Kaum jemand bestreitet heute mehr Chinas zentrale Rolle als wirtschaftliche und politische Macht in der Welt. Diese Rolle entstand in einem bis heute andauernden Prozess des radikalen Wandels seit dem 19. Jahrhundert, bestimmt durch Kolonialismus, durch Bürgerkriege und durch sozialistische Revolution und ab den 1980er-Jahren durch eine lange Reihe wirtschaftlicher und sozialer Reformen, für die sich bis heute keine einheitliche Überschrift finden lässt: In den 1980er-Jahren begann China unter Deng Xiaoping, ein duales System aus Plan- und Marktwirtschaft einzuführen, das sich in den 1990ern unter der offiziellen Bezeichnung „sozialistische Marktwirtschaft“ (社会主义市场经济) allmählich in eine staatlich kontrollierte und mit der Herrschaft der Kommunistischen Partei vereinbare, dennoch aber nach marktwirtschaftlichen Prinzipien funktionierende Wirtschaft entwickeln sollte.