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2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

4. Einfluss von Altersdiversität auf Kommunikation

verfasst von : Michaela Moser, Bettina Führmann

Erschienen in: Kommunikation in altersgemischten Teams

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Empirische Studien zeigen, dass die Kommunikation im Team durch demografische Diversität gestört sein kann. Eine mögliche Erklärung für diesen Befund liefern soziologische und sozio-linguistische Theorien. Diese Ansätze gehen davon aus, dass Diversität auf Basis unterschiedlicher Wirkmechanismen die Interaktionsprozesse in Gruppen und Organisationen und deren Leistungsergebnisse beeinflusst. Im vorliegenden Kapitel werden die zentralen Erkenntnisse dargestellt und bestehende Lücken in der Forschung skizziert.
Fußnoten
1
Altersbilder sind von Vorurteilen abzugrenzen. Vorurteile gegenüber der Kategorie Alter sind durch die affektiven Reaktionen geprägt, die aus der Verknüpfung der sozialen Kategorie mit den charakterisierenden, negativen Attributen resultieren (Filip und Mayer 1999, S. 56). Altersbilder und -stereotype umfassen eher kognitive Bestandteile. Im Gegensatz zu Vorurteilen können sie positiver und negativer Natur sein.
 
2
Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass es eine weitere Forschungsrichtung gibt, die isolierte Merkmale sprachlich-kommunikativen Verhaltens älterer Menschen im Vergleich zu jüngeren untersuchen. Es geht schwerpunktmäßig um die Identifizierung sprachlich-kommunikativer Altersspezifika (sog. Altersmarker), die an der Sprachfähigkeit älterer Menschen festgemacht werden. Dabei standen vor allem quantitative Merkmale im Fokus, wie etwa Sprechgeschwindigkeit und Sprechflüssigkeit, grammatische Komplexität oder propositionaler Gehalt von Äußerungen. Aus dieser Perspektive werden Defizite älterer Menschen in der Informationsverarbeitung als ursächlich für Verständigungsprobleme zwischen Jung und Alt angesehen (Kwong See und Ryan 1996; Cohen 1995). Der Ansatz dieser Arbeiten steht im Einklang zu der Tradition der Defizit- und Regressionshypothese, die in der Gerontologie seit langem kritisiert wird. Dieser Forschungsstrang ist isoliert betrachtet für die Analyse der intergenerationellen Kommunikation nicht weiter zielführend, weil er den Interaktionsaspekt von Sprache ausklammert (Thimm 2000, S. 91).
 
Metadaten
Titel
Einfluss von Altersdiversität auf Kommunikation
verfasst von
Michaela Moser
Bettina Führmann
Copyright-Jahr
2019
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-25771-2_4

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