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Über dieses Buch

Wer die Geschichte der Wirtschaft nicht kennt, kann auch nicht kompetent über die Zukunft der Wirtschaft nachdenken. Dieses Buch bietet einen Einstieg in die Wirtschaftsgeschichte für alle, die nach mehr als nur trockener Theorie suchen. Der Autor führt Sie auf eine Reise durch die Ökonomie von den Anfängen in der Steinzeit bis hin zur Digitalisierung in der Neuzeit. Neben dem Wesen und Grundprinzipien der Ökonomie werden vor allem auch große Denker wie Aquin, Keynes und Erhard vorgestellt. Während es den antiken Philosophen wie Platon und Aristoteles vor allem um die ethische Dimension des Wirtschaftens ging, dachte der erste neuzeitliche Ökonom und Moralphilosoph Adam Smith beispielweise darüber nach, wie Nationen zu Wohlstand gelangen können. Heute hingegen – in einer Zeit, in der der Kapitalismus zunehmend unter Beschuss gerät – stellt sich eher die Frage, wie (in Zeiten der Digitalisierung) der Wohlstand bei allen ankommen kann. Das Buch greift demnach nicht nur die ökonomischen Konzepte der Vergangenheit und der Gegenwart auf, sondern wirft auch einen spannenden Blick auf die Zukunft. Fragen der sozialen Gerechtigkeit werden genauso diskutiert wie die Themen Digitalisierung, Globalisierung und Ökologie.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Teil I

Frontmatter

1. Steinzeit, Antike und Vorklassik

Zusammenfassung
Am Anfang der ökonomischen Zeitreise steht die Steinzeit. Während die Jäger und Sammler der Steinzeit Selbstversorger waren, haben sich spätestens die Menschen der Jungsteinzeit zu sesshaften Hirten und Ackerbauern entwickelt. Mit der einsetzenden Arbeitsteilung spezialisierte sich jeder auf das, was er am besten konnte, und tauschte den Rest. Die Jäger erlegten Wild und tauschten gehäuteten Felle gegen die Lebensmittel der Ackerbauern ein. So gereichte die primitive Tauschwirtschaft allen Beteiligten zum Vorteil. In der Antike standen ethische Themen im Vordergrund ökonomischer Reflexionen, während im Mittelalter die christlichen Werte und Vorstellungen u. a. in die Überlegungen zum gerechten Preis („iustum pretium“), zu Tauschgerechtigkeit und gerechter Verteilung (Thomas von Aquin) mit einflossen. In der Vorklassik kamen aktuelle Überlegungen der frühen Neuzeit hinzu. Der Pragmatiker und französische Finanzminister Colbert wollte dem Staat im Zuge des Merkantilismus möglichst viel Geld sichern. Der französische Arzt Quesnay konzentrierte sich in seinen Überlegungen und seinem „tableau économique“ eher auf die Landwirtschaft.
Detlef Pietsch

2. Klassik

Zusammenfassung
Der große Ökonom der Neuzeit, der schottische Moralphilosoph Adam Smith, kam ebenfalls von der Philosophie und beschrieb vor allem die Verhaltensweisen der Menschen in ihren ökonomischen Handlungen und Überlegungen. Die „unsichtbare Hand“ des Marktes, wiewohl in dem knapp 1000-seitigen Werk „Der Wohlstand der Nationen“ nur einmal vorkommend, begründete seinen Ruf als Marktliberaler. Die Klassiker der ökonomischen Theorie bauten seine Ideen aus: David Ricardo erweiterte den Horizont in der Außenhandelstheorie mit seinem Prinzip der komparativen Kostenvorteile; Jean-Baptiste Say konzentrierte sich auf das Marktangebot und behauptete, „jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst“. Die sozialistischen Denker wie vor allem Karl Marx konzentrierten sich auf den zunehmenden Klassenunterschied zwischen Arm und Reich, zwischen Besitzenden („Kapitalisten“) und armen Lohnempfängern („Proletarier“) sowie deren Arbeit am Existenzminimum. Marx forderte eine Reform in Richtung Solidargemeinschaft oder gar eine Revolution.
Detlef Pietsch

3. Neoklassik und jüngere Vergangenheit

Zusammenfassung
Während die Neoklassiker den Einzug der Mathematik in Optimierungsüberlegungen forcierten und der Formalisierung der Ökonomie den Boden bereiteten, propagierte die „Österreichische Schule“ namhafter Ökonomen die Vorteile der freien Marktwirtschaft und eine Zurückhaltung des Staates in der Ökonomie. Dies wurde von dem Monetaristen Milton Friedman wieder aufgegriffen, der ein radikaler Verfechter der freien, staatlich nahezu unbeeinflussten Marktwirtschaft war. Dem wohl einflussreichsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, dem Engländer John Maynard Keynes, ging es vor allem darum, wie nach der erlebten Weltwirtschaftskrise zukünftige zu vermeiden wären. Seiner Meinung nach war eher die fehlende effektive Nachfrage ursächlich, die vom Staat durch zusätzliche, schuldenfinanzierte Ausgaben zu kompensieren sei. Die Ordoliberalen versuchten in Deutschland vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, das Beste aus zwei Welten miteinander zu kombinieren: Der Staat solle nur den Rahmen setzen und ansonsten die Wirtschaft sich frei entfalten lassen. Das von Müller-Armack konzipierte und von Ludwig Erhard umgesetzte Erfolgsmodell der jungen Bundesrepublik Deutschland, die „soziale Marktwirtschaft“, war von diesen ordoliberalen Überlegungen geprägt worden.
Detlef Pietsch

4. Gegenwart

Zusammenfassung
Neueste Entwicklungen der ökonomischen Ideengeschichte zeigen einen verstärkten Fokus auf unterschiedliche Themen: Joseph Stiglitz, US-amerikanischer Ökonom und Träger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften, prangert u. a. die Fehlentwicklungen der Globalisierung und die wachsenden Ungleichheit an. Amartya Sen, ebenfalls Träger dieses Preises, und weitere, in der Folge aufgeführte Ökonomen plädieren für eine menschlichere Ökonomie, die den Solidargedanken stärker in den Fokus rückt. Die US-Ökonomen Daniel Kahneman und Richard Thaler schließlich führen mit der Verhaltensökonomie die Idee eines realistischeren Menschenbildes ein, ergänzt um psychologische Komponenten.
Detlef Pietsch

Teil II

Frontmatter

5. Die Quintessenz des ökonomischen Denkens

Zusammenfassung
Ausgangspunkt ökonomischer Überlegungen in der Antike bis hin zum christlichen Mittelalter waren ethische Aspekte. Heute ist eher die Frage, wie der Wohlstand bei allen Menschen ankommen kann. Seit der Finanzkrise vor gut 10 Jahren wird die ökonomische Theorie hinsichtlich ihrer Erklär- und Prognosequalität für die Praxis hinterfragt. Vereinfachte ökonomische Modelle mit zum Teil unrealistischen Annahmen werden ebenso kritisch geprüft wie das zugrunde gelegte Menschenbild des Homo oeconomicus oder die rein mathematischen Optimierungsmodelle. Gefordert sind vor allem wissenschaftliche Erkenntnisse aus den anderen Sozialwissenschaften wie Soziologie und Politologie, aber auch von Nachbardisziplinen wie Psychologie, Philosophie und Neurowissenschaften. Das Wissen sämtlicher erklärender Wissenschaften zur Erläuterung und Vorhersage wirtschaftlicher Vorgänge ist gefragt. Wesentlich ist nicht die Disziplin, sondern der Grad der Nützlichkeit für Erklärungen. Dabei ist die Mathematik zwar eine wichtige, aber nur eine von vielen (Hilfs-)Wissenschaften und sollte daher in der ökonomischen Theorie nicht dominieren. Der Mensch sollte künftig stärker im Vordergrund ökonomischer Überlegungen stehen.
Detlef Pietsch

6. Die drängendsten Themen der Wirtschaft von morgen

Zusammenfassung
Die Wirtschaft und ihre Theorien müssen sich künftig stärker mit den drängenden Herausforderungen der Zukunft beschäftigen. Dazu zählt vor allem die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, zwischen Beziehern hoher und höchster Einkommen und Niedriglohnempfängern. Ethische Fragen und Überlegungen in der Wirtschaft werden zunehmend drängender, wie nicht nur die Finanzkrise und die zunehmende Spekulationsbereitschaft der Marktteilnehmer an der Börse gezeigt haben. Die Grenzen des Wachstums müssen ebenso Berücksichtigung finden wie die negativen Folgen wirtschaftlicher Aktivitäten für die Umwelt. Die Globalisierung und vor allem die Digitalisierung verändern die Art und Weise, wie wir künftig arbeiten werden, dramatisch. Viele zumeist einfache und repetitive Jobs fallen weg, während andere, komplexe und anspruchsvolle entstehen. Die ökonomische Wissenschaft muss sich passend dazu verändern und diese Themen aufgreifen. Was aber wäre das Ziel der künftigen Wirtschaft? Welches Narrativ hält sie bereit? Menschen dürfen weltweit nicht mehr hungern, sollen ein Dach über dem Kopf haben und „anständig leben“ können. Am Schluss dieses Kapitels steht folgerichtig eine „Sozialutopie“.
Detlef Pietsch

Backmatter

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