewählt werden. Dadurch kann das Pflegepersonal von einigen ihrer Alltagsaufgaben entlastet und somit die Pflegetätigkeit effizienter werden.
Max Schröder, Sebastian Bader, Thomas Kirste

10. Kompetenzanforderungen an pflegerische Führungskräfte in technikbezogenen Innovationsprozessen

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Implementierung technischer Innovationen in den Berufsalltag der Pflege diskutiert der Beitrag, welchen Einfluss diese als strukturierende Rahmenbedingungen auf pflegerische Arbeitsvollzüge und die direkte Patient-Pflegekraft-Interaktion ausüben. Im Fokus stehen dabei Passungsprobleme zwischen technischer Innovation und realer Pflegepraxis, die bei den beteiligten Akteuren im Rahmen ihrer täglichen Arbeitsprozesse zu Diskrepanzerfahrungen führen. Die hohe Relevanz reflektierter Gestaltungsarbeit pflegerischer Führungskräfte bei Einführungs- und Umsetzungsprozessen von technischen Innovationen zur Vermeidung solcher Passungsprobleme wird beispielhaft anhand der Implementierung EDV-gestützter Pflegedokumentationen verdeutlicht. Die sehr unterschiedlichen Gestaltungsanforderungen in den verschiedenen Phasen eines Innovationsprozesses werden dabei ebenso in den Blick genommen wie Hürden bei der Herstellung von Passungen, die aus der Analyseperspektive neoinstitutionalistischer Organisationstheorien betrachtet werden. Anhand einiger Grundzüge des BMBF-geförderten Projektes „Arbeitsprozessintegrierte Kompetenzaktivierung und -entwicklung in der Pflege (AKiP)“ werden die für die Passungsgestaltung erforderlichen Kompetenzen sowie die Rahmenbedingungen ihrer Aktivierung und Entwicklung durch eine reflective practice herausgearbeitet.
Ulrike Höhmann, Laura Schwarz

11. Mitsprache in der Digitalisierung: Systematischer und praxisnaher Einbezug der Nutzenden von gesundheitsrelevanten Technologien

Mitsprache in der Digitalisierung und systematischer, praxisnaher Einbezug von Nutzenden in die Entwicklung gesundheitsrelevanter Technologien ist keine Selbstverständlichkeit. Dieser Beitrag zeigt auf, dass der Einbezug von Nutzenden in die Entwicklungsprozesse komplex ist. Diese Komplexität beginnt schon bei der Definition der Nutzenden. Entsprechend ihrer Charakteristiken gestaltet sich ihr Einbezug unterschiedlich aufwendig. Denn Nutzende können einerseits Gesundheitsfachpersonen aber andererseits auch Personen mit Erkrankung, Beeinträchtigung und Behinderung sowie ihre Angehörigen sein. Ohne eine sorgfältige Analyse der Situation, in der sich die Nutzenden befinden und mit welchen krankheits- oder beeinträchtigungsbedingten Herausforderungen sie konfrontiert sind, kann kein umfassender Einbezug erfolgen. Dies verlangt von den Personen, welche gesundheitsrelevante Technologien gemeinsam mit den Nutzenden entwickeln, einerseits hohe fachliche Kompetenzen und andererseits Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Moderations- und Gruppentechniken sowie Kenntnisse über die Situation, in der sich die Nutzenden befinden. Ohne interdisziplinäre Vernetzung und Zusammenarbeit scheinen diese Anforderungen kaum erfüllbar. Der Beitrag führt in die Thematik ein, zeigt die Herausforderungen aber auch die Notwendigkeit der klaren Charakterisierung der Nutzenden auf und beschreibt, wie ein systematischer Einbezug von Nutzenden gesundheitsrelevanter Technologien gelingen kann. Zudem werden Lücken im erfolgreichen Einbezug von Nutzern beschrieben und Anregungen für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsarbeit aufgezeigt.
Sabine Hahn, Friederike J. S. Thilo

