Digitale Werkstätten
Technografische Perspektiven auf die Verwicklung von Cyberinfrastruktur und Werkstätten für behinderte Menschen
- Open Access
- 2025
- Open Access
- Buch
- Verfasst von
- Konstantin Rink
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Dieses Open-Access-Buch widmet sich der Frage, wie sich heterogene Gruppen von Fachkräften in Werkstätten für behinderte Menschen mittels einer komplexen digitalen Informationstechnologie koordinieren, orchestrieren und Informationen mobilisieren. In der Sozialen Arbeit kommen zunehmend solche verschachtelten und kooperativen Informationstechnologien, sogenannte Cyberinfrastrukturen, zum Einsatz. Sie sind keine einfachen Arbeitsmittel, sondern können als polyvalente Organisationstechnologien verstanden werden, die sich durch einen ganzen Korpus von gegenseitig aufeinander verweisenden digitalen Artefakten wie Dienstanweisungen, Formularvorlagen, Diagnosetabellen oder Checklisten mit strukturierend auf Organisationen auswirken. Basierend auf technografisch erhobenen Forschungsdaten (Feldprotokolle, Artefaktanalyse & Interviewtranskripte) kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass mit der Cyberinfrastruktur und deren praktisch realisierten Affordanzen eine spezifische Strukturierungsweise produziert wird. In der Verknüpfung mit räumlich-materiellen Arrangements entsteht in den Praktiken der heterogenen Fachkraftgruppen eine modulare Subjektform, eine exkludierende Machtkonstellation und eine netzwerkförmige Steuerungsweise.
Inhaltsverzeichnis
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Kapitel 1. Einleitung
- Open Access
PDF-Version jetzt herunterladenDas Kapitel beleuchtet die weitreichenden Auswirkungen der Digitalisierung auf die Soziale Arbeit, insbesondere in Organisationen der Eingliederungshilfe. Es wird die Rolle von Cyberinfrastrukturen untersucht, die als komplexe, modulare und integrierte Informationstechnologien die Arbeitsprozesse und sozialen Ordnungen in diesen Einrichtungen maßgeblich beeinflussen. Der Text setzt sich kritisch mit den bestehenden Diskursen zur Digitalisierung auseinander und zeigt auf, wie die digitale Transformation die traditionellen Strukturen und Praktiken der Sozialen Arbeit verändert. Dabei wird die Mediatisierung und Informatisierung als zentrale Konzepte zur Analyse der digitalen Transformation herangezogen. Die Mediatisierung fokussiert sich auf die Veränderung der Kommunikation und Interaktion durch digitale Medien, während die Informatisierung die systematische Erzeugung und Nutzung von Informationen in organisationalen Kontexten betont. Das Kapitel stellt die Frage, wie sich die Fachkräfte in Werkstätten für behinderte Menschen mit diesen Cyberinfrastrukturen organisieren und welche sozialen Ordnungen dabei entstehen. Es wird eine praxistheoretische Perspektive eingenommen, die die verzweigten Relationierungen aus Technik, Mensch und Organisation in den Mittelpunkt stellt. Die empirische Untersuchung basiert auf einer technografischen Einzelfallanalyse, die die Einbindung und Nutzung von Cyberinfrastrukturen in den Alltag der Fachkräfte detailliert beschreibt. Die Ergebnisse zeigen, wie die digitale Technologie die Organisation und Zusammenarbeit in den Einrichtungen prägt und welche neuen Herausforderungen und Chancen sich daraus ergeben. Das Kapitel schließt mit einem Ausblick auf die zukünftige Forschung und die notwendigen Anpassungen in der Praxis der Sozialen Arbeit.KI-Generiert
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ZusammenfassungDer Digitalisierungsdiskurs hat, wie digitale Medien selbst, unseren Alltag in zeitlicher, räumlicher und sozialer Hinsicht durchdrungen. Schon diese Feststellung mutet banal und selbstverständlich an, etwas, das schon tausendfach im Diskurs wiederholt wurde. Denn die „Thematisierung von Digitalisierung erscheint […] insgesamt wie ein lautes Treiben, in dem selbst die wiederholten Ordnungsversuche dem Geordneten in nichts nachstehen“. -
Kapitel 2. Sozialtheoretische Fundierung – Praxistheorie
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PDF-Version jetzt herunterladenDas Kapitel widmet sich der sozialtheoretischen Fundierung der Praxistheorie und deren Verbreitung in verschiedenen sozialwissenschaftlichen Disziplinen, darunter die Soziale Arbeit und die Erziehungswissenschaft. Es wird die Heterogenität und Vielseitigkeit der Praxistheorien beleuchtet, die aus einer Pluralität soziologischer und philosophischer Wurzeln schöpfen. Die Praxistheorie wird als eine Heuristik verstanden, die bestimmte Phänomene und Zusammenhänge sichtbar macht und deren empirische Erforschung anregt. Ein zentrales Anliegen ist die Rekonstruktion der Verflechtungen von Menschen, Technologien und Organisationen in ihrer Performativität. Dabei wird die flache Ontologie der Praxistheorie betont, die das Soziale in Praktiken und nicht in übergeordneten Strukturen verortet. Die Normativität von Praktiken wird durch das praktische Verstehen, explizite Regeln und teleoaffektive Strukturen bestimmt. Die Materialität von Praktiken wird durch die Einbindung von Körpern und Artefakten hervorgehoben, wobei die Rolle von Artefakten in der Akteur-Netzwerk-Theorie und bei Schatzki diskutiert wird. Die Teilnehmerschaft in Praktiken wird als ein dynamischer Prozess beschrieben, in dem sich die Positionen der Teilnehmer:innen kontinuierlich verändern. Schließlich wird die Verkettung und Verwicklung von Praktiken zu Bündeln und Komplexen untersucht, wobei die Relationalität und Dynamik der Praktiken im Vordergrund stehen.KI-Generiert
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ZusammenfassungEin praxeologisches Vokabular hat sich in nahezu allen sozialwissenschaftlichen Forschungsfeldern verbreitet – wozu auch die Soziale Arbeit und Erziehungswissenschaft mitzuzählen sind – und ist forschungsleitend für eine Reihe von Arbeiten zu Wissenschaft, Arbeit, Organisation und Technik. Unter dem Label „Praxistheorien“ versammelt sich ein heterogenes und teils disparates Feld an Arbeiten aus unterschiedlichsten Disziplinen. Die sukzessive Verbreitung und Etablierung von Praxistheorien erklärt sich auch aus dieser Heterogenität, denn „[d]ie Praxistheorie als eine Sozialtheorie hat bisher keine abgeschlossene, durchsystematisierte Form gefunden“. -
Kapitel 3. (Inter-)disziplinäre Verortung I: Konturen eines praxeologischen Organisationsverständnisses
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PDF-Version jetzt herunterladenZusammenfassungNach der Einführung der Praxistheorie als sozialtheoretische Perspektive dieser Arbeit soll nun eine Verortung im disziplinären Feld der Sozialen Arbeit erfolgen. Ziel des Kapitels ist es, ein Verständnis von Organisationen als sensibilisierendes Konzept auszuarbeiten, das diese als temporäres Produkt organisationaler Praktiken begreift und es möglich macht, die organisationale Einbettung und Verflechtung von Cyberinfrastrukturen – jenseits von Determinismen – empirisch zu analysieren. Das zu entwickelnde, praxeologische Organisationsverständnis ist insofern grundlegend, als dass sich dadurch die alltäglichen Routinen und Vollzüge, in denen Cyberinfrastrukturen und andere Informationstechnologien eingewoben sind, in ihrem Tun erschlossen werden können. -
Kapitel 4. (Inter-)disziplinäre Verortung II: Cyberinfrastruktur
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Beitrag untersucht die Entwicklung und Bedeutung von Cyberinfrastrukturen in der Sozialen Arbeit. Es wird die historische Entwicklung digitaler Technologien in der Sozialen Arbeit nachgezeichnet, von den ersten EDV-Anwendungen in den 1980er Jahren bis hin zu modernen Cyberinfrastrukturen. Dabei wird deutlich, wie sich die Technologien von administrativen Hilfsmitteln zu integralen Bestandteilen der sozialen Praxis entwickelt haben. Der Text beleuchtet die Herausforderungen und Chancen, die mit der Einführung digitaler Technologien in der Sozialen Arbeit verbunden sind, und analysiert, wie diese Technologien die Arbeitsprozesse und die Organisation in sozialen Einrichtungen verändern. Ein zentraler Aspekt ist die Rolle von Cyberinfrastrukturen als komplexe, verschachtelte und integrierte Informationstechnologien, die die Koordination und Vernetzung innerhalb von Organisationen unterstützen. Der Beitrag diskutiert auch die empirische Forschungslage und zeigt auf, dass es bislang wenige Studien gibt, die sich mit der konkreten Nutzung und den Praktiken rund um digitale Arbeits- und Organisationstechnologien in der Sozialen Arbeit auseinandersetzen. Es wird die Notwendigkeit betont, die impliziten Strukturen und Prozesse der Beteiligtheit von Technik in der Sozialen Arbeit weiter zu erforschen. Der Text schließt mit der Vorstellung eines sensibilisierenden Konzepts der Cyberinfrastruktur, das als heuristisches Werkzeug dient, um die Koordinierungs- und Strukturierungsleistung digitaler Technologien in der Sozialen Arbeit zu analysieren. Dabei wird die besondere Vernetzungsleistung von Cyberinfrastrukturen hervorgehoben, die über verschiedene Bereiche innerhalb von Organisationen hinweg wirken und die Zusammenarbeit von Fachkräften unterstützen. Der Beitrag bietet eine tiefgehende Analyse der Cyberinfrastrukturen und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit und regt dazu an, die Rolle digitaler Technologien in der sozialen Praxis weiter zu erforschen.KI-Generiert
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ZusammenfassungInformationstechnologien haben in den letzten Jahrzehnten einen wahren Siegeszug erlebt, so dass mancherorts vom „Informationszeitalter“ gesprochen wird – eine Informationsmythologie, wie Bowker (1994) kritisch anmerkt. „Informationstechnologien haben in den letzten Jahrzehnten die Arbeitswelt in vielen Branchen so nachhaltig verändert wie kaum eine andere Innovation“. Das gilt gleichermaßen für die Soziale Arbeit. -
Kapitel 5. Forschungsstrategien – Auf der Spur der Cyberinfrastruktur
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PDF-Version jetzt herunterladenDas Kapitel untersucht die Komplexität von Cyberinfrastrukturen, die als netzförmige Diagramme heterogene Akteure miteinander verbinden und sich über diverse Räume erstrecken. Anstatt eines linearen Modells wird die Cyberinfrastruktur als tabulatorisches Netz beschrieben, das eine Vielzahl von Verbindungen und Anfangspunkten aufweist. Die qualitative Sozialforschung steht vor der Herausforderung, allgemeingültige Ordnungen aus dem Chaos zu gewinnen, was durch die Reflexivität und Perspektivität der Forschung gekennzeichnet ist. Die Technografie, eine Methode der Ethnografie, wird als Ansatz gewählt, um die Praktiken im Zusammenspiel mit der Cyberinfrastruktur sichtbar zu machen. Dabei wird eine Kombination aus teilnehmender Beobachtung, Artefaktanalysen und ethnografischen Interviews verwendet. Die Triangulation heterogener Datentypen soll eine Beobachtbarkeit der Cyberinfrastruktur herstellen. Das Kapitel beleuchtet die Herausforderungen und Möglichkeiten der Multi-Sited-Ethnografie und der Technografie, die sich gegen die Technikvergessenheit in der Sozialwissenschaft richtet. Es wird die Performativität der Methoden und die Frage der Triangulation diskutiert, um ein fraktales Bild der Cyberinfrastruktur zu zeichnen. Die Auswertungsstrategien, insbesondere die Grounded-Theory-Methodology und die Situationsanalyse, werden detailliert dargestellt, um die theoretische Sättigung und die empirische Sättigung zu erreichen. Das Kapitel bietet eine tiefgehende Analyse der Cyberinfrastruktur und deren Einbindung in soziale Praktiken, die für Fachleute in den Bereichen Informatik, Soziologie und Ethnologie von großem Interesse ist.KI-Generiert
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ZusammenfassungCyberinfrastrukturen gleichen netzförmigen Diagrammen, die heterogene Akteure miteinander verbinden, ein Regime aus stabilen Grenzobjekten bilden und sich über diverse Räume erstrecken. Statt es mit einem linearen Modell zu tun zu haben, im Sinne einer Kausalität, wo A aus B folgt, wo also ein Weg für sich beanspruchen kann, der notwendige zu sein, sind Cyberinfrastrukturen tabulatorische Netze. „The field site in a study such as this is not a predetermined entity“. -
Kapitel 6. Vorspann zur empirischen Analyse
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PDF-Version jetzt herunterladenDas Kapitel bietet eine umfassende Analyse der Integration von Cyberinfrastrukturen in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Es beginnt mit einer detaillierten Untersuchung der Genese dieser Technologien, die auf ethnografischen Interviews und Beobachtungsprotokollen basiert. Die Analyse zeigt, wie die Cyberinfrastruktur in den 1990er Jahren entwickelt wurde und welche Rolle sie in der heutigen Praxis der Eingliederungshilfe spielt. Ein zentrales Thema ist die Problematisierung der dezentralen und analogen Datenverarbeitung, die durch die Einführung einer zentralen Datenbank gelöst wurde. Diese Entwicklung führte zu einer effizienteren Verwaltung und Kontrolle von Informationen, was sowohl für die Leitungsebene als auch für das Controlling von großer Bedeutung war. Die Studie hebt die Bedeutung der Informationsbereitstellung und Legitimation von Personalentscheidungen hervor, die durch die Cyberinfrastruktur ermöglicht wurden. Zudem wird die Rolle der betriebswirtschaftlichen Kalkulation und der Koordination innerhalb der Einrichtungen beleuchtet. Die Analyse zeigt, wie die Cyberinfrastruktur zu einer komplexen und weitreichenden Technologie heranwuchs, die verschiedene Bereiche miteinander vernetzt. Besonders interessant ist die Untersuchung der Mobilisierung von Verbündeten und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Cyberinfrastruktur, die bis heute andauert. Das Kapitel bietet somit wertvolle Einblicke in die Praxis der Eingliederungshilfe und die Auswirkungen von Technologie auf soziale Systeme.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn den folgenden Kapiteln entfalten sich die Analysen, die aus den Beobachtungsprotokollen, Artefaktanalysen und Interviewtranskripten gewonnen werden konnten. In dieser Bewegung des ‚Hineinzoomens‘ werden Lesarten von Praktiken entfaltet, die sodann in dem ‚Herauszoomen‘ stärker theoretisierend, systematisierend und kontextualisierend in ein Verhältnis zueinander gesetzt werden. In den Kapiteln 6 bis 10 erfolgt die Plausibilisierung der Kategorien des Zooming-in. Hierbei soll zunächst die Kategorie Genese der Cyberinfrastruktur erläutert werden. -
Kapitel 7. Inskriptionen – Festhalten und Mobilisieren von Wissen
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Beitrag beleuchtet die Praktiken des Festhaltens und Mobilisierens von Wissen in Werkstätten für behinderte Menschen. Dabei wird der Begriff der Inskription aus der Actor-Network-Theorie (ANT) verwendet, um die Prozesse der Dokumentation und Mobilisierung von Wissen zu analysieren. Der Text untersucht die Rolle digitaler Artefakte, wie der Verlaufsdokumentation, und deren Einbindung in den Arbeitsalltag der Werkstätten. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung räumlich-materieller Arrangements, die das Festhalten und Mobilisieren von Wissen beeinflussen. Der Beitrag zeigt auf, wie digitale und analoge Praktiken miteinander verknüpft sind und wie Wissen durch verschiedene Akteure und Artefakte konstruiert und transportiert wird. Zudem wird die Relevanz der Dokumentation für die Qualitätssicherung und Rechenschaftspflicht in der Sozialen Arbeit thematisiert. Der Text bietet eine tiefgehende Analyse der Inskriptionspraktiken und deren Auswirkungen auf die Arbeit in Werkstätten für behinderte Menschen. Durch die detaillierte Beschreibung der Praktiken und die Einbindung der ANT wird ein umfassendes Verständnis der Prozesse des Festhaltens und Mobilisierens von Wissen vermittelt.KI-Generiert
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ZusammenfassungUnter der Kategorie Inskriptionen soll ein Bündel aus Praktiken, räumlich-materiellen Arrangement und ein digitales Artefakt gefasst werden, in denen es übergreifend um das Festhalten und Mobilisieren von Wissen geht. Das Festhalten und Mobilisieren von Wissen sind zentrale Praktiken im Alltag der Werkstätten. Die Terminologie der Inskription knüpft an die ANT an und grenzt sich von den eher in der Sozialen Arbeit verwendeten Terminus der Dokumentation, der vor allem im Kontext von Professionalität verbreitet ist, ab. -
Kapitel 8. Klassifikationen
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Beitrag beleuchtet die zentrale Rolle von Klassifikationen in Cyberinfrastrukturen und deren normative Wertvorstellungen. Es wird untersucht, wie digitale Grenzobjekte in Praktiken des Klassifizierens eingebunden sind und welche machtanalytischen Fragen dabei eine Rolle spielen. Der Text analysiert zwei zentrale digitale Artefakte: die Fähigkeitenbeschreibung und das Entgeltinstrument. Dabei wird gezeigt, wie diese Artefakte in den Arbeitsabläufen von Werkstätten für behinderte Menschen verwendet werden und welche Konsequenzen sie für die Adressat:innen haben. Die Fähigkeitenbeschreibung dient der Diagnose und Klassifikation von Fähigkeiten, während das Entgeltinstrument die Leistungsbewertung und Entgelteinstufung der Adressat:innen regelt. Beide Artefakte tragen zur Segmentierung und Kontrolle der Adressat:innen bei, indem sie deren Fähigkeiten und Leistungen in hierarchische Kategorien einordnen. Die Analyse zeigt, dass diese Klassifikationen nicht nur administrative Funktionen erfüllen, sondern auch tiefgreifende soziale und politische Implikationen haben. Sie schaffen Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten, die die Adressat:innen in bestimmte Rollen und Positionen zwingen. Die Untersuchung hebt die performative Wirkung von Klassifikationen hervor, die die Welt in räumlicher, zeitlicher und raum-zeitlicher Hinsicht ordnen. Dabei wird deutlich, dass Klassifikationen nicht nur unterdrückend wirken, sondern auch bestimmte Positionen hervorbringen, die sich selbst beobachten und bewerten. Der Beitrag schließt mit der Feststellung, dass digitale Grenzobjekte in Cyberinfrastrukturen eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Klassifikationspraktiken spielen und dass deren Analyse essenziell ist, um die sozialen und politischen Dimensionen dieser Praktiken zu verstehen.KI-Generiert
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ZusammenfassungCyberinfrastrukturen unterstützen nicht allein bestimmte Arbeitsabläufe in einer Organisation. Sie bringen auch normative Wertvorstellungen in Form von Klassifikationen mit sich. „Working infrastructures contain multiple classification systems that are both invisible, in the senses above, and ubiquitous“. -
Kapitel 9. Überwachung
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachbeitrag untersucht die Kategorie Überwachung und deren Praktiken im Kontext der Cyberinfrastruktur. Überwachung wird als routinemäßiger Vorgang der Sammlung und Verarbeitung personenbezogener Daten definiert, der Kontrolle oder Einfluss über individuelles Handeln oder gesellschaftliche Prozesse erlangen will. Der Text beleuchtet die Einbindung digitaler Artefakte in verschiedene Überwachungspraktiken, darunter Selbst- und Fremdüberwachung von Arbeitsaufgaben sowie die Überwachung von aggregierten Informationen. Es wird analysiert, wie digitale To-Do-Listen und andere Artefakte in der Praxis genutzt werden, um Aufgaben zu strukturieren und zu überwachen. Besonders interessant ist die Untersuchung der hierarchischen Kontrollstrukturen, in denen digitale Artefakte eine zentrale Rolle spielen. Der Beitrag zeigt auf, wie Überwachungspraktiken durch die Nutzung digitaler Technologien verstärkt und komplexer werden, und wie diese Technologien in verschiedene Ebenen der Organisation eingebunden sind. Die Analyse umfasst auch die Rolle von Audits und die Einbindung von Führungskräften in die Überwachungspraktiken. Der Text bietet eine tiefgehende Einblicke in die Mechanismen der digitalen Überwachung und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt.KI-Generiert
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Zusammenfassung„Wenn technische Verfahren und soziale Arrangements bestimmte Formen von Sichtbarkeit erzeugen, so ermöglichen Sichtbarkeiten ihrerseits Verfahren der Kontrolle, der Überwachung und der Herstellung von Sicherheit“. Bisher standen die Praktiken der Inskription und der Klassifikation im Zentrum der Analyse. Im Folgenden soll die Kategorie Überwachung und mit ihr die sogenannten Überwachungspraktiken in Zusammenhang mit der Cyberinfrastruktur beleuchtet werden. -
Kapitel 10. Fallbearbeitung
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachbeitrag untersucht die Bedeutung von Berichten in der Sozialen Arbeit und deren Rolle bei der Konstruktion sozialer Wirklichkeit. Es wird gezeigt, wie Berichte als Grenzobjekte fungieren und durch verschiedene Praktiker:innengemeinschaften sequenziell erstellt werden. Dabei wird die Spannung zwischen Exaktheit und Vagheit in der Dokumentation thematisiert, die zu Konflikten in der Praxis führen kann. Der Beitrag analysiert die verschiedenen Phasen der Fallbearbeitung, von der Vorbereitung über das Entwicklungsgespräch bis hin zur Validierung des Berichts. Besonders hervorgehoben wird die Rolle digitaler Artefakte, wie des Entwicklungsberichts, und deren Einfluss auf die Dokumentationspraxis. Es wird deutlich, dass die Erstellung von Berichten ein komplexer Prozess ist, der von Machtstrukturen und der Zusammenarbeit verschiedener Akteure geprägt ist. Der Text zeigt auf, wie die Perspektive der Adressaten oft marginalisiert wird und wie digitale Tools die Dokumentation und Fallbearbeitung beeinflussen. Die Analyse der Fallbearbeitung als Heuristik ermöglicht ein tieferes Verständnis der Prozesse und Herausforderungen in der Sozialen Arbeit.KI-Generiert
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ZusammenfassungIm Kontext einzelfallbezogener Hilfen spielt die Schriftlichkeit in Form von Berichten eine wichtige Rolle, insbesondere im Hinblick auf Fragen der Fallkonstruktion. Diese Konstruktionsleistung kondensiert in den verschiedenen Formaten und Formen von Dokumentation: in Formularen, Assessmentbögen, Protokollen und Berichten. Hierbei strukturiert die spezifische Form der Dokumentation den Inhalt mit. -
Kapitel 11. Die cyberinfrastrukturelle Ordnung – Verdichtung und Einordnung der Ergebnisse
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PDF-Version jetzt herunterladenDas Kapitel untersucht die zentrale Rolle von Cyberinfrastrukturen in der Sozialen Arbeit, insbesondere in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Es wird analysiert, wie digitale Anwendungen die Praktiken und Ordnungen in diesen Einrichtungen prägen und welche Auswirkungen dies auf die Subjektpositionen und Machtstrukturen hat. Die Untersuchung zeigt, dass Cyberinfrastrukturen nicht nur die Informationsverarbeitung und Prozessunterstützung auf verschiedenen Ebenen verknüpfen, sondern auch neue Ordnungen und Subjektpositionen hervorbringen. Diese Ordnungen umfassen die organisationale Subjektordnung, die organisationale Machtordnung und die organisationale Steuerungsordnung. Die organisationale Subjektordnung wird durch die Cyberinfrastruktur geprägt, die Subjekte anruft und spezifische Subjektivierungseffekte mit sich bringt. Die organisationale Machtordnung zeigt, wie Cyberinfrastrukturen als Medien der Separation und Selektion fungieren und Machtasymmetrien reproduzieren. Die organisationale Steuerungsordnung analysiert, wie Cyberinfrastrukturen durch Standards und Netzwerksteuerung die Koordination und Kooperation über Raum und Zeit hinweg ermöglichen. Das Kapitel hebt die Bedeutung der Cyberinfrastruktur als stabilisierendes Regime hervor, das die Praktiken in den WfbM strukturiert und neue Formen der Subjektivierung und Machtausübung ermöglicht. Die Analyse zeigt, dass die Cyberinfrastruktur nicht nur technologische, sondern auch soziale und politische Dimensionen hat, die tiefgreifende Auswirkungen auf die Organisation und Praxis der Sozialen Arbeit haben.KI-Generiert
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ZusammenfassungDieses Kapitel hat die Funktion, die im Laufe des Forschungsprozesses generierte Kernkategorie – die cyberinfrastrukturelle Ordnung – darzustellen, bisherige Analysen zu systematisieren und stärker zu theoretisieren. Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung ist die Beobachtung, dass digitale Anwendungen in Feldern der Sozialen Arbeit sukzessiv an Bedeutung für die Arbeit der Fachkräfte und die Organisationen gewinnen. Im Zuge einer voranschreitenden Digitalisierung setzen soziale Einrichtungen zur Steuerung ihrer Prozesse zunehmend komplexe Informations- und Steuerungssoftware ein. Seit der Jahrtausendwende beginnen sich umfassendere Fachanwendungen durchzusetzen, die Informationsverarbeitung und Prozessunterstützung auf der pädagogisch-fachlichen und der betriebswirtschaftlichen Ebene miteinander verknüpfen. -
Kapitel 12. Diskussion und Ausblick
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PDF-Version jetzt herunterladenDas Kapitel diskutiert die theoretischen Grundlagen und empirischen Ergebnisse der vorliegenden Arbeit, um die Bedeutung von Cyberinfrastrukturen für die Soziale Arbeit zu beleuchten. Es wird ein sozialtheoretischer Rahmen entwickelt, der Organisationen als Ergebnis ineinander verwobener Praktiken des Organisierens versteht. Cyberinfrastrukturen werden als spezifische organisationale Ordnungen identifiziert, die durch komplexe Informationstechnologien hervorgebracht werden. Die Studie untersucht die Verschränkung von Organisation und Cyberinfrastruktur durch teilnehmende Beobachtung, Artefaktanalysen und ethnografische Interviews. Dabei werden fünf zentrale Kategorien herausgearbeitet: Genealogie, Inskriptionen, Klassifikationen, Überwachung und Fallbearbeitung. Die Bedeutung der cyberinfrastrukturellen Ordnung für die Soziale Arbeit wird kritisch reflektiert, wobei die Herausforderungen und Möglichkeiten der digitalen Transformation in sozialen Organisationen beleuchtet werden. Es wird diskutiert, wie Cyberinfrastrukturen die Praktiken der Sozialen Arbeit verändern und welche neuen Subjekt- und Machtordnungen sich daraus ergeben. Die Studie zeigt, dass Cyberinfrastrukturen als strukturierte Möglichkeitsräume fungieren, die sowohl Chancen als auch Risiken für die Soziale Arbeit bieten. Besonders interessant ist die Analyse der Netzwerkorganisationen und der neuen Steuerungsformen, die durch die Einbindung von Cyberinfrastrukturen entstehen. Die Ergebnisse der Studie bieten wertvolle Einblicke in die zukünftige Entwicklung der Sozialen Arbeit und die Rolle digitaler Technologien in diesem Kontext.KI-Generiert
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ZusammenfassungIm Folgenden sollen zum einen die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit in ihren theoretischen Grundannahmen und empirischen Ergebnissen prägnant zusammengeführt und in ihrer Bedeutung für das Feld Sozialer Arbeit diskutiert werden, um daraufhin Forschungsdesiderata und -perspektiven zu benennen.
- Titel
- Digitale Werkstätten
- Verfasst von
-
Konstantin Rink
- Copyright-Jahr
- 2025
- Electronic ISBN
- 978-3-658-47994-7
- Print ISBN
- 978-3-658-47993-0
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-47994-7
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