Skip to main content
main-content

22.03.2016 | E-Payment | Im Fokus | Onlineartikel

Bezahlverfahren brauchen schnellere Marktdurchdringung

Autor:
Eva-Susanne Krah
2 Min. Lesedauer

Über den Erfolg neuer Bezahlverfahren entscheidet vor allem deren Verbreitung und Nutzerfreundlichkeit. Konzentratoren sollen dafür sorgen, dass die Akzeptanz steigt.


Als das von den Banken und Sparkassen entwickelte neue Online-Bezahlverfahren Paydirekt als Gemeinschaftsprojekt der deutschen Kreditwirtschaft Anfang November 2015 bei ersten Kreditinstituten an den Start ging, gab sich Thomas Ullrich, Vorstandsmitglied der DZ Bank, optimistisch: "Die Digitalisierung ist für uns keine Bedrohung, sondern insbesondere auch eine Chance, die Kernprozesse einer Bank zu verbessern". Der Nutzen des neuen Bezahldienstes liegt darin, dass Kunden, die sich im Online-Banking ihrer Hausbank für Paydirekt registriert haben, ihre Einkäufe so direkt über das Girokonto ihrer Bank oder Sparkasse im Internet oder im stationären Handel ohne zwischengeschaltete Drittanbieter bezahlen können. Vor knapp drei Monaten verzeichnete Paydirekt laut Geschäftsführer Niklas Bartelt bereits "rund 150.000 Anmeldungen“ und ein tägliches Kundenwachstum im vierstelligen Bereich. Laut dem aktuellen "Fintech Tracker" des Marktforschungsinstituts You Gov, für den Anfang März dieses Jahres in einer ersten Befragungswelle rund 1.000 private Finanz- und mitentscheider befragt wurden, liegt das Verfahren mit einer gestützten Markenbekanntheit von 19 Prozent vor Google Wallet (zwölf Prozent) und Apple Pay (elf Prozent).

„So simpel wie Bargeld“ sollte ein innovatives Bezahlverfahren schon sein, zitiert Bankmagazin-Redakteur Christian Kemper den Leiter des Zentralbereichs Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme der Deutschen Bundesbank, Jochen Metzger, in seinem Titelbeitrag "Was Bargeld ersetzen kann" (Bankmagazin-Ausgabe 10/2015, Seite 12-20). Es müsse einen funktionalen Zugewinn gegenüber den bereits bestehenden Zahlungsmethoden bieten, ansonsten werde es sich nicht durchsetzen können.

Für schnelle Verbreitung sorgen

Der Payment Service Provider Payone, der zur Sparkassen-Finanzgruppe gehört, hat seit Kurzem das Bezahlverfahren integriert und stellt es so mehr als 3.000 angeschlossenen E-Commerce-Unternehmen, die auf Services von Payone zugreifen, zur Verfügung. Über standardisierte Plug Ins könne der Dienst in relevante Online-Shopsysteme eingebunden werden, heißt es von Payone. Auch Computop hat beispielsweise das Verfahren integriert.

Empfehlung der Redaktion

01.03.2013 | Strategie + Management | Ausgabe 3/2013

Immer mehr Bank-Wettbewerber im Online-Payment aktiv

In den Niederlanden haben sich Anfang 2006 die großen Banken ABN AMRO, Fortis, Postbank — die 2009 in der ING Bank aufging — Rabobank und SNS-Bank zusammengeschlossen und den Online-Überweisungsdienst iDEAL etabliert. Innerhalb von nur

Entscheidend für die Verbreitung von Bezahlverfahren auf der Händlerseite sind neben einfachen Prozessen "in erster Linie die Gebühren der Zahlungsabwickler", betont Kemper im Beitrag "Bezahlen soll Spaß machen". Vor allem Verhandlungen mit großen Handelsgruppen können für Anbieter komplex und langwierig sein, da meist eine Vielzahl von angeschlossenen Filialunternehmen betroffen ist. Der Payment-Dienstleister Concardis diskutiert deshalb nach eigenen Angaben beispielsweise mit den deutschen Banken und Sparkassen über die Übernahme einer Pilotfunktion als Händler-Konzentrator für Paydirekt. Damit soll die individuelle Aushandlung der Gebühren für jede der sieben am Verfahren teilnehmenden Bankengruppen durch den einzelnen Händler vereinfacht werden. Mit dem Modell will der Dienstleister den Anbietern von Online-Shops einen für alle Banken gültigen Preis für die Abwicklung von Paydirekt-Zahlungen anbieten können.

Der Kundennutzen zählt

"Entscheidend für die Durchsetzung von Paydirekt sei der Kundennutzen, sagt Marcus W. Mosen, CEO bei Concardis. "Die zum Start erforderliche Einzelvertragsverhandlung wirkt wie eine Markteintrittsbarriere. Es nutzt daher nichts, diese Verfahren einfach nur in das eigene Portfolio zu integrieren. Entscheidend ist, dass wir diese Barriere senken, indem wir Händlern eine unkomplizierte und schnelle Lösung zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten", meint Mosen. Zu Händler-Konzentratoren können sich vor allem kleine Online-Shops zusammenschließen. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.04.2011 | Zahlungsverkehr + Kartengeschäft | Ausgabe 4/2011

Wer macht das Rennen?

Das könnte Sie auch interessieren

08.09.2015 | Bank-IT | Im Fokus | Onlineartikel

Digitalisierung verdrängt klassisches Geschäft

18.02.2016 | Zahlungsverkehr | Im Fokus | Onlineartikel

Bezahlen soll Spaß machen

05.11.2015 | Bank-IT | Im Fokus | Onlineartikel

Bezahlverfahren made in Germany startet

Premium Partner

    Bildnachweise