12. Interkulturell besetzte Teams in der Pflege – eine konflikttheoretische Analyse

Im Kontext eines Markts, der von einer steigender Nachfrage, einer sich verändernden Zielgruppe sowie einem sinkendem Angebot an Fachkräften gekennzeichnet ist, ist die Rekrutierung von Pflegekräften mit interkulturellem Hintergrund eine wichtige Strategie. Doch neben anfänglichen Erfolgen wird immer wieder auch von Schwierigkeiten bei der Integration in bestehende Pflegeteams berichtet. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit den sozialen und kommunikativen Prozessen, die in Teams mit Mitgliedern unterschiedlichen kulturellen Hintergrundes relevant sind. Dargestellt wird, auf welchen Wegen und aus welchen Gründen hinderliche Konflikte zwischen den Teammitglieder entstehen können. Auf dieser Basis zeigt der Beitrag Handlungsfelder für ein Eingreifen auf und leitet konkrete Maßnahmenempfehlungen für Organisationen und Führungskräfte solcher Teams ab.
Johannes Kirch

13. Digitalisierung in Hilfemix-Strukturen: IT-Systeme zur Koordination von Versorgungsnetzwerken mit professionellen und informellen Pflegenden

Der Großteil der Pflegebedürftigen möchte so lange wie möglich zu Hause gepflegt werden. Zwar fühlen sich Familienangehörige in hohem Maße zu einem Beitrag zur Pflege verpflichtet, allerdings werden sie durch zunehmende Erwerbstätigkeit und räumliche Distanzen vor enorme Herausforderungen gestellt. Technischen Assistenzsystemen wird ein hohes Potential für die Unterstützung der häuslichen Versorgung zugesprochen. Bisher ist allerdings kaum untersucht, welche Möglichkeiten Informationssysteme zur Koordination und Optimierung von Versorgungsprozessen im Hilfemix bieten könnten. Im Rahmen des Beitrags soll daher beleuchtet werden, wie Systeme zur computergestützten Zusammenarbeit zur Koordination von Versorgungsnetzwerken mit professionellen und informell Pflegenden eingesetzt werden können. Hierzu werden die Ergebnisse einer umfassenden Bedarfsanalyse sowie eines partizipativen Gestaltungsprozesses für eine App zur Unterstützung von Hilfemix-Netzwerken vorgestellt.
Madeleine Renyi, Christophe Kunze, Sophie Rau, Melanie Rosner, Petra Gaugisch

14. Personen mit Demenz und Telepräsenzroboter: Virtuelle Begegnungen in Alltagssituationen

Die Forschung zur kontrovers diskutierten Robotik in der Pflege und Begleitung von Personen mit Demenz steht noch am Anfang, obwohl bereits erste Systeme auf dem Markt sind. Die zentrale Frage besteht darin, ob und wie sich Telepräsenzroboter im Alltag von Personen mit Demenz integrieren lassen und wie sich diese Integration auf das Lebensarrangement der Menschen mit Demenz und der betreuenden Personen auswirkt.
Die (Pflege)Wissenschaft wird sich damit auseinanderzusetzen haben, ob ein fiktionales und/oder ein innovatives Potenzial zur Telepräsenzrobotik in der Pflege von Personen mit Demenz vorliegt. Zu erwarten ist ein Nutzen der Forschungsergebnisse in dreifacher Hinsicht: für die Pflegewissenschaft (Grundlagen für das theoretische Verständnis der Lebenswelten von Personen mit Demenz und erweiterte robotikunterstützte Versorgungs-konzepte), für die Ingenieurwissenschaften (Impulse für die Entwicklung robotischer Unterstützungssysteme) und für Betroffene, Angehörige und Fachpersonen (neue Versorgungsoptionen).
Helma M. Bleses, Sven Ziegler, Matthias Füller, Thomas Beer

15. Digitale Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige, als tragende Säule der pflegerischen Versorgung in Deutschland, sind bei der Übernahme der häuslichen Pflege oft Belastungen und Informationsdefiziten ausgesetzt. Da reale Unterstützungsangebote kaum wahrgenommen werden, können digitale Unterstützungsangebote den pflegenden Angehörigen einen Zugang ermöglichen. Allerdings ist der Markt für digitale Gesundheitsangebote von Intransparenz geprägt und die Verbraucher haben Schwierigkeiten, valide Gesundheitsinformationen zu finden, qualitativ zu bewerten sowie zu selektieren. Hilfreich kann ein neu entwickelter Systematisierungsansatz für Digital-Health-Anwendungen sein. Anhand eines bestehenden Online-Pflegekurses, welcher nach § 45 SGB XI anerkannt ist, kann ein erstes Beispiel gezeigt werden, welches das enorme Potential solcher Angebote darstellt. Digitale Unterstützungsangebote können durch ihre niederschwellige und bedürfnisorientierte Ausrichtung ein entscheidender Faktor bei dem Erhalt und der Förderung der informellen Pflege sein. Weiterhin bedarf es unterschiedlicher Ansätze bei der Entwicklung von Unterstützungsangeboten.
Marius Mainz, Matthias Zündel

