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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Zur Gesamtkonzeption

In der betriebswirtschaftlichen Literatur wird seit langem darauf hingewiesen, daß die Kostenrechnung einerseits den Eigenarten des Betriebes angemessen sein soll und daß sie andererseits den jeweils vorherrschenden Rechnungszwecken entsprechen muß. Die vorherrschenden Rechnungszwecke werden dabei ihrerseits von den produktionstechnischen und organisatorischen Eigenarten des Betriebes und von seinen besonderen Marktbedingungen bestimmt. Im einzelnen hängen von Betriebseigenart und Rechnungszweck ab: Umfang und Gliederung des Rechnungsstoffes, die Art der Rechnungsverfahren, die Art der Erfassung und Bewertung der Kostenbestandteile1 [1].

Paul Riebel

II. Zur Grundrechnung

Die für die Erstellung von Deckungsbeitragsrechnungen benötigten Periodenkosten [1] werden in einer Grundrechnung gesammelt. Die Bezeichnung »Grundrechnung«, die in Anlehnung an Schmalenbach1 gewählt wurde, soll zum Ausdruck bringen, daß es sich um eine universell auswertbare Zusammenstellung relativer Einzelkosten handelt, deren »Bausteine« in mannigfaltiger Weise kombiniert werden können und einen schnellen Aufbau von Sonderrechnungen für die verschiedensten Fragestellungen erlauben [2].

Paul Riebel

III. Zur Anwendung auf Entscheidungs-, Planungs- und Kontrollprobleme

Differenzierte Kosten- und Ergebnisrechnungen sind bisher vor allem für industrielle Unternehmungen entwickelt worden, wobei der Schwerpunkt im Produktionsbereich bei der Ermittlung der Herstellkosten der Erzeugnisse liegt. Die Vertriebskosten werden noch vielfach gemeinsam mit den Verwaltungskosten in einem globalen Zuschlagsatz auf die Herstellkosten verrechnet, ohne die Vertriebskosten nach Verantwortungs-, Funktionsoder Leistungsbereichen zu differenzieren. Diese Vernachlässigung der Absatzwirtschaft im internen Rechnungswesen ist zu einem großen Teil ein Überbleibsel der gelenkten Wirtschaft und bei der Vorrangstellung der Absatzfunktion im Wettbewerb um freie Märkte nicht länger zu vertreten. Für die Unternehmungspolitik insgesamt, insbesondere aber für die Absatzpolitik, wird eine quantitative Analyse der Kosten, des Umsatzes, der Gewinne und der Wirtschaftlichkeit im Absatzbereich — ganz ähnlich auch im Beschaffungs- und Verwaltungsbereich — immer zwingender notwendig, wenn sich die Unternehmungen bei zunehmender Schärfe des Wettbewerbs, die sich in der Tendenz zu steigenden Vertriebskosten niederschlägt, behaupten wollen. Dazu braucht der Unternehmer die Informationen der Marktforschung, der Absatzstatistik und sonstiger Leistungsstatistiken, nicht zuletzt aber einer differenzierten Kosten- und Ergebnisrechnung.

Paul Riebel

IV. Enzyklopädische Beiträge

Im deutschen Sprachraum hat wohl zuerst Schmalenbach (1899) erkannt, daß es „theoretisch richtig ist, die sekundären Unkosten durch den Gewinn zu decken“. 1902 hat er — wie auch später immer wieder — gefordert, der Produkteinheit lediglich die proportionalen Kosten zuzurechnen und die fixen Kosten unter Umgehung der Kostenträgerrechnung auf dem Erfolgskonto zu sammeln. Um 1903 wird in den USA von Hess zum erstenmal eine flexible Budgetierung mit getrennten fixen und variablen Kosten vorgeschlagen. Gleichfalls um die Jahrhundertwende liegen die Anfänge der → Break-Even-Analysis. In die gleiche Richtung weisen das Kosten-Umsatz-Gewinn-Diagramm von Schär und seine Lehre vom toten Punkt (1911) sowie die 1919 von Peiser für die Nachkalkulation vorgeschlagene „Deckungsrechnung”.

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V. Zur neueren Entwicklung der Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung

Ohne eindeutig-zwingende Lösung des Bewertungsproblems können in Entscheidungsrechnungen (-modellen) nur fiktive Optima ermittelt werden. Es wird daher untersucht, inwieweit das „Verursachungsprinzip“ auch auf die Ermittlung relevanter Geldgrößen angewandt werden kann. Die vorherrschende Definition der Kosten als bewerteter leistungsverbundener Güterverzehr erweist sich als fragwürdig, weil kein Güterverzehr vorzuliegen braucht, die Entgelte an anderen Bemessungsgrundlagen als am Güterverzehr anknüpfen können und häufig nicht proportional sind. In der Kostentheorie und bei der Formulierung. von Entscheidungsmodellen müssen daher ergänzend zu den Produktionsfunktionen Entgeltfunktionen eingeführt werden. Zudem sollte der Grenzkostenbegriff streng auf die kleinstmöglichen Änderungen der Aktionsparameter und Einflugfaktoren begrenzt werden. „Opportunitätskosten” sind keine Kostenbestandteile, sondern als alternative Deckungsbeiträge eine Kalkulationsgröße eigener Art. Auch zur Ermittlung des Kostenwertes muß das Verursachungsprinzip im Sinne des Identitätsprinzips interpretiert werden, das an elementaren Entscheidungen veranschaulicht wird. Weil die Entscheidungswirkungen über die gesamte Maßnahmenkette bis zu den Zahlungsvorgängen reichen, lassen sich entscheidungsrelevante Kostenwerte nur von den durch die Entscheidung für eine bestimmte Maßnahme ausgelösten zusätzlichen Ausgaben bzw. Auszahlungen ableiten. Werden aus Praktikabilitätsgründen durch Verkürzungen Fehler in Kauf genommen, gilt es deren Auswirkungen abzuschätzen; die Wahl des Kostenwertes wird dann selbst zu einem Wirtschaftlichkeitsproblem.

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VI. Zur Entwicklung des Gesamtkonzepts

Im Mai 1959 erschien in der Schmalenbachschen „Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung“ (ZfhF), wie sie damals noch hieß, mein Aufsatz „Das Rechnen mit Einzelkosten und Deckungsbeiträgen”1. Dieser Beitrag erregte damals Aufsehen; er löste neben Anerkennungen und Ermutigungen auch Widerspruch aus, dessen Heftigkeit und Hartnäckigkeit mich doch überraschten. Dabei hatte ich — dem Rat wohlmeinender Praktiker folgend — manche Zugeständnisse an überkommene Anschauungen gemacht und mit einigen allzu radikal erscheinenden Vorstellungen zurückgehalten. Zudem hatte ich lediglich eine Reihe von teilweise schon Jahrzehnte alten theoretischen Einsichten und praktischen Erfahrungen, die — jede für sich — kaum umstritten waren, aufgegriffen und zu einem Gesamtkonzept, einem Kostenrechnungssystem, zu verknüpfen versucht.

Paul Riebel

VII. Integration und Dynamisierung des Rechnungswesens

Erhöhte Anforderungen an Planung und Steuerung verlangen angesichts der Informations- und Methodenzusammenhänge nach einer besseren Integration von Planung und Rechnungswesen. Das noch unbefriedigende Zusammenspiel geht vor allem auf Mängel des Rechnungswesens zurück. Zu fordern sind Wirklichkeitsnähe, stärkere Zukunftsorientierung unter Ausweis aller relevanten Änderungen im realtime-modus. Als Ansatz zu einer integrierten Datenbasis wird die Grundrechnung nach dem Konzept der relativen Einzelkostenrechnung vorgestellt. Das laufende Zusammenspiel wird am Beispiel der Deckungsbudgets veranschaulicht. Abschließende Weiterungen des Integrationsgedankens münden in ein Plädoyer für die Renaissance der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre.

Paul Riebel

VIII. Glossarium spezifischer Grundbegriffe der Deckungsbeitragsrechnung

Weitere Begriffserklärungen sind über die fett und kursiv gedruckten Verweise des Stichwortverzeichnisses zu erschließen.

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IX. Abkürzungsverzeichnis

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X. Literaturauswahl zur Deckungsbeitragsrechnung und verwandten Systemen

Der besseren Übersichtlichkeit halber werden im folgenden nur die wichtigsten der in den einzelnen Beiträgen herangezogenen Quellen zusammengestellt und durch Hinweise auf weitere, insbesondere neuere Literatur, die für den Leser von Nutzen sein dürfte, ergänzt.

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