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Open Access 2021 | OriginalPaper | Buchkapitel

1. Einleitung

verfasst von : Sarah Straub, Iris Baumgardt, Dirk Lange

Erschienen in: Berufs- und Arbeitswelt in der politischen Bildung

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Die vielfältigen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt machen es notwendig, dass sich Schüler*innen ein differenziertes Bild vom Arbeitsmarkt verschaffen und ihre eigenen Möglichkeiten kennen, sich zukünftig in die Arbeitswelt zu integrieren bzw. diese aktiv mitzugestalten. Der Anspruch der Mündigkeitsbildung, sowohl an Berufsorientierung als auch an politische Bildung, bildet den Ausgangspunkt der vorliegenden Studie. Diese befasst sich eingehend mit den Bildungs- und Berufsvorstellungen von Jugendlichen am Ende der Sekundarstufe I, denn die Entscheidung für die weitere Bildungs- oder Berufslaufbahn in dieser Phase ist ein wegweisender Einschnitt im Leben der Jugendlichen. Berufsorientierung und politische Bildung sollen Jugendlichen Werkzeuge an die Hand geben, um die Arbeitswelt, die sie erwartet, zu verstehen und diese aktiv mitgestalten zu können. Dieser Anspruch der Mündigkeitsbildung, sowohl an Berufsorientierung als auch an politische Bildung, stellt die Ausgangsposition für die Vorstellungsforschung subjektiver Sinnbilder über die Berufs- und Arbeitswelt von Jugendlichen in der vorliegenden Studie dar.
Berufsorientierung und politische Bildung sollen Jugendlichen Werkzeuge an die Hand geben, um die Arbeitswelt, die sie erwartet, zu verstehen und diese aktiv mitgestalten zu können. Dieser Anspruch der Mündigkeitsbildung, sowohl an Berufsorientierung als auch an politische Bildung, stellt die Ausgangsposition für die Vorstellungsforschung subjektiver Sinnbilder über die Berufs- und Arbeitswelt von Jugendlichen in der vorliegenden Studie dar.
Die Bedeutung von Berufsorientierung als Teil der Politischen Bildung wird vor allem in den Jahrgangsstufen am Übergang der Sek I zur Sek II deutlich, denn an diesem Übergang werden Weichen für die Zukunft gestellt und „(d)er Beruf stellt [hierbei] einen ‚Bestimmungsfaktor für Lebenschance‘ (Laux 2008) dar“ (Baumgardt 2011). „Aufgrund der vielfältigen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt ist es notwendig, dass Schüler*innen – die Arbeitnehmer*innen von morgen – über ein differenziertes Bild vom Arbeitsmarkt verfügen. Da die Politikdidaktik (vgl. Lange 2008) einen Zugriff auf die subjektive Seite von Politik benötigt, um die unterschiedlichen Facetten, die Voraussetzungen und die Prozesse politischen Lernens zu reflektieren, bilden die Vorstellungen der Schüler einen wichtigen Ausgangspunkt“ (Böhmer/Cebulla 2011, 163). Im Zentrum steht dabei die sozioökonomische Bildung als Bereich des Bürger*innenbewusstseins und „Qualifikation junger Menschen zu einer sozial reflektierten und selbstbestimmten Teilhabe an der Gesellschaft“ (Haarmann 2015, 525).
Berufs- und Bildungswegentscheidungen richten sich in Österreich oft nach tradierten Rollenvorstellungen und sind häufig abhängig vom jeweiligen familiären Hintergrund. Die Entscheidung für eine weitere Bildungs- oder Berufslaufbahn am Ende der Sekundarstufe I ist ein wegweisender Einschnitt im Leben der Jugendlichen.
Um die Jugendlichen selbst und die Lehrenden bei diesem Prozess künftig unterstützen zu können, werden im Rahmen der Studie relevante Daten zu Vorstellungen und Handlungsmöglichkeiten von Schüler*innen erhoben, um zu verstehen, welche subjektiven Vorstellungen Jugendliche von der Arbeitswelt haben und wovon diese Vorstellungen abhängen. Dabei wird folgenden Fragen nachgegangen: Welche Vorstellungen haben Jugendliche von ihrer Zukunft allgemein und wie stellen sie sich die Arbeitswelt vor? Von welchen Berufen träumen sie und wie stellen sie sich ihren weiteren Bildungsweg vor? Welche Vorstellungen haben Jugendliche von den Gestaltungsmöglichkeiten ihrer Zukunft und wie blicken sie in ihre berufliche Zukunft?
Inwieweit beeinflussen Eltern und ihre Vorstellungen, Gender, Peers, Medien oder die eigene Herkunft bzw. die der Eltern die Berufsentscheidungen der Jugendlichen? Was brauchen Jugendliche im Hinblick auf Berufsorientierung und Bildungsentscheidungen? Was fehlt ihnen? Wie kann ihr Gestaltungsraum erweitert werden? Was brauchen Jugendliche aus Sicht der Jugendlichen und schließlich, was brauchen Jugendliche – von außen betrachtet?
Studienaufbau
Die Vorstellungen der Jugendlichen werden mittels eines triangulativen Studienaufbaus erhoben. In einem ersten Schritt werden unterschiedliche Berufswahltheorien vorgestellt und existierende Studien in Österreich und Deutschland für die Fragestellung der Studie aufbereitet. Der empirische Teil gliedert sich in eine quantitative Fragebogenstudie und eine tiefergehende qualitative Interviewstudie. Abschließend werden aus den Ergebnissen der quantitativen und qualitativen Befragung (politik-)didaktische Handlungsempfehlungen abgeleitet.
Die Studie stellt die Jugendlichen bzw. Schüler*innen und ihre Vorstellungen über die Arbeitswelt – ihre Bildungs- und Berufsaspirationen – in den Mittelpunkt der Forschung. Ein Hauptfokus der empirischen Studie ist der soziodemografische Vergleich zwischen den verschiedenen Bildungseinrichtungen, Allgemeinbildende Höhere Schule (AHS) und Neue Mittelschule (NMS)1, in Wien. Darüber hinaus werden sozioökonomisch unterschiedliche Schulstandorte innerhalb Wiens berücksichtigt und es wird zwischen Schulstandorten mit und ohne dezidiertem Fokus auf Berufsorientierung unterschieden.
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Fußnoten
1
Mit dem Schuljahr 2020/2021 ersetzt die Mittelschule (MS) die Neue Mittelschule (NMS) als Pflichtschule für die 10- bis 14-Jährigen (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung 2021). In dieser Studie wird der Name Neue Mittelschule (MNS) verwendet, da die Datenerhebung vor der offiziellen Umbenennung der Schulform stattgefunden hat.
 
Metadaten
Titel
Einleitung
verfasst von
Sarah Straub
Iris Baumgardt
Dirk Lange
Copyright-Jahr
2021
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-34304-0_1