16. Integration technischer Assistenzsysteme im häuslichen Umfeld – Potenziale und Herausforderungen

Die Integration von technischen Assistenzsystemen ins häusliche Umfeld soll es älteren Menschen trotz altersbedingter Einschränkungen ermöglichen, ein weitestgehend selbstständiges Leben in gewohnter Umgebung zu führen. Potenzielle Nutzer der technischen Systeme profitieren ebenso, wie ambulantes Pflegepersonal, Ärzte und Angehörige. Es bietet die Chance negative Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Gesellschaft zu kompensieren oder zumindest abzuschwächen. Trotz der enormen Potenziale, die diese Technologien für diverse Stakeholder und die Gesellschaft als Ganzes bieten, stehen dem Markteintritt seit Jahren beträchtliche Hürden entgegen. Es gilt die Möglichkeiten zu erkennen, die Optionen zu evaluieren und die Schwierigkeiten als Herausforderungen anzuerkennen, um das gesamte Potenzial ausschöpfen und gewinnbringend nutzen zu können.
Katharina Nagel

17. Marvin, ein Assistenzroboter für Menschen mit körperlicher Behinderung im praktischen Einsatz

Als Folge des demographischen Wandels wächst in Deutschland die Zahl der Menschen mit körperlichen Einschränkungen kontinuierlich. Gleichzeitig nimmt die Zahl der verfügbaren Pflegekräfte stark ab. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des Forschungsprojektes AsRoBe mit einem prototypischen Assistenzroboter in einer realen Umgebung empirisch untersucht, ob diese Technologie für Menschen mit körperlicher Behinderung langfristig eine Hilfe sein kann. Eine Aufgabe von zentraler Bedeutung in diesem Projekt war die Mensch-Roboter-Schnittstelle und deren Akzeptanz durch die Nutzer. Zur Untersuchung und empirischen Auswertung dieser und ähnlicher Fragen wurde das Projekt aus sozialwissenschaftlicher Sicht begleitet und mitgestaltet.
Barbara Weber-Fiori, Benjamin Stähle, Steffen Pfiffner, Benjamin Reiner, Wolfgang Ertel, Maik H. -J. Winter

18. PKMS – das Potential elektronischer Dokumentation zur Optimierung der Wertschöpfung nutzen

Im Beitrag werden zunächst die Entstehung des Pflegekomplexmaßnahmen Scores (PKMS) und seine rechtlichen Rahmenbedingungen beschrieben, anschließend seine Anwendung und Umsetzung in einer Klinik unter Berücksichtigung des Einsatzes einer elektronischen Dokumentation dargestellt. Es wird darauf eingegangen, welche Schritte bei der Einführung berücksichtigt werden sollten, damit der PKMS einen realen Beitrag zur Optimierung der Wertschöpfung in einer Klinik leisten kann.
Kerstin Freund, Steffen Rupp

19. Brauche ich das überhaupt?! – Qualität assistiver Technologien aus Sicht von älteren Personen in häuslicher Pflege

Der Einsatz assistiver Technologien stellt für ältere Personen eine Möglichkeit dar, trotz Pflegebedürftigkeit im häuslichen Umfeld zu verbleiben. Qualität ist ein wesentlicher Bestandteil der pflegerischen Betreuung und das Bewusstsein dafür, sowie die Ansprüche älterer Personen an diese werden größer. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, welche Qualitätsaspekte berücksichtigt werden müssen, damit ältere Personen assistive Technologien nutzen und diese als qualitätsvoll wahrnehmen. Ziel des Beitrages ist es, die Situation älterer Personen in Österreich sowie die Möglichkeiten des Einsatzes von assistiven Technologien aufzuzeigen. Zudem erfolgt eine zusammenfassende Darstellung von Qualitätskriterien, die für ältere Personen in diesem Kontext von Bedeutung sind.
Katharina Hauer

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Voraussetzungen für die wirtschaftliche additive Fertigung

Viele Unternehmen stellen die technische Umsetzbarkeit oder die Wirtschaftlichkeit additiv gefertigter Produkte in Frage und zögern bei der Anwendung. Mit einer neuen Denkweise führt die additive Fertigung jedoch zu höherer Wirtschaftlichkeit und Vorteilen im Wettbewerb, wie Kegelmann Technik in diesem Beitrag beschreibt.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise