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Über dieses Buch

Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage Sozialwissenschaften (ALLBUS) gehört zu den wichtigsten Datenquellen, um den sozialen Wandel in der Bundesrepublik seit 1980 zu untersuchen. Die Beiträge zum Band untersuchen verschiedene Themen anhand der reichen Datenquellen aus dem ALLBUS und reihen sich in die Tradition dieser Sozialforschung ein. Sie können drei Schwerpunktthemen zugeordnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung: ALLBUS, IEDI und die Wiederaufnahme der Reihe „Blickpunkt Gesellschaft“

Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) ist seit 1980 eine zentrale Datenquelle für die Untersuchung des gesellschaftlichen Wandels in Deutschland. Durch die regelmäßige Wiederholung thematischer Schwerpunktmodule können Veränderungen in den Einstellungen und Verhaltensweisen der deutschen Bevölkerung abgebildet und erklärt werden. Der ALLBUS hat dabei Standards für die Durchführung von bevölkerungsrepräsentativen Befragungen in Deutschland gesetzt. Die Methodenforschung im ALLBUS zielt darauf ab, die Qualität der Daten zu optimieren und der zurückgehenden Teilnahmebereitschaft an Umfragen zu begegnen. Seit 2017 ist der ALLBUS Teil der Integrierte Erhebungs- und Dateninfrastruktur (IEDI) bei GESIS. Durch die Bündelung von Umfragen sollen höhere Qualitätsstandards durchgesetzt und Daten für die Untersuchung sozialen und politischen Wandels in Deutschland der Forschung langfristig zur Verfügung stehen.

Pascal Siegers, Sonja Schulz, Oshrat Hochman

Verschwimmende Grenzen? Christliche und alternative Religiosität in Deutschland zwischen 2002 und 2012

Gefragt wird, ob die alternative Religiosität in sich homogen und gegenüber der christlichen klar abgegrenzt ist. Während bisher alternative Religiosität entweder undifferenziert betrachtet oder auf magische Praktiken beschränkt wurde, wird hier geprüft, ob eine vorweg definierte Zweiteilung in nichtchristliche Weltdeutungen und magische Praktiken sich empirisch belegen lässt. In der Tat lassen sich die Vorgaben zur alternativen Religiosität im ALLBUS 2002 und 2012 nach Verteilungen und nach Faktoranalysen so aufteilen. Doppelladungen in Faktoranalysen verlangen aber zwei weitere Aspekte: Mystik/Magie und Gesundheitspraktiken. Für diese vier Aspekte alternativer Religiosität wird geprüft, wie sie sich entwickelt haben, wie sie mit christlicher Religiosität zusammenhängen und wie sich ihr Sozialprofil von dem der christlichen Religiosität unterscheidet. Nur die Gesundheitspraktiken sind gewachsen. Von den üblichen Indikatoren christlicher Religiosität korrelieren nur Meditation und konzeptueller Glaube mit alternativer Religiosität. Alter korreliert mit alternativer Religiosität negativ und Bildung positiv – also entgegengesetzt zur christlichen Religiosität. Die Ergebnisse deuten auf ein Verschwimmen der Grenzen innerhalb der alternativen Religiosität, aber auf eine klare Grenze zur christlichen Religiosität.

Heiner Meulemann

Zu Verbreitung und sozialen Einflussfaktoren von Paraglaube in West- und Ostdeutschland 2002–2012. Empirische Analysen von ALLBUS-Daten

Der Beitrag liefert eine empirische Bestandaufnahme der Struktur, Verbreitung und sozialen Verortung bzw. den Einflussfaktoren des Glaubens an paranormale und parawissenschaftliche Lehren und Praktiken wie Wünschelruten, Tarot-Karten, Okkultismus oder paramedizinische Lehren in Deutschland seit der Jahrtausendwende. Analysiert werden Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) 2002 und 2012, die entsprechende Fragen zur Erfahrung mit und zur Überzeugung von paranormalen und parawissenschaftlichen Lehren und Praktiken enthalten. Dabei fokussieren wir insbesondere zeitliche Veränderungen im betrachteten Zeitraum und nehmen eine zwischen West- und Ostdeutschland vergleichende Perspektive ein.Hinsichtlich der Dimensionalität des Phänomens Paraglaube ergeben sich die drei Subdimensionen „Esoterik/Mystik“, „volkstümlicher Aberglaube“ und „Paramedizin“, wobei deren Verbreitung in der Bevölkerung deutlich variiert. Entgegen einer in der Literatur berichteten deutlichen Ausbreitung von Paraglaube in (West)Deutschland seit Gründung der BRD finden wir zwischen 2002 und 2012 eher Stabilität vor. Dies betrifft sowohl den Anteil der Menschen, die Erfahrung mit paranormalen Lehren und Praktiken haben und von ihnen überzeugt sind (hier tendiert die Entwicklung sogar eher in Richtung einer Abnahme) als auch die Struktur der Einflussfaktoren. Analysen zu letzterer weisen darauf hin, dass eine starke Bindung an konventionelle Religionen die Affinität für Paraglaube reduziert; gleiches gilt auch, wenn Menschen ein naturalistisches Weltbild vertreten. Darüber hinaus zeigt sich aber, dass auch unter Kontrolle von religiösen und wertbezogenen Merkmalen soziodemografische Variablen einen deutlichen Einfluss auf die Neigung zu Paraglaube ausüben. Dabei ist Paraglaube in Ostdeutschland teils deutlich weniger verbreitet als in Westdeutschland, und auch die Effekte von Prädiktoren der Paraglaubensüberzeugung variieren nach Landesteil.

Felix Wolter, Sebastian Fückel

„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ – eine Mixed-Methods-Untersuchung verschiedener Items zu religiösen Überzeugungen im ALLBUS 2012

In dem Beitrag werden zunächst anhand einzelner Fragen aus der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) von 2012 die Verteilung bestimmter religiöser und weltanschaulicher Einstellungen in Deutschland betrachtet, religiöse Teilpopulationen identifiziert und Hypothesen über den Zusammenhang von Theismus, Humanismus und Naturalismus getestet. Da sich hierbei Auffälligkeiten und Inkonsistenzen im Antwortverhalten der Befragten zeigen, wird in einem zweiten Schritt die „Skala zur Erfassung kosmologischer Überzeugungen“ einer Validitätsprüfung unterzogen. Zu diesem Zweck wenden wir ein sequenzielles Mixed-Methods-Design an und illustrieren anhand der Verbindung quantitativer und qualitativer Methoden zum einen die besonderen methodischen Herausforderungen, die sich aus der Messung derart komplexer theoretischer Konstrukte wie „kosmologische Überzeugungen“ ergeben. Zum anderen können wir darlegen, dass nur mittels qualitativer (kognitiver) Interviews, die dezidiert an die Befunde der statistischen Analysen der Skala anschließen und die auf diese Weise identifizierten Probleme thematisch aufgreifen, Validitätsbedrohungen genauer eingegrenzt und bearbeitet werden können. Durch den Mixed-Methods-Ansatz wird deutlich, dass die Befragten in Abhängigkeit vom Grad der eigenen institutionellen religiösen Einbindung sowie dem Maß der Vertrautheit mit biblischen Inhalten die Items dieser Skala unterschiedlich gut (und damit im intendierten Sinne) verstehen und deuten.

Udo Kelle, Bettina Langfeldt, Brigitte Metje

Konfessionslose – Kirchenfern, indifferent, religionslos oder atheistisch?

Seit den 1990er Jahren sind vermehrt die Konfessionslosen ins Blickfeld der empirischen Religionsforschung gerückt. Ein Grund hierfür war eine massive Veränderung der sozioreligiösen Bedingungen. Durch einen kontinuierlichen Fortgang der in den 1970er Jahren begonnenen Kirchenaustritten nach 1990 übersteigt mittlerweile der Anteil der Konfessionslosen (33,1 % der Bundesbürger) den der Mitglieder der katholischen Kirche (30,2 %) und der evangelischen Kirche (29,2) im Bundesgebiet (Stand 2010). Zunehmend stellt sich daher die Frage, wer überhaupt Konfessionslose sind und welche Bedeutung Religion in ihrem Leben einnimmt. Der wissenschaftliche Diskurs konzentriert sich vor allem auf zwei Thesen: Einerseits die Säkularisierungsthese, welche von einem generellen Bedeutungsverlust von Religion im Zusammenhang mit Modernisierungsprozessen ausgeht. Andererseits die Individualisierungsthese des Religiösen, deren zentrale Aussage darin besteht, dass Religion nicht verschwindet, sondern in modernen Gesellschaften – statt institutionalisiert – in individuellen Formen auftritt und sich transformiert. Vor diesem Hintergrund wird in dem Beitrag der Frage nachgegangen, ob Konfessionslose vor allem areligiös, religiös indifferent oder zur Gruppe der „neuen“ Atheisten gehören, die sich zum Teil politisch gegen Religion organisieren. Zudem befasst sich der Beitrag mit den Einstellungen zu Religion und Kirche verschiedener Typen von Konfessionslosen und versucht der Vielfalt der Nichtreligiosität gerecht zu werden. Als Datenmaterial dienen die ALLBUS-Datensätze aus den Jahren 1992, 2002 und 2012 zu den Schwerpunktthemen Religion und Weltanschauung. Im interpretativen Teil der Analyse wird eine Operationalisierung verschiedener Merkmalsausprägungen mithilfe von Allbusitems zu religiöser Erfahrung, religiöser Ideologie und religiöser Praxis zugrunde gelegt. Diese wird durch Prüfverfahren wie Reliabilitäts- und Validitätskontrollen optimiert. Daraufhin erfolgt eine Differenzierung von Konfessionslosen anhand von gruppendifferenzierenden Verfahren.

Gert Pickel, Yvonne Jaeckel, Alexander Yendell

Why Do People Believe in Socialism? Testing Propositions for West and East Germany with the German General Social Survey (ALLBUS)

This paper proposes and tests for the first time a causal model explaining why people believe in socialism. The propositions are tested for East and West Germany with five repeated cross-sectional surveys of the German General Social Survey (ALLBUS) between 1991 and 2010. We found that perceived institutional failure and Christian (vs. socialist) socialization diminish the belief in socialism, whereas status deprivation and socialization under communism lead to a strong belief in socialism. We further found a cohort effect: younger cohorts have only weak beliefs in socialism. There was a very weak period effect: belief in socialism decreased, but only very slightly, after unification of East and West Germany over time.

Karl-Dieter Opp

Zur Differenzierung von Alters-, Perioden- und Kohorteneffekten in Zeitreihendaten am Beispiel der Wahlbeteiligung

Quantitative, empirische Generationsvergleiche auf der Basis von großen Datensätzen sind bisher selten durchgeführt worden. Dies mag daran liegen, dass die mit der Kohorten- und Generationsforschung eng verknüpfte Lebensverlaufsforschung auf längsschnittliche Erhebungsdesigns gesetzt hat, die jedoch für längere Zeiträume Geburtsjahrgänge in ihrem biografischen Verlauf nur selektiv zu repräsentieren vermag. Entweder handelt es sich um thematisch spezifische Datensätze oder um Vergleiche ausgewählter Geburtskohorten. Allgemeiner angelegte Datensätze (wie SOEP) weisen entweder zu wenig Fälle auf oder erfordern zur Konstruktion einer hinreichenden Fallzahl eine komplizierte Aggregation von Teildatensätzen. Insofern erscheint es uns nach wie vor aussichtsreich, die als Querschnittserhebungen konstruierten Zeitreihen der Allbus-Datensätze in der klassischen Form einer Trendstudie für die Untersuchung von Generationseffekten zur politischen Partizipation und zum zivilgesellschaftlichem Engagement in Deutschland seit 1980 zu nutzen. Es sollen im ALLBUS erhobene Merkmale der politischen Aktivität über die Zeit verfolgt werden. Der Einbezug der Generationszugehörigkeit soll dabei einen differenzierenden Blick auf Alters-, Kohorten- und Periodeneffekte zur Erklärung der Intensität politischer Partizipation eröffnen. Unsere Ausgangsthese ist dabei, dass es zu einer stärkeren sozial-selektiven Spreizung an politisch Aktiven als auch der politisch Inaktiven gekommen ist. Zivilgesellschaftlich liberalisierte kulturelle und politische Werte sind zum common sense der Mittelschichten geworden, die auch eine erhöhte Wahlbeteiligung in den Baby-Boomer Geburtskohorten erklärten könnten. Allerdings kann dies gleichzeitig das Anwachsen einer Teilpopulation von Bürgerinnen und Bürger aus der Mittelschicht bedingen, die zunehmend inaktiv oder aus Enttäuschung zum Protestwähler wird. Dabei wird gefragt, ob sich spezifische Generationseffekte beobachten lassen. Neben der inhaltlichen Frage bietet die Untersuchung auch Aufschluss über methodische Probleme, z. B. der operationalen Konstruktion von Kohorten als Generationen.

Per Holderberg, Michael Corsten

Intergenerationale Bildungsmobilität im Übergang vom geteilten zum wiedervereinigten Deutschland

Für eine Gesellschaft ist ihr Bildungssystem ein bedeutsames Charakteristikum ihrer Struktur. Fragen sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit betreffen daher immer auch die Rolle des Bildungssystems. Bildung in Form von Schulbildung von Personen ist in diesem Zusammenhang ein Mosaikstein von vielen im Berufswahl- und Ausbildungsprozess, der geeignet ist, gesellschaftliche Entwicklungen hinsichtlich des Bildungssystems aufzuzeigen. Dabei ist die Bedeutung der Familie als Sozialisationsinstanz für die Schul- und Ausbildungswahl zu berücksichtigen. Gemeinsam sind Bildungssystem und Familie wesentliche Faktoren, welche die Bildungskarriere von Personen beeinflussen; das Bildungssystem als Angebot und die Familie als Ressource. Auf das Zusammenwirken von Familie und Bildungssystem konzentriert sich die vorliegende Untersuchung der intergenerationalen Bildungsmobilität im geteilten und wiedervereinigten Deutschland.Zunächst wird die historische Entwicklung der Bildungssysteme in Deutschland nachgezeichnet, um die Bedingungen darzulegen, die für die Bildung der in der vorliegenden Untersuchung berücksichtigten Geburtsjahrgänge 1936 bis 1985 maßgebend sind. Das darauf bezugnehmende Untersuchungsziel ist es, die Abhängigkeit der Bildungsmobilität von der Bildung der Eltern (Faktor Familie) und von der Kohortenzugehörigkeit (Faktor Bildungssystem) zu analysieren. Intergenerationale Bildungsmobilität ist insbesondere dann zu beobachten, wenn die Bildung der Befragten relativ unabhängig von der ihrer Eltern ist. Der Einfluss der Kohortenzugehörigkeit auf die Bildungsmobilität repräsentiert die Wirkung der Veränderungen der Bildungssysteme, die für eine erhöhte Bildungsmobilität förderlich ist. Der Fokus der Analysen ist auf die Unterschiede zwischen West und Ost und die Gemeinsamkeiten von Männern und Frauen gerichtet.

Christian Tarnai, Florian G. Hartmann

Verschiedene Messinstrumente, übereinstimmende Ergebnisse? Die Konsequenzen unterschiedlicher ALLBUS-Fragevarianten für die Analyse interethnischer Kontakte

Freiwillige interethnische Kontakte zwischen den Mitgliedern der deutschen Aufnahmegesellschaft und Zuwanderern gelten als wichtiger Indikator zur Bewertung der gesellschaftlichen Integration. Zweifellos stellen Umfrageprogramme für sozialwissenschaftliche Analysen entsprechender Kontakte ein unverzichtbares Instrument dar. Bislang ist jedoch weitgehend ungeklärt, inwiefern unterschiedliche Fragevarianten das Ausmaß selbstberichteter interethnischer Kontakte von Deutschen zu Zuwanderern beeinflussen. Ebenso liegen kaum Erkenntnisse zu möglichen Auswirkungen divergierender Messungen interethnischer Kontakte auf Zusammenhänge mit weiteren Konstrukten aus dem Bereich interethnischer Beziehungen vor. Das Ziel dieses Kapitels besteht darin, einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücken zu leisten. Anhand der ALLBUS-Erhebungen aus den Jahren 2000 und 2010 vergleichen wir hierzu Ergebnisse auf Grundlage (a) dichotomer Einzelindikatoren zur direkten Abfrage interethnischer Kontakte mit (b) Informationen aus dem ALLBUS-Netzwerkgenerator sowie (c) dem Burt-Netzwerkgenerator, die eine Klassifizierung der Netzwerkmitglieder der Befragten als Zuwanderer ermöglichen. Die Analysen zeigen: Auf deskriptiver Ebene führt die direkte Erfragung interethnischer Kontakte durchgängig zu den höchsten Zustimmungsraten. In den selbstberichteten interethnischen Netzwerken fällt der Anteil enger sozialer Kontakte mit Zuwanderern jedoch deutlich geringer aus. Des Weiteren bestätigt die Untersuchung den bekannten negativen Zusammenhang zwischen direkt abgefragten interethnischen Kontakten und fremdenfeindlichen Einstellungen, es findet sich jedoch keine negative Assoziation mit Fremdenfeindlichkeit für die mit Netzwerkgeneratoren gemessenen interethnischen Kontakte. Schlussfolgerungen zur Verbreitung und zu den Konsequenzen interethnischer Kontakte erscheinen somit in hohem Maße von den jeweiligen Messinstrumenten abhängig zu sein.

Christoph Spörlein, Elmar Schlüter

Die Rekonstruktion der relativen Einkommensentwicklung sozialer Gruppen auf der Grundlage von gruppierten Einkommensangaben

Nicht immer ist es möglich, in Umfragen von Befragten genaue Angaben über ihr Einkommen zu erhalten. Oft genug aber sind diese dennoch bereit und willens, sich in vorgegebene Einkommenskategorien einzuordnen. Die Einkommenskategorien, die dabei verwendet werden sind nicht in allen Umfragen die gleichen, sondern orientieren sich einerseits an „runden“ Beträgen andererseits an der Verteilungen von Einkommen wie sie in vorangegangenen Umfragen ermittelt wurden. In Umfrageserien wie der des ALLBUS wird einerseits versucht, die Grenzen der Einkommenskategorien über mehrere Wellen hinweg konstant zu halten, um so den Vergleich von Einkommensverteilungen und des Einflusses des Einkommens auf andere Variablen über die Zeit hinweg zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen. Andererseits müssen die Grenzen der Einkommenskategorien dann doch noch nach mehreren Wellen modifiziert werden, um zu verhindern, dass am unteren Ende des Kategorienschemas leere Zellen entstehen, während sich die Verteilung in den oberen Zellen so weit konzentriert, dass der dadurch bedingte Informationsverlust immer größer wird. Dies ist auch in den Wellen des ALLBUS der Fall, sodass sich ernste Herausforderungen für die Analyse der Entwicklung des Einkommens und der Entwicklung des Einflusses des Einkommens auf Einstellungen und Verhaltensweisen ergeben. Das vorgeschlagene Papier diskutiert ein Verfahren, mit dem diesen Herausforderungen mithilfe von Verteilungsannahmen, wie der der Log-Normalverteilung von Einkommen, begegnet werden kann. Es wird gezeigt, wie ein generalisierter Inverse Mills Ratio genutzt werden kann, um z. B. die Entwicklung des durchschnittlichen Einkommens von Arbeitern, Dienstklasse und Selbstständigen auf der Grundlage klassierter Einkommensangaben zu vergleichen. Dabei ergibt sich, dass die Einkommensunterschiede zwischen den sozio-ökonomischen Klassen in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben und dass insbesondere die nachwachsenden Kohorten innerhalb der un- und angelernten Arbeiter besonders ins Hintertreffen geraten sind.

Martin Elff
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