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2017 | Buch

Eigenschaften und Kompetenzen von Führungspersönlichkeiten

Achtsamkeit, Selbstreflexion, Soft Skills und Kompetenzsysteme

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Über dieses Buch

Im vorliegenden dritten Band der Reihe Leadership und Angewandte Psychologie werden die bedeutenden Eigenschaften und Kompetenzen von Führungspersönlichkeiten theoretisch und anhand von konkreten Praxisbeispielen beleuchtet. Bei der Entwicklung dieser Kompetenzen können integrale und wandlungsfähige Kompetenzmodelle unterstützen, bei deren (Weiter-) Entwicklung die Organisationsmitglieder mit einbezogen werden sollten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Achtsamkeit als grundlegende Führungskompetenz
Zusammenfassung
Die Praxis und das Konzept der Achtsamkeit erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Wirkte die Achtsamkeit Mitte der 1990er Jahre noch exotisch und esoterisch, so ist Achtsamkeit heute eine wissenschaftlich belegte, bedeutende Führungskompetenz. Im Beitrag werden zunächst der Begriff, die Bedeutung und die Entwicklungsmöglichkeit von Achtsamkeit beleuchtet. Dabei werden auch neurowissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen. Anschließend wird der Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und Führungserfolg dargelegt. Hierbei wird auch gezeigt, dass eine achtsame Führung weniger mit Tools und Methoden, als mit einer achtsamen Haltung und Wahrnehmung als grundlegendes Führungsprinzip sowie einer achtsamen Kommunikation zu erzielen ist. Schließlich werden für den Business-Kontext abgewandelte und praktikable Achtsamkeitseinstiegsübungen im Führungsalltag dargestellt.
Corinna von Au, Ariane Seidel
Führen mit Coaching-Kompetenz
Zusammenfassung
Inzwischen ist Coaching als situativ praktizierter Führungsstil auch im deutschsprachigen Raum allgemein akzeptiert und gilt als aktivstes und effizientes Führungsverhalten. Die Führungskraft versteht sich hierbei als Coach oder Mentor ihrer Mitarbeiter und fördert deren Potenziale systematisch und individuell. Immer noch kontrovers diskutiert wird die Frage, ob die Führungskraft bei bestimmten Themen und Anlässen zielorientierte Coachingprozesse für einzelne Mitarbeiter aufsetzen und begleiten kann. Im Beitrag wird das Führen mit Coaching-Kompetenz im Rahmen der Führungsstiltheorie und -forschung dargestellt. Anschließend werden die Vor- und Nachteile des Coachings durch die Führungskraft und die zentralen Coaching-Kompetenzen von Führungskräften erörtert.
Karin von Schumann, Tamaris Böttcher
Der Dreiklang der Führungskompetenz: Wahrnehmen – Entscheiden – Handeln
Zusammenfassung
Angehende Berufsmusiker müssen in den durchschnittlichen zehn Jahren ihrer Ausbildung wahrnehmen lernen, welche Strategien ihrem Vermögen, ihren körperlichen Voraussetzungen und ihren künstlerischen Intentionen entsprechen. Auf dieser Basis entscheiden sie, welches technische Handwerkszeug ein Musikstück erfordert. Im Laufe der Jahre handeln sie kontinuierlich im Bestreben, all diese Faktoren fein ausbalanciert auf ein übergeordnetes Ziel auszurichten. Erst wenn sie diesen Entwicklungsgang von WahrnehmenEntscheidenHandeln bewältigt haben, können sie auf der Bühne erfolgreich bestehen. Sowohl dieser Werdegang als auch die ausgeklügelten Strategien, mit denen sie später als Führungskräfte einer Instrumentengruppe in Orchestern konfrontiert werden, reflektieren grundlegende Herausforderungen, die auch an Führungskräfte in der Wirtschaftswelt gestellt werden. Der Beitrag beschreibt, dass Metaphern aus der Welt internationaler Spitzenorchester eine höchst inspirierende Methode sind, Führungsprinzipien einleuchtend und ohne erhobenem Zeigefinger darzustellen.
Christian Gansch
Führen in und mit Emotionen
Zusammenfassung
Gefühle sind im Alltag von deutschen Unternehmen Störfaktoren, sie sollen kontrolliert und „gemanagt“ werden. Führungskräfte sollen Entscheidungen rational treffen und eigene Gefühle unter Kontrolle halten, sie sollen (negative) Gefühle von Mitarbeitern in den Griff bekommen und den reibungslosen Ablauf von (Veränderungs-)Prozessen, die nicht von Emotionen gestört werden sollen, garantieren. In der Praxis blieb bisher die Betrachtung der Emotionen in Unternehmen auf bestimmte Maßnahmen - wie Teamentwicklungsprozesse oder Coachings - beschränkt. Dies greift allerdings zu kurz: Nur wenn wir anerkennen, dass Emotionen immer vorhanden und meist auch handlungsleitend sind, können wir auch diese Ressource nutzen und damit in einer Art und Weise umgehen, die das Unternehmen wie auch die Menschen darin voranbringt. Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Ausführungen zum Themenkomplex „Führen mit Emotionen“ und beleuchtet dabei die Gestaltung der Führungsdyade durch transformationale Führung und das Konzept der emotionalen Intelligenz als Schlüsselkompetenz für Führungskräfte. Der Bereich „Führen in Emotionen“ wird dargestellt anhand von Entscheidungsprozessen und dem Führen in Veränderungen, die meist mit nicht zu unterschätzenden Emotionen einhergehen.
Miriam Landes, Eberhard Steiner
Wertschätzende Führung durch Beziehungsgestaltung mit „Landkarten“ aus der Transaktionsanalyse
Zusammenfassung
Um Führung heute zu meistern, ist der Aufbau wertschätzender Beziehungen essenziell. Dazu müssen Führungskräfte drei Schlüsselherausforderungen berücksichtigen: das Wahren von Autonomie (der eigenen und der anderer Personen), Klarheit über Rollen in der Organisation (vor allem der eigenen) und das Erkennen von und den Umgang mit Grenzen. Für das Eröffnen des Beziehungsraumes, der zur Gestaltung von Kommunikation und Interaktion notwendig ist, werden sechs Landkarten aus der Transaktionsanalyse beschrieben: die Grundeinstellung in Beziehungen, die Muster der Beziehung (Strokes) und die persönlichen Antreiber. Psychologische und soziologische „Landkarten“ reduzieren Komplexität und stellen dadurch Arbeitsfähigkeit her. Sie sind nicht als Konkurrenz zu den subjektiven „Wirklichkeiten“ von Menschen und Organisationen zu verstehen, sondern als Modell, um diese zu verstehen und zu erklären. Am Fallbeispiel von Jean, einer Führungskraft, und seines Coachingprozesses wird das Konzept erläutert.
Henning Schulze, Klaus Sejkora
Professionelle Kommunikation und Feedback im heterogenen Führungsalltag
Zusammenfassung
Führung und Kommunikation hängen untrennbar zusammen. Die Thematik erhält ihre Komplexität aus dem Umstand, dass beide Begrifflichkeiten an sich schon komplex und umstritten sind und eine Flut von Forschung und Publikation im Schlepptau ziehen. Jeder Versuch einer umfassenden Darstellung würde zwangsläufig scheitern. Dieser Beitrag beschränkt sich darauf, Kommunikation als Aufgabe und Instrument von Führung darzustellen und den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitspsychologie und kommunikativ geprägtem Führungsstil zu skizzieren. Es soll um Bedingungen für kommunikative Wirksamkeit gehen, um die Bedeutung der Kommunikation im Führen von Veränderung und die notwendige Pluralisierung der Kommunikationscodes im Zuge der zunehmenden Diversifizierung der Arbeitswelt.
Cornelia Schödlbauer
Führungspersönlichkeit als Vorbild und Multiplikator für Fehlermanagement und Vertrauenskultur
Zusammenfassung
Fehler können zu schwerwiegenden betriebswirtschaftlichen Konsequenzen führen – oder zu den innovativsten und umsatzstärksten Unternehmensideen der letzten Dekaden. Die Auseinandersetzung mit Fehlern gehört zum globalen Unternehmensalltag, folgt dabei aber selten den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dieser Beitrag soll zunächst die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontexte, in denen sich Unternehmen heute bewegen, erläutern, um dann zu zeigen, welche Möglichkeiten es für einen adäquaten Umgang mit Fehlern gibt. Es werden anschließend verschiedene Wege gezeigt, wie der Umgang mit Fehlern verbessert werden kann. Dazu wird einerseits das analytische Fehlermanagement als Teil eines effektiven Qualitätsmanagements erläutert. Auf Basis der Tatsache, dass in der Praxis oftmals Schwierigkeiten bestehen, Fehler zu kommunizieren, wird andererseits abgeleitet, wie eine echte Vertrauens- und Fehlerkultur aufgebaut werden kann. Abschließend wird gezeigt, warum eine persönliche Reflexion der Führungskraft unerlässlich ist, um einer Fehlerkultur einen authentischen Rahmen zu geben.
Teresa Keller
Führung aus der Kraft der Liebe: Eine neue Haltung etabliert Inspiration und Wertschätzung in der Führung
Zusammenfassung
Der Beitrag möchte den Leser in ein Paradigma einführen, das im Kontext von Führung bisher eher ungewöhnlich, für manche sogar befremdlich ist – Führen auf der Basis von Liebe. Die Liebe als Komponente in einem zahlen- und ergebnisorientierten Businesskontext scheint eher fragwürdig, wenn nicht sogar kontraindiziert. Es erfordert Mut und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, um Führung unter anderen Vorzeichen, unter dem Vorzeichen der „Liebe“ zu sehen. Doch ist genau die Qualität der Liebe ein Schlüssel zum Erfolg. Der Beitrag verdeutlicht erstens, welche Dimension die Liebe umfasst und wie sie in den Kontext von Business passt. Er erläutert zweitens, welche Prinzipien einer Führung auf Basis der Liebe zugrunde liegen und welche Gedankengänge helfen können, Führung aus der Kraft der Liebe im Alltag zu leben. Er zeigt drittens, anhand von Praxisbeispielen, dass Erfolge erzielt werden können, wenn mit Liebe geführt wird.
Barbara Fromm
Führen mit Humor
Zusammenfassung
In Zeiten großer Umbrüche ändern sich viele Parameter der menschlichen Existenz. Dementsprechend muss sich auch die Art und Weise der Menschenführung anpassen. Die Umbrüche resultieren aus dem zunehmenden Schwinden von hierarchischen Strukturen in unserer Gesellschaft, durch Autoritätsverlust und durch digitale Vernetzung aller Lebensbereiche. Die zentrale These dieses Beitrags lautet: Führung darf und muss sich neuer Methoden bedienen. Eine davon ist der Humor. War Humor bisher eher abzulehnen, so ist er heute vielfach notwendig. Im Beitrag werden zunächst die verschiedenen Wirkungsebenen von Humor erläutert. Anschließend wird der Bedeutungswandel des Humors im Laufe der Geschichte beschrieben. Es folgt die Darstellung der verschiedenen Formen des Humors. Schließlich wird auf die praktische Handhabung eingegangen.
Gerhard Schwarz
Kompetenzmanagement als strategisches Führungsinstrument im Zeitalter von Organisation 2.0
Zusammenfassung
Das strategische Führungsinstrument des Kompetenzmanagements bietet ein geeignetes Instrument, um auf Umweltveränderungen mit systematischem Kompetenzaufbau zu reagieren und zugleich die Prinzipien der modernen Führung wandlungsfähiger Unternehmen in die Praxis zu überführen. Im Beitrag wird zunächst aufgezeigt, warum heutige Megatrends teils zerstörerischen Einfluss auf die Kompetenzstrukturen von Organisationen haben. Daran anknüpfend werden die Prinzipien der Organisation 2.0 erörtert und wichtige Veränderungen im Führungsverständnis wandlungsfähiger Unternehmen vorgestellt. Nach Erläuterung des Kompetenzmanagements als Führungsinstrument wird anhand eines Vorgehensmodells zur Einführung von Kompetenzmanagement aufgezeigt, wie Unternehmen Schritt für Schritt ihre Wandlungsfähigkeit erhöhen. Im Hinblick auf die Operationalisierung wird ein Bewertungsinstrument vorgestellt, mit dem sich der organisatorische Reifegrad der Wandlungsfähigkeit beurteilen lässt. Anhand dessen können schließlich individuelle Coping-Strategien des Kompetenzmanagements angewendet werden, mit deren Hilfe die Transformation von Unternehmen zur Organisation 2.0 beschleunigt werden kann.
Kai Reinhardt
Die Konzeption und erfolgreiche Verankerung eines organisationsspezifischen Kompetenzmodells am Beispiel der KfW
Zusammenfassung
Der Beitrag beschreibt einen Ansatz zur Entwicklung und Einführung eines organisationsspezifischen Kompetenzmodells für Führungskräfte bei der KfW. Zielsetzung ist die Definition erfolgreichen Führungsverhaltens in der betrachteten Organisation als Grundlage für die Führungskräfteauswahl und -entwicklung. Ein systematisches Vorgehen zur Modellkonzeption wird vorgestellt, bei dem Erkenntnisse aus der Forschung zum Kompetenzmanagement, Standards aus der Praxis zum wirksamen Einsatz von Kompetenzmodellen und die Rahmenbedingungen der Zielorganisation gestaltungsgebend sind. Prägendes Merkmal des Ansatzes ist die Partizipation unterschiedlicher Gruppen von Organisationsmitgliedern. Die Vorteile dieser weitreichenden Einbindung werden erläutert und Empfehlung zur Durchführung abgeleitet.
Aischa Astou Saw, Stephan Heyne
Metadaten
Titel
Eigenschaften und Kompetenzen von Führungspersönlichkeiten
herausgegeben von
Corinna von Au
Copyright-Jahr
2017
Electronic ISBN
978-3-658-13031-2
Print ISBN
978-3-658-13030-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-13031-2