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Über dieses Buch

Der Sammelband greift Chancen und Risiken, die durch die digitale Transformation von Dienstleistungen im Gesundheitswesen entstehen, auf. Die Arbeitsanforderungen in der Pflege entwickeln sich ständig weiter. Vernetzte und intelligente Technik wird in Zukunft den Arbeitsalltag von Pflegekräften prägen. Beispiele aus der pflegerischen Praxis verdeutlichen Optimierungsmöglichkeiten und Handlungsmaßnahmen, um bestehende Herausforderungen zu bewältigen. Fundiertes Expertenwissen bietet Impulse für nachhaltige Entwicklungen und für mehr Ressourceneffizienz unter Einbeziehung der individuellen und organisationalen Bedürfnisse. Von besonderem Interesse ist der Sammelband daher sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Die digitale Zukunft der Pflege – Chancen und Risiken

Erste Erfahrungen mit Mobility am Universitätsspital Zürich
Zusammenfassung
Pflegefachpersonen von Anfang an als Mitgestalterinnen der Mobility-Entwicklung einbeziehen, maximale Nutzerfreundlichkeit sicherstellen und hohen Rückhalt durch Führungspersonen gewährleisten – diese drei Faktoren haben sich bei der Mobility-Entwicklung in der Pflege am Universitätsspital Zürich bewährt. Im Zentrum standen zwei Fragen: Welche Mobility benötigt die Pflege? Welche Rahmenbedingungen sind für den Einsatz mobiler Lösungen in der Pflege erforderlich? Um Erfahrungswerte zu sammeln, erfolgten zunächst zwei Pilotprojekte mit spitaleigenen App-Entwicklungen. In der Pflege sollte Mobility dazu dienen, maximale Patientensicherheit zu gewährleisten, wenn menschliche Aufmerksamkeit und Konzentration an Grenzen stoßen: Mobility for safety! Diese Erkenntnis bildet die Grundlage einer entstehenden Mobility-Strategie mit dem Ziel, eine verantwortungsvolle Balance zwischen Patientensicherheit, Datenschutz und deutlichem Nutzen für die Pflegepraxis zu erreichen.
Pamina Göttelmann, Mirjam Meier, Andreas Maurer, Diana Staudacher, Rebecca Spirig

2. Entwicklung eines intelligenten Pflegewagens zur Unterstützung des Personals stationärer Pflegeeinrichtungen

Zusammenfassung
Die stationäre Pflegebranche ist vom demografischen Wandel besonders betroffen – sowohl in der Altenpflege als auch im Krankenhaus. Um dem drohenden Pflegenotstand zu begegnen, sind neue Lösungen gefragt, die das Pflegepersonal in ihrem Arbeitsalltag unterstützen und entlasten. Die Produktvision des „intelligenten Pflegewagens“ hat die Aufgabe, benötigte Pflegeutensilien automatisch vor Ort verfügbar zu machen, den Materialverbrauch zu dokumentieren und zur Neige gehende Pflegeutensilien selbstständig nachfüllen. Damit soll unter anderem die Arbeitsbelastung des Personals in der Pflege reduziert werden. Die durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass trotz eines geringen Anteils der mit dem Pflegewagen assoziierten Tätigkeiten die Hauptquellen der Belastung unter anderem in der örtlichen und zeitlichen Dimension zu verorten sind, auf welche der intelligente Pflegewagen Einfluss zu nehmen vermag. Im Rahmen einer detaillierte Analyse der mit der Nutzung aktuell eingesetzter Pflegewagen verbundenen Arbeitsprozesse konnten die Kernbereiche identifiziert werden, in denen nutzenbringende Änderungspotentiale vorhanden sind. Darauf aufbauend wurden Anforderungen an die Gestaltung des intelligenten Pflegewagens definiert und drei Prototypen auf Basis der CASERO 4-Plattform umgesetzt, die Mitte 2017 in drei Pflegeeinrichtungen getestet werden sollen.
Birgit Graf, Ralf Simon King, Andrea Rößner, Christian Schiller, Walter Ganz, Dominic Bläsing, Johannes Fischbach, Nora Warner, Manfred Bornewasser

3. Die Akzeptanz von digitalen Lösungen im ambulanten Pflegebereich

Zusammenfassung
Zum Thema „Akzeptanz von digitalen Lösungen im ambulanten Pflegebereich“, bestehen zwei unterschiedliche Möglichkeiten die Felder der Akzeptanz in die Betrachtung nehmen. Zum einen geht es um die Akzeptanz der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen im Bereich AAL und Telemedizin Verfahren. Zum anderen werden in der Versorgung der Pflegebedürftigen vermehrt digitale Lösungen zur Vereinfachung und Sicherung von Dokumentation und Versorgung für die Leistungserbringer in den Einsatz gebracht. In beiden Bereichen bestehen sowohl von Seiten der Leistungsempfänger, als auch von Seiten der Leistungserbringer viele Unsicherheiten in Bezug auf die Nutzung und den Mehrwert der eingesetzten Techniken. Leistungsempfänger empfinden häufig Unsicherheiten in Bezug auf die Weitergabe der erfassten Daten und setzen nicht viel Vertrauen in den Datenschutz. Leistungserbringer müssen sich häufig mit neuen Lösungen auseinandersetzen und sind teilweise bestrebt ineffiziente, aber bekannte, Lösungen beizubehalten. Das Kapitel gibt einen Überblick über die jeweiligen technischen Bereichen und versucht Kriterien zu beschreiben, die die Akzeptanz erhöhen.
Monika Roth, Richard Groß

4. Sekundärnutzen von Pflegedaten für ökonomische Nachhaltigkeit durch automatisierte Ermittlung hochaufwändiger Pflegefälle aus der Patientendokumentation

Zusammenfassung
Ein Klinikinformationssystem (KIS) dient als zentrale Informationsplattform behandlungsrelevanter Daten in Kliniken. Diese werden primär genutzt, um gute Patientenergebnisse in der Praxis zu erreichen. Neue Anforderungen an die Gesundheitsbetriebe, z. B. für Qualitäts- oder Leistungsnachweise, werden oft nicht in Zusammenhang gebracht mit den behandlungsrelevanten Daten eines KIS. Sie werden deshalb nur partiell genutzt, was zu unnötigen Mehraufwänden beim Gesundheitsfachpersonal für die Datenerfassung führen kann. An dieser Stelle besteht ein beachtenswertes Potenzial zur Ressourcenschonung sowie Effizienzsteigerung. Geforderte Daten sollten als „Abfallprodukte“ aus der elektronischen Patientendokumentation generiert werden können, um für verschiedene Zwecke sekundär genutzt werden zu können. Am Beispiel des Codes der Schweizerischen Operationsklassifikation (CHOP) 99.C1 Pflege-Komplexbehandlung wird eine Sekundärnutzung von Pflegedaten aus der elektronischen Pflegedokumentation exemplarisch aufgezeigt. Die Daten werden sekundär zur Ermittlung hochaufwändiger Pflegefälle im Rahmen von Swiss Diagnosis Related Groups (SwissDRG) genutzt.
Yvonne Frick, Dieter Baumberger

5. Game Based Learning in Nursing – didaktische und technische Perspektiven zum Lernen in authentischen, digitalen Fallsimulationen

