Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Dieses Lehrbuch ist eine moderne und zukunftsweisende Einführung in die Wirtschaftsinformatik. Es kombiniert strategisches Wissen mit operativem Know-How. Als Leitfaden zur aktiven Gestaltung der komplexen Herausforderungen ist es die logische Fortsetzung des erfolgreichen ersten Bandes zum "Verstehen des digitalen Zeitalters".Die digitale Transformation ist die umfassendste Reformationsaufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft und erfordert ein neues Set an Führungs- und Managementprinzipien. Daten und Algorithmen sind hierbei der universelle Rohstoff im digitalen Zeitalter. Das Buch liefert eine gut verständliche Einführung in die Programmierung und stellt ein Managementsystem zur Gestaltung der digitalen Transformation vor. Als Lehrbuch enthält es Lernziele und Kontrollfragen sowie Literaturempfehlungen zur weiterführenden Diskussionen. Dieser zweite Band eignet sich nicht nur für Studierende, sondern kann auch von Praktikern genutzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Der Weg vom Verstehen zum Gestalten im digitalen Zeitalter

Zusammenfassung
Alphabet baut autonome Fahrzeuge, Service-Roboter übernehmen die Altenpflege oder helfen Kindern beim Lernen. Roboter könnten in den nächsten Jahren fast jeden zweiten Job ersetzen. Drohnen machen dem regulären Flugbetrieb den Luftraum zunehmend streitig. Das individuelle menschliche Erbgut jedes Einzelnen kann für personalisierte Diagnosen und Therapien bald mit vertretbarem Aufwand und Kosten entschlüsselt werden. Das neu gegründete „Government Innovation Lab“ von Google schafft als Ideenschmiede digitale Lösungen für die zentralen Probleme von Regierungen. Der Manager eines U.S.-amerikanischen Baseball-Clubs formte aus der geschickten Datenanalyse des Spielverhaltens seiner Mitglieder eines der erfolgreichsten Teams in der Geschichte dieses Sports. VW manipulierte mit seiner Software zur Motorensteuerung die Abgaswerte seiner Diesel-Modelle und steht schon jetzt für einen der größten Unternehmensskandale der Welt, ausgelöst durch eine softwaretechnische Regelung. Die Dating-App Tinder ließ junge Männer ohne deren Wissen mit einer Software flirten. Der Streaming-Dienst Netflix kann den Zeitpunkt der Nutzerbindung durch das „Fernsehverhalten“ Einzelner für fast jede seiner Serien exakt vorausbestimmen. Diese Beispiele stehen stellvertretend für die Radikalität des Umbruchs der Wirtschaft und Gesellschaft durch die Macht der Technologien des digitalen Zeitalters.
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

2. Zalando Radical Agility: Vom Online-Retailer zur Fashion Plattform

Zusammenfassung
2008 hatten zwei junge Männer die wagemutige Idee, Flipflops im Internet zu verkaufen. Mit dieser Idee begaben sie sich auf eine Reise, in deren Verlauf sie den Modemarkt in Europa maßgeblich veränderten.
So beginnt die Geschichte von Zalando, einem der führenden Online-Fashion-Anbieter Europas, welche heute junge Mitarbeiter aus über 110 Nationen verbindet. Schon damals basierte die Idee der Gründer David Schneider und Robert Gentz auf der Erkenntnis, dass Kunden ein aktuelles Sortiment bekannter Marken und eine große Auswahl an Farben, Variationen und Größen suchen – eine Kombination, die in stationären Ladengeschäften kaum realisierbar ist. In einem Online-Shop allerdings können Kunden aus einem breit gefächerten Sortiment wählen und das an jedem Ort und zu jeder Tageszeit.
Da der Kauf von Mode vor allem ein emotionales Erlebnis ist, entscheidet der erste Eindruck. Zalando setzte von Anfang an auf eine hochwertige und einheitliche Präsentation aller Artikel und versteht den Kundenfokus als einen der zentralen Unternehmenswerte. Aus diesem Grund sind kostenloser Versand, kostenlose Retoure und ein verlängertes Rückgaberecht die zentralen Säulen eines kundenzentrierten Angebots.
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

3. Die Dominanz von Software im digitalen Zeitalter

Zusammenfassung
Die Wirtschaftsinformatik erforscht und gestaltet mit Hilfe der Informationssysteme als komplexes Gebilde aus manuellen und technischen Teilsystemen den funktionalen Automatisierungsgrad, den wir alltäglich in einer zunehmenden Übernahme von Aufgaben durch Apps oder Online-Plattformen spüren. Im digitalen Zeitalter verschiebt sich diese Parallelität manueller und automatisierter Aufgaben immer stärker in Richtung einer fast vollständigen Automatisierung. Wir können auf einer Einkaufsplattform wie Amazon mittels eines Klicks umfangreiche Bestellungen auslösen, da unsere Kundendaten und die präferierte Zahlungsart bereits automatisiert übernommen werden. Eine Vorauswahl der Produkte nahm uns die Plattform bereits über die Empfehlungen ab. Die Verfügbarkeiten und die logistischen Prozesse überprüfte das System im Hintergrund eigenständig. Unser Ruhe- und Bewegungsablauf wird täglich durch eine App überwacht, um dann den Zeitpunkt für eine notwendige Bewegungseinheit zu bestimmen und uns mitzuteilen. Persönliche Assistenten wie Siri oder Google Now nehmen uns Suchanfragen oder die Steuerung der Geräte zum Teil schon vollständig ab. Seit Mitte Juli 2016 laufen überall auf der Welt Menschen mit einem Handy oder Tablet durch die Straßen oder die Natur, um kleine Monster auf ihrem Bildschirm zu fangen, die sie erst durch die Verknüpfung mit der realen Umwelt (Augmented Reality) sehen können. In Deutschland hat bis Ende Juli jeder Fünfte bereits das Spiel ausprobiert.
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

4. Für Einsteiger: Verstehen und Strukturieren von Ideen

Zusammenfassung
Liebe Leserinnen und Leser, das Ziel dieses und des folgenden Kapitels besteht darin, dass wir Ihnen durch das eigenständige Erfahren zur Strukturierung von Problemen und Ideen bis zur Programmierung dieser die wesentlichsten Basics der modernen Programmierung beibringen möchten. Da wir mit diesem Buch hauptsächlich junge Menschen ansprechen, die als Studierende sich dem Fach Wirtschaftsinformatik nähern möchten, wechseln wir in diesen beiden Kapiteln auf das umgangssprachliche „du“. Hierbei adressieren wir gleichwertig alle Geschlechterausprägungen.
Erinnere dich bitte an die Definition eines Algorithmus. Wir haben beispielhaft die schriftliche Addition von zwei Hunderterzahlen vorgestellt, die du sicher in der Grundschule gelernt hast und heute routiniert anwenden kannst. Lass uns dieses Beispiel als Demonstration dieses Kapitels in die Logik der Softwareentwicklung bringen. Dabei würde diese Aufgabenstellung wie folgt aussehen (vgl. Abb. 3.2).
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

5. Für Fortgeschrittene: Programmieren und Testen von Ideen

Zusammenfassung
Im vorigen Kapitel hast du die Grundlagen des Programmierdenkens und die Strukturierung von verschiedenen Problemen für den Computer kennengelernt. In diesem Kapitel schauen wir uns diese Probleme noch einmal an und lernen an einer konkreten Programmiersprache, wie du vom Algorithmus zu einem lauffähigen Programm kommst (vgl. Abb. 5.1). Bevor du das Programm dann tatsächlich einsetzt, ist es wichtig, zu prüfen, ob es auch korrekt läuft und keine Fehler macht. Daher wirst du auch sehen, wie du ein Programm testen kannst.
Wir werden uns zunächst in Abschn. 5.2 die Grundlagen einer aktuell sehr häufig verwendeten Programmiersprache ansehen – der Sprache Java. Danach werden wir die Problemstellungen aus Kap. 4 wieder aufgreifen, in Java programmieren, Testfälle definieren und noch einige Erweiterungen vorschlagen.
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

6. Algorithmen im Alltag von Managern: Beispiele eines praktischen Advanced Analytics

Zusammenfassung
Daten als der universelle Rohstoff des digitalen Zeitalters erfordern für eine unternehmerisch wertschöpfende und innovative Nutzung entsprechende Algorithmen. Kap. 3 zeigte bereits überblickartig die Grundlagen, Zusammenhänge und Auswirkungen der Dominanz von Software im digitalen Zeitalter, auch unter dem Stichwort der „Algorithm Economy“. Ausreichend verfügbare Rechen- und Speicherkapazitäten bzw. allgemein verfügbare Infrastruktur-Lösungen, die breite Vielfalt mobiler Lösungsansätze und die zunehmende Maschine-zu-Maschine-Kommunikation des Internets der Dinge bilden hierbei die technologische Basis. Eine erfolgreiche digitale Transformation und damit die unternehmerische Gestaltung im digitalen Zeitalter indes erfordert die Entwicklung und Anwendung von Algorithmen zur Nutzbarmachung der vielen Daten und Informationen im und außerhalb des Unternehmens (vgl. Abb. 6.1). Nur so lassen sich die vielfältigen Einsatzbereiche von Big Data für die verschiedenen Prognose- und Entscheidungsaufgaben im Unternehmen realisieren.
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

7. Das Managementsystem zur Gestaltung im digitalen Zeitalter: Digitale Transformation und Gestaltungsprinzipien

Zusammenfassung
Es liegt in der Natur der Menschheit, sich als einzelnes Individuum und als Gruppe an veränderte Umweltbedingungen anpassen zu können. Diese Evolution prägt auch die Entwicklung von Gesellschaftsformen insgesamt und damit auch Unternehmen jeglicher Art. Unternehmerisches Agieren und deren Anpassung an Veränderungen unterliegt dem Einfluss vielfältiger Umweltfaktoren. Die Natur ökonomischer Veränderungen kann als wellenförmig betrachtet werden und vollzieht sich in langen Zyklen, in denen sich Auf- und Abwärtsphasen abwechseln. Auslöser für einen neuen Zyklus sind neben wirtschaftlichen Ursachen auch politische und technologische Wirkungen. Der Beginn eines jeden Zyklus ist geprägt durch die Einführung neuer Technologien und den Erfolg neuer Geschäftsmodelle, die diese schneller als andere ausnutzen können. Er startet z. B. als wirtschaftlicher Aufschwung jetziger Entwicklungsländer mit ihrem Eintritt in den Weltmarkt. Geldpolitische Entscheidungen wie die Ausweitung der Geldmenge und der erleichterte Zugang zu Kapital fördern den Aufschwung. Im Verlauf verändern sich die ökonomischen Strukturen und Prinzipien, z. B. indem bestehende Unternehmen sich teilweise oder vollständig neu erfinden oder vom Markt verschwinden. Neue Marktakteure treten in Erscheinung und neue Unternehmensformen entstehen, die innovativ, schnell und flexibel die jeweiligen Potenziale der Veränderungen erfolgreich nutzen können.
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

8. Das Managementsystem zur Gestaltung im digitalen Zeitalter: Gestaltungsbausteine

Zusammenfassung
Unternehmen mit einer digitalen Vorreiterrolle zeigen eine bessere wirtschaftliche Performance und können sich so Wettbewerbsvorteile gegenüber ihren Mitbewerbern sichern. Eine erfolgreiche digitale Transformation ist somit nicht nur der Garant für einen gelungenen Übergang des Unternehmens ins digitale Zeitalter, sie bietet auch eine nachhaltige Zukunftssicherung mit Wachstumsaussichten. Allein schon aus diesem eher klassischen unternehmerischen Motiv heraus, sollten alle Unternehmen eine digitale Vorreiterrolle anstreben. Die bereits im vorangegangenen Kapitel vorgestellte Studie des MIT Center of Digital Business und Capgemini Consulting aus dem Jahr 2011 konnte diese Performance-Unterschiede an einzelnen Industriezweigen der über 400 befragten, weltweit agierenden Unternehmen festmachen. Beispielsweise starten die Pharmaindustrie, Versicherungen oder der Maschinenbau eher von einer Position mit relativ gering ausgeprägten digitalen Fähigkeiten. Die Reise- und Hotellerie-Branche kann durch ihre Trendsetter-Position in die Rolle eines digitalen Masters einfacher hineinwachsen und der Einzelhandel, das Bankwesen und allen voran die Technologiebranche haben schon ein gutes Stück des Weges einer erfolgreichen digitalen Transformation zurückgelegt und verfügen über relativ starke digitale Fähigkeiten und Führungskompetenzen. Eine weitere Umfrage, welche die Beratungsfirma Accenture in den letzten Jahren wiederholt durchgeführt hat, um Profitabilität, Wachstum und digitale Reife der deutschen TOP500-Unternehmen zu ermitteln, kommt auch für das Jahr 2016 in Deutschland zu ähnlichen Ergebnissen. Es gibt unter den TOP500 einige sogenannte „Growth Champions“, die im Vergleich zu den anderen Unternehmen ihrer Branche überdurchschnittlich gewachsen sind und eine hohe Profitabilität aufweisen. Bei der Beurteilung der digitalen Reife im Sinne der bereits erfolgten digitalen Umsetzung besitzen fast alle Top500-Unternehmen noch Nachholbedarf. Es zeigt sich aber, dass die meisten der Unternehmen mit einem überdurchschnittlichen Wachstum oder einer hohen Profitabilität auch eine relativ hohe digitale Reife aufweisen, auch wenn selbst diese nur partielle Erfolge ausweisen, z. B. bei der Realisierung neuer Geschäftsmodelle, bei der Durchsetzung kundenzentierter Produkte und Dienstleistungen oder einer Prozessexzellenz. Im Vergleich der Branchen zueinander ergibt sich ein ähnliches Bild wie in der bereits erwähnten Studie: die Technologiebranche und der Einzelhandel z. B. weisen einen relativ hohen digitalen Index auf, während der Maschinen- und Anlagenbau oder die Pharmaindustrie in Deutschland noch aufholen müssen. Noch dramatischer zeigt sich der Zusammenhang zwischen Digitalisierung, Wachstum und Unternehmenswert am Beispiel der vier Internet-Giganten Google, Apple, Facebook und Amazon mit ihren vollständig digitalen Geschäftsmodellen. Diese vier Unternehmen besitzen einen höheren Unternehmenswert als alle DAX30-Unternehmen zusammen; „mit ihren Barbeständen könnten Google und Apple die drei deutschen Konzerne Bayer, SAP und Daimler aufkaufen“.
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

9. Das Managementsystem zur Gestaltung im digitalen Zeitalter: Gestaltungstechniken

Zusammenfassung
Henry Mintzberg, ein führender amerikanischer Managementforscher, begründete seine erfolgreiche wissenschaftliche Laufbahn mit der Suche nach einer Antwort auf die eigentlich simple Frage: Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag eines Managers? Herausgekommen ist ein weltweit anerkannter Forschungsansatz über die praktische Tätigkeit von Managern. Ganz allgemein betrachtet, sollte der Manager als nachdenkender Führer einer Organisation eine verantwortungsbewusste Grundhaltung einnehmen, die durch seinen spezifischen Führungsstil geprägt ist. Ein guter Manager ist demnach jene Persönlichkeit, die es schafft, die Menschen in seiner Organisation einzubinden, soziale Bindungen mit diesen aufzubauen, um einen größeren Gemeinschaftssinn im Unternehmen zu etablieren, der die Werte und die Kultur des Unternehmens im Einvernehmen mit dem Engagement eines jeden Mitarbeiters fördert.
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

10. Implikationen für das Lehr- und Forschungsgebiet der Wirtschaftsinformatik

Zusammenfassung
Seit mehr als drei Jahren arbeiten wir intensiv an diesem Lehrbuch, das mit diesem vorliegenden zweiten Band unseren menschenzentrierten Ansatz zur Wirtschaftsinformatik im digitalen Zeitalter komplettiert. Unser Ziel, eine moderne Einführung in die Wirtschaftsinformatik zu schreiben, wurde durch die Aufteilung in die zwei Bände „Verstehen des digitalen Zeitalters“ und „Gestalten des digitalen Zeitalters“ erreicht (vgl. Abb. 10.1). Es werden einerseits die sich schnell ändernden Technologien mit ihren Ausprägungen sowie die Geschäftsmodelle mit ihren Produkten, Dienstleistungen, Prozessen und Strukturen durch eine umfassende und allgegenwärtige Durchdringung mit Informations- und Kommunikationstechnik erfasst sowie andererseits verständlich die notwendigen Methoden zum Management der Unternehmen aus den entstehenden Veränderungen skizziert.
Auf der ganzen Welt forschen und lehren Wissenschaftler der unterschiedlichsten Disziplinen an diesen Herausforderungen, daher sehen wir unsere Überlegungen für eine Erweiterung der Wirtschaftsinformatik als einen Diskussionsbetrag, der zum weiterführenden Diskurs anregen soll. Einige dieser Wissenschaftler in der deutschsprachigen Forschungswelt haben wir angefragt, nur zwei Persönlichkeiten haben uns geantwortet – für uns ein weiteres Zeichen, selbst Teil dieser umfassenden Veränderungen zu sein, „in der alles, was früher war, kein verlässlicher Indikator mehr dafür ist, was als Nächstes passiert“.
Claudia Lemke, Walter Brenner, Kathrin Kirchner

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise