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01.03.2019 | Forschungsbericht | Ausgabe 1/2019 Open Access

Österreichische Zeitschrift für Soziologie 1/2019

Doing Age in Kulturorganisationen – Ein praxeologischer Blick auf Altersbilder in der kulturellen Bildung

Zeitschrift:
Österreichische Zeitschrift für Soziologie > Ausgabe 1/2019
Autoren:
Vera Gallistl, Viktoria Parisot, Julia Birke

Zusammenfassung

Mit dem demografischen Wandel verlängert sich nicht nur die Lebenszeit von Individuen, es findet auch eine Veränderung der Lebensphase Alter selbst statt. Statt einem lange vorherrschenden Ruhestandsmodell zu folgen, fokussieren Politik und Wissenschaft zunehmend auf die Aktivierung der älteren Bevölkerung. Bildung, Lernen und kulturelles Engagement älterer Menschen gewinnen damit an Bedeutung. Gleichzeitig stellt die kulturelle Bildung für Menschen in der nachberuflichen Phase ein Randthema dar, das bislang kaum öffentlich diskutiert oder wissenschaftlich erforscht wurde. Während für ältere Menschen also zunehmend der Anspruch entsteht, ihre nachberufliche Lebensphase aktiv zu gestalten, finden sich in Bildungs- und Kulturorganisationen bislang selten Angebote, in denen diese Ansprüche realisiert werden können.
Ausgehend von Teilergebnissen des Projekts „Zugangsbarrieren für ältere Menschen in der kulturellen Bildung – ‚Mainstreaming Ageing‘ im Kultursektor“ (2016–2018) wird im folgenden Beitrag basierend auf sechs qualitativen Fallstudien kultureller Bildungsangebote für ältere Menschen der Frage nachgegangen, welche impliziten Altersbilder sich in kulturellen Bildungsangeboten in Österreich finden. Dabei wird ein Schwerpunkt darauf gelegt, wie diese in der Angebotsgestaltung diskursiv verhandelt werden, wie sich diese durch Lernziele ausdrücken und welche sozialen Positionen dabei für ältere Teilnehmende entstehen. Aufbauend darauf wird der Frage nachgegangen, welche Rolle Selbstbestimmung, Selbstorganisation und Empowerment älterer Menschen in kulturellen Bildungsangeboten spielen und wie intergenerationelle Ansätze und Kreativität Selbstbestimmung im Alter unterstützen können.
Abschließend plädieren wir im vorliegenden Beitrag dafür, kulturelle Bildung für Ältere im Sinne einer praxeologischen Perspektive zu betrachten und das Augenmerk vor allem auf den Herstellungsprozess zu legen, in dem die Bildungsangebote von verschiedenen AkteurInnen getan und ausagiert werden. (Kulturelle) Bildung im Alter ist – wie in anderen Lebensphasen auch – als ein spezifischer Prozess der Subjektwerdung und Sozialisation zu verstehen, in dem ältere Menschen lernen, sich gemäß ihrem Alter zu verhalten. Einen kritischen Blick auf die impliziten Bilder und Vorstellungen über das Alter(n) in diesem Prozess zu richten, kann dazu beitragen, blinde Flecken bestehender Angebote zu identifizieren und altersinklusive Angebote der kulturellen Bildung zu schaffen, sodass „Mainstreaming Ageing“ im Kultursektor möglich wird.

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