Einfluss des Wandels der genossenschaftlichen Wesensmerkmale auf die Unternehmensberichterstattung von Genossenschaften
- 2026
- Buch
- Verfasst von
- Stefan Gruber
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Das vorliegende Buch beschreibt die Entwicklung der genossenschaftlichen Wesensmerkmale und ihre Bedeutung für die Wirtschafts- und Rechtsform der Genossenschaft. Durch den Förderzweck verfolgen Genossenschaften das Ziel einer ganzheitlichen Bedürfnisbefriedigung ihrer Mitglieder und entfalten vielfach positive wirtschaftliche, soziale und ökologische Effekte innerhalb ihres regionalen Umfelds. Anhand der gesetzlichen Vorschriften zur Unternehmensberichterstattung von Genossenschaften kann wiederum die Form und das Ausmaß der Erfüllung des Förderzwecks nur eingeschränkt ermittelt und dargestellt werden.
Auf Grundlage der mehrdimensionalen Beziehung einer Genossenschaft zu ihren Mitgliedern und den Veränderungen der genossenschaftlichen Wesensmerkmale wird der Förderzweck anhand eines ganzheitlicheren Erfolgs- und Wertmaßstabs operationalisiert. Darauf aufbauend wird ein Konzept zur genossenschaftsspezifischen Unternehmensberichterstattung ausgearbeitet, das auf Grundlage der Anforderungen an eine stakeholderbezogene Berichterstattung ein Konzept für eine ganzheitlichere Darstellung der holistischen Wertschaffung von Genossenschaften liefert.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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1. Einleitung
Stefan GruberZusammenfassungIn Kapitel 1 erfolgt zunächst die thematische Einordnung der normativen und konzeptionellen Auseinandersetzung im Rahmen der Dissertation, indem die Problemstellung, ihre Relevanz und der Gang der Untersuchung sowie die Zielsetzung der Arbeit einleitend dargestellt werden. -
2. Genossenschaften als Teil der Gesellschaft
Stefan GruberZusammenfassungIn Kapitel 2 wird die Rolle der Genossenschaften innerhalb der Gesellschaft analysiert. Hierbei werden zunächst die Besonderheiten der Wirtschafts- und Rechtsform der Genossenschaft im Vergleich zu anderen Unternehmensformen herausgearbeitet sowie ein Überblick über die Ausgestaltung der genossenschaftlichen Corporate Governance („Cooperative Governance“) gegeben. Der Unternehmenszweck einer Genossenschaft wird von einem monistischen Gewinnerzielungsprinzip i. S. der Anteilseigner, in ein komplexes holistisches Prinzip zur Maximierung der Förderleistung an die Mitglieder transformiert. Daran anschließend wird das Verhältnis der Genossenschaften zur unternehmerischen Nachhaltigkeit diskutiert sowie genossenschaftliche Spezifika herausgearbeitet („Cooperative Social Responsibility“). Die Nachhaltigkeit kann dabei als ein originärer Bestandteil der Genossenschaften angesehen werden. Genossenschaften kombinieren individuelles Profitstreben mit gemeinwohldienlichen externen Effekten über den Kreis der Anteilseigner hinaus und tragen dadurch aktiv zur Daseinsvorsorge der regionalen Gesellschaft bei. Hierdurch wird die Rolle der Genossenschaften als „marktwirtschaftliches Korrektiv“ deutlich, wonach wirtschaftliche, soziale und ökologische Bedürfnisse einer Region von den Genossenschaften aufgegriffen und Leistungen zu deren Erfüllung angeboten werden, die durch den Staat oder Markt nicht ausreichend erfüllt werden. -
3. Genossenschaften im Koalitionsmodell der Unternehmung
Stefan GruberZusammenfassungIn Kapitel 3 werden auf Grundlage des Koalitionsmodells der Unternehmung sowie eines stakeholderorientierten Prinzipal-Agent-Ansatzes die Kooperationsform der Genossenschaft analysiert und die Besonderheiten der Genossenschaftstheorie ausgearbeitet. In die Untersuchung werden die genossenschaftlichen Spezifika in Bezug auf die Zielbildung und Informationsbedürfnisse der Mitglieder sowie weiterer Stakeholder einbezogen. Die Mitglieder bringen gemäß der Koalitionstheorie ihre mehrdimensionalen ökonomischen und metaökonomischen Bedürfnisse in die Organisation der Genossenschaft ein, wo sie im Rahmen des Willensbildungsprozesses in ein Zielsystem transformiert werden und als Operationalisierung des Förderzwecks die Förderleistungen sowie den Zweck der Genossenschaft determinieren. Die individuellen Bedürfnisse der Mitglieder sind dabei abhängig von den regionalen Bedingungen und somit dem gesellschaftlichen Umfeld der Genossenschaft. In diesem Rahmen wird der Einfluss der Nivellierung der genossenschaftlichen Wesensmerkmale und insb. der rückläufige Einfluss der Mitglieder auf die Organisation und Willensbildung der Genossenschaft analysiert. Vor dem Hintergrund der asymmetrischen Informationsverteilung in Bezug auf die Förderleistung einer Genossenschaft werden insb. die genossenschaftlichen Spezifika in der Anwendung der Prinzipal-Agent-Theorie herausgearbeitet sowie der Stellenwert und die Notwendigkeit einer genossenschaftlichen Unternehmensberichterstattung eruiert. -
4. Wandel und Operationalisierung der genossenschaftlichen Wesensmerkmale
Stefan GruberZusammenfassungIn Kapitel 4 wird zunächst die historische und regulatorische Entwicklung sowie heutige Bedeutung der genossenschaftlichen Wesensmerkmale (die Selbsthilfe, die Selbstverwaltung, die Selbstverantwortung, das Demokratieprinzip und das Identitätsprinzip) für die Rechts- und Wirtschaftsform der Genossenschaft analysiert. Daran anschließend erfolgt eine Darstellung und Analyse der bestehenden Konzepte zur Operationalisierung des Förderzwecks sowie die Ausgestaltung eines holistischeren Operationalisierungsansatzes unter Einbezug des interdependenten Beziehungsgeflechts zwischen den Mitgliedern und der Genossenschaft sowie weiteren Stakeholdern als „Comprehensive Cooperative Value“. Hierdurch wird der ganzheitliche Nutzen einer Genossenschaft für ihre Mitglieder zum Ausdruck gebracht und eine konnektive Beziehung zur Veränderung der genossenschaftlichen Wesensmerkmale hergestellt. Der Nutzen einer Genossenschaft für ein Mitglied ergibt sich dabei als individuelle Gewichtung der Komponenten „Membership Value“ (Nutzen als Teil der Personengemeinschaft), „Shareholder Value“ (Nutzen als Anteilseigner), „Customer Value“ (Nutzen als Geschäftspartner), „Governance Value“ (Nutzen als Teil der Unternehmenssteuerung und -überwachung) und „Sustainability Value“ (Nutzen als Teil des regionalen Umfelds). -
5. Entwicklung einer ganzheitlichen wertorientierten Berichterstattung
Stefan GruberZusammenfassungIn Kapitel 5 werden die rechtlichen Grundlagen der Unternehmensberichterstattung auf Ebene des Einzelabschlusses von Genossenschaften dargestellt sowie hinsichtlich der Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen für die Stakeholder und insb. Mitglieder analysiert. Da der Gesetzgeber im Wesentlichen die für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften auch auf Genossenschaften analog anwendet, werden sowohl in Bezug auf den Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang) als auch den Lagebericht Ansatzpunkte für eine genossenschaftsspezifische Ausgestaltung der Berichtspflichten eruiert. In diesem Zusammenhang werden auch die genossenschaftlichen Besonderheiten (insb. durch die Mitgliedschaft) in Hinblick auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß CSRD/ESRS sowie den Bericht über die wichtigsten immateriellen Ressourcen gemäß CSRD im Lagebericht aufgezeigt. Aufbauend auf den theoretischen und konzeptionellen Überlegungen sowie Erkenntnissen der normativen Analyse in den vorhergehenden Kapiteln, wird abschließend ein ganzheitliches genossenschaftsspezifisches Berichtskonzept in Form des „Comprehensive Cooperative Reporting“ ausgearbeitet und entsprechende Vorschläge zur regulatorischen Umsetzung unterbreitet. Das Berichtskonzept soll sowohl für die Mitglieder die holistische Wertschaffung i. S. des „Comprehensive Cooperative Value“ adäquat vermitteln als auch entscheidungsrelevante Informationen für eine aktive Beteiligung der Mitglieder an der Selbstverwaltung zur Verfügung stellen. Darüber hinaus können hierdurch die Besonderheiten der Genossenschaft und ihre holistische Wertschaffung für alle Stakeholder verdeutlicht werden. -
6. Schlussbetrachtung
Stefan GruberZusammenfassungIn Kapitel 6 wird die Arbeit mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick abgeschlossen. Hierbei werden zunächst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst und abschließende konzeptionelle und regulatorische Definitions- und Formulierungsvorschläge unterbreitet. Daran anschließend erfolgt im Ausblick die Einordnung der normativen und konzeptionellen Ergebnisse dieser Arbeit in den Regierungsentwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der genossenschaftlichen Rechtsform“ vom 06.11.2024. -
Backmatter
- Titel
- Einfluss des Wandels der genossenschaftlichen Wesensmerkmale auf die Unternehmensberichterstattung von Genossenschaften
- Verfasst von
-
Stefan Gruber
- Copyright-Jahr
- 2026
- Electronic ISBN
- 978-3-658-50365-9
- Print ISBN
- 978-3-658-50364-2
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-50365-9
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