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16.02.2017 | Eisenbahnbau | Im Fokus | Onlineartikel

Kohlenstoffdioxid-neutrales ICE-Werk

Autor:
Christoph Berger

Im Kölner Stadtteil Nippes baut die Deutsche Bahn ein neues ICE-Werk. Es soll das umweltfreundlichste und modernste Instandhaltungswerk des Unternehmens werden.

1.300 Bohrpfähle für die sichere Statik der 445 langen Werkhalle wurden in den sandigen Untergrund getrieben. 45 Betonbohrpfähle bilden die Grundlage für das Dach. Dieses wird von 90 Dachbindern gehalten, die jeweils rund elf Tonnen schwer und zehn Meter lang sind – eines ist sogar 30 Metern lang und 90 Tonnen schwer. Zudem werden 20 Kilometer Gleise verlegt, 47 Weichen eingebaut. Die Oberleitungsarbeiten sind in vollem Gange.

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Pfähle

Pfähle werden verwendet, um Bauwerkslasten in tieferliegenden, tragfähigen Baugrund zu übertragen. Pfahlgründungen gehören deshalb zu den Tiefgründungen. Sie unterscheiden sich durch die Art und Weise ihrer Herstellung und durch den verwendeten …


Die Bauarbeiten finden auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs in Köln Nippes statt. Dort entsteht das bundesweit erste CO2-neutrale Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn. Im Herbst 2017 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein und das Werk in Betrieb genommen werden.

Verzicht auf fossile Brennstoffe

"Ein Pfahl ist ein stabförmiges Bauelement, das durch Rammen, Drücken, Drehen, Rütteln oder durch Kombination dieser Verfahren (gegebenenfalls mit Spülhilfe) als Fertigteil im Boden bis auf eine planmäßige Tiefe gebracht werden muss oder das an der Einbaustelle in einen durch Rammen, Drücken, Rütteln oder Bohren erzeugten Hohlraum hergestellt beziehungsweise eingestellt wird", schreiben Hans-Henning Schmidt, Roland Fritz Buchmaier und Carola Vogt-Breyer im Kapitel "Pfähle" des Springer-Fachbuchs "Grundlagen der Geotechnik". Demnach werden Fertigpfähle aus Stahlbeton, Spannbeton, Holz und Stahl hergestellt. "Für auf der Baustelle hergestellte Pfähle (Ortpfähle) kommen als Baustoff Beton und Stahlbeton in Frage", so die drei Autoren. Dachdeckungen werden im Kapitel "Lastannahmen, Einwirkungen" des Springer-Fachbuchs "Wendehorst Bautechnische Zahlentafeln" besprochen.

Um die CO2-Neutralität zu erhalten, wird für die Stromerzeugung des neuen Instandhaltungswerks eine rund 2.100 Quadratmeter große Photovoltaikanlage gebaut – 1.200 Photovoltaik-Module, von denen jedes Modul eine Spitzenleistung von 250 Watt hat. Mit ihr sollen täglich bis zu 300 Kilowatt Solarstrom für den Eigenbedarf produziert werden. Zur Beheizung und Kühlung aller Werksteile wird Geothermie eingesetzt sowie ein Wärmeaustausch über das Grundwasser. Fünf Grundwasser-Entnahmebrunnen haben insgesamt eine Förderleistung von bis zu 600 Kubikmeter pro Stunde. Dazu kommen drei Wärmepumpen und Regenwasserspeicher. Mit einer Solarthermie-Anlage wird die Warmwasserversorgung garantiert. Auf die Nutzung von fossilen Brennstoffen wird vollkommen verzichtet.

Die DB Fernverkehr investiert in das Bauprojekt rund 220 Millionen Euro. Ziel des Werks ist es unter anderem auch, die spezifischen CO2-Emissionen im Vergleich zu 2006 um 30 Prozent zu senken. Der Ökostromanteil soll bis 2020 bei 45 Prozent liegen.

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