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Über dieses Buch

Dieses Lehrbuch gibt einen kompakten und verständlichen Überblick über die Grundlagen des modernen Einkaufs. Kurze Lerneinheiten, übersichtliche didaktische Module sowie die begleitende Lernkontrolle sorgen für eine nachhaltige Wissensvermittlung. Es richtet sich damit an alle, die sich mit Fragen des Einkaufs im Rahmen ihrer Aus- und Weiterbildung sowie ihrer beruflichen Praxis auseinandersetzen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Einkaufen kann doch jeder! Ob man industrielle Produkte oder Waren beim Einzelhändler um die Ecke einkauft, was ist schon der Unterschied? Wichtig ist, der Preis stimmt. Ist dies wirklich so? Der pensionierte Einkäufer Lohse aus dem Film „Pappa ante Portas“ von und mit Loriot zeigt dies auf eine recht anschauliche Art. Der „klassische Einkauf“ (um den Preis feilschen und nicht mehr) ist vielleicht doch zu überdenken … Wie sieht es denn im Tagesablauf eines Einkäufers aus, welche Prioritäten gelten? Preis, Qualität oder Verfügbarkeit, was ist wichtiger? Bevor Einkäufer Lohse in den Ruhestand geschickt wird (vollkommen überraschend für Herrn Lohse), versucht er seinen Jahrhundertkauf von Schreibmaschinenpapier (Bestandsreichweite: über 40 Jahre) und Radiergummis dem Geschäftsinhaber gegenüber zu rechtfertigen. Ein Unterfangen, das Herr Lohse natürlich nur verlieren kann. Wirkung auf mehr als 50 % der Gesamtkosten, auf Lieferfähigkeit, Qualität und Innovationsstärke! Die Bedeutung des modernen Einkaufs ist in innovativen Unternehmen heute unbestritten und ihr wird deshalb durch eine entsprechende Gestaltung der Beschaffungsorganisation Rechnung getragen. Der Wandel zu einem strategisch ausgerichteten, Wert gestaltenden Einkauf erfordert aber auch, dass die „richtigen“ Kompetenzen bei den Beschäftigten entfaltet werden.
Klaus Dieter Lorenzen, Wilfried Krokowski

2. Grundlagen des modernen Einkaufs

Das gestiegene Bewusstsein für die wirtschaftliche Bedeutung des Einkaufs hat bewirkt, dass dieser in der Theorie, aber auch in vielen Unternehmen eine starke Veränderung erfahren hat. Die traditionellen Aufgaben „Preise drücken“ und „Bestellungen auslösen“ haben heute eine andere Priorität. Einkauf versteht sich heute als strategisch ausgerichteter Gestalter der Beziehungen zwischen Lieferanten und Bedarfsträgern. In diesem Kapitel wird dieses moderne Rollenverständnis vorgestellt und die relevanten, grundlegenden Begriffe werden eingeordnet. Ausgehend von der Betrachtung der wirtschaftlichen Bedeutung des Einkaufs, die über seine Wirkung auf die Materialkosten hinausgeht, erfolgt die Betrachtung typischer Ziele, da diese unmittelbar mit der Bedeutung zusammenhängen. Abgeschlossen wird das Kapitel mit einer zusammenfassenden Betrachtung der Gestaltungsfelder des modernen Einkaufs.
Im Rahmen dieses Kapitels lernen Sie,
  • wie sich das Rollenverständnis des Einkaufs verändert hat;
  • welche Aufgaben der moderne Einkauf wahrnimmt;
  • auf welche für den Erfolg eines Unternehmens wichtigen Größen der Einkauf wirkt;
  • wie sich diese Wirkung messen lässt;
  • welche Ziele der Einkauf verfolgen kann und
  • in welchen Bereichen der Einkauf gestaltend wirken kann.
Klaus Dieter Lorenzen, Wilfried Krokowski

3. Analyse der relevanten Gestaltungsfelder

Voraussetzung für eine gute Entscheidung ist eine sorgfältige Analyse. In diesem Kapitel werden ausgewählte Methoden betrachtet, die dazu dienen, in den Gestaltungsfeldern „Bedarf und Beschaffungsprogramm“, „Angebotene Leistungen und Lieferanten“ sowie „Einkaufsprozesse“ den Ist‐Zustand zu erfassen und zu verstehen. Die dadurch erworbenen Kenntnisse sind die Grundlage für Bewertungs‐ und damit Entscheidungsprozesse. So ist z. B. die ABC‐Analyse ein klassisches Instrument, um die Bedeutung der Beschaffungsobjekte (Materialien) einzuschätzen und um darauf aufbauend Handlungsempfehlungen für die Art und Weise der Bearbeitung des Beschaffungsmarktes oder die Form der Bereitstellung (Just‐in‐Time?) abzuleiten. Da aber auch die ABC‐Analyse Grenzen hat, werden in diesem Kapitel zahlreiche weitere, in der Praxis bedeutungsvolle Analysemethoden, wie die XYZ‐, die GMK‐ und die Portfolio‐Analyse, vorgestellt. Zum Handwerkszeug des Einkaufs gehören darüber hinaus beispielsweise auch die Lieferantenanalyse, die vom Total Cost Ansatz geprägte Preisanalyse und schließlich Analysemethoden zur Untersuchung der eigenen Einkaufsprozesse.
Im Rahmen dieses Kapitels lernen Sie
  • wie sich das Beschaffungsprogramm eines Unternehmens anhand verschiedener Analysemethoden strukturieren lässt;
  • welche Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen;
  • wie internationale Beschaffungsmärkte, Lieferanten und Total Cost zu bewerten sind;
  • wie Prozessanalysen durchgeführt werden können.
Klaus Dieter Lorenzen, Wilfried Krokowski

4. Entwicklung der Gestaltungsalternativen

Im Mittelpunkt dieses Kapitels steht die Frage: Auf welche Art und Weise können die schon betrachteten Felder „Beschaffungsprogramm“, „Lieferanten“ und „Prozesse“ gestaltet werden? Die Antwort kann aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten nie vollständig sein, aber es lassen sich in diesem Rahmen einige besonders praxisrelevante Akzente setzen. Make-or-Buy-Analysen, Wertanalysen und Standardisierungen sind z. B. erprobte Wege, um das Beschaffungsprogramm im Sinne der Unternehmensziele zu verändern. Zur Gestaltung der Lieferantenbeziehung, die auch in Verträgen abzubilden ist, bieten sich verschiedene Sourcing-Strategien und Formen der Lieferantenintegration an. Bezogen auf die Gestaltung der Beschaffungsprozesse betrachtet dieses Kapitel neben den beiden einkaufsbezogenen Themen Materialdisposition und eProcurement auch beschaffungslogistische Konzepte und Fragen der außerbetrieblichen Transporte.
Im Rahmen dieses Kapitels lernen Sie
  • welche Möglichkeiten zur Gestaltung des Beschaffungsprogrammes zur Verfügung stehen;
  • wie sich die Integration von Lieferanten ausgehend von Sourcing-Strategien in Verträgen festhalten lässt und
  • auf welche Art und Weise die beschaffungslogistischen und einkaufsspezifischen Prozesse gestaltet werden können.
Klaus Dieter Lorenzen, Wilfried Krokowski

5. Einkaufscontrolling

Dieses Kapitel betrachtet nur einen kleinen Ausschnitt des Einkaufscontrollings, der aber – als erster Schritt – für die Praxis von erheblicher Bedeutung ist. Nach der Klärung begrifflicher Grundlagen stehen zwei Themen im Mittelpunkt: Die Lieferantenbewertung, d. h. die Bewertung der von Lieferanten erbrachten Leistungen, und die Nutzung von Kennzahlen zur Leistungsmessung. Die Lieferantenbewertung ist ein elementarer Baustein des Einkaufscontrollings, da sie die wesentliche Informationsgrundlage ist, um die Qualität der fremdbezogenen Leistungen zu messen. Daraus lassen sich dann Rückschlüsse auf die Güte der Lieferanten, aber auch auf die Güte der eigenen Aktivitäten ziehen und Verbesserungsmaßnahmen initiieren. Kennzahlen nehmen sehr unterschiedliche Aufgaben wahr. Hier wird an einem Beispiel gezeigt, wie sie der Verhaltenssteuerung dienen können.
Im Rahmen dieses Kapitels lernen Sie
  • welche Aufgabe das Einkaufscontrolling hat;
  • wie eine Lieferantenbewertung aufgebaut und zur Lieferantenentwicklung genutzt werden kann und
  • wie sich Verhalten durch Kennzahlen steuern lässt.
Klaus Dieter Lorenzen, Wilfried Krokowski

6. Ausgewählte Fragestellungen

Den Einkauf beschäftigen verschiedene Themen, die sich nicht in eine Struktur einbinden lassen oder die übergeordneten Charakter haben. Dieses letzte Kapitel greift solche Themenfelder auf, um einerseits diese grundlegende Betrachtung des modernen Einkaufes abzurunden und um andererseits auch thematische Vertiefungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Insbesondere der hier betrachtete internationale Einkauf ist in der Praxis aufgrund der Diversität ausländischer Lieferanten und Beschaffungsmärkte sehr facettenreich. Nach dem aus Einkaufsperspektive betrachteten Qualitäts‐ und Risikomanagement widmet sich dieses Kapitel auch organisatorischen Fragen, wie der Rolle des Einkaufs im Projektmanagement und den Möglichkeiten der aufbauorganisatorischen Gestaltung. Die Qualifizierung von Beschäftigten, die mit dem Wissensmanagement im Einkauf eng verbunden ist, und die Betrachtung der sozialen und ökologischen Verantwortung des Einkaufs schließen das Kapitel ab.
Im Rahmen dieses Kapitels lernen Sie
  • mit welchen Besonderheiten Sie beim internationalen Einkauf und beim dazu notwendigen Qualitätsmanagement rechnen müssen;
  • wie das Risikomanagement systematisch gestaltet werden kann;
  • wie sich Aufgaben der Einkaufsorganisation (Projektmanagement, Aufbauorganisation), der Personalentwicklung und des Wissensmanagements lösen lassen und
  • wie der Einkauf seiner sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht werden kann.
Klaus Dieter Lorenzen, Wilfried Krokowski

7. Zusammenfassung

Erinnern Sie sich an unseren Anfang? Herr Lohse von der Deutschen Röhren AG und sein Briefpapier? Nach dem Lesen dieses Lehrbuches hätte er hoffentlich keinen Lagerbestand mit einer Reichweite von 40 Jahren aufgebaut. Wir hoffen, dass Sie diese Einschätzung teilen. Herr Lohse und Sie sollten – wenn Sie diese letzten Seiten erreichen – nicht nur über einen konzeptionellen Rahmen für modernen Einkauf, sondern auch über zumindest grundlegende Kenntnisse bezogen auf die wichtigsten Methoden und Gestaltungsmöglichkeiten verfügen. Damit verbunden ist die Erwartung, dass Sie Ihre Arbeit im Einkauf, aber auch – wenn Sie in einer anderen Rolle tätig sind – Ihre Arbeit mit dem Einkauf verbessern. Verbessern, weil Sie höhere Ansprüche an einen modernen, den Erfolg des Unternehmens mitgestaltenden Einkauf stellen und diese auch selbst einlösen.
Klaus Dieter Lorenzen, Wilfried Krokowski

Backmatter

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