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24.07.2018 | E-Payment | Infografik | Onlineartikel

Deutsche nutzen beim Online-Kauf gerne Drittanbieter

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Zwar bevorzugen die Menschen in Deutschland bei klassischen Finanzgeschäften wie Geldanlage oder Krediten mehrheitlich ihre Hausbank. Doch die im Netz bestellte Ware zahlt laut einer aktuellen Befragung rund die Hälfte über Paypal & Co.

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland per Mausklick shoppen, ist über die Jahre gestiegen. Wie die ING Diba nun in einer Umfrage herausfand, bestellt knapp ein Drittel der Bundesbürger mindestens einmal pro Woche Waren im Internet. Das ist der zweithöchste Wert in Europa und wird nur noch von Verbrauchern in Großbritannien mit 40 Prozent übertroffen, die selbst die online-affinen US-Amerikaner mit 36 Prozent hinter sich lassen.  Für den ING International Survey (IIS) wurde vom Ipsos Meinungsforschungsinstitut eine Online-Befragung in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA durchgeführt.

Dabei stellte sich heraus, dass die Deutschen entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten, bei der Bezahlung ihrer Online-Bestellungen gerne auf die Dienste von Drittanbietern zurückgreifen. So bezahlen laut Umfrage im Schnitt 48 Prozent aller deutschen Verbraucher ihre Internetkäufe über die ehemalige Ebay-Tocher Paypal. Nur in Australien (49 Prozent) und Italien (52 Prozent) lag der Wert höher. Bei knapp 22 Prozent der Bestellungen läuft die Bezahlung über die Eingabe oder die Hinterlegung von Konto- oder Kartendaten. Andere Bezahlmethoden wie Vorkasse oder Rechnung sind damit deutlich weniger beliebt.  

Große Zahlungsdienstleister sind Platzhirsche

Das verwundert, gelten doch die Deutschen aufgrund von Sicherheitsbedenken als eher vorsichtig im Umgang mit Technologien im Finanzbereich. Beim Thema Sicherheit setzen aber gerade die Drittanbieter an, denn die Zahlungsdaten gehen nur an den Dienstleister, nicht an den jeweiligen Online-Händler. Und bei Paypal oder Amazon fühlen sich die Verbraucher der Befragung zufolge scheinbar sicher.

Wenig Vertrauen hingegen bringen Verbraucher hierzulande dem sozialen Netzwerk Facebook entgegen, das in einigen Ländern bereits Zahlungsdienste anbietet. Facebook leide unter anderem unter den Negativschlagzeilen über die Datenweitergabe an Dritte, insbesondere im Zusammenhang mit dem Wahlkampf von Donald Trump, heißt es bei der ING Diba. Unter allen Anbietern hatte Facebook den höchsten Anteil Befragter, der angab, diesen Dienstleister auf keinen Fall für Zahlungen online oder im Geschäft vor Ort verwenden zu wollen – und zwar in allen Ländern. In Deutschland sind es rund 58 Prozent, die dem Netzwerk ihr Vertrauen verweigern, im europäischen Durchschnitt 52 Prozent.

Sonstige Finanzgeschäfte laufen über die Hausbank

Geht es allerdings um sonstige Finanzangelegenheiten, setzt das Gros der Deutschen noch immer auf ihre Hausbank. Knapp 54 Prozent geben an, regelmäßige Finanzdienste nur bei dieser zu tätigen. Kommen doch Drittanbieter zum Einsatz, werden vor allem Überweisungsdienste genutzt: Etwas mehr als ein Viertel der Teilnehmer gab an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate einen derartigen Service genutzt zu haben. Bei Geldanlagen waren es nur 15 Prozent und 13 Prozent wickelten sogenannte Peer-to-Peer-Zahlungen an Freunde oder Verwandte mit Hilfe von Drittanbietern ab.

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