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08.09.2022 | E-Commerce | Nachricht | Online-Artikel

Angst vor Gefahren bei Online-Zahlungen wächst

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3:30 Min. Lesedauer
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Der Einkauf per Mausklick begeistert immer mehr Menschen rund um den Erdball. Doch mit den vielfältigen Shopping-Angeboten steigt auch die Angst vor Betrug im Netz. Dennoch kommen umfassende Sicherheitsmaßnahmen beim Bezahlen nicht überall gut an, belegt eine Umfrage. 

Nicht erst seit Ausbruch der Corona-Pandemie gewinnen Online-Händler einen ungeahnten Zulauf: Der Umsatz im deutschen E-Commerce-Markt wächst seit der Jahrtausendwende stetig, zeigen Zahlen des Portals Statista von Juni 2022. "Im Jahr 2021 wurden im B2C-E-Commerce fast 87 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von rund 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr." Natürlich sei das Umsatzwachstum der letzten Jahre zusätzlich durch Corona nochmals beschleunigt worden. 

Jungen Kunden kaufen am häufigsten online

Laut einer Prognose werde sich die Anzahl der E-Commerce-Nutzer in Deutschland im Jahr 2025 auf rund 68,4 Millionen belaufen. Am eifrigsten seien junge Online-Kunden. Etwa 39 Prozent zählten zur Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen. Über 70 Jahre alt sind hingegen nur rund sechs Prozent der Internet-Käufer. Zu den in der Bundesrepublik beliebtesten Warengruppen gehören Statista zufolge Bekleidung sowie Elektronikartikel und Telekommunikation. 

Für Kunden zählt beim Kauf per Mausklick vor allem eine unkomplizierte Customer Journey. Dazu gehören Bezahlprozesse mit einer hohen Transaktionsgeschwindigkeit und wenigen Zwischenschritte bei der Abwicklung. Gleichzeitig darf es aber keine Abstriche bei der Sicherheit geben, damit die Nutzer nicht Gefahr laufen, Cyber-Kriminellen zum Opfer zu fallen. Zu diesem Kernergebnis kommt eine Umfrage der Zahlungsplattform Paysafe in Zusammenarbeit mit Sapio Research. Befragt wurden rund 11.000 Verbraucher aus den USA, Großbritannien, Kanada, Deutschland, Österreich, Bulgarien, Italien, Peru, Chile und Brasilien nach ihren Zahlungspräferenzen. 

Sicherheit contra Bequemlichkeit 

Von den rund 1.000 Studienteilnehmern aus Deutschland haben rund 46 Prozent steigende Sicherheitsbedenken, wenn sie online Waren bestellen. Daher habe für die Kunden Sicherheit eine höhere Priorität als Bequemlichkeit. Ein mulmiges Gefühl beim Eingeben der eigenen Finanzdaten im Internet haben 55 Prozent der Befragten. Nur 16 Prozent fühlen sich dabei sicher. Wenig verständlich, dass gleichzeitig nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent) bereit ist, ein Maximum an Sicherheitsmaßnahmen zu akzeptieren, wenn es auf Kosten der Bequemlichkeit geht. 

Ein zu einfacher Bezahlprozess werde allerdings kritisch betrachtet, wenn wichtige Sicherheitsmaßnahmen wie etwa die Eingabe eines Passwortes fehlen (58 Prozent). Bei 46 Prozent ist die Balance mit einer Zweifaktorauthentifizierung aktuell optimal gegeben. Insgesamt halten nur 27 Prozent der Befragten Online-Payments für sicherer als direkte Zahlungen. Gleichzeitig sehen 53 Prozent der Befragten ein gewisses Risiko beim Online-Shopping als unvermeidbar an. "Das spricht insgesamt für ein hohes Problembewusstsein bei den Verbrauchern", so die Studienautoren. 

Passwörter rangieren in der Gunst noch weit oben

Obwohl 55 Prozent der Befragten glauben, dass biometrische Verfahren wie etwa Gesichtserkennung oder ein Fingerabdruckscan ihre Sicherheit grundsätzlich erhöhen, vertrauen 39 Prozent der Studienteilnehmer dennoch lieber einem Passwort. Dabei ist genau das besonders anfällig für Cyber-Kriminalität. So nutzen 29 Prozent der Deutschen für verschiedene Online-Dienste dasselbe Passwort, wie der Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Teilnehmern einer Umfrage im Frühjahr 2022 ermittelte. 

"Einfache oder immer gleiche Passwörter zu verwenden, ist fahrlässig. Kriminelle nutzen beispielsweise digitale Wörterbücher und gängige Passwortlisten und können auf diese Weise schwache Passwörter mit einem automatisierten Abgleich in wenigen Sekunden erraten. Starke Passwörter, etwa für besonders schutzbedürftige E-Mail-Accounts, sind deshalb ein absolutes Muss", erläuterte Sebastian Artz, Bereichsleiter für Cyber- und Informationssicherheit beim Bitkom. 

Krise befeuert Ängste beim Online-Bezahlen

Und die aktuelle Krise nährt das Misstrauen vieler Menschen zusätzlich, betont Chirag Patel, Präsident Digital Wallets bei Paysafe. "Dies geschah während des Höhepunkts der Pandemie, und jetzt, da wir in eine Rezession eintreten, sind die Konsumenten zu Recht auf die Gefahren bei Online-Zahlungen sensibilisiert." Ein breites Angebot an alternativen Zahlungsmethoden und Sicherheitsoptionen werde dazu beitragen, die Ängste der Konsumenten zu zerstreuen und ihre finanziellen Daten zu schützen, meint Patel. 

Der Bitkom empfiehlt Online-Kunden die Nutzung der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung, bei der eine Anmeldung mittels eines zweiten Faktors wie etwa eines SMS-Codes oder eines Anrufs bestätigt werden muss. "Bisher machen allerdings nur 37 Prozent im Land von dieser Möglichkeit Gebrauch", so Artz.

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