Während sogenannte „digital volunteers“ in der Forschung schon seit mehreren Jahren betrachtet werden, sind ungebundene Helfer vor Ort bislang weniger intensiv erforscht. In diesem Kapitel steht zunächst die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Typen von freiwilligen Helfern im Mittelpunkt. Das Kapitel spannt über die Ebenen der Kommunikation, Kooperation und Koordination unterschiedliche Probleme auf, die sich für eine zielführende Einbindung ungebundener Helfer in das Katastrophenmanagement ergeben. Als Lösungsansatz im Sinne eines Referenzsystems wird ein Koordinationsansatz und ein Architekturkonzept für Informationssysteme vorgestellt, das eine Verbindung zwischen Katastrophenmanagement (z. B. BOS) und einer Vielzahl ungebundener Helfer herstellt. Die Funktionsweise eines solchen Systems sowie dessen Schnittstellen zum Krisenstab und den Helfern werden an einem einfachen Beispiel besprochen. Es wird zudem diskutiert, inwieweit zukünftig eine Verbesserung der Koordination und die zielführende Nutzung des Helferpotenzials durch eine automatisierte Kommunikation erreicht werden kann.