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Über dieses Buch

Digitalisierung und Industrie 4.0 gehören zu den Begriffen, die in den letzten Jahren stark in den Fokus gelangten. Aus der teilweise inflationären Verwendung können Missverständnisse und Risiken entstehen. In diesem Buch wird herausgestellt, wo sich echte Fortschritte abzeichnen und welche Übertreibungen oder gar zu optimistische Prognosen zu finden sind. Die Autoren stützen sich dabei u. a. auf öffentliche Bekundungen und Gespräche mit Fachleuten verschiedener Herkunft (IT-Spezialisten, Unternehmer, Führungskräfte, Wissenschaftler, Verbandsvertreter und Politiker). Das Werk zeigt Gefahren und Risiken, wie etwa den Umgang mit der Datensicherheit oder dem prognostizierten Fachkräftemangel. Es wendet sich an Fachleute und Praktiker, aber auch an interessierte Privatpersonen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung: Moden und Trends in Forschung, Entwicklung und Betrieb

Bei den verschiedensten Techniken und Wissenschaften kennt man neben Trend s auch Moden . Sie haben gewisse Vorteile, z. B. die Bündelung von Aufmerksamkeit und Kräften, bergen aber Gefahren, insb. die der Ressourcenvergeudung .
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

2. Typen von Entwicklungen über der Zeitachse

Es haben sich ganz unterschiedliche Typen der Entwicklung neuer Technologien und Techniken ausgeprägt. In der Informationstechnik und Informationsverarbeitung kann man oft den Typus „Gartner Hype Cycle “ heranziehen, um den Verlauf von neuen Entwicklungen zu modellieren.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

3. Merkmale von Moden in Wissenschaft und Technik

Beim Rückblick auf Modewellen erkennt man eine Vielzahl von Merkmalen. Übertreibungen, die zu besonders großen Abweichungen von einer kontinuierlichen Entwicklung bzw. von einer Trendlinie führen, sind oft auf spezielle unternehmerische Interessen zurückzuführen. Aber auch das Bestreben, von überdurchschnittlicher Aufmerksamkeit zu profitieren, die eine neue Mode auf sich zieht, spielt eine Rolle, z. B. in der Politik.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

4. Merkmale von Trends in Wissenschaft und Technik

Beim Muster „Trend“ bleiben über längere Zeitstrecken höhere Modewelle n aus. Nur wenn man den erreichten Stand in größeren Zeitabschnitten vergleicht, wird der Fortschritt auch außerhalb der Fachwelt deutlich. Unternehmen, die Trends ohne Rücksicht auf Moden nachhaltig folgen, gewinnen oft große Vorsprünge.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

5. Begriffe von Digitalisierung und Industrie 4.0

Die Begriffswelt zu „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ stellt sich verwirrend dar. Die Begriffe werden in einer seltenen oder vielleicht nie zuvor erlebten Häufung gebraucht. Etliche Kombinationen mit „digital“ sind sowohl semantisch als auch grammatisch fragwürdig oder grenzen an Ironie. Es bleibt abzuwarten, ob sich ein solider Begriffsapparat ausprägt, sei es von selbst oder durch Fachautoritäten gesteuert. Sonst wäre seriöse Arbeit in Wissenschaft und Praxis sehr erschwert.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

6. Digitalisierung und Industrie 4.0 als Moden oder Trends?

Einige Indizien deuten darauf hin, dass es sich bei der außerordentlichen Aufmerksamkeit, die die Begriffe „Digitalisierung“ sowie „Industrie 4.0“ und auch die Zahl „4.0“ gegenwärtig auf sich ziehen, um Symptome einer modischen Überhöhung handelt.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

7. Zu den Innovationen und Chancen in ausgewählten Wirtschaftszweigen und Branchen – fördernde und hemmende Faktoren

Die im Zusammenhang mit Digitalisierung und I4.0 herangezogenen und zum größten Teil veröffentlichten praktischen Beispiele aus mehreren Wirtschaftszweigen und Branchen zeigen, dass interessanten neuen IT-Anwendungen auch viele gegenüberstehen, die nicht innovativ sind, aber jetzt unter den Begriffen „Digitalisierung“ und „I4.0“ geführt werden.
Bei einigen Anwendungssystemen werden durch stärkere Vernetzung zusätzliche Daten für Dispositionen, z. B. bei der vorbeugenden Instandhaltung oder bei der Fertigungssteuerung , gewonnen. Man verspricht sich neue Optimierungschancen. Ob die mit der Vernetzung einhergehenden Risiken, vor allem auch Gefahren des Wissensdiebstahl s, im Vergleich zu den höheren Nutzeffekten in Kauf genommen werden sollen, muss im Einzelfall analysiert werden.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

8. Änderung von Geschäftsmodellen

Ein Blick auf die durch IT ermöglichten oder erzwungenen neuen Geschäftsmodelle lehrt, dass bedeutsame Neuerungen Modellen gegenüberstehen, die nicht als Revolutionen eingestuft werden können.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

9. Gefahr der Retardierung auf ausgewählten Innovationsfeldern

Es gibt Einflussgrößen, die den Fortschritt bei der Nutzung von IT-Entwicklungen verzögern können, sodass die Verwirklichung mehr oder weniger kühner Pläne langsamer verläuft als rein technisch möglich. Der Prozess wird retardiert. Dazu gehören u. a. kulturelle Unterschiede zwischen Informatik und Ingenieurwesen oder zwischen großen Unternehmen einerseits und mittleren und kleinen andererseits, heterogene Interessen von Marktteilnehmern, ungelöste juristische Probleme oder Schwachstellen, die Betrüger n neue Chancen eröffnen.
In diesem Kapitel werden skizzenhaft Problemfelder behandelt, die die Entwicklung der Digitalisierung und von I4.0 hemmen bzw. nicht wünschenswerte modische Überhöhung en fördern können.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

10. Defizite beim Istzustand der Automation

Die Informationsverarbeitung und die Informationsfreiheit in der öffentlichen Verwaltung einschließlich öffentlicher Dienste, Politik und Verkehr sind nicht in dem Zustand, den man in einem Staat wie Deutschland erwarten darf. Die Datenschutzpolitik ist insoweit umstritten, als sich staatliche Instanzen in hohem Umfang Zugriffe auf Bankkonten und auf Daten ausländischer Stellen vorbehalten, aber andererseits Unternehmen der Privatwirtschaft bei der Auswertung der im Geschäftsverkehr gesammelten Informationen einschränken wollen. Mehr oder weniger undifferenzierte Vorwürfe, die Politiker an Unternehmen adressieren, z. B. dass sie „die Digitalisierung verschlafen“, sind daher problematisch.
Die mangelnde Ausreifung der Informationsverarbeitung in der Finanzwirtschaft irritiert die Kundschaft.
Insgesamt ist bei der Widmung von Ressourcen eine sinnvolle Balance zwischen der Ausmerzung von Schwachstellen im Handwerklichen und gewagten Projekten anzustreben.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

11. Nutzenbetrachtungen

Die Betrachtungen zu den Nutzeffekten sind gegliedert in solche auf einzelwirtschaftlicher, gesamtwirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene. Auf wissenschaftliche Analysen beruhende Einschätzungen der gesamtwirtschaftlichen Vorteile (z. B. das Produktivitätswachstum betreffend) wirken nüchterner bis pessimistischer als solche von Verbänden und Beratern. Im Wesentlichen unbestritten sind Vorhersagen, wonach sich die Beschäftigungschance n Hoch - und Geringqualifizierter in Zukunft stark auseinander entwickeln werden (Polarisierungsthese ).
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

12. Risiken

Neben den in Kap. 9 aufgeführten retardierenden Einflussgrößen gibt es Risiken, für die gegenwärtig Wahrscheinlichkeiten kaum anzugeben sind. Einige Verläufe hängen von politischen Entscheidungen ab. Beispiele: Welche Parameter wird der Gesetzgeber für den früheren oder späteren Austritt aus dem Berufsleben setzen? Welche Anreize und Fehlanreize werden im internationalen „War for Talents “ geboten bzw. nicht vermieden?
Aus heutiger Sicht sind die Probleme mit der Datensicherheit und mit der Geschwindigkeit der Datenübertragung in kritischen Infrastruktur en die größten Risiken für eine angemessene Entwicklung der Informationstechnik und ihrer Anwendungen.
Über die in Kap. 9 skizzierten retardierenden Faktoren , die den Anstiegswinkel eines Trend s verkleinern können, hinaus, sind auch Risiken ins Auge zu fassen, die die weitere Automation und speziell I4.0 i. e. S. für lange Zeit unterbrechen würden.
Peter Mertens, Dina Barbian, Stephan Baier

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