Zusammenfassung
Digitalisierungsprozesse erhalten derzeit in allen Handlungsfeldern der beruflichen Pflege zunehmende Bedeutung. Nachdem sich die computergestützte Pflegeplanung und -dokumentation im stationären wie im ambulanten Bereich der Pflege fortschreitend durchsetzt, werden derzeit Assistive Technologien zur Unterstützung von Hilfeempfängern und informellen wie professionellen Helfern in die Pflege getragen, die die unmittelbare Pflegearbeit etwa in Bezug auf Sicherheit, Mobilität oder soziale Interaktion adressieren. Im Bereich der Pflegebildung verweist der technische Fortschritt auf neue Möglichkeiten, komplexe Lernprozesse über eine digitale Aneignung von möglichst realitätsnahen Szenarien aus der beruflichen Pflegepraxis anzustoßen. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den methodisch-didaktischen Potenzialen digitaler Medien zur praxisnahen und lebensweltlich anschlussfähigen Entwicklung pflegespezifischer Kompetenzen bei jungen Auszubildenden in der Pflege. In diesem Zusammenhang werden Möglichkeiten, Herausforderungen und Begrenzungen des Einsatzes von Serious Games in der Pflege diskutiert. Es wird gezeigt, inwiefern es mit Hilfe von authentischen digitalen Simulationen in Serious Games gelingen kann, Lernende mit komplexen, mehrdimensionalen Pflegesituationen zu konfrontieren, sie handlungsdruckentlastet zur Erprobung und Einübung verschiedener Handlungs- und Problemlösungsmuster zu motivieren und dabei die Entwicklung von pflegerelevanten Kompetenzen, etwa einer situativ variablen Urteilsbildung zu fördern. Damit werden erste pflegedidaktische Legitimationen für einen bildungshaltigen Einsatz von Serious Games in der Pflegebildung vorgelegt und Möglichkeiten für eine technische Umsetzung in multivarianten Spieldesigns diskutiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie pädagogische Zieldimensionen der professionsbezogenen Kompetenzaneignung mit methodischen Elementen eines digitalen Lernens verbunden werden können, die Motivation, Neugier und Lust am Spiel in den Mittelpunkt stellen.
Nadin Dütthorn, Manfred Hülsken-Giesler, Rasmus Pechuel

6. Telemonitoring in der Pflege – Chancen für eine bedarfsgerechte Versorgung

Zusammenfassung
Die demographische Entwicklung in den letzten Jahren zeigt deutlich, dass die Gesellschaft immer älter wird und ländliche Regionen infrastrukturelle Mängel vor allen Dingen im Bereich der medizinischen Versorgung zeigen. Diesen Herausforderungen gilt es sich zu stellen. Neue Technologien in Form von Telemonitoring können hier eine Chance bieten alternden Menschen in der Häuslichkeit eine bedarfsgerechte medizinische und pflegerische Versorgung zu ermöglichen. In diesem Beitrag werden Pilotprojekte vorgestellt, die Perspektiven für die Pflege aufzeigen.
Michael Wahl, Laura Schönijahn, Natalie Jankowski

7. Digitalisierung und Sorgeverhältnisse – ein unauflöslicher Widerspruch?

Zusammenfassung
Die Digitalisierung aller Lebensbereiche wird derzeit als Chance, aber auch als Bedrohung wahrgenommen. Die Pflegewissenschaft und -forschung hat bisher den Fokus auf die Einsatzfelder der neuen Technologien gelenkt. Weniger im Blick sind die Folgen der Digitalisierung auf das Mensch-Sein selbst, auf die Wahrnehmung, das Selbst- und Körperbild, auf die Beziehungs- und damit Sorgefähigkeiten aller Gesellschaftsmitglieder und die beruflich Pflegenden. Pflegerisches Wahrnehmen, Denken und Handeln bedarf ausgewiesener Care- oder Sorgekompetenzen. Die folgenden Ausführungen gehen der Frage nach, wie sich die Digitalisierung auf das Selbst und die Sorgeverhältnisse auswirken könnte und skizziert Lösungsansätze. Zunächst wird ein idealtypisches Verständnis von pflegerischer Sorgearbeit aufgezeigt, um damit den Stellenwert von Pflegarbeit als Teil der Sorgearbeit zu verdeutlichen. Es wird skizziert, welche Bedeutung sinnliche Wahrnehmungen haben, um eine mimetisch verstehende Annäherung an die Patentinnen und Patienten zu erreichen und welche potenziellen Auswirkungen Technisierung und Digitalisierung aller gesellschaftlichen Lebensbereiche auf unser Mensch-Sein und unsere Beziehungsfähigkeit haben. Abschließend werden Implikationen für die pflegerische Sorgearbeit skizziert und Möglichkeiten aufgezeigt, in der Ausbildung von Pflegenden sorgende, mimetische Kompetenzen zu fördern.
Barbara Hellige, Michael Meilwes, Sabine Seidel

8. Nutzerzentriertes Assistenz- und Sicherheitssystem zur Unterstützung von Menschen mit Demenz auf Basis intelligenter Verhaltensanalyse

Zusammenfassung
Aufgrund des demographischen Wandels gewinnt die Entwicklung technischer Assistenzsysteme im Feld des Ambient Assisted Living zunehmend an Bedeutung. Mittel, die in der Altenpflege zum Einsatz kommen, sind neuartige, nutzerzentrierte Gesundheitssysteme für Gruppen mit speziellen Anforderungen. In diesem Beitrag zeigen wir das Konzept des Projekts AUXILIA, welches ein nutzerzentriertes Assistenz- und Sicherheitssystem zur Unterstützung von Menschen mit Demenz auf Basis intelligenter Verhaltensanalyse beschreibt. Das System unterstützt nicht nur die Patienten selbst, sondern richtet sich an medizinisches Personal, Nutzer aus dem Pflegeumfeld sowie an Angehörige der zu Pflegenden. Mithilfe einer neuartigen Smart-Sensor-Technologie, die es ermöglicht den gesamten Raum zu erfassen, können menschliche Verhaltensmuster bestimmt und an die Nutzergruppen weitergegeben werden.
André Apitzsch, Roman Seidel, Lars Meinel, Michel Findeisen, Gangolf Hirtz

9. Kunden und Unterstützungsstrukturen anders denken – Digitalisierung als neue Unternehmensdimension eines Komplexdienstleisters der Sozialbranche

Zusammenfassung
Die Bruderhausdiakonie als Komplexanbieter der Sozialdienstleistungsbranche mit ca. 10.500 Kunden in den Geschäftsfeldern Altenhilfe, Behindertenhilfe, Jugendhilfe und Sozialpsychiatrie steht vor einer grundlegenden Neuausrichtung. Mit den gesellschaftlichen und gesetzlichen Veränderungen rückt die einzelne Person mit ihren individuellen Bedarfen in den Fokus, das Wohnen und soziale Bezüge gewinnen gegenüber defizitbezogenen Hilfelagen an Bedeutung. Die Digitalisierung durchdringt dynamisch die Lebens- und Arbeitswelt von Kunden und Mitarbeitenden. Der Beitrag beschreibt die Herausforderungen der Branche für den Komplexträger, der die Ablösung seiner überholten EDV als Innovationsprojekt gestaltet, in dem die geschäftsfeldübergreifende, regionale Perspektive zum Mehrwert werden soll. Durch die Berücksichtigung von Assistenzsystemen, die völlig neue Pflegeprozesse und Dienstleistungen hervorbringen, wird die Informationstechnologie vom passiven Empfänger von Vorgaben durch ökonomische, normative, fachliche und gesellschaftliche Akteure mehr zum aktiven Mitgestalter unternehmerischer Prozesse.
Barbara Steiner, Gerburg Joos-Braun, Verena Pfister

10. Vernetztes Schmerzmanagement durch E-Health in der Pflege

Zusammenfassung
Schmerz und seine Folgen entwickeln sich zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem. Besonders in der Pflege kann eine adäquate Versorgung kaum gewährleistet werden. Die vielen an der Therapie beteiligten Akteure und Professionen erfordern einen sehr hohen Abstimmungsbedarf, der meist kaum möglich ist. Die Entwicklung integrierter Behandlungsprozesse und IT-Unterstützung der Prozesse mit geeigneten Methoden und Konzepten des E-Health ermöglichen hier eine bessere Versorgungsqualität. Im Rahmen dieses Beitrages werden die verschiedenen Facetten des Schmerz(managements) kurz vorgestellt und auch geeignete Lösungsansätze durch die Gestaltung integrierter akteursübergreifender Prozesse und deren Unterstützung durch E-Health-Anwendungen. Exemplarisch werden der Prozess des Schmerzmanagements in der Pflege und dessen Potenziale der Vernetzung aufgezeigt.
Thomas Lux

11. An app a day keeps the doctor away? Der Einsatz von mHealth in der kommunalen Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen

Zusammenfassung
Mit 32.000 Todesfällen pro Jahr stellen kardiovaskuläre Erkrankungen die häufigste Todesursache in Österreich dar. Die Prävention bietet sowohl eine Möglichkeit die Hypertonie zu vermeiden, als auch die Folgen und Risikofaktoren von kardiovaskulären Erkrankungen zu minimieren. Auf Grund von fehlenden oder nicht wahrgenommenen Symptomen dieser Erkrankung erkennen Betroffene die Notwendigkeit eines kardiovaskulären Präventionsprogramms oftmals nicht rechtzeitig und lehnen auf Grund dessen die Teilnahme daran ab. Weshalb es Maßnahmen braucht, die sowohl auf die Verhaltens- als auch auf die Verhältnisebene des Einzelnen abzielen. Im folgenden Beitrag gilt es zu diskutieren, inwieweit mHealth eine Möglichkeit darstellt, die Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen innerhalb der Verhältnisebene aus Sicht der Betroffenen zu verbessern. Dabei werden zwei Fragestellungen diskutiert: Erkennt die kommunale Bevölkerung einen Nutzen in der Implementierung von mHealth im Hinblick auf die Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen? Können Ansatzpunkte für die Gestaltung einer Applikation im Sinne von mHealth für die Praxis generiert werden? Der Beitrag zeigt den notwendigen Handlungsbedarf innerhalb des Sektors der Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen im kommunalen Bereich auf.
Sarah Unterweger

12. E-Health in der Pflege - Wirksamkeit von pflegegeleiteten Interventionen bei älteren Menschen

Zusammenfassung
E-Health-Ansätze greifen in der Gesundheitsversorgung vermehrt um sich. Insbesondere die Pflege und Versorgung älterer vulnerabler Gruppen birgt Potential für die Umsetzung E-Health-gestützter Interventionen. Pflegende können in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle einnehmen. Neben den (potentiellen) Kosteneinsparungen bedarf es eines Nachweises für eine ausreichende Evidenz zur Wirksamkeit umgesetzter Interventionen auf die gesundheitsbezogenen Outcomes bei den Patienten und deren Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Der folgende Beitrag fasst die Studienlage zu diesem Thema aus pflegerischer Sicht zusammen und zieht Schlussfolgerungen für Wissenschaft und Praxis.
Arne Buss, Pavo Marijic, Steve Strupeit

13. Simulierte Patientenreisen für Service Design im Gesundheitswesen – Patient Journey meets Simulation

Zusammenfassung
Eine Patientenreise beschreibt den Behandlungsweg eines Patienten. Die beteiligten Personen können sich mit Hilfe der Reise besser in den Patienten hineinversetzen. Dadurch sollen Behandlungs- und Heilungsprozesse neu gestaltet oder optimiert werden können. Bisher werden die unterschiedlichen Methoden aus dem Service Design und der Geschäftsprozessmodellierung unabhängig voneinander eingesetzt. Das Ergebnis sind Schaubilder und Tabellen zur Dokumentation. Sollen die Ergebnisse interaktiv erfahrbar sein, dann ist die Simulation eine erfolgversprechende Methode. Sie erlaubt die intuitive Exploration von Patientenreisen. Somit treffen bei simulierten Patientenreisen drei Welten aufeinander: Technik, Wirtschaft und Design. Während die beiden ersten exaktes und logisches Arbeiten erfordern, bedient sich das Service Design kreativer und künstlerischer Verfahren. Die Kombination verspricht daher einen sehr wirkungsvollen und neuartigen Ansatz, der die Vorteile beider vereint. Der Artikel setzt sich mit den grundlegenden Begriffen für simulierte Patientenreisen auseinander und beschreibt Anforderungen, um die drei Welten sinnvoll zusammen zu führen. Es wird eine Methodik aufgezeigt, die Vorteile verbindet ohne Nachteile zu übernehmen. Kontinuierliche Innovation und Exploration werden mit Hilfe eines praxiserprobten Vorgehensmodells in Anlehnung an lernende Organisationen in kürzest möglicher Weise nutzbar. Zwei Beispiele zeigen die konkrete Umsetzung simulierter Patientenreisen.
Hans-Günter Lindner

14. Patientenorientierter Pflegeprozess – Digitalisierung als Herausforderung und Chance

Zusammenfassung
Im Hinblick auf die Entwicklungen im Gesundheitssystem und nicht zuletzt aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen und der Fokussierung auf Ökonomie und Transparenz wird es zukünftig keine Frage mehr sein, ob Digitalisierung im Pflegebereich notwendig ist - sondern wie. Daher werden wir neuen smarten Technologien und Anwendungen, die der Pflegeinformatik zuzurechnen sind, in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit schenken müssen. Der sinnvolle Einsatz moderner Technologien im Zusammenwirken mit Prozessoptimierungen und ethischen Anforderungen kann eine qualitätsvolle Pflege unterstützen und so einen Mehrwert für die Patienten und für die Einrichtung bringen. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Herausforderungen im Pflegebereich und wie mit Unterstützung der Pflegeinformatik die Pflegeprozesse in ihrer Effizienz und Effektivität verbessert werden können.
Waltraud Haas-Wippel, Andrea Frießnegg

15. Technikeinsatz für ambulante Dienste – eine Hilfsorganisation geht innovative Wege

Zusammenfassung
Das Thema des Technikeinsatzes gewinnt im digitalen Zeitalter auch bei der Johanniter-Unfall-Hilfe als soziale Hilfsorganisation eine zunehmende Bedeutung. Im Rahmen des Angebotes zahlreicher ambulanter Dienstleistungen (unter anderem Pflege- und Betreuungsangebote) findet vermehrt eine Integration von Technik im Alltag von Personen verschiedener Zielgruppen (Pflegebedürftige, Angehörige, Mitarbeiter) statt. In diesem Beitrag wird aufgeführt, wie der Einsatz von Technik innerhalb der ambulanten Dienste aktuell gelingt und welche Hürden es zu bewältigen gilt. Kunden, die Dienstleistungen der Johanniter-Unfall-Hilfe in Anspruch nehmen, stehen hier ebenso im Fokus wie eigene Mitarbeiter. Durch die Darstellung von ausgewählten Forschungsprojekten mit dem Schwerpunkt der „Mensch-Technik-Interaktion“, an denen die Johanniter-UnfallHilfe beteiligt ist, soll herausgestellt werden, wie der Einsatz von unterstützender Technik im Einzelnen geplant und durchgeführt wird.
Maraike Siemer, Alexandra Kolozis, Carmen Tietjen-Müller, Marie-Luise Schwarz, Simon Timmermanns, Alexander Jüptner, Andreas Felscher

16. Digitalisierung von Papier: Vorteile für die Prozesse

Zusammenfassung
Was bedeutet Digitalisierung konkret, wenn die medizinische Dokumentation betrachtet wird? Welche Vorteile ergeben sich durch die Digitalisierung und welche Schritte sind nötig, nicht nur eine digitale Akte zu füllen, sondern eine interoperable eAkte zu erhalten und verarbeiten? Die Antworten auf diese Fragen gibt der Autor aus seinem Praxisalltag der angewandten Forschung bei einem Scan- und Archivierungsdienstleister von Patientenakten. Innerhalb der angewandten Forschung hat er Zugang zu den vor Ort installierten IT-Systemen und kann einen Ausblick geben, welche Mehrwerte durch die Digitalisierung noch gehoben werden können.
Stefan Müller-Mielitz

17. EDV- gestützte Patientendokumentation in der Intensivpflege – Aspekte des Qualitäts- und Risikomanagements sowie Zukunftspotentiale

Zusammenfassung
EDV-gestützte Patientendokumentation in der Intensivpflege ist sichtlich auf dem Vormarsch. Auch wenn hohe Investitionskosten mit der Implementierung eines solchen Systems einhergehen, überwiegen doch die Vorteile, welche für den Einsatz eines PDMS (Patienten-Daten-Management-System) sprechen. Neben der Erleichterung der Abrechnung von medizinischen und pflegerischen Leistungen spielen auch rechtliche Kriterien und der positive Einfluss auf Qualitäts- und Risikomanagement sowie auf Personalkennzahlen eine Rolle. Um diese Effekte auch erzielen zu können ist es notwendig vorhandene Prozesse zu analysieren und zu optimieren. Eine große Herausforderung bei der Implementierung eines PDMS stellen die technischen Details dar, welche den Arbeitsalltag erschweren können. Es bedarf einer guten Planung, um herauszufinden, welches System am besten in die bestehende Infrastruktur integriert werden kann. EDV-gestützte Lösungen im Klinikalltag werden sich in den nächsten Jahren bestimmt weiterentwickeln. Großes Potential liegt in der Darstellung des gesamten Patienten- Pfades im System, idealerweise auch mit Daten aus extramuralen Gesundheitseinrichtungen. Auch die Entwicklung von mobilen Anwendungen und Applikationen sowie die Integration von Lösungen zur Verbesserung der Patientensicherheit wären in der Zukunft wünschenswert.
Günter Dorfmeister, Johannes Rabe, Simon Jürgens, Paul Bechtold

18. Dorfgemeinschaft 2.0 – Altern und Digitalisierung im ländlichen Raum. Zur Entwicklung eines Instruments zur ethischen Fallbesprechung in der ambulanten Gesundheitsversorgung

Zusammenfassung
Ausgehend von den Herausforderungen für die gesundheitsbezogene Daseinsvorsorge in ländlichen Lebensräumen, welche entlang der Stichworte einer geringen Siedlungsdichte und einer geringen Mobilitätsdynamik zu beschreiben sind, wird in dem vorliegenden Beitrag das Projekt "Dorfgemeinschaft 2.0" vorgestellt und in den Diskurs um technologische Lösungen für eine alternde Gesellschaft eingeordnet. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Entwicklung des virtuellen Dorfmarktplatzes. Diese informationstechnologische Struktur soll die Bündelung von Dienstleistungsangeboten ermöglichen sowie die soziale Teilhabe von Nutzerinnen fördern. Weitere Teilschritte im Projekt zielen auf die Erprobung verschiedener AAL-Technologien in einer Musterwohnung. In diesem Zusammenhang ist es eine Aufgabe der Autorinnen im Rahmen des Projekts, ein Instrument zur ethischen Fallbesprechung zu entwickeln. Eine Diskussion vorliegender Instrumente und ihrer Anwendungsmöglichkeiten dient im vorliegenden Beitrag einer Annäherung an die Spezifika der ethischen Fallbesprechung im Kontext ambulanter und digitalisierter Gesundheitsversorgung.
Roland Simon, Marcus Garthaus, Anne Koppenburger, Hartmut Remmers

19. Konzepte für sensorbasierte Mobilisierungsunterstützung und motivierendes Feedback in der Mobilen Rehabilitation

Zusammenfassung
Aktivierende Pflege, insbesondere im Rahmen der Mobilen Rehabilitation, ist ein vielversprechender Ansatz, um den Pflege- und Rehabilitationserfolg langfristig zu gewährleisten. Jedoch gibt es im aktuellen Umfeld noch zahlreiche Schwachstellen bei der effizienten Durchführung von mobilen Rehabilitationsmaßnahmen. Dieser Beitrag stellt Probleme sowie Lösungskonzepte dazu vor, wie der Einsatz von Technik zur Minderung oder gar Behebung beitragen kann. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der sensorbasierten Mobilisierungsunterstützung und an einem motivationalen Feedbacksystem. Die Benutzerakzeptanz hängt in beiden Fällen stark davon ab, inwiefern die Systeme ohne größeren Aufwand eingesetzt werden können und wie gut sie sich in den Alltag integrieren lassen.
Kinga Schumacher, Aaron Ruß, Norbert Reithinger

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