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20.09.2019 | Digitaltechnik + Bildverabeitung | Infografik | Onlineartikel

KI soll die deutsche Produktion zukunftsfest machen

Autor:
Dieter Beste

Wie lassen sich Methoden und Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) in die Produktion auch kleiner und mittlerer Unternehmen integrieren? Antworten gibt ein neuer Handlungsleitfaden der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP).
 

Auf der noch bis zum 21. September in Hannover stattfindenden Weltleitmesse der Metallbearbeitung EMO präsentierte die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) aktuelle Forschungsergebnisse zur Industrie 4.0 und übergab ihren neuen Handlungsleitfaden "KI in der Produktion" an Vertreter der Enquête-Kommission Künstliche Intelligenz des Deutschen Bundestages. Die WGP möchte mit ihrem Standpunktpapier zur Künstlichen Intelligenz in der Produktion insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, Methoden und Verfahren der KI anzuwenden. Die Autoren verweisen zum Beispiel auf die frappierenden Leistungssteigerungen in der Bilderkennung mittels neuronaler Netze. Die automatisierte Bauteilerkennung in der Intralogistik, bei der große Bilddatenmengen häufig erst über Jahre entstehen, stelle dennoch bei sorgfältiger Analyse der Prozesse und darauf aufbauender gezielter Datengewinnung schon nach kurzer Zeit leistungsfähige Assistenzfunktionen bereit. Über den jetzt publizierten Handlungsleitfaden hinaus will die WGP mit deutschlandweiten Einführungs- und Potenzialanalyse-Workshops auch ganz konkrete praktische Hilfestellung bei der KI-Einführung anbieten.

"Künstliche Intelligenz soll die deutsche Produktion zukunftsfest machen", erläutert Jörg Krüger, Professor an der TU Berlin und Initiator und Hauptautor des WGP-Standpunktpapiers seine Motivation. Als Zusammenschluss führender produktionstechnischer Professoren in Deutschland verfüge die WGP über ein einmaliges Wissen in der Produktion, sagt Krüger, der auch das Geschäftsfeld Automatisierungstechnik am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) in Berlin leitet. "Wir verfolgen erstmals einen nicht datengetriebenen, sondern einen prozessgetriebenen Ansatz", bringt er die WGP-Handlungsempfehlungen auf den Punkt – und das mache einen großen Unterschied: "In aller Regel schauen Unternehmen nämlich nach den Daten, die sie gesammelt haben und versuchen daraus, neue Erkenntnisse und damit neue Wertschöpfung zu erzielen. Wir schauen uns dagegen die Prozesse an, die wir sehr genau kennen. Und daraus leiten wir ab, wo wir gezielt Daten erfassen müssen und wo KI gezielt eingesetzt werden kann, um Prozesse zu optimieren. Damit wird die Integration von KI in die Produktion deutlich effizienter." Nicht zuletzt berge der neue Ansatz einen spezifisch deutschen Wettbewerbsvorteil, denn genau mit diesem Prozesswissen könnten wir uns von der internationalen Konkurrenz abheben.  Die Technologietrends Industrie 4.0, Maschinelles Lernen und Big Data stehen demnächst auch im Zentrum des WGP-Jahreskongresses vom 30. September bis 2. Oktober 2019 in Hamburg.

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