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Über dieses Buch

Organisiertes Lernen findet in unserer Gesellschaft in spezifischen Ordnungsarrangements statt, die weit mehr regeln als nur den Erwerb bestimmter intellektueller Fähigkeiten. Miriam Böttner gibt mittels Feinanalysen von Videodaten einen Einblick in das Interaktionsgeschehen in der ‚Junior Uni‘ und die hier zu beobachtenden Ordnungsprozesse. Über verschiedene Formen der Datenaufbereitung macht die Autorin sichtbar, dass es an einer Kinderuniversität nahezu allen an der Interaktion beteiligten Akteuren schwer fällt, den Anspruch, Lernen in ein neues Arrangement zu verlagern, einzulösen. Sie ziehen sich häufig auf ein Lehr-Lernarrangement zurück, bei dem sich schul- und altersspezifische Körper-Raum-Konstellationen sowie Rede- und Schweigegebote verstetigen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einführung und Erkenntnisinteresse

Es herrscht Aufbruchsstimmung im Audimax der Junior Uni. Anlässlich der von ihr ausgerichteten Bildungskonferenz versammeln sich zahlreich geladene Gäste zum gemeinsamen Austausch. Lokalpolitiker, Initiatoren, Wissenschaftler, Rektoren, Vorstandsmitglieder großer Unternehmen, Stiftungsvorsitzende, Förderer, Mitarbeiter und Interessierte lauschen gespannt den Eröffnungsbeiträgen der Tagung.

Miriam Böttner

Kapitel 2. Perspektiven auf institutionalisierte Bildungsarrangements und deren Ordnungen

Stehen institutionalisierte, formale Bildungsorte in Abgrenzung zu informellen Lernwelten im Fokus, so ist es vor allem die Institution Schule, die in einer Vielzahl von Untersuchungen zum Gegenstand wird. Studien zu außerschulischen Bildungsorten lassen sich hingegen kaum ausmachen. Auch wenn das Interesse sich in jüngerer Zeit auf vorschulische oder vereinzelt auf reformpädagogische Bildungsinstitutionen ausweitet, bleiben insbesondere Untersuchungen außerschulischer Bildungsorte aus (kindheits-) soziologischer Perspektive unterrepräsentiert.

Miriam Böttner

Kapitel 3. Schulische Ordnung, generationale Ordnung, generationales Ordnen – eine theoretische Hinführung

Zum Verständnis der hier eingenommenen Forschungsperspektive bedarf es einer genaueren Darlegung ihres Ordnungsbegriffes. Mit dem im Überblick über den Forschungsstand noch recht breit angelegten Begriff von ‚Ordnung‘ im Kontext formaler Bildung, ließen sich in den untersuchten Studien unterschiedliche Ordnungsvorstellungen ausmachen. Untrennbar mit der zugrundeliegenden Vorstellung von Ordnung verbunden, wurde auch Akteurschaft verschieden konturiert.

Miriam Böttner

Kapitel 4. Datengrundlage und Feldzugang – videobasierte Kursbeobachtung ausgewählter Junior Uni Kurse

Dieser Forschungsansatz versammelt unterschiedliche methodische Strategien, die in qualitativ-induktiver Einstellung darauf ausgerichtet sind, nachzuvollziehen, wie die Akteure das Kursgeschehen in der Junior Uni organisieren und an welchen Wissensbeständen sie sich dabei erkennbar orientieren. Davon ausgehend, dass die interaktive Herstellung von „Junior Uni Kurs“ von „Student-Sein“ oder „Dozent-Sein“ sich über zahlreiche Bezugnahmen der Akteure untereinander, über verbale Interaktionen, die Nutzung von Dingen in räumlich und zeitlich konstituierten Kursen vollzieht, verlangt es nach Datenmaterial, das eine mehrperspektivische Analyse des Geschehens erlaubt. Hier scheint allein Videomaterial den Anforderungen zu genügen.

Miriam Böttner

Kapitel 5. Die Junior Uni im Spiegel ihrer Selbstdarstellung

Um etwas über die ‚evidente‘ Ordnung der Junior Uni, über ihr Angebot und ihren Selbstentwurf – kurz ihr verfasstes Programm – zu erfahren, empfiehlt es sich ihre Selbstdarstellung genauer zu betrachten. Durch eine Rahmenanalyse der von der Junior Uni in einer Pressemappe zusammengestellten Informationen und der Inhalte ihrer Homepage lässt sich ihr Programm nachzeichnen. Die Ausführungen konnten zu zentralen Aspekten verdichtet werden, über deren Betonung die Institution sich nach außen präsentiert.

Miriam Böttner

Kapitel 6. Die Junior Uni als Ort

Um einen Einblick in die örtlichen Begebenheiten der Junior Uni zu geben, sei zunächst auf einige Besonderheiten hingewiesen. In ihrer Gründungszeit und den ersten Jahren des Betriebes war die Junior Uni in einem ausgedienten Firmengebäude untergebracht. Hier haben die ersten Feldbesuche und Aufzeichnungen stattgefunden.

Miriam Böttner

Kapitel 7. Die Kurse – Eine Aufstellung

Insgesamt liegen der Videointeraktionsanalyse Aufnahmen aus sechs verschiedenen Kursen zugrunde. Mit zwei Ausnahmen, zwei Kursen für Erstklässler, richteten sich alle Kurse an die Altersgruppe der sieben- bis zehnjährigen. Auch sind es alles Kurse, die wöchentlich über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen für jeweils zwei bis drei Stunden angelegt sind.

Miriam Böttner

Kapitel 8. Räumliche Verhältnisse

Ein erster analytischer Zugang zur Rekonstruktion des komplexen Ordnungsgeschehens dieser sozialen Veranstaltung wird hier mit einer Betrachtung der räumlichen Verhältnisse vorgeschlagen. Dabei wird gezeigt, wie mit der Anordnung von Möbeln und Dingen bestimmte Platzierungseffekte (vgl. Breidenstein 2004) verbunden sind. Welche Positionen sind in dem Setting für die Teilnehmer angelegt, wie können sie sich begegnen, worauf könnten sie ihre Aufmerksamkeit richten? Unterscheiden sich Plätze im Raum von anderen und inwiefern werden auch Dinge hier in ein bestimmtes Verhältnis zu den Anwesenden gesetzt und in welches? (vgl. Röhl 2013, S. 39). Neben dem Video in seinem ‚natürlichen‘ Ablauf bieten Stillbilder und Skizzen eine erweiterte Analysegrundlage.

Miriam Böttner

Kapitel 9. Sich vorstellen, Anwesenheit prüfen und Regeln klären

In der Platzierung der Teilnehmer, der Dinge und des Mobiliars und den Bewegungen innerhalb dieses Arrangements, wie auch in einzelnen Interaktionssequenzen innerhalb des Kursauftaktes ließen sich Handlungsdimensionen und Arrangements ausmachen, die jeweils auf bestimmte Positionen verwiesen. Inhaltlich kennzeichnet sich die ‚organisatorische Eingangsphase‘ vor allem durch das Bekanntmachen der Personen miteinander, durch die Abhandlung einiger organisatorischer Fragen und die explizite Verständigung auf bestimmte Kurs- und Interaktionsregeln. Auch eine gesonderte Betrachtung des Eröffnungszuges, der die Untersuchungseinheit ‚Organisatorische Eingangsphase‘ als verbalen Einstieg rahmt, ist hinsichtlich der sich herstellenden Ordnung aufschlussreich.

Miriam Böttner

Kapitel 10. „Richtig anfangen“ – Eintreten in den Dialog um Wissensbestände

In diesem Segment treten verschiedene Aspekte der Interaktion und des Geschehens deutlicher in den Vordergrund. Waren es bislang vor allem organisatorische Tätigkeiten, die den Fokus auf Adressierungspraktiken, Selbstpräsentationen und explizierte Regeln lenkten, also deutlicher im Sinne eines ‚working consensus‘ (vgl. Goffman 1959) Aspekte der Rahmendefinitionen hervortreten ließen, tritt man im Folgesegment stärker in den Dialog um Inhalte. Wodurch sich diese Gespräche kennzeichnen lassen, wird im Rahmen der Analysen des Segmentes ‚thematischer Einstieg‘ im Folgenden systematisch betrachtet. Eine Analyse der Gesprächsstrukturen (vgl. Heinemann und Viehweger 1991, S.176ff) gibt hier einen Überblick über die Verteilungen und Ausrichtungen der Redebeiträge und Sprecherwechsel.

Miriam Böttner

Kapitel 11. Wissen sichtbar und erfahrbar machen – Experimentieren, Bauen, Versuchsanordnungen

Das Kapitel widmet sich dem verbleibenden Segment im Rahmen der zentralen Analyseeinheit ‚erste Kurssitzung‘: der ‚praktischen Tätigkeit‘. Nicht in jeder ersten Kurssitzung dieser Untersuchungsanlage geht das Kursgeschehen über die bisherig dargestellten Ereigniszusammenhänge (Segmente) hinaus und kommt es zu einer Versuchsanordnung, einem Experiment oder einer kleinen Projektarbeit. Aufgrund der gesammelten Beobachtungen, dass sich Raum-, Bewegungs-, Aufmerksamkeits- und Wissensordnungen häufig an Dingen ausrichten und sich in den Bezugnahmen auf Sicht- und Greifbares eine Zentrierung oder respektive Dezentrierung des Geschehens festmachen lässt, sollen ausgewählte praktischen Einheiten ebenfalls der Analyse unterzogen werden.

Miriam Böttner

Kapitel 12. Exkurs – Ein Blick über die erste Kurssitzung hinaus

In einigen Kursen fanden Aufnahmen auch über die erste Kurssitzung hinaus statt. Nicht nur aufgrund der Fülle des Datenmaterials wurden diese Sequenzen keiner Feinanalyse unterzogen. Denn bei anfänglicher Sichtung des Datenmaterials wurde relativ schnell deutlich, dass die Ordnung, die sich zwischen Studierenden und Dozierenden in der ersten Sitzung, teilweise schon im Rahmen der ersten zehn Minuten etabliert, sich im weiteren Verlauf nahezu unverändert zeigt.

Miriam Böttner

Kapitel 13. Schlussbetrachtungen

Die vorliegende Arbeit untersucht (generationale) Ordnungsprozesse an einem außerschulischen Bildungsort. Dieses Bildungsarrangement verheißt in seinem Programm eine Variation im generationalen Gefüge in Lernkontexten zu ermöglichen und stellt so die alterskategoriale Ordnung infrage. Welche Ordnungen sich in den Kursen etablieren und wie diese sich zu dem ‚Neuentwurf‘ der Junior Uni verhält, wurde anhand der videographischen Studie empirischanalytisch herausgearbeitet.

Miriam Böttner

Backmatter

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