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30.11.2021 | E-Government | Nachricht | Onlineartikel

Bürgerinnen und Bürger wollen sich online ausweisen

Autor:
Alexander Ebert
2:30 Min. Lesedauer

Fast drei von vier Bürgerinnen und Bürgern kennen den Online-Personalausweis. Doch die wenigsten nutzen ihn, denn es fehlt an praktischen Anwendungsmöglichkeiten, zeigt eine aktuelle Studie. 

In Deutschland können sich die Bürgerinnen und Bürger bald via Smartphone und Pin digital ausweisen.  Fast 50 Prozent der Bundesbevölkerung haben von der Einführung dieser Funktion schon gehört. Voraussetzung für die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürger ist jedoch, dass die Anwendung nützlich, einfach anwendbar und sicher ist. Vor allem die Datensicherheit betonen neun von zehn Befragten in Deutschland.

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Bevölkerungsbefragung unter 2.000 Deutschen ab 18 Jahren im Auftrag der Unternehmensberatung PwC Deutschland. Die repräsentative Erhebung erfolgte über ein Online-Panel mit 13 Fragen und wurde im Juli und August 2021 durchgeführt. Danach sei die Akzeptanz der Smart-eID unter den  Deutschen groß, wenn es denn genügend Anwendungsmöglichkeiten im öffentlichen Leben gebe.

Datensicherheit erste Priorität

Datensicherheit und Schutz vor Identitätsdiebstahl seien laut Umfrage 94 Prozent der Befragten wichtig. 81 Prozent wünschen sich zudem eine einheitliche Benutzeroberfläche für alle Anwendungsfälle, 79 Prozent eine einfache Nutzung per App. Nur sieben Prozent der Befragten zeigten sich skeptisch, weil sie nicht ständig aufs Smartphone angewiesen sein wollen oder die Sicherheit anzweifeln.

Fehlende Anwendungsmöglichkeiten

Gern würden die Bürgerinnen und Bürger ihren Umzug digital melden oder ihren Pkw online zulassen. Doch solche nützlichen Anwendungsmöglichkeiten gibt es derzeit kaum, weshalb nur sieben Prozent die Smart-eID einsetzen. Dieses Manko beklagen fast 80 Prozent der Befragten – insbesondere in der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen.

"Die klare Mehrheit der Bundesbürgerinnen und -bürger würde den Online-Ausweis auch für private Geschäftsangelegenheiten, etwa im Kontakt mit Banken und in Rechtsangelegenheiten (70 Prozent), bei der Online-Steuererklärung (64 Prozent) oder beim Abschluss einer Versicherung (60 Prozent) einsetzen. Die hohen Zustimmungsraten bei fast allen Anwendungsgebieten zeigen das Bedürfnis der Deutschen nach digitalen Lösungen", heißt es in der Studie. Deshalb müssten die EU-Staaten nun zügig ihre "digitalen Hausaufgaben" machen.

Auch digitale Brieftasche interessant

Mit einer dezentralen Identitätsverwaltung sollen die Bundesbürgerinnen und -bürger zukünftig auch weitere digitale Nachweise in einer Anwendung auf dem Smartphone speichern können. Eine solche "digitale Brieftasche" findet laut Studie bei der großen Mehrheit der Befragten Anklang: Acht von zehn Erwachsenen können sich vorstellen, ihren digitalen Covid-Impfnachweis in einer solchen App abzuspeichern. Für jeweils drei Viertel käme der Einsatz auch für Flugreisen, bei Bankgeschäften oder der Kommunikation mit ihrem Arzt in Frage.

Selbstbestimmung über Daten wichtig

Zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Nutzung gehören vor allem Aspekte wie Datensicherheit sowie Schutz vor Betrug. Aber auch die Selbstbestimmung bei der Datenverwendung ist für neun von zehn Befragten ein wichtiges Kriterium: Sie wollen selbst entscheiden, welche Daten sie hinterlegen und weitergeben – und welche nicht. Als Anbieter einer App für die digitale Brieftasche kämen für die Befragten hauptsächlich öffentliche Institutionen in Frage wie ein Bundesministerium in Frage.

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