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Über dieses Buch

Dieses Buch betrachtet die Entwicklung der funktionalen und personellen Einkommensverteilung und deren Verortung im Feld der Wirtschaftswissenschaften im Zeitablauf. Zunächst werden die gängigen theoretischen Erklärungsansätze zur funktionalen und zur personellen Einkommensverteilung dargestellt. Ansätze der Mainstream-Ökonomie werden heterodoxen Ansätzen gegenübergestellt. Hierbei werden theoretische Erklärungsansätze diskutiert und in weiterer Folge aktuelle empirische Ergebnisse betrachtet, konkret wird die Entwicklung der funktionalen bzw. personellen Einkommensverteilung in insgesamt 14 Ländern zwischen 1920 und 2015 untersucht. Die Hypothese, dass „wachsende Ungleichheit“ ein möglicher Krisenauslöser beider zu untersuchenden Krisen sei, wird mittels ökonometrischer Modelle überprüft. Im letzten Teil geht der Autor darauf ein welche ökonomischen, ethischen und sozialwissenschaftlichen Auswirkungen die aktuell zu beobachtende steigende Einkommenskonzentration hat und haben wird.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Theorien zur Einkommensverteilung

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1. Theorien zur funktionalen Verteilung

Die funktionale Einkommensverteilung spielte in der Ökonomie sehr früh eine Rolle. Vor allem bei Ricardo (1817) und Marx (1867) finden sich diesbezüglich ausführliche Überlegungen. Beide Ansätze wirkten bis ins 20. Jahrhundert auf Modelle zur funktionalen Verteilung. In der vorherrschenden neoklassischen Theorie wird die funktionale Verteilung allerdings nicht explizit, sondern als Teil der Preistheorie berücksichtigt. In diesen Modellen herrscht die Ansicht einer weitgehend konstanten funktionalen Einkommensverteilung vor. Ob dies realistisch ist, ist seit jeher umstritten. In der langen Frist deutete lange Zeit vieles darauf hin. In den beiden Jahrzehnten vor der aktuellen Wirtschaftskrise wurde aber in vielen Staaten eine fallende Lohnquote beobachtet (IMF, 2007b; OECD, 2008, 2012).
Stefan Trappl

2. Theorien zur personellen Verteilung

Zur funktionalen Verteilung gibt es eher wenig aktuelle empirische Studien, allerdings viele – wenn auch ältere – Theorien. Theorien zur personellen Verteilung gibt es hingegen nur wenige, dafür aber in jüngerer Zeit eine wachsende Zahl an empirischen Studien. Der Grund liegt darin, dass die funktionale Verteilung nur mehr beschränkt als Maß für die Ungleichheit einer Gesellschaft herangezogen werden kann. Zumindest in den entwickelten Ländern ist die Unterscheidung zwischen Lohnempfängern und Beziehern von Kapitaleinkommen nicht mehr so eindeutig wie etwa im 19. Jahrhundert. Viele Personen beziehen sowohl Lohn- als auch Kapitaleinkommen. Die Bezieher der höchsten Einkommen sind im 21. Jahrhundert neben den Unternehmern, Rentiers und Entrepreneueren häufig Top-Manager oder Personen aus dem öffentlichen Leben (z.B. Top-Sportler, Schauspieler, Politiker). Die Theorien zur funktionalen Verteilung entstanden schon sehr früh. Nach 1950 hingegen dominierte die neoklassische Theorie, innerhalb derer die Verteilung kaum eine Rolle spielte. Erst seit den 1990er-Jahre scheint das Interesse an Verteilungsfragen wieder gestiegen zu sein. In dieser Zeit entstanden aber weniger reine Theorien als auf empirischen Untersuchungen aufgebaute Postulate.
Stefan Trappl

Daten zur Einkommensverteilung

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3. Daten zur funktionalen Verteilung

In der klassischen Ökonomie spielte die Diskussion über die Verteilung der Einkommen auf die Produktionsfaktoren eine entscheidende Rolle. Hierbei wurde primär auf die Faktoren Arbeit, Boden und Kapital abgestellt. Diese drei Produktionsfaktoren wurden in der klassischen Ökonomie unter anderem von David Ricardo, Adam Smith und Karl Marx eingeführt und etabliert. Später wurde die funktionale Verteilung auf die Faktoren Lohn, Profit, Zins und Rente aufgeteilt. In der neoklassischen Theorie werden üblicherweise nur mehr zwei Produktionsfaktoren, nämlich Arbeit und Kapital, herangezogen. Dem folgt auch die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung: In der Verteilungsrechnung setzt sich das Volkseinkommen zusammen aus, erstens, den Arbeitnehmerentgelten und, zweitens, den Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Demzufolge beschränkt sich die Diskussion über die funktionale Verteilung häufig auf die Lohnquote auf der einen Seite und die Profitquote (Unternehmens- und Vermögenseinkommen) auf der anderen Seite. Die Summe dieser beiden Werte ergibt hierbei eins, womit meist nur die Lohnquote diskutiert wird, im Wissen, dass die Profitquote damit implizit mitbestimmt ist. Um die funktionale Verteilung in einer Volkswirtschaft zu bestimmen, werden im Wesentlichen also zwei „Kennzahlen“ benötigt: das Volkseinkommen Y und die aggregierten Lohnkosten w.
Stefan Trappl

4. Daten zur personellen Verteilung

Mittels personeller Verteilung soll gemessen werden, wie sich das aggregierte Einkommen auf Personen oder Haushalte aufteilt. Im Gegensatz zur funktionalen Verteilung steht hier also nicht die Aufteilung des Einkommens nach Produktionsfaktoren (Arbeit vs. Kapital) im Mittelpunkt der Untersuchungen, sondern ausschließlich die Aufteilung auf Personen oder Haushalte. Aufgrund der Tatsache, dass im vergangenen Jahrhundert eine steigende Anzahl von Personen ihr Einkommen sowohl aus Arbeits- als auch aus Kapitaleinkünften bezog, konzentriert sich die empirische Forschung zunehmend auf die personelle Verteilung.
Im Gegensatz zur funktionalen Verteilung gibt es mehrere grundlegende Messarten der personellen Verteilung.
Stefan Trappl

State of the Art zu Einkommensverteilung und Krisen

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5. State of the Art: Funktionale Verteilung und Wirtschaftskrisen

In diesem Kapitel wird der aktuelle Stand der Wissenschaft zur Rolle der funktionalen Einkommensverteilung bei Wirtschaftskrisen behandelt. Zunächst werden Theorien untersucht, die beschreiben, welche Rolle die funktionale Einkommensverteilung bei der Entstehung von Wirtschaftskrisen bzw. während Wirtschaftskrisen spielt. Im Anschluss werden entsprechende empirische Arbeiten dazu betrachtet.
Stefan Trappl

6. State of the Art: Personelle Verteilung und Wirtschaftskrisen

Die wissenschaftliche Diskussion in Bezug auf die personelle Einkommensverteilung hat ungleich mehr Gehör gefunden als jene über die funktionale Einkommensverteilung. Als unumstritten gilt mittlerweile die Tatsache, dass die Einkommenskonzentration in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat (Aiginger und Guger, 2014; Piketty und Saez, 2007; Piketty, 2007b, 2014; Corneo, 2015; Bönke et al., 2015). Betrachtet man Ansätze, die die steigende Einkommenskonzentration als Erklärung für die ”Great Recession“ diskutieren, wurde am ausführlichsten die ”Rajan-Hypothese“ diskutiert. Rajan (2010) geht davon aus, dass untere und mittlere Bevölkerungsschichten ihren relativen Einkommensrückgang, der aus der steigenden personellen Einkommenskonzentration resultiert, durch fallende Sparquoten und steigende Kreditfinanzierung ausgeglichen haben.
Stefan Trappl

Deskriptive Vergleiche zur Einkommensverteilung und den Krisen

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7. Warum der Vergleich zwischen Great Depression und Great Recession im Hinblick auf EK-Verteilung?

Die „Great Recession“ (GR) traf die Weltwirtschaft ebenso schwer wie unvermittelt. Ohne Zweifel kann sie als die schwerste Wirtschaftskrise seit der „Great Depression“ (GD) bezeichnet werden. Das unvermittelte Auftreten und die Schwere der Krise hat bereits früh dazu geführt, dass viele Wirtschaftswissenschaftler einen Vergleich zwischen den beiden Krisen angestellt haben (Vanek, 2011; Ohanian, 2010; Aiginger, 2009c, 2010; Ritschl, 2012; Reinhart und Rogoff, 2008). Dieses Kapitel vergleicht die „Great Recession“ mit der „Great Depression“ im Hinblick auf Fragen der Einkommensverteilung. Konkret wird die Entwicklung der funktionalen sowie der personellen Einkommensverteilung vor, während und nach den beiden Krisen deskriptiv betrachtet.
Stefan Trappl

8. Vergleich der Funktionalen Verteilung in Great Depression und Great Recession

In Abbildung 8.1 ist die Entwicklung der Lohnquoten in den ausgewählten Ländern zwischen 1920 bis 1940 bzw. 1995 bis 2015 dargestellt. Die beiden senkrechten Geraden zeigen das Datum des Börsencrashs am 24. Oktober 1929 bzw. im Sommer/ Herbst 2007, die jeweils als Ausgangspunkt der beiden Krisen herangezogen werden. Die grau hinterlegten Flächen zeigen die Zeiträume der folgenden Perioden negativen Wachstums. In den 1920er-Jahren folgte direkt auf den „Schwarzen Donnerstag“ eine Depressionsphase, die bis ins zweite Quartal 1933 andauerte.
Stefan Trappl

9. Vergleich personelle Verteilung in Great Depression und Great Recession

Im folgenden Abschnitt wird deskriptiv verglichen, ob um die Zeit der beiden zu untersuchenden Krisen ein Zusammenhang zwischen der personellen Einkommensverteilung und dem Auftreten der Krisen festgestellt werden kann. In der jüngeren Vergangenheit wurden mehrere Studien mit dem Ziel durchgeführt, den häufig postulierten (Rajan, 2010; Horn et al., 2009) und auch untersuchten (Stockhammer, 2011; Aiginger und Guger, 2014) möglichen kausalen Zusammenhang zwischen steigender Ungleichheit und der „Great Recession“ zu untermauern.
Stefan Trappl

10. Schlüsse aus den deskriptiven Vergleichen

Für die beiden größten Wirtschaftskrisen der letzten 100 Jahre wurde von namhaften Ökonomen (Galbraith, 1954; Stiglitz, 2012a; Krugman, 2009a; Rajan, 2010) die „steigende Ungleichheit“ als einer der Auslöser genannt. In diesem Kapitel wird die Entwicklung der funktionalen und personellen Einkommensverteilung vor, während und nach der „Great Depression“ sowie der „Great Recession“ verglichen. Insgesamt wurden Daten aus 14 verschiedenen Staaten für die Zeiträume zwischen 1920 und 1940 bzw. 1995 und 2015 für deskriptive Vergleiche herangezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass für die USA, auf die sich auch die Theorien der oben genannten Autoren beziehen, gezeigt werden kann, dass die personelle Einkommenskonzentration vor beiden Krisen deutlich zunahm. Die Entwicklungen der Top- Einkommensanteile ähneln einander vor beiden Krisen nicht nur in der Richtung, sondern auch in absoluten Prozentanteilen und relativen Veränderungen. Für die restlichen der untersuchten Staaten zeigen die Daten allerdings keine vergleichbaren Muster. In praktisch allen untersuchten Staaten ist die Einkommenskonzentration vor der „Great Recession“ zwar gestiegen, vor der „Great Depression“ allerdings weitgehend konstant geblieben bzw. tendenziell eher gesunken. Die Daten unterstützen die Vermutungen über einen kausalen Zusammenhang zwischen steigender Einkommenskonzentration und der Entstehung von Wirtschaftskrisen also nur für die USA, nicht aber für die anderen untersuchten Staaten.
Stefan Trappl

Modellbildung: Einkommensverteilung und Krisen

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11. Datenanalyse

In diesem Teil des Buches wird mittels empirischer Methoden der Zusammenhang zwischen der Entwicklung der personellen Einkommensverteilung und den beiden größten Wirtschaftskrisen der letzten 100 Jahre, der „Great Depression“ (1929 bis 1933) und der „Great Recession“ (2007 bis 2011) untersucht. Empirische, makroökonomische Untersuchungen konzentrierten sich bisher darauf, wie sich Einflussgrößen wie Geldmengen oder die aggregierte Nachfrage bzw. wie sich das Verhalten von Institutionen wie Zentralbanken oder Geschäftsbanken auf die Entstehung der Krisen auswirkte. Obwohl für die beiden zu untersuchenden Krisen – wenn auch sehr allgemein – die Entwicklung der Einkommensverteilung als mögliche Ursache genannt wurde (Galbraith, 1954; Eccles, 1951; Rajan, 2010; Stiglitz, 2012b), gibt es erst seit wenigen Jahren Bestrebungen, mittels empirischer Methoden einen kausalen Zusammenhang darzustellen. Auch der derzeit wohl bekannteste und meistdiskutierte Wirtschaftswissenschaftler im Bereich der Einkommensverteilung, Thomas Piketty, greift die Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen Einkommensverteilung und den beiden großen Krisen auf (Piketty, 2014, S. 297). Zumindest in Bezug auf die USA bezieht er, angesichts der Tatsache, dass die Top-Einkommen in der Geschichte der USA zwei Spitzenwerte aufweisen, einmal 1928 und einmal 2007, also jeweils knapp vor den großen Krisen, eindeutig Stellung: „In my view, there is absolutely no doubt that the increase of inequality in the United States contributed to nation’s financial instability“ (Piketty, 2014, S. 297). Abgesehen von deskriptiver Statistik liefert aber auch er keine empirischen Ansätze zur Untermauerung dieser Überzeugung.
Stefan Trappl

12. Methodik und Analyse

Um methodisch nicht „zu dünnes Eis“ zu betreten, wird bei der Methodenwahl auf etablierte Untersuchungen zurückgegriffen. In den Kapiteln 12.1 und 12.2 wird die Methodik von Schularick und Taylor (2012a) angewendet, allerdings wurden andere unabhängige Variablen verwendet, außerdem wurde die Methode natürlich auf einen anderen Datensatz angewendet. Schularick und Taylor (2012a) bedienen sich OLS-Regressionen sowie logistischen Regressionen mit Länder-Fixed-Effects. Als unabhängige Variablen verwendeten die beiden Autoren hierbei die relative Änderung des realen Kreditvolumens zwischen t = 0 und t = 1. Diese Änderungsrate wurde in einer Fünf-Jahres-Lag-Struktur verwendet, womit sich insgesamt fünf unabhängige Variablen ergeben.
Stefan Trappl

13. Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen

Der erste Regressionsansatz in Kapitel 12.1 analysiert den Zusammenhang zwischen personeller Einkommensverteilung und Wirtschaftskrisen allgemein über den gesamten Zeitraum von 1920 bis 2015 und für alle berücksichtigten Länder. Damit erfolgt die Auswertung methodisch analog zu jener von Schularick und Taylor (2012a), mit dem Unterschied, dass die personelle Einkommensverteilung anstatt des Kreditvolumens als unabhängige Variable herangezogen wurde. Dieser Ansatz liefert eindeutig signifikante Ergebnisse, wie in Tabelle 12.1 zu ersehen ist, wobei sowohl die kumulierten Koeffizienten auf dem 1%-Niveau signifikant positive Ergebnisse liefern als auch der Test für den Modell-Fit. Die Marginal-Effects der kumulierten Koeffizienten (Modell 4) sagen aus, dass der Anstieg der erklärenden Variablen um eine Standardabweichung die Krisenwahrscheinlichkeit um circa 9% erhöht. Auch die AUROC-Statistiken liefern mit knapp 0,8 einen „guten“ Wert, der zudem deutlich besser ist als jener in der Vergleichsstudie von Schularick und Taylor (2012a, S. 1045). Diese erste Regression zeigt, dass die personelle Einkommensverteilung sehr gut als Prädiktor geeignet ist. Auch methodisch ist dieser Ansatz gut abgesichert, da er in Anlehnung an ein etabliertes Modell durchgeführt wurde. Da der Ansatz allerdings sehr allgemein gehalten wurde – er wurde weder auf die zu untersuchenden Krisen beschränkt, noch wurde zwischen den verschiedenen Krisen differenziert – ermöglicht dieser Ansatz keine zwischen den Ländern und Krisen vergleichenden Aussagen.
Stefan Trappl

Implikationen für die Wirtschaftswissenschaften der Zukunft

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14. Die Perspektiven der Ungleichheit

In der wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion wird die Auswirkung von „steigender Ungleichheit“ auf „volkswirtschaftliche Entwicklung“ höchst kontrovers diskutiert. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es hierfür zwei wesentliche Gründe:
Erstens spielt die „Ungleichheit“ in der volkswirtschaftlichen Standardtheorie nur eine untergeordnete Rolle. Was nichts anderes heißt, als dass sich die meisten Ökonomen schlicht nicht für Verteilungsfragen interessieren bzw. diese zumindest nicht in ihren Modellen berücksichtigen. Der Ökonomie-Nobelpreisträger Robert E. Lucas meinte einst sinngemäß, dass es nichts Schädlicheres für die Entwicklung einer Volkswirtschaft gäbe, als wenn sich Wirtschaftspolitiker um Verteilungsfragen kümmern. Mit anderen Worten: Die Entwicklung der Einkommensverteilung ist einzig und allein „dem Markt“ zu überlassen. Andererseits aber haben in den letzten Jahren zahlreiche Ökonomen – wie in den Kapiteln davor auch dargestellt – die steigende Einkommenskonzentration angeprangert. Innerhalb der Ökonomie werden höchst unterschiedliche Ansichten zu diesem Thema vertreten. In der Neoklassik – also der Mainstream-Ökonomie – spielen Fragen der Umverteilung aber nur eine untergeordnete Rolle.
Stefan Trappl

15. Die ökonomische Perspektive der Ungleichheit

Die Volkswirtschaftstheorie arbeitet mit Modellen, die gerne auch als Gleichgewichtsmodelle bezeichnet werden. Tatsächlich spielt der Begriff Gleichgewicht („equilibrium“) eine entscheidende Rolle in der Ökonomie. Bei statischen Gleichgewichtsmodellen bleiben die Einflussfaktoren stabil. Bei dynamischen Gleichgewichtsmodellen entwickeln sich die Parameter je nach Modell. Denkbar sind lineare oder theoretisch auch zyklische Bewegungen. Bertola et al. (2006) erweiterten makroökonomische Modelle um Aspekte der Einkommensverteilung, wobei ein empirisch beobachtetes Problem auftritt: Die seit den 1980er-Jahren beobachtete Entwicklung der personellen Einkommensverteilung – nämlich eine ständige Spreizung der Einkommen – kann in makroökonomischen Modellen nicht berücksichtigt werden.
Stefan Trappl

16. Die ethische, sozialwissenschaftliche Perspektive

In diesem Buch steht die ökonomische Perspektive der Einkommensungleichheit im Mittelpunkt. Ein kurzer Blick soll aber auch auf die ethische sowie die sozialwissenschaftliche Perspektive geworfen werden. Als ethische Perspektive wird hier verstanden: Welche Einkommens- und Vermögensverteilung ist „gerecht“? Sozialwissenschaftliche Perspektive meint hier: Welche Einkommens- und Vermögensverteilung ist für das Zusammenleben der Menschen in einer Gesellschaft ideal?
Stefan Trappl

17. Die langen Wellen der Zerstörung

Warum interessiert gerade jetzt die Frage nach der Einkommensverteilung so viele Wissenschaftler, Politiker und weite Teile der Bevölkerung? Man bedenke: Noch vor zehn Jahren sowie in den letzten Jahrzehnten davor spielte die Einkommensverteilung in der ökonomischen Diskussion praktisch keine Rolle. Selbst die sozialdemokratischen Parteien, die historisch die Verteilung der Einkommen in ihren Programmen stehen haben müssen, nannten die Einkommensverteilung kaum in ihren Wahlkämpfen, sondern beschäftigten sich dahingehend mit Themen, die nur mittelbar damit zusammenhängen, nämlich mit Arbeitslosigkeit und Armut.
Stefan Trappl
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