Skip to main content

09.07.2024 | E-Commerce | Nachricht | Online-Artikel

E-Commerce legt wieder zu

verfasst von: Eva-Susanne Krah

2:30 Min. Lesedauer

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
print
DRUCKEN
insite
SUCHEN
loading …

Im E-Commerce zeigt die Umsatztendenz wieder nach oben: Erstmals seit zwei Jahren wächst der Markt im Online-Vertrieb.

Die ersten positiven Signale des Jahresanfangs bestätigen sich: Im Onlinehandel mit Waren gab es von einschließlich April bis Ende Juni 2024 (nicht inflationsbereinigt) ein kleines Umsatzplus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, auf aktuell 19,215 Milliarden Euro. Es ist das erste Marktwachstum seit zwei Jahren, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. (Bevh) feststellt. In der Verbraucherbefragung "Interaktiver Handel in Deutschland", die in Zusammenarbeit mit Beyondata durchgeführt wird, werden von Januar bis Dezember jeweils 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zum Konsum digitaler Dienstleistungen befragt. Die Zahlen basieren auf der Auswertung des Zeitraums vom April bis Ende Juni.  

Auf die gesamte erste Jahreshälfte 2024 gerechnet, liegen die E-Commerce-Umsätze jedoch weiterhin um 1,2 Prozent zum Vorjahreswert bei aktuell 38,1 Milliarden Euro zurück. Ein Umsatzpush ergibt sich für digitale Dienstleistungen: Danach wuchs das Geschäft mit digitalen Services, etwa Reisebuchungen oder Ticketverkäufen, 

  • im zweiten Quartal um 4,2 Prozent auf 3,72 Milliarden Euro und 
  • auf Halbjahressicht um 8,4 Prozent auf 6,45 Milliarden Euro. 

Die Wende geschafft haben beispielsweise die Sparten Möbel, Heimtextilien und Haushaltsgeräte. Auch Luxusgüter schnitten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum laut Verband erstmals seit Ausbruch des Ukrainekriegs in der Umsatzentwicklung wieder positiver ab.

Normalisierung im Markt

Die Handelsexperten des Bevh sehen eine Normalisierung im Markt: "Die Einkommen haben die Teuerung der vergangenen Jahre – seit 2019 etwa 20 Prozent – nicht nur überkompensiert, sondern treffen nun auf eine deutlich geringere Inflationsquote", erklärt Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bevh. Von einem Ende der Konsumkrise auszugehen, sei aber zu früh, da bereits die nächsten Unsicherheitsfaktoren warteten. "Ob in Deutschland, Europa insgesamt oder den USA: Überall sehen wir politische Destabilisierung und geopolitische Konflikte, die eine Rückkehr zum Wachstum ausbremsen können. Dazu kommen nun Berichte über zahlreiche Insolvenzen, die die Menschen eher zum Sparen treiben", so Groß-Albenhausen. Zudem verzeichneten die im Verband organisierten Händler weiterhin deutlich steigende Kosten in den Bereichen Beschaffung, Compliance, Personal und Energie. 

Asiatische Plattformen und Politik als Bremsklotz

Eine Stichprobe unter Bevh-Mitgliedern zeigt, dass die teilnehmenden B2C-Onlinehändler seit dem Jahreswechsel im Mittel um mehr als 1,5 Prozent im Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen konnten. Jedoch bremsen viele hausgemachte Probleme den Aufschwung im E-Commerce. Die Meinung, dass die deutsche und europäische Gesetzgebung die Unternehmen zurückhält, teilt fast jede/r Zweite, und 42 Prozent sehen ein mögliches Wachstum durch geplante Regulierungsmaßnahmen gefährdet. Gerade einmal 13 Prozent der befragten Unternehmen gehen unter anderem von einem direkten negativen Einfluss asiatischer Plattformen wie zum Beispiel Temu und andere auf ihr Geschäft aus; 54,2 Prozent der Aussage zu, dass die mangelnde Durchsetzung von EU-Recht gegenüber Anbietern aus Drittstaaten ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährdet.

Marktplätze schaffen Umsatz

Die gesamte Erholung im E-Commerce wird unter dem Strich von Online-Marktplätzen getragen. Der Vertriebskanal konnte als einziger im 2. Quartal zulegen (plus 2,3 Prozent) und kommt im gesamten bisherigen Jahresverlauf auf einen Marktanteil von 55 Prozent.  Der Trend zur Plattformisierung wird dabei immer deutlicher. So öffneten sich Onlineshops immer stärker für Hersteller oder andere Händler als Verkaufspartner und weiteten das Geschäft auf einen Marktplatzcharakter aus, beobachtet Bevh-Experte Groß-Albenhausen vom Bevh. 

print
DRUCKEN

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren