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Beim Prompting müssen Marketer noch aufholen

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Marketer haben Künstliche Intelligenz noch nicht flächendeckend in ihren Arbeitsalltag integriert, so eine Studie. Der Grund sind diverse Hürden, die eine Implementierung erschweren. Dazu zählt auch das "Prompting", das die KI in Gang setzt.

KI-Systeme bieten derart umfangreiche Möglichkeiten, dass Anwender ihr Anliegen mittels Prompting präzisieren müssen.


Künstlich intelligente Tools stehen in hiesigen Marketingabteilungen nach wie vor am Anfang. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Civey im Auftrag der DMEXCO, Fachmesse für digitales Marketing und Werbung. Lediglich 37 Prozent der Fachkräfte in der Marketing- und Kommunikationsbranche machen demnach von KI-Programmen wie etwa dem Sprachmodell Chat GPT schon Gebrauch. 

Schwerpunkte in der Nutzung

Unter den 18- bis 29-Jährigen liegt die Nutzungsrate aber bereits deutlich höher: Mehr als 60 Prozent der Befragten sind mit Künstlicher Intelligenz in ihrem Arbeitsalltag vertraut. Bei den 30- bis 39-jährigen Fachkräften sind es knapp 41 Prozent. Diese Altersgruppe nutzt die smarte Technologie am häufigsten im Berufsalltag. Mehr als 54 Prozent greifen mehrmals in der Woche zu KI-Tools. 

  • Die Civey-Umfrage zeigt, dass Marketingfachleute Künstliche Intelligenz am häufigsten für das Verfassen und Optimieren von Texten heranziehen. 
  • Übersetzungen stehen an zweiter Stelle mit einem Anteil von 42 Prozent. 
  • Interessant ist hier die Geschlechterverteilung: 58,3 Prozent der Männer suchen sprachliche Unterstützung durch KI, 
  • während dies bei Frauen weniger als ein Drittel (rund 27 Prozent) ausmacht.
  • Im Bereich der Bilderstellung nutzen 25 Prozent der männlichen Marketer KI, aber nur ein Prozent der weiblichen.

Prompting als KI-Basis

Eine Vielzahl möglicher Einsatzgebiete, wie beispielsweise die Erstellung von Präsentationen und Videos, wird folglich noch nicht ausgekostet. Dass sich KI-Tools trotz ihres großen Nutzungspotenzials noch nicht flächendeckend im Marketing durchgesetzt haben, hängt auch mit mangelnden Fähigkeiten im Bereich des "Prompting" zusammen, wie die Umfrage aufdeckt.

Im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) beschreibt der Begriff "Prompts" kurze Anweisungen oder Textfragmente, die einem KI-Modell gegeben werden, um eine gewünschte Antwort oder Ausgabe zu erhalten. Prompts sind wie Aufgabenstellungen, die das Modell auffordern, bestimmte Informationen zu generieren oder zu verstehen. Sie dienen als Startpunkt beispielsweise für die Generierung von Ideen, Texten, Übersetzungen und Antworten auf Fragen", 

wie Jan Schäfer im Blogbeitrag "Prompts für KI – Definition und Beispiele für ChatGPT & Midjourney" des Plattformanbieters Konfuzio zusammenfasst.  

Prompting-Skills ausbaufähig

Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) bewertet ihr Wissen in Bezug auf Prompting als schlecht oder sogar sehr schlecht, etwa 22 Prozent sind sich unsicher. Immerhin jeder vierte Befragte schätzt sich selbst als "gut" im Prompting ein, aber nur drei Prozent bewerten ihr Wissen als "sehr gut".

Fünf entscheidende Techniken können dabei helfen, effektivere und präzisere Eingaben zu formulieren, um die KI zu formulieren. Diese lauten gemäß dem Blogbeitrag "Vom Anfänger Zum KI-Experten: Lerne Prompten" von Annette Czanaky (Quelle: techwanderer.de) so: 

  1. Anwendungsfall definieren: Der erste Schritt besteht darin, klar zu identifizieren, in welchen Bereichen die KI unterstützen kann. Routineaufgaben und kreative Herausforderungen können gleichermaßen durch KI bewältigt werden​.
  2. Kreativität versus Präzision: Für ein klares und präzises Ergebnis sollte entschieden werden, ob ein exakter oder kreativer Output gewünscht ist. Je nachdem muss auch der Prompt entweder einfacher oder detaillierter gehalten werden.
  3. Die richtige Formulierung: Eine klare Formulierung ist der Schlüssel zu nützlichen und relevanten Antworten durch das KI-Programm. Auch Beispiele sind möglich.
  4. Testen und Verbessern: Prompting ist ein kontinuierlicher Prozess. Es bleibt nicht aus, dass verschiedene Formulierungen erprobt und die Prompts entsprechend an das Ergebnis angepasst werden.
  5. Verwendung von Rollen und Kontext: Einen weiteren nützlichen Trick liefert ein Autorenteam des Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) in einem Blogbeitrag. Demnach ist es sinnvoll, der KI eine Rolle oder einen Kontext zu geben. Beispielsweise könnte ein Prompt mit "Du bist ein hilfreicher Code-Assistent" beginnen, gefolgt von einer spezifischen Aufgabe.

Hürden je nach Alter und Geschlecht

Die Umfrage macht auch deutlich, dass viele in der Branche noch skeptisch gegenüber KI eingestellt sind. Probleme bereiten etwa die Qualität der Datenbasis, das Prompting oder der Datenschutz. Die nachfolgende Grafik skizziert, wie die einzelnen Altersgruppen die Herausforderungen einordnen

Je nach Altersgruppe gewichten Marketer die Schwierigkeiten, die sie mit Künstlicher Intelligenz verbinden, unterschiedlich.


Datenschutz ist ein größeres Thema für Frauen als für Männer. Etwa 60 Prozent der weiblichen Befragten sehen Datenschutz als größte Herausforderung, während dies bei Männern nur jeder Fünfte so sieht. Die Kosten und die Veränderung der Jobprofile durch KI sind für beide Geschlechter hingegen weniger besorgniserregend und landen auf den hinteren Rängen.

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