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03.07.2017 | E-Commerce | Im Fokus | Onlineartikel

Per Algorithmus zur Inneneinrichtung

Autoren:
Corina Socaciu, Sven Eisenkrämer

Viele Verbraucher wünschen sich einen schnelleren Einkaufsvorgang. Doch Händler, die bei Curated Shoppig im Internet nicht auf Algorithmen setzen, geht schnell die Puste aus. 

Personal Shopping sind längst kein Privileg der oberen Zehntausend mehr. Immer mehr Händler bieten den Service an. Dabei trauen sich die Anbieter in Domänen vor. Zielgruppen sind dabei entgegen dem Klischee nicht nur Frauen. Händler wie Silverburn bieten etwa einen speziellen Einkaufsservice für Männer mit anspruchsvollem Geschmack an, die lieber für sich aussuchen lassen.

Peek & Cloppenburg, Mey & Endlich aber auch Online-Händler wie Navabi und Mybook sind auf den Trend des betreuten Einkaufens, auch Curated Shopping genannt, eingegangen. Doch sie alle haben ihre Angebote nach einiger Zeit eingestellt oder zumindest vorläufig pausiert.

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In manchen Fällen mangelte es an Personal. Im Falle von Online-Anbietern scheiterten Curated-Shopping-Konzepte an der geringen Treffsicherheit der von Stilberatern ausgesuchten und versandten Bekleidung. In anderen Fällen lag es an den Lieferzeiten, wie ein Beitrag von der Internet World Messe deutlich macht.

Noch immer mit betreutem Online-Shopping am Markt sind hingegen Anbieter wie Modomoto, Outfittery und Branchenriese Zalando mit seinem der Sparte Zalon.

Individuelles Beratungsangebot oft unzureichend

Speziell im Online-Bereich vermissen Nutzer meistens jedoch nach wie vor ein individuelles Beratungsangebot, wie es im stationären Handel unter anderem durch Verkäufer üblich ist, stellen die Autoren Dirk Möhlenbruch, Jana Georgi und Alena Kohlmann im Kapitel "Curated Shopping als serviceorientiertes Geschäftsmodell" des Buches "Curated Shopping als serviceorientiertes Geschäftsmodell" fest. Obwohl das Interesse am E-Commerce stetig zunimmt, sei die Pflege von Kundenbeziehungen durch die Anbieter jedoch oft nur unzureichend ausgestaltet. 

Angesichts einer unüberschaubaren Warenflut müssen nicht nur Konsumenten aus einer Vielfalt an Produkten auswählen. "Curated Shopping und Personal Shopping stellen Gegenentwürfe zum typischen Online-Shopping dar, indem sie die Produktauswahl begrenzen und Service-Personal vorhalten, welches Hilfestellung gibt und darin den Konsumenten entlastet", sagt Paul Eisewicht im Kapitel "Schöne neue Warenwelt!? – Curated Shopping und Personal Shopping als Form der De-Mediatisierung" des Buches "De-Mediatisierung". Dabei stehen jedoch auch Händler vor dem Risiko, Konsumenten falsch ausgesuchte Ware zu präsentieren. Das birgt das Risiko, dass Konsumenten enttäuscht werden.

Beratung in 3-D

Aus den Schwächen bisheriger Anbieter machten sechs Gründer jedoch eine Tugend und übertrugen das Konzept des Curated Shoppings auf die Möbelindurstrie. Vor drei Jahren gründete Betriebswirt Daniel Kuczaj mit drei IT-Experten, einem Innenarchitekten und einem Designer auf Grundlage eine skalierbaren Geschäftsmodells die Online-Plattform Roomhero. "Wir wollten in einen Markt, der ein großes Volumen hat und einen unterdurchschnittlichen Online-Anteil", sagt Daniel Kuckaj, CEO von Roomhero. Der Möbel- und Einrichtungsmarkt habe alle Kriterien erfüllt und weise ein großes Wachstumspotential auf, erklärt Kuczaj. Denn jeder wolle schön wohnen, doch einen Innenarchitekten können sich die wenigsten leisten. 

Anders als die inzwischen wieder vom Markt verschwundenen Online-Anbieter von Curated Shopping-Angeboten, läuft die Beratung über Algorithmen. Über eine 3-D-Visualisierungssoftware können sich Kunden die Ware virtuell ins Zimmer stellen, bevor sie diese tatsächlich bestellen. Die meisten Kunden stammen aus dem B2B-Bereich, darunter etwa Konzerne, die ihre Mitarbeiterwohnungen einrichten. Aber auch private Endkunden buchen den Service und lassen ihre Einrichtung liefern, die sie zuvor in einer App aussuchen. Das Wachstumspotential für die Zukunft der ausgesuchten Branche ist hoch. Immerhin sind die Deutschen – laut Aussage von Kuczaj – "Umzugsweltmeister".

Einen neuen Schritt in Richtung digitales Fashion-Erlebnis gehen derzeit Sportartikelhersteller Adidas und Software-Gigant SAP. Auf der Cebit 2017 in Hannover hatte SAP das Projekt rund um Individualisierung und smarte Fabrik vorgestellt, bei dem man für und mit Adidas eine digitale Plattform entwickle, mit denen Kunden ihren individuellen Sportschuh bestellen können und er sofort nach Bestellung automatisiert "on Demand" produziert wird. Im Hintergrund soll eine auf SAP HANA basierende künstliche Intelligenz mitarbeiten, die die Vorlieben des Kunden voraussagt. Es soll ein Leuchtturmmodell für digitalisierte Geschäftsmodelle werden. 

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