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2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

11. Diskriminierung und Demokratiegefährdung

verfasst von: Guido Wenski

Erschienen in: Das kleine Handbuch kognitiver Irrtümer

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden gesellschaftspolitisch brisante Themen diskutiert, die sich ebenfalls mit den Methoden der Verhaltensökonomik analysieren lassen. Als Basis für verschiedene Arten von ethisch-moralischem und sogar juristischem Fehlverhalten beschreibt der Autor zunächst Phänomene, die innerhalb von Gruppen auftreten und zur Zusammenrottung der Mitglieder und Diskriminierung Außenstehender führen können. Reale Konsequenzen sind Fremdenfeindlichkeit sowie Ausgrenzung und Unterdrückung von Minderheiten, wie am Verhalten der deutschen AfD und der US-Republikaner dargelegt wird. Als Folge sind ebenso Rassismus und seine Spezialformen Antisemitismus und Antiziganismus denkbar. Neben dem Cross-Race-Bias lassen sich zahlreiche zuvor besprochene kognitive Effekte als Begründung anführen, wie Verlustangst, Status-quo-Verzerrung, Konservati smusfehlschluss und Backlash-Effekt. Dabei bedienen sich Individuen, Organisationen und Parteien der Verbreitung von Fake News zu Propagandazwecken, was letztlich auch in Deutschland zu einer Bewährungsprobe für die demokratische Grundordnung führt. Erklärungsansätze bieten diverse weitere Verzerrungen, etwa Story-Bias, Backfire-Effekt, Truth-Effekt, Continued-Influence-Effekt und Verfügbarkeitskaskade.
Fußnoten
1
Erhöhung der eigenen Wahlchancen durch Zuschnitt von Wahlkreisgrenzen in einem Mehrheitswahlsystem; Kofferwort aus Gerry (nach US-Gouverneur Elbridge Gerry, der 1812 das Gesetz dazu unterzeichnete) und Salamander (nach der eigentümlichen Form des ersten betroffenen Wahlkreises). Dabei wird das Will-Rogers-Phänomen (Will Rogers Phenomenon, auch Stage Migration) ausgenutzt, ein Effekt bei der Mittelwertbildung von Gruppen.
 
2
Die publizierten Zahlen für die Toten jüdischen Glaubens schwanken zwischen 5,6 und 6,3 Mio. In der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem sind über 4 Mio. Opfer namentlich erfasst. Die Zahl der ermordeten Sinti und Roma lässt sich nur sehr ungenau rekonstruieren.
 
3
Im 2021 gewählten Parlament sieht es durch den Einzug des Abgeordneten Matthias Helferich, der in der Vergangenheit mehrfach mit radikal rechtsextremistischen Positionen und Äußerungen mit Anspielungen auf den Nationalsozialismus aufgefallen war, auch in der kleiner gewordenen Fraktion nicht besser aus.
 
4
Es ist von „Gewaltexzessen der Antifa und migrantischer Jugendbanden“ als Hauptproblem die Rede.
 
5
Diese Bezeichnung ist inzwischen recht verbreitet (siehe z. B. Franke 2014; Kister 2017).
 
6
Um hier präzise zu bleiben, sei betont, dass auch EU-Bürger z. B. aus Österreich als Migranten zählen.
 
7
Ähnlich sieht es bei Parteien aus, die Deutschlands Austritt aus der EU befürworten und gleichzeitig gut bezahlte Vertreter als Parlamentarier nach Brüssel schicken, wie es die UKIP von Nigel Farage in Großbritannien vorgemacht hat.
 
Literatur
Zurück zum Zitat Brehm JW (1966) A theory of psychological reactance. Academic, New York Brehm JW (1966) A theory of psychological reactance. Academic, New York
Zurück zum Zitat Dobelli R (2014) Die Kunst des klaren Denkens. dtv, München Dobelli R (2014) Die Kunst des klaren Denkens. dtv, München
Zurück zum Zitat Fisch B (2015) Inferno Ostpreußen – Elemente eines Verlusts. Aufsätze und Vorträge. Anthea, Berlin Fisch B (2015) Inferno Ostpreußen – Elemente eines Verlusts. Aufsätze und Vorträge. Anthea, Berlin
Zurück zum Zitat Geier M (2021) Alle auf einen. Süddeutsche Zeitung, 26. Oktober Geier M (2021) Alle auf einen. Süddeutsche Zeitung, 26. Oktober
Zurück zum Zitat Kimmel M (2013) Angry white men: American masculinity at the end of an era. Nation Books, New York Kimmel M (2013) Angry white men: American masculinity at the end of an era. Nation Books, New York
Zurück zum Zitat Marinić J (2021) Triell ohne uns. Meinung, Süddeutsche Zeitung, 03. September Marinić J (2021) Triell ohne uns. Meinung, Süddeutsche Zeitung, 03. September
Zurück zum Zitat Nieberding M, Stephan B (2021) Was nie vergeht. Süddeutsche Zeitung Magazin 40, 08. Oktober, 10–25 Nieberding M, Stephan B (2021) Was nie vergeht. Süddeutsche Zeitung Magazin 40, 08. Oktober, 10–25
Zurück zum Zitat Obama B (2020) A promised land. Penguin Random House, New York Obama B (2020) A promised land. Penguin Random House, New York
Metadaten
Titel
Diskriminierung und Demokratiegefährdung
verfasst von
Guido Wenski
Copyright-Jahr
2022
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-64776-9_11

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