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11.05.2016 | Einkommensteuer | Im Fokus | Onlineartikel

Anleger tappen in Steuerfalle mit Fremdwährungen

Autor:
Hans-Ulrich Dietz

Geldanlagen in Fremdwährungen können bei Anlegern schnell zu einer Fehleinschätzung führen. Denn das Bankguthaben in Fremdwährung bei einem Anlagenkauf oder -verkauf muss ebenfalls erklärt werden.

Schon in 2000 stellte der Bundesfinanzhof zutreffend fest, dass Bankguthaben in fremder Währung steuerlich als eigenständige Wirtschaftsgüter anzusehen sind. Deren Wert ist für steuerliche Zwecke, wie bei anderen Wirtschaftsgütern, in Euro zu ermitteln (Urteil vom 2.5.2000, IX R 73/98). Diese Rechtsprechung setzte der Bundesfinanzhof auch weiterhin fort. So beispielsweise mit seinem Urteil IX R 11/13 vom 21.01.2014. Und auch die Finanzverwaltung hatte zuletzt im Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 18.01.2016 in der Randziffer 39 diese Vorgehensweise ausdrücklich bestätigt. Was heißt das nun für Anleger?

Steuerlicher Irrtum von Anlegern 

Wenn Steuerzahler meinen, ihre Geldanlagen in einer Fremdwährung seien durch die Abgeltungsteuer final besteuert, können sie schnell einem Irrtum unterliegen. Denn das gilt nicht für die bei Anlagenkäufe und –verkäufe notwendigerweise entstehenden bzw. untergehenden Bankguthaben in fremder Währung.

Dies heißt, dass es sich bei der Anschaffung von Fremdwährungsbeträgen (= Veräußerung eines Wertpapiers) und Veräußerung von Fremdwährungsbeträgen (= Anschaffung eines Wertpapiers) um private Veräußerungsgeschäfte i. S. d. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) handelt, sofern der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt.

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Frist nach § 23 EStG 

Werden aus dem Wirtschaftsgut zumindest in einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt, erhöht sich der Zeitraum, in dem eine Veräußerung steuerbar wäre, auf zehn Jahre (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 3 EStG). Bei verzinslich angelegten Fremdwährungsguthaben greift diese verlängerte Frist nach der Verfügung des Bayrischen Landesamts für Steuern vom 12.03.2013, S 2256.1.1-6/4 St32, jedoch nicht. Begründet wird dies damit, dass die Einkünfte (Zinsen) nicht Ausfluss des "anderen Wirtschaftsgutes Fremdwährungsguthaben", sondern Ausfluss der eigentlichen Kapitalforderung sind.

Selbstanzeige auf Vollständigkeit prüfen 

Vor dem Hintergrund eventueller Selbstanzeigen sind vorstehende Sachverhalte unbedingt zu erkennen und auch nachzuerklären. Denn eine Selbstanzeige, die nicht vollständig ist, wird auch nicht anerkannt.

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