Wie Künstliche Intelligenz Kommunen smarter macht
- 01.04.2025
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KI ist in aller Munde, aber erst in wenigen Verwaltungen verfügbar. Eine Kurzstudie recherchierte Praxisbeispiele, wertete Erfahrungen aus und zeigt, wie Kommunen typischen Herausforderungen begegnen.
Künstliche Intelligenz ist bereits in vielen Sektoren im Einsatz, weniger jedoch in Verwaltungen.
Dzonsli / Getty Images / iStock
Etwa acht Prozent der Kommunen und 33 Prozent der kommunalen Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz (KI). Ihr Einsatz erfolgt zumeist in den Bereichen Mobilität, Bürgerservice, interne Verwaltung sowie Ver- und Entsorgung. KI ermöglicht Chatbots, erkennt Abfallarten, erfasst Verkehrsdaten und optimiert Prozesse von Kläranlagen.
Zu diesen Ergebnissen kommt das Wissenschaftsinstitut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK Consulting) in seiner Studie "KI in Kommunen: Anwendungen, Potenziale und Hindernisse". Insgesamt 143 Praxisbeispiele wurden identifiziert und einige näher untersucht. Die Beispiele zeigen, wie betriebsfertige Lösungen konkrete Mehrwerte generieren.
Fallbeispiel "KI in der Mobilität"
Die Stadt Mannheim arbeitet im Bereich Mobilität mit Sensoren und KI-basierter Bilderkennung. Die damit gewonnenen Verkehrsdaten bieten eine präzise Grundlage für stadtplanerische Maßnahmen. So sei es beispielsweise möglich, Emissionswerte, Lärmbelastungen und Feinstaubkonzentrationen abzuleiten und Auswirkungen verkehrlicher Maßnahmen zu simulieren. Die im Projekt entwickelten Lösungen sollen künftig als Dienstleistung angeboten werden.
Doch zunächst mussten in Mannheim Hindernisse überwunden werden: Um die Akzeptanz in Verwaltung und Politik zu erhöhen, wurde der Beitrag des KI-Projekts zur digitalen Souveränität der Kommune hervorgehoben. Zudem wurde der städtische Personaleinsatz durch eine enge Kooperation mit der Universität Mannheim begrenzt.
Fallbeispiel "KI im Bürgerservice"
Die Stadt Siegburg implementierte den Chatbot „Siegburgi“ in ihre Website, um Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern effizienter zu beantworten und die Verwaltung zu entlasten. Der Chatbot kommuniziert in über 90 Sprachen und erfordert nur geringen Pflegeaufwand. „Siegburgi“ greift auf die Inhalte der städtischen Website, des Serviceportals und des Newsletters zurück.
Die Herausforderung bei diesem Projekt lag laut Studie darin, eine hohe Ergebnisqualität sicherzustellen. Die Qualität der Antworten hänge maßgeblich von der Informationsbasis ab, die von der Kommune nach und nach verbessert wurde. Eine weitere Herausforderung sei auch in Siegburg die mangelnde Akzeptanz von Verwaltungsmitarbeitenden gewesen. Positiv-Effekte aus der Praxis und Schulungen mit externen Fachleuten hätten die Stimmung verbessert, heißt es in dem Papier.
Fallbeispiel "KI in der Ver- und Entsorgung"
Die Stadt Kaufbeuren nutzt eine KI-basierte Prozesssteuerung, um die Energie- und Ressourceneffizienz ihrer Kläranlage zu verbessern. Die Lösung basiert auf einem KI-Modell, das mit historischen Daten der Kläranlage trainiert wurde. Im laufenden Betrieb berechnet das System anhand von Echtzeitdaten eine optimale Steuergröße. Diese wird an das Leitsystem übergeben, wodurch die Anlage in Echtzeit optimiert wird.
Ein Hindernis bestand laut Studie darin, das KI-System so umzusetzen, dass die IT-Sicherheit und die technische Autarkie der Anlage gewährleistet sind. Auch hier hätten die merklichen Erfolge die Akzeptanz unter den Beschäftigten gesteigert.