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22.04.2021 | E-Learning | Gastbeitrag | Onlineartikel

Präsenztrainings erfolgreich durch E-Learning ersetzen

Autor:
Patrick Brigger
4 Min. Lesedauer

Viele Unternehmen setzten in der Weiterbildung bislang auf Präsenzveranstaltungen. In Pandemie-Zeiten ist das jedoch kaum mehr möglich. Wie es mit Webinaren und E-Learning gelingt, vergleichbare – oder sogar bessere – Erfolge zu erzielen.

Weiterbildung spielt eine wichtige Rolle für den Unternehmenserfolg und die Mitarbeiterbindung. Wie der "2019 Workplace Learning Report" von Linkedin zeigt, würden 94 Prozent der Befragten länger in einem Unternehmen bleiben, wenn dieses in ihre Weiterbildung und Entwicklung investiert. Bereits vor Corona haben sich viele Learning & Development-Abteilungen mit digitalen Schulungs- und Lernformen auseinandergesetzt. 

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Präsenztrainings waren jedoch meist noch fester Bestandteil im Portfolio. Durch die Pandemie sind diese derzeit aber kaum möglich. Doch auch im Homeoffice wollen Mitarbeiter nicht auf Lernangebote verzichten. L&D-Verantwortliche stehen vor der dringenden Herausforderung, effektive virtuelle Alternativen zu Präsenzveranstaltungen zu entwickeln.

Online kurze Lerneinheiten bilden

Der naheliegende Weg, um Trainings aus dem Kursraum in die Online-Welt zu verlegen, sind Live-Streamings. Dabei ist es wichtig, kurze Lerneinheiten zu bilden, damit die Teilnehmer die Inhalte auch verarbeiten können. Statt tagesfüllender Programme haben sich Häppchen von zirka 60 Minuten bewährt, die auf mehrere Tage verteilt werden. Am besten sollten zirka 30 bis 40 Minuten für die Wissensvermittlung und 20 bis 30 Minuten für Fragen, Antworten und Diskussionen eingeplant werden.

Zusätzlich empfiehlt es sich, ergänzende Materialien auf Abruf anzubieten. Bei Bedarf können die Teilnehmer dann Inhalte vertiefen, wenn sie Zeit dafür haben. Idealerweise sollten verschiedene Formate sowohl online als auch offline zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel PDF-Dateien oder Videos. Denn jeder Mitarbeiter hat hier andere Vorlieben.

Mit Lernpartnern ein Wir-Gefühl schaffen

Lernen im Homeoffice kann einsam sein. Es gibt jedoch ein paar Tricks, um trotz räumlicher Distanz persönliche Nähe und Zusammenhalt zu schaffen. Ganz wichtig ist, Mitarbeitern zu ermöglichen, sich mit Lernpartnern auszutauschen. Während des E-Learnings fördern zum Beispiel Chatboxen oder Break-out-Rooms die aktive Teilnahme und den Kontakt untereinander. Nach dem Unterricht bieten sich Social-Media-Plattformen an, um Erfahrungen oder Ressourcen zu teilen. Auch Inhalte, die die Mitarbeiter selbst generieren, etwa Blogs oder Podcasts, helfen dabei, voneinander zu lernen und ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Darüber hinaus haben sich interaktive Elemente wie Quizspiele, Gamification oder Abstimmungen in der Praxis bewährt.

Möglichkeiten des E-Learnings ausschöpfen

Entscheidend ist, sich von dem Gedanken zu lösen, eine Präsenzveranstaltung eins-zu-eins zu ersetzen. Vielmehr bieten digitale Lerntools ganz andere Möglichkeiten, Trainings zu gestalten. Neben Live-Streamings sollten zum Beispiel asynchrone Kurse fürs Selbststudium im E-Learning-Angebot sein. Das hat den Vorteil, dass Mitarbeiter dann lernen können, wann es am besten in ihren Arbeitstag passt. Neue Techniken wie Augmented Reality ermöglichen es, virtuelle Erlebnisse zu schaffen und so auch praktische Inhalte zu vermitteln. Mithilfe von Apps können zudem kurze, tägliche Übungen den Kurs ergänzen. Solche Mikrolerneinheiten helfen dabei, das Gelernte fester im Gedächtnis zu verankern.

Lernstile von Mitarbeitern berücksichtigen

Mitarbeiter bringe ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit. Während manche sich in der digitalen Welt zu Hause fühlen, sind virtuelle Lernumgebungen für andere noch Neuland. Zudem lernt der eine besser visuell, der andere auditiv oder motorisch. Daher ist es entscheidend, ein möglichst vielfältiges Angebot zu kreieren, das verschiedene Lernstile berücksichtigt und leicht zugänglich ist. Mit Single-Sign-On können sich Mitarbeiter unkompliziert und sicher auf der Lernplattform anmelden. Um technische Hürden zu überwinden, ist es empfehlenswert, einen Assistenten zu ernennen. Er kümmert sich während des Kurses darum, dass alles reibungslos funktioniert, und hilft Teilnehmern bei Problemen.

Chancen von E-Learning nutzen

Durchdachte virtuelle Weiterbildungsangebote können Präsenzveranstaltungen nicht nur ersetzen, sondern übertreffen. Denn E-Learnings ermöglichen es Mitarbeitern, selbstbestimmt zu lernen – und in der Form, die sie möchten. Dies ist bei langen, oftmals nicht interaktiven Lernvorträgen nicht der Fall, denn auf diese Weise geht die Aufmerksamkeit und Konzentration schnell verloren, sodass die Teilnehmer nicht selten nur einen geringen Mehrwert daraus ziehen. 

Ganz unabhängig von der Pandemie-Situation wird das künftig immer wichtiger. Indem Online-Kurse individueller und flexibler zugeschnitten werden, sind diese effektiver und werden besser angenommen. Dabei ist es wichtig, Mitarbeiter nicht alleine zu lassen, sondern sie zu unterstützen und das Team-Gefühl zu fördern. Um den Erfolg des E-Learnings-Angebots zu messen, sollten  Mitarbeiter regelmäßig Feedback geben – wahlweise in anonymen Umfragen oder per Einzelgespräch. Denn die beste Schulung ist nur so gut, wie sie Mitarbeitern hilft, ihre Karriereziele zu erreichen.

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