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19.12.2018 | Eigenkapital | Nachricht | Onlineartikel

Bankstrategie

Wer auf eine ordentliche Rendite kommt

Autor:
Stefanie Hüthig

Kurz vor den Feiertagen beschert Bain den Geldhäusern noch dramatische Studienergebnisse. Freuen können sich die Automobil- und Direktbanken sowie Vermögensverwalter über ihr Abschneiden, und die Genossenschaftsbanken und Sparkassen über eine Änderung bei der Berechnung.

Einen Tag, nachdem die Beratungsgesellschaft Bain & Company die Ergebnisse ihrer Studie „Deutschlands Banken 2018: Schneller, stärker … und rentabler?“ vorgestellt hat, zeigt sich der Genossenschaftsverband zufrieden. „Dies ist eine klare Bestätigung für das regional ausgerichtete Geschäftsmodell der Volksbanken und Raiffeisenbanken“, erklärt Verbandschef Ralf W. Barkey in einer Mitteilung. Bei der Untersuchung kommen die genossenschaftlichen Institute 2017 auf eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von sieben Prozent nach Steuern. Der Durchschnittswert über alle Säulen hinweg liegt laut Bain bei mageren zwei Prozent. Nur jede zwölfte Bank verdiene ihre Eigenkapitalkosten.

Zuführungen zum Bankrisiko-Fonds berücksichtigt

Für die Sparkassen errechnete die Managementberatung eine Eigenkapitalrendite von 6,5 Prozent. „Wenn das mal kein weihnachtliches Friedensangebot ist“, schreibt „Finanz-Szene“. Der Branchen-Newsletter berichtete zur Studie im vergangenen Jahr von der Kritik, die der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sowie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) an der Nichtberücksichtigung der § 340g-Reserven nach Handelsgesetzbuch (HGB) geäußert hatten. Nun verweist Bain auf die Besonderheit in der Bilanzierung von Kreditgenossenschaften und Sparkassen: „Sie stärken ihre Eigenkapitalbasis auch über Zuführungen zum Sonderposten für allgemeine Bankrisiken nach §340g HGB. Allein 2017 verbuchten sie hierfür einen Aufwand von mehr als acht Milliarden Euro.“

Dieser Aufwand außen vor gelassen verbessert die Werte der Flächenbanken entsprechend. Andernfalls liegen die Genossenschaftsbanken bei 2,8, die Sparkassen sogar nur bei 1,7 Prozent. Schlechter sieht es lediglich bei den Banken mit Sonderaufgaben mit 1,6 und bei den Bausparkassen mit 1,1 Prozent aus.

Eigenkapitalquote erreicht Höchststand

„Deutschlands Banken stecken weiter in der Renditefalle“, kommentierte Walter Sinn, Bain-Deutschlandchef und Co-Autor der Studie, das Gesamtergebnis. Die rückläufigen Erträge sowie zunehmenden IT- und Regulierungskosten verhinderten, dass sich die Sparanstrengungen der Institute in steigenden Renditen niederschlagen. Die Cost-Income-Ratio stieg 2017 branchenweit um drei Prozentpunkte auf 72 Prozent. Zur durchschnittlichen Eigenkapitalquote gibt es hingegen eine gute Nachricht: Sie erreichte mit 6,5 Prozent einen neuen Höchststand.

Das Ranking führen die Automobil- und Direktbanken mit Eigenkapitalrenditen von 8,8 beziehungsweise 7,8 Prozent an. Platz drei belegen die Vermögensverwalter mit 6,1 Prozent. Nach den Spezialfinanzierern mit 5,9 Prozent liegt die DZ Bank mit 4,7 Prozent auf Rang fünf. Um sich zu verbessern, müssen Banken laut Bain ihr Potenzial ausschöpfen, Fusionen angehen und sich verstärkt für Partnerschaften öffnen. Die Plattformökonomie nehme inzwischen auch im Kreditgewerbe Gestalt an